IsraelDas Sterben in Gaza geht weiter – Mitgefühl in Bethlehem
SDA
25.12.2024 - 05:31
Der lateinische Patriarch Pierbattista Pizzaballa (M), der oberste katholische Geistliche im Heiligen Land, kommt am Heiligabend in der Stadt Bethlehem im Westjordanland an der Geburtskirche an, die traditionell als der Geburtsort Jesu gilt. Foto: Matias Delacroix/AP/dpa
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Der verheerende Gaza-Krieg hat an Weihnachten weitere Menschenleben gekostet und die katastrophale Lage der Palästinenser wie auch der israelischen Geiseln verschärft.
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25.12.2024, 05:31
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Beim Einsatz der israelischen Armee im Bereich eines Krankenhauses im Norden des abgeriegelten Küstengebiets wurden mindestens fünf Palästinenser getötet. Diese und andere Kliniken, wo es ebenfalls immer wieder zu Kämpfen kommt, brauchen nach UN-Angaben dringend Nahrungsmittel und Wasser. Hoffnungen auf eine rasche Einigung auf eine Waffenruhe und Freilassung der Geiseln aus der Gewalt der islamistischen Hamas blieben unerfüllt. Israel holt seine Unterhändler aus Katar wieder zurück.
Lateinischer Patriarch zeigt Mitgefühl für Menschen in Gaza
Bei der Mitternachtsmesse in Bethlehem bekundete der höchste Vertreter der katholischen Kirche im Heiligen Land, Pierbattista Pizzaballa, Solidarität mit den Palästinensern in Gaza. «Ihr seid nicht allein», sagte er in der Katharinenkirche direkt neben der Geburtskirche in der kleinen Stadt im Westjordanland. «Ihr seid wirklich ein sichtbares Zeichen der Hoffnung inmitten der Katastrophe der totalen Zerstörung, die euch umgibt», sagte der lateinische Patriarch, der vor Weihnachten die einzige katholische Kirche im Gazastreifen besucht hatte.
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte sich zuvor in einer Weihnachtsbotschaft an Christen in aller Welt gewandt. «Zu einer Zeit, in der Israel an sieben Fronten kämpft, wertschätzen wir zutiefst die standhafte Unterstützung unserer christlichen Freunde», sagte Netanjahu laut seines Büros. «Wir streben nach Frieden mit all jenen, die Frieden mit uns wollen, aber wir werden alles tun, um den einzigen jüdischen Staat zu verteidigen». Israels «Kampf gegen die Kräfte des Bösen und der Tyrannei» sei noch nicht vorbei.
Israels Armee: Erneut Rakete aus dem Jemen abgefangen
Israels Luftabwehr fing unterdessen in der Nacht laut Militärangaben erneut eine aus dem Jemen abgefeuerte Rakete ab. Sie sei noch ausserhalb der eigenen Landesgrenzen abgeschossen worden. In mehreren Gebieten im Zentrum Israels hatten wieder die Sirenen geheult. Erst in der vorherigen Nacht hatte die Huthi-Miliz im Jemen nach eigenen Angaben eine ballistische Rakete Richtung der Küstenmetropole Tel Aviv abgefeuert. Auch diese war abgefangen worden. Seit Beginn des Gaza-Krieges greift die mit der Hamas verbündete Miliz mit Raketen und Drohnen Ziele in Israel sowie Schiffe im Roten Meer an.
Überschattet vom Gaza-Krieg fielen die Weihnachtsfeiern in Bethlehem – der Überlieferung nach Geburtsort von Jesus Christus – gedämpft aus. Die traditionelle Prozession aus Jerusalem kam zwar in Bethlehem an. Verzichtet wurde aber auf festlichen Schmuck und das Anzünden eines grossen Weihnachtsbaums auf dem Platz vor der Geburtskirche. Die angespannte Lage im Westjordanland hat sich seit dem Hamas-Massaker mit 1.200 Toten am 7. Oktober 2023 in Israel und dem dadurch ausgelösten Gaza-Krieg verschärft.
Wieder Tote auch im Westjordanland
Bei einem israelischen Militäreinsatz in Tulkarem im besetzten Westjordanland wurden nach palästinensischen Angaben mindestens sieben Menschen getötet. Bei zwei weiteren Vorfällen kamen demnach vier weitere Palästinenser um. Israels Armee teilte mit, Streitkräfte seien zu einem Anti-Terror-Einsatz in Tulkarem gewesen. Dabei sei ein Fahrzeug israelischer Kommandeure von einem Sprengsatz getroffen worden, hiess es in der Nacht. Einer der ranghohen Offiziere sei verletzt worden. Die übrigen Insassen blieben demnach unverletzt.
Israelische Soldaten hätten bei dem Einsatz in Tulkarem «einen Terroristen im Kampf von Angesicht zu Angesicht getötet», hiess es zuvor. Bewaffnete Palästinenser hätten das Feuer auf israelische Soldaten eröffnet, diese hätten zurückgeschossen. Man prüfe Berichte, dass auch Unbeteiligte zu Tode kamen. Die Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums und jene der israelischen Armee liessen sich zunächst nicht im Detail unabhängig überprüfen.
Auch im Gazastreifen ging das Sterben weiter. Die israelische Armee teilte mit, Streitkräfte hätten im Gebiet des Indonesischen Krankenhauses im Norden Gazas «einen begrenzten Einsatz gegen Terroristen und Infrastruktur ausgeführt und abgeschlossen». Fünf Terroristen seien im Krankenhaus und seiner Umgebung getötet sowie weitere festgenommen worden. Von dort habe es innerhalb des vergangenen Monats immer wieder Angriffe auf israelische Soldaten gegeben. Auch diese Angaben liessen sich zunächst nicht überprüfen.
UN-Nothilfebüro beklagt Lage im Norden Gazas
Die Lage in den Krankenhäusern Kamal Adwan und Al Awda sowie in dem Indonesischen Krankenhaus habe sich seit dem 21. Dezember drastisch verschlechtert, berichtete OCHA. Der Norden Gazas sei weiter praktisch belagert. Seit dem 1. Dezember hätten die israelischen Behörden 48 von 52 Versuchen der UN, den Zugang für humanitäre Hilfe zu koordinieren, verweigert. Der neue UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher berichtete zuvor von einem Zusammenbruch von Recht und Ordnung in dem abgeriegelten Küstengebiet. Vorräte würden durch lokale Banden systematisch geplündert.
Nach Israels Darstellung sind genug Hilfsgüter da, die UN schafften es nicht, sie zu verteilen. Nach internationaler Rechtsauffassung ist Gaza von Israel besetztes Gebiet. Israel sei für die Aufrechterhaltung der Ordnung zuständig.
Israels Armee geht weiter gegen die Hamas vor
Derweil teilte Israels Armee in der Nacht mit, einen weiteren Terroristen der Hamas im südlichen Chan Junis angegriffen zu haben. Er habe sich dort in einer humanitären Schutzzone verschanzt. Vor dem «präzisen Angriff» seien Massnahmen ergriffen worden, die Gefahr für Zivilisten zu mindern. Angaben zu möglichen Opfern machte die Armee nicht. Das israelische Militär wirft der Hamas immer wieder vor, sich in Kliniken und anderen zivilen Einrichtungen zu verschanzen und Zivilisten so als menschliche Schutzschilde zu benutzen.
Israel will die Hamas in Gaza vernichten. In dem Küstenstreifen mit mehr als zwei Millionen Einwohnern wurden nach palästinensischen Angaben seit Beginn des Krieges bereits mehr als 45.300 Menschen getötet, wobei die kaum überprüfbare Zahl nicht zwischen Kämpfern und Zivilisten unterscheidet.
Nach einer Woche intensiver Verhandlungen in Katar über eine Waffenruhe holt Israel seine Unterhändler wieder zurück. Es solle interne Beratungen über die Fortsetzung der Verhandlungen zur Freilassung der in Gaza festgehaltenen Geiseln geben, erklärte das Büro von Regierungschef Netanjahu. Katar fungiert mit den USA und Ägypten als Vermittler zwischen Israel und der Hamas. Nach israelischen Angaben werden im Gazastreifen noch rund 100 Geiseln festgehalten. Viele von ihnen dürften allerdings nicht mehr am Leben sein.
Johann Wadephul: UN muss Verantwortung im Iran-Krieg übernehmen
Berlin, 27.04.2026: Krisendiplomatie in New York: Aussenminister Johann Wadephul fordert mehr Einsatz vom UN-Sicherheitsrat im Iran-Konflikt.
O-Ton Johann Wadephul, Aussenminister
«Die UN müssen jetzt ihrer Verantwortung gerecht werden, insbesondere der Sicherheitsrat. Kriege und Konflikte schwelen, und wir sehen zum Teil die Unfähigkeit von Staaten, effektive Konfliktlösungsmechanismen in Kraft zu setzen. Insbesondere der Konflikt um den Iran und die blockierte Strasse von Hummus wird ein Thema sein, zu dem ich auch das Wort ergreifen werde im Sicherheitsrat.»
Wadephul fordert, der UN-Sicherheitsrat müsse handlungsfähiger werden: Blockaden, auch durch China und Russland, dürften Lösungen nicht länger verhindern.
Deutschland hofft zudem auf ein UN-Mandat für eine mögliche Mission in der Strasse von Hormus, einer wichtigen Route für die weltweite Energieversorgung.
In New York plant Wadephul Gespräche mit UN-Generalsekretär António Guterres sowie weiteren ranghohen UN-Vertretern und Amtskollegen. Dabei soll es auch um die Zukunft der Vereinten Nationen gehen.
28.04.2026
Einsatz im Mittelmeer: Minenjagdboot wird bald wegen Iran-Krieg verlegt
Das deutsche Minenjagdboot «Fulda» soll schon bald aufbrechen – Verteidigungsminister Boris Pistorius will, dass es schnell geht, sollte demnächst ein Einsatz zur Sicherung der Strasse von Hormus anstehen. Pistorius betont, Voraussetzung für einen Einsatz sei zuallererst ein Ende der Kampfhandlungen im Krieg der USA und Israels mit dem Iran. Zudem erinnert er daran, dass ein solcher Einsatz nur mit einem Mandat des Bundestags möglich sei.
27.04.2026
Pete Hegseths «Pulp Fiction»-Gebet
Verteidigungsminister Pete Hegseth zitiert am 16. April auf einer Pressekonferenz in Washington ein abgewandeltes Gebet, das bei der Rettung der US-Piloten im Iran gesprochen worden sei.
«Sie nennen es CSAR [Combat Search and Rescue] 25:17, was meiner Meinung nach Hesekiel 25:17 reflektieren soll», sagt er und betet drauflos. Hegseth zitiert ein abgewandeltes Gebet, das bei der Rettung der US-Piloten im Iran gesprochen worden sei. «Sie nennen es CSAR [Combat Search and Rescue] 25:17, was meiner Meinung nach Hesekiel 25:17 reflektieren soll», sagt er und betet drauflos.
Im Video siehst du jedoch, dass es sich um ein abgewandeltes Zitat aus dem Kultfilm «Pulp Fiction» von 1994 handelt, das nur an den Bibelvers angelehnt ist.
17.04.2026
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