Trump lässt Afghanen überprüfen «Das Tier wird einen gesalzenen Preis bezahlen»

dpa

27.11.2025 - 09:14

Terrorverdacht: Schüsse auf Nationalgardisten nahe Weissem Haus

Terrorverdacht: Schüsse auf Nationalgardisten nahe Weissem Haus

STORY: Zwei Nationalgardisten sind am Mittwoch in der Nähe des Weissen Hauses in der US-Hauptstadt Washington D.C. durch Schüsse schwer verletzt worden. Die Tat werde als möglicher Terrorakt untersucht, teilten US-Behörden mit. Ein 29-jähriger Verdächtiger sei festgenommen worden und habe ebenfalls Schussverletzungen erlitten. Die beiden Soldaten aus West Virginia schwebten in Lebensgefahr. Die Schiesserei ereignete sich in der Nähe des Farragut Square, einem beliebten Mittagstreffpunkt für Büroangestellte, nur wenige Blocks vom Weissen Haus entfernt. Laut Augenzeugen brach nach den Schüssen Chaos aus. Passanten flohen von dem Platz, um sich in Sicherheit zu bringen. Der Verdächtige war nach Angaben von Regierungsvertretern 2021 im Rahmen der «Operation Allies Welcome» in die USA gekommen, einem Programm zur Aufnahme afghanischer Ortskräfte nach dem US-Abzug aus Afghanistan. Er habe im April dieses Jahres Asyl erhalten und keine Vorstrafen gehabt. US-Präsident Donald Trump, der sich wegen des Thanksgiving-Feiertags in Florida aufhielt, bezeichnete die Tat als Akt des Bösen und des Terrors. Er kündigte an, alle unter seinem Vorgänger Joe Biden eingereisten Afghanen überprüfen zu lassen. Die US-Einwanderungsbehörde USCIS teilte am Mittwochabend mit, sie habe die Bearbeitung aller Einwanderungsanträge afghanischer Staatsangehöriger auf unbestimmte Zeit gestoppt. Als Reaktion auf den Angriff ordnete Trump die Entsendung von 500 weiteren Nationalgardisten nach Washington an. Damit erhöht sich ihre Zahl in der Hauptstadt auf etwa 2.700. Trump hatte die Garde im August zur Kriminalitätsbekämpfung in die von Demokraten regierte Stadt geschickt – ein umstrittener Schritt, den lokale Politiker kritisiert hatten.

27.11.2025

Bei dem Mann, der zwei Mitglieder der Nationalgarde nahe dem Weissen Haus angeschossen hat, soll es sich um einen afghanischen Staatsbürger handeln. US-Präsident Trump fordert daraufhin, dass in den USA aufgenommene Afghanen überprüft werden.

DPA

Keine Zeit? blue News fsst für dich zusammen

  • Nachdem ein 29-jähriger Afghane in Washington mutmasslich zwei Nationalgardisten mit Schüssen schwer verletzt hat, will Donald Trump die Afghanen im Land überprüfen.
  • Rund 76'000 Afghanen sind nach dem Abzug der US-Armee in die USA gekommen.
  • Die Bürgermeisterin von Washington sagte, es habe sich um einen «gezielten Schusswaffenangriff» gehandelt. 
  • Die Polizei geht von einem Einzeltäter aus.
  • Trump will 500 weitere Nationalgardisten in die Hauptstadt entsenden.

Nach den Schüssen auf zwei Soldaten der US-Nationalgarde nahe dem Weissen Haus in Washington hat Präsident Donald Trump Untersuchungen zu afghanischen Flüchtlingen gefordert, die unter seinem Amtsvorgänger Joe Biden in die USA gelassen wurden.

«Wenn sie unser Land nicht lieben können, wollen wir sie nicht», sagte der Republikaner in einer Videobotschaft, die gestern Abend in den sozialen Medien veröffentlicht wurde. Der Schusswaffenangriff sei «ein Verbrechen gegen unsere gesamte Nation», sagte Trump.

Bei dem mutmasslichen Täter handelt es sich um einen afghanischen Staatsbürger. Der 29-Jährige kam Behördenangaben zufolge 2021 im Rahmen eines Programms der Biden-Regierung in die USA.

Schüsse auf Nationalgardisten: Trump spricht von Terrorakt

Schüsse auf Nationalgardisten: Trump spricht von Terrorakt

Ausnahmezustand in Washington: Mitten in der US-Hauptstadt werden am Mittwoch zwei Mitglieder der Nationalgarde angeschossen. US-Präsident Donald Trump spricht von Terror: «Dieser abscheuliche Angriff war ein Akt des Bösen, ein Akt des Hasses und ein Akt des Terrors. Es war ein Verbrechen gegen unsere gesamte Nation. Es war ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.»

27.11.2025

Das Programm sah die Evakuierung Zehntausender Afghaninnen und Afghanen nach dem Rückzug des US-Militärs aus Afghanistan vor. Rund 76'000 Menschen wurden in die USA geholt, von denen viele US-Soldaten und Diplomaten als Dolmetscher und Übersetzer unterstützt hatten.

Bürgermeisterin: «Gezielter Schusswaffenangriff»

Trump und seine Verbündeten haben das Programm wegen angeblicher Lücken im Prüfungsverfahren und wegen der Geschwindigkeit bei der Aufnahme der Flüchtlinge kritisiert.

Befürworter des Programms haben das Programm als Rettungsanker für Menschen bezeichnet, die der Gefahr eines Vergeltungsangriffs durch die in Afghanistan an die Macht gekommenen militant-islamistischen Taliban ausgesetzt waren.

Abgesperrte Strasssen am 26. November in Washington.
Abgesperrte Strasssen am 26. November in Washington.
KEYSTONE

Der Tatverdächtige lebte zuletzt im US-Bundesstaat Washington an der Westküste der USA. Aus Behördenkreisen verlautete, man bemühe sich noch um eine vollständige Bestätigung des Hintergrunds des Verdächtigen.

Die Bürgermeisterin von Washington, Muriel Bowser, sagte, es habe sich um einen «gezielten Schusswaffenangriff» auf die Nationalgardisten gehandelt. Der stellvertretende Polizeichef von Washington, Jeffery Carroll, sagte, der Angreifer sei «um die Ecke gekommen» und habe sofort das Feuer auf die Soldaten eröffnet.

Polizei geht von Einzeltäter aus

Carroll verwies dabei auf ein Video, das von den Ermittlern ausgewertet worden sei. Nachdem andere Soldaten in der Umgebung die Schüsse gehört hatten, eilten sie herbei und überwältigten den Schützen, nachdem dieser angeschossen worden war, wie Carroll weiter mitteilte.

Die Presse berichtet vom Tatort.
Die Presse berichtet vom Tatort.
KEYSTONE

Die Polizei gehe derzeit von einem Einzeltäter aus. Bowser und FBI-Direktor Kash Patel teilten mit, die beiden Mitglieder der Nationalgarde würden mit lebensgefährlichen Verletzungen im Krankenhaus behandelt.

Der Gouverneur von West Virginia, Patrick Morrisey, hatte zunächst noch auf der Plattform X geschrieben, die aus seinem Bundesstaat stammenden Soldaten seien ihren Verletzungen erlegen. Später räumte er aber ein, dass es «widersprüchliche Berichte» über den Zustand der Soldaten gebe.

Trump zum Zeitpunkt der Schüsse nicht im Weissen Haus

Die Hintergründe der Tat waren zunächst unklar. Die Schüsse fielen an der Ecke der 17. Strasse und H, zwei Strassenblocks nordwestlich vom Weissen Haus. Trump hielt sich zum Zeitpunkt des Zwischenfalls auf seinem Golfplatz in West Palm Beach im US-Bundesstaat Florida auf.

Er schrieb auf seiner Plattform Truth Social, das «Tier», das die Tat verübt habe, werde dafür bezahlen. «Gott segne unsere grossartige Nationalgarde und alle unsere Militär- und Strafverfolgungsbehörden. Das sind wirklich grossartige Menschen.»

Später teilte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth mit, Trump habe ihn angewiesen, 500 weitere Nationalgardisten nach Washington zu entsenden. Derzeit sind laut der jüngsten Regierungsmitteilung 2188 Soldaten der gemeinsamen Einsatztruppe in der Stadt stationiert.

Trumps Einsatz der Nationalgarde in Washington umstritten

Trump hatte im August einen umstrittenen Einsatz der Nationalgarde in Washington angeordnet – mit der Begründung, dass die Hauptstadt die Kriminalität nicht in den Griff bekomme.

Trotz Ablauf von Trumps Notfallverfügung und Klagen gegen die Präsenz der Soldaten sind die Nationalgardisten, die aus dem Hauptstadtbezirk Washington und acht weiteren Bundesstaaten stammen, immer noch vor Ort.

Bundesrichterin erklärt Einsatz der Nationalgarde in Washington für illegal

Bundesrichterin erklärt Einsatz der Nationalgarde in Washington für illegal

STORY: Der Einsatz der Nationalgarde in der US-Hauptstadt Washington ist unrechtmässig. Das hat jetzt eine Bundesrichterin entschieden. Die Behörden hätten die Grenzen ihrer gesetzlichen Befugnisse überschritten, schrieb die zuständige Richterin. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump habe die Einheit  nicht ohne ausdrückliche Anforderung der lokalen Behörden aktivieren dürfen. Zudem hätte sie Nationalgardisten aus anderen Bundesstaaten zu polizeilichen Zwecken nicht nach Washington beordern dürfen, hiess es in der Verfügung weiter. Die Richterin ordnete an, den Einsatz der Nationalgarde zu beenden, setzte ihre Entscheidung jedoch für drei Wochen aus, damit die Trump-Regierung in Berufung gehen kann.  Die Soldaten patrouillieren seit August in Washington. Trump hatte ihre Mobilisierung mit einer angeblich ausufernden Kriminalität begründet. Allerdings ohne Belege dafür zu nennen. Die Stadt ging juristisch gegen den Einsatz vor. Zudem gab es mehrere Demonstrationen und Proteste. Medienberichten zufolge sind derzeit rund 2.300 Nationalgardisten in Washington im Einsatz. 

21.11.2025

Die Soldaten patrouillierten in Wohngebieten, an Bahnhöfen und anderen Orten, postierten sich an Kontrollposten auf Autobahnen und wurden auch für die Müllabfuhr und die Bewachung von Sportveranstaltungen abgestellt.

Vergangene Woche ordnete eine Bundesrichterin die Beendigung des Einsatzes an, setzte ihre Anordnung jedoch für 21 Tage aus, um der Trump-Regierung Zeit zu geben, entweder die Soldaten abzuziehen oder gegen die Entscheidung Berufung einzulegen.


Truthähne im Luxushotel

Truthähne im Luxushotel

STORY: Ein Hauch von Luxus für «Gobble» und «Waddle». Die beiden Truthähne sind ausgewählt worden, bei einer traditionellen Thanksgiving-Veranstaltung im Weissen Haus am Dienstag  von US-Präsident Donald Trump begnadigt zu werden. Ein Termin, der jedes Jahr viel Aufmerksamkeit auf sich zieht. Und wie bei echten Medienstarts üblich, bekommen die prominenten Puter eine angemessene Unterkunft. Die Nacht vor ihrem lebensentscheidenden Treffen verbrachten sie in einem Luxushotel in Washington D.C.  Die Präsentation der nationalen Thanksgiving Truthähne hat seit der Präsidentschaft von Harry S. Truman 1947 Tradition. 1989 sprach der damalige Präsident George H.W. Bush die erste offizielle Begnadigung im Weissen Haus aus, seitdem hat sich die Geste  zu einem festen Brauch entwickelt. 

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