Es wird immer brenzligerDas bedeutet Israels Angriff auf das grösste Gasfeld der Welt
Andreas Fischer
18.3.2026
Der petrochemische Komplex in Asalouyeh war Ziel von israelischen Angriffen. (Archivbild)
KEYSTONE
Im Persischen Golf befindet sich das grösste Gasfeld der Welt – ein Teil gehört Katar, ein anderer dem Iran. Nun soll Israel in der Nähe angegriffen haben – und das hat Auswirkungen auf den Krieg und auf den Ölpreis.
Der Krieg am Golf droht weiter zu eskalieren. Die israelischen Angriffe auf die Gasindustrie im Iran könnten weitreichende Folgen haben. Das sind die wichtigsten Fragen und Antworten.
Was wurde angegriffen?
Israelische Regierungskreise bestätigten, dass die Luftwaffe des Landes Angriffe auf die Gasindustrie am Persischen Golf geflogen habe. Betroffen seien petrochemische Anlagen bei der Industriestadt Asalujeh, berichteten die Nachrichtenagenturen Tasnim und Mehr.
Wo liegt das South-Pars-Gasfeld und warum ist es so wichtig?
Das South-Pars-Gasfeld liegt im Persischen Golf zwischen den Küsten Katars und Irans. Das grösste zusammenhängende Gasfeld der Welt hat eine Fläche von 9700 Quadratkilometern.
Das gigantische Vorkommen liegt tief unter dem Meeresboden und wird seit vielen Jahren von Katar und dem Iran getrennt ausgebeutet. Iran zapft die Vorkommen auf der einen Seite an, Katar auf der anderen (dort heisst das Gasfeld «North Dome Field»). Katar ist der grösste Exporteur von Flüssigerdgas und für 20 Prozent der weltweiten LNG-Versorgung verantwortlich.
Wie reagiert Katar auf die Angriffe?
Ungewöhnlich scharf: Die Attacke auf das Gasfeld «South Pars» sei «ein gefährlicher und unverantwortlicher Schritt angesichts der derzeitigen militärischen Eskalation in der Region», erklärte Aussenministeriumssprecher Madsched al-Ansari am Mittwoch auf der Plattform X. Angriffe auf lebenswichtige Einrichtungen müssten vermieden werden.
Was bedeutet der Angriff auf das South-Pars-Gasfeld für den weiteren Kriegsverlauf?
Beim Angriff auf die iranischen Gasanlagen wurde bewusst zivile und lebenswichtige Infrastruktur ins Visier genommen. Iran erzeugt 85 Prozent seines Stroms mit Gas. Durch die Beschädigung und Zerstörung der Infrastruktur könnte die Versorgung der Bevölkerung betroffen sein.
Dies ist eine klare Eskalation des Krieges. Die Zeit begrenzter Gefechte sei vorbei. Das Kriegspendel bewege sich in Richtung eines «umfassenden Wirtschaftskriegs». Sollten die Revolutionsgarden ihre Drohung wahrmachen, Einrichtungen der Energie-Industrie in den Nachbarländern anzugreifen, würden diese noch weiter in den Krieg hineingezogen.
Werden jetzt auch die Golfstaaten in den Krieg hineingezogen?
Die Golfstaaten sind längst betroffen vom Iran-Krieg. Jetzt geraten sie aber noch stärker ins Visier des iranischen Militärs. Die Revolutionsgarden haben offen damit gedroht, Gasfelder und Raffinerien in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien und Katar zu attackieren.
Menschen, die dort leben und arbeiten, wurden von Iran zur Evakuierung aufgerufen. Dies ist ein Indiz dafür, dass schnelle Vergeltungsschläge geplant sind.
Wie reagiert der Ölmarkt auf den Angriff auf iranische Gasanlagen?
Die Angriffe auf die iranische Gasindustrie haben einen neuen Preisschub am Ölmarkt ausgelöst. Die Ölpreise haben am Mittwoch nach Angriffen auf Gasanlagen des Irans kräftig zugelegt. Fachleute befürchten, dass es zu weiteren Preisschüben kommt.
Am Nachmittag kostete Rohöl der Sorte Brent 108,25 Dollar und damit etwa viereinhalb Prozent mehr als am Vortag. Zu Beginn der Woche war die Notierung für Rohöl der Sorte Brent aus der Nordsee noch zeitweise unter die Marke von 100 Dollar gefallen.
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