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Dieses Foto soll laut Trump-Fans eine Fälschung sein.
Einen Monat lang war der republikanische Senator Mitch McConnell von der Bildfläche verschwunden. Als sein Büro ein Spitalfoto veröffentlichte, erklärten Trump-nahe Influencer es umgehend zur Fälschung – Faktenprüfer widersprechen.
Fast einen Monat lang gab es kaum Informationen zum Gesundheitszustand des republikanischen Senators Mitch McConnell.
Dann veröffentlichte sein Büro am Sonntagabend ein Foto: Der 84-Jährige sitzt lächelnd im Spitalbett, neben ihm seine Frau Elaine Chao, in der Hand die Sportbeilage der «Washington Post» vom 12. Juli. Die Zeitung sollte als Datumsbeweis dienen. Doch das Bild beendete die Spekulationen nicht – im Gegenteil.
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Rechte Influencer aus dem Umfeld von Präsident Donald Trump erklärten das Foto umgehend zur Fälschung, wie die «Washington Post» berichtet. Die Aktivistin Laura Loomer schrieb in einem Beitrag, die abgebildete Zeitung sehe «KI-generiert» aus, McConnells Mitarbeiter seien «Lügner».
Ein viraler Post mit über 4 Millionen Aufrufen behauptete zudem, das Bild sei fast identisch mit einem Foto aus dem Jahr 2023 – ein solches Foto konnte die Zeitung jedoch nirgends finden.
Die «Washington Post» liess sich wegen der Fälschungsgerüchte die Originaldatei schicken. Deren Metadaten passen laut der Zeitung zu einer Aufnahme vom Sonntag. Auch der Digitalforensiker Hany Farid fand keine Hinweise auf eine Fälschung: Gesichter, Beleuchtung und die sichtbaren Teile der Zeitung wirkten echt.
Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt die Faktencheck-Website Snopes. Googles Gemini erkannte im Bild kein SynthID-Wasserzeichen, das auf eine Erzeugung mit Googles KI-Werkzeugen hingedeutet hätte. Auch weitere Prüfprogramme meldeten keine oder nur eine geringe Wahrscheinlichkeit für eine Fälschung. Wegen der niedrigen Bildqualität liessen sich kleinere nachträgliche Bearbeitungen jedoch nicht sicher ausschliessen.
Während Faktenchecker die Fälschungsbehauptungen nicht erhärten können, entstand in den sozialen Medien ein Trend, absichtliche Fälschungen zu generieren, die McConnell als gesunden 84-Jährigen darstellen. Ein besonders absurdes, KI-generiertes Video zeigte McConnell aus der Reha-Klinik beim Training auf dem Laufband und mit seinem «russischen Doktor».
Für die Republikaner kommt die Unruhe zu einer denkbar schlechten Zeit. Im Senat, wo sie nur 53 von 100 Sitzen halten, stehen ab dieser Woche wegweisende Entscheide zu Verteidigung und Regierungsfinanzierung an. Mit dem Tod des republikanischen Senators Lindsey Graham am Samstag verlor die Partei bereits eine weitere Schlüsselfigur.
Zur Erinnerung: Mitch McConnell war jahrelang einer der wichtigsten Republikaner. Bis zur Wiederwahl von Donald Trump ins Präsidentenamt im vergangenen Jahr führte er die republikanische Fraktion im Senat während zehn Jahren an. In dieser Zeit prägte er die amerikanische Justiz wie kaum ein anderer: 2016 blockierte er die Nachbesetzung eines frei gewordenen Sitzes am Obersten Gerichtshof durch den damaligen demokratischen Präsidenten Barack Obama und hielt den Posten fast ein Jahr offen.