Massnahmen

Trump verspricht 50 Milliarden – Warnung vor «BAG»-Malware

Agenturen/red

14.3.2020

Wo es Probleme gibt, gibt es auch Profiteure, die sie ausnutzen: Achtung bei E-Post, die angeblich vom BAG kommt und neue Zahlen präsentieren will. In den USA hat Donald Trump derweil den Notstand ausgerufen.

Die wichtigsten Ereignisse vom Freitag im Überblick

  • In der Schweiz sind elf Menschen dem Virus erlegen. Inzwischen wurden hierzulande mehr als 1'000 Infektionen bestätigt.
  • Neue Massnahmen des Bundesrats sind in Kraft getreten: Versammlungen mit mehr als 100 Personen sind verboten. Bäder, Bars oder Restaurants dürfen nicht mehr als 50 Menschen hereinlassen. Die Schweizer Schulen bleiben vorerst geschlossen.
  • In den USA hat Präsident Trump den nationalen Notstand ausgerufen. Mit der Massnahme werden weitere Geldmittel in Höhe von 50 Milliarden US-Dollar für die Bundesstaaten zur Verfügung gestellt. Nach Ankündigung der Massnahme erholte sich der US-Aktienmarkt deutlich.
  • Die Zahl der Todesopfer weltweit ist auf auf über 5'000 gestiegen. 
  • Immer mehr Länder haben ihre Grenzen geschlossen, darunter Polen und Dänemark. Ab Samstag dürfen Bewohner aus Schengenstaaten nicht mehr in die USA einreisen.

1:30 Uhr: Trump hatte Kontakt zu zwei Infizierten

US-Präsident Donald Trump hatte am vergangenen Wochenende Kontakt mit gleich zwei Coronavirus-Infizierten. Neben einem Mitglied einer brasilianischen Delegation habe Trump in seinem Ressort Mar-a-Lago in Florida auch eine andere Person getroffen, die seither positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet worden sei.

Der 73-Jährige hatte vergangenes Wochenende im Mar-a-Lago Fábio Wajngarten getroffen, den Kommunikationsdirektor des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro – kurz vor dessen Test. Beiden posierten für ein Foto, Wajngarten besuchte zudem eine Party für die Freundin von Donald Trump Jrs. Bolsonaro sagte, sein Corona-Test sei negativ ausgefallen.

Die zweite Person, die Trump in Mar-a-Lago traf, war nach Angaben eines ranghohen Republikaners jemand, der am Sonntag an einer Veranstaltung für Geldgeber für Trumps Wahlkampf teilnahm.Trump kündigte an, sich «relativ bald» selbst testen lassen zu wollen.

0.15 Uhr: 50 Milliarden Nothilfe – Auftrag für Roche

Durch die Ausrufung des Notstands könnten in den USA bis zu 50 Milliarden Dollar gegen die Pandemie mobilisiert werden, sagte Trump am Freitag. Die Zahl der Coronavirus-Tests solle durch eine Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft «erheblich« erhöht werden.

Wegen fehlender Tests konnte dort im Vergleich zu anderen Ländern bislang nur bei wenigen Menschen eine Infektion nachgewiesen werden – was einer der Hauptkritikpunkte am Krisenmanagement des Weissen Hauses ist.

Die US-Behörden haben nun dem Schweizer Pharmaunternehmen Roche grünes Licht für die Markteinführung eines neuen, schnelleren Test gegeben. Trump sagte, dadurch könnten Anfang kommender Woche eine halbe Million nach einem fünf Millionen neue Tests parat sein.

0 Uhr: Warnung vor Malware – angeblich vom BAG

Cyber-Kriminelle nutzen die Coronavirus-Krise aus, um in der Schweiz Computer mit Schadstoffsoftware zu infizieren, warnt die Melde- und Analysestelle Informationssicherung (Melani).

Die Kriminellen verschicken demnach E-Mails, die vorgeben, vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) zu stammen und Auskunft über aktuelle Zahlen zur Coronavirus-Verbreitung zu geben.

Als Anhang wird eine Excel-Liste mit dem Namen «list.xlsx» angezeigt: Wird das Mail geöffnet, infiziert es den entsprechenden Computer mit der Schadstoffsoftware «AgentTesla«. Melani rät deshalb zu Vorsicht – die Mails sollten nicht geöffnet werden.

Schul-Situation nach Kantonen (unvollständig)

  • Obwalden: Bis zum 4. April 2020 bleiben sämtliche Obwaldner Kindergärten und Schulen geschlossen. Die Gemeinden sollen für ein Betreuungsangebot während der Unterrichtszeit sorgen.
  • Schaffhausen: Der Unterricht fällt an allen Schulen bis am 4. April aus. Diese würden aber nicht generell geschlossen. Aufnahme-, Abschluss oder Diplomprüfungen könnten, unter «Einhaltung geeigneter Schutzmassnahmen« stattfinden. Lehrpersonen seien für «Unterricht auf Distanz« verantwortlich, so die Staatskanzlei, und blieben sie in den Schulen, während Volksschullehrer brieflich über die nächsten Schritte informiert würden.  Damit Polizei, Alleinerziehende , Pflegedienst-Personal oder Rettungsdienste weiter arbeiten könnten, würden ihre Kinder professionell betreut. Deshalb seien die Schulen, Horte und Kitas vorerst von Montag bis Mittwoch dafür da, dass Schülerinnen und Schüler, die «in Ausnahmesituation trotzdem in die Schule kommen, geeignet betreut werden».
  • Schwyz: Auch die Schwyzer Kinder und Jugendlichen können vom 6. März bis zum 4. April wegen des Coronavirus nicht mehr zur Schule gehen. Dies bedeute, dass die Eltern selbst für die Kinderbetreuung einspringen müssten, so die Staatskanzlei. Das kantonale Bildungsdepartement wolle aber zusammen mit den Schulen prüfen, «ob und in welcher Form allenfalls Betreuungsangebote an den Schulen eingerichtet werden könnten, heisst es in einer Mitteilung. Solche Angebote sollten verhindern, dass Grosseltern sich um die Kinder kümmern.
  • Die Staatskanzlei teilte weiter mit, dass es im Kanton Schwyz.
  • Solothurn: Im Kanton bleiben die Volksschulen vorerst bis zum Ende der Frühlingsferien am 19. April geschlossen. Die Obhut der Kinder liegt bei den Eltern, die Gemeinden könnten bei Bedarf aber eine freiwillige Primarstufen-Betreuung organisieren. Auch die beiden Kantonschulen Olten und Solothurn sowie sämtliche Fortbildungs- und Berufsbildungszentren bleiben zu.
  • Zug: Geschlossen bleiben öffentliche-, private und Sonderschulen sowie Schulen der tertiären Bildung. Die Schülerinnen und Schüler wechselten vom Präsenz- auf den Fernunterricht, so die Behörden: Es sei Aufgabe der Schulen, den Fernunterricht zu organisieren. Über eine mögliche Kinder-Notbetreuung werde noch beraten.

21.45 Uhr: Börsen erholen sich leicht

Der Crash am US-Aktienmarkt ist am Freitag zunächst gestoppt worden. Der Dow Jones Industrial rückte um beachtliche 9,36 Prozent auf 23'185,62 Punkte vor. Damit konnte der Leitindex einen Grossteil der hohen Verluste vom Vortag wieder aufholen. Auf Wochensicht ist für den Dow gleichwohl ein herber Verlust von mehr als zehn Prozent aufgelaufen.0Nachdem US-Präsident Trump den nationalen Notstand aufgerufen hatte, bauten die Aktienkurse im späten Handel die Gewinne noch aus. Die Ausbreitung des Coronavirus in den USA hatte die US-Börsen zuletzt schwer belastet. Analysten hatten die bisherigen Massnahmen der US-Regierung gegen das Virus als unzureichend oder nicht angemessen bezeichnet.

21.35 Uhr: Kuba will Mittel gegen das Coronavirus liefern

Ein in Kuba produziertes Anti-Viren-Mittel wird nach kubanischen Angaben in China gegen das neuartige Coronavirus eingesetzt und wird nun von zahlreichen Ländern angefragt. Der Chef des kubanischen Pharmaunternehmens BioCubaFarma, Eduardo Martínez, erklärte, das Mittel könne die von der Lungenkrankheit Covid-19 beeinträchtigte Immunabwehr wiederherstellen. Es sei aber kein Impfstoff.

Martínez betonte, nach Angaben des chinesischen Pharmaverbands werde Interferon als Mittel der Wahl im Kampf gegen das Virus eingesetzt. Viele Länder seien nun daran interessiert. Kuba antworte auf diese Nachfrage und könne das Medikament liefern. Nach kubanischen Angaben sind auch europäische Länder an dem Medikament interessiert.

Kuba ist selbst von der Pandemie betroffen, vier Menschen wurden positiv getestet, darunter drei Touristen.

21.20 Uhr: Stadt Zürich ordnet Homeoffice an

Der Zürcher Stadtrat schickt ab anfangs nächster Woche einen grossen Teil der Angestellten der Zürcher Stadtverwaltung wegen des Coronavirus ins Homeoffice. Die Anordnung gilt vorerst bis zum 10. April.

Für eine gut funktionierende Stadt und Stadtverwaltung sollen weiterhin und so lange als möglich die Leistungen für die Bevölkerung erbracht werden, wie es weiter heisst. Ob und welche nicht-vitalen Leistungen reduziert werden, entscheiden die zuständigen Stadträtinnen und Stadträte. Es sei möglich, dass gewisse Dienstleistungen der Stadtverwaltung in den kommenden Wochen vorübergehend ausgesetzt werden oder nur noch via Internet, Telefon oder Post erledigt werden können.

21.01 Uhr: Zwei von fünf Menschen haben keinen Ort zum Händewaschen

Häufiges, gründliches Händewaschen mit Seife gehört zu den wichtigsten Vorsorgemassnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus – aber Millionen Menschen weltweit haben dazu laut dem Uno-Kinderhilfswerk Unicef gar nicht die Voraussetzungen.

Zwei von fünf Menschen auf der Welt hätten keinen Ort mit Wasser und Seife zum Händewaschen zu Hause, hiess es am Freitag in New York von Unicef. In den ärmsten Ländern der Welt seien es sogar drei Viertel der Menschen. Auch fast die Hälfte aller Schulen weltweit habe kein fliessendes Wasser und Seife, davon seien 900 Millionen Schulkinder betroffen, hiess es weiter.

20.37 Uhr: Trump ruft nationalen Notstand aus 

Die USA haben wegen des Coronavirus den nationalen Notstand ausgerufen. Das teilte US-Präsident Trump in Washington mit. Trump handelt gemäss dem sogenannten Stafford-Act. Demnach kann die Bundesregierung den einzelnen Staaten finanziell helfen.

Mit der Massnahme würden weitere Bundesmittel in Höhe von bis zu 50 Milliarden Dollar zur Bekämpfung des Coronavirus Sars-CoV-2 freigesetzt, sagte Trump am Freitag bei einer Pressekonferenz im Rosengarten des Weissen Hauses. Einen landesweiten Ausnahmezustand wie in manchen anderen Staaten, bei denen in einem solchen Fall Grundrechte ausser Kraft gesetzt werden, bedeutet ein nationaler Notstand in den USA nicht.

20.13 Uhr: Immer mehr Länder schliessen ihre Grenzen

Europaweit machen immer mehr Staaten ihre Grenzen dicht, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Am Freitagabend kündigten Dänemark und Polen entsprechende Schritte an.

In Dänemark gelte die Massnahme ab dem morgigen Samstag um 12.00 Uhr, teilte Ministerpräsidentin Mette Frederiksen mit. In dem Land sind bislang 801 Infektionen mit dem Erreger nachgewiesen worden.

Auch Polen verkündete am Abend, keine Ausländer mehr ins Land lassen zu wollen. Polen hatte am Donnerstag den ersten Todesfall in dem Land durch das neuartige Coronavirus bekanntgegeben. Landesweit haben sich bislang 68 Menschen mit dem Erreger infiziert.

20.06 Uhr: Zürcher Nachtleben fordert finanzielle Unterstützung

Das Coronavirus hat auch aus Auswirkungen auf das Nachtleben in der Schweiz. Konzerte und Tanzveranstaltungen fallen aus, Bars dürfen maximal 50 Gäste gleichzeitig aufnehmen – inklusive Personal. 

Die Bar & Club Kommission Zürich fordert deswegen finanzielle Unterstützung, «um das Überleben der lokal verankerten Nachtkulturunternehmen in der Stadt Zürich im Kanton zu sichern», wie es in einer Medienmitteilung heisst. «Es braucht zusätzlich zum Hilfspaket des Bundes auch einen kantonalen Härtefallfonds in der Höhe von 30 Millionen für Nachtkulturunternehmen im Kanton Zürich.»

19.33 Uhr: Swiss beantragt Kurzarbeit

Die Auswirkungen der Corona-Krise treffen die Luftfahrt und damit auch die Swiss besonders hart. Die Fluggesellschaft trifft Massnahmen zur Liquiditätssicherung. Für das fliegende Personal wird Kurzarbeit beantragt.

Die Swiss habe wegen der Corona-Krise einen «signifikanten» Teil ihres Angebots reduzieren müssen, teilte die Airline am Freitagabend mit. Es werde rund die Hälfte der Kurz- und Langstreckenflotten vorübergehend aus dem Betrieb genommen. Damit würden Kosten gespart.

19.00 Uhr: Elf Tote in der Schweiz

Die Zahl der Menschen, die in der Schweiz am neuen Coronavirus gestorben sind, erhöht sich auf elf. Je drei Infizierte starben in den Kantonen Waadt und Tessin, zwei in Basel-Land, eine Person im Kanton Basel-Stadt sowie je eine im Kanton Wallis und im Kanton Genf.

Eingang der «La Carita»-Notaufnahme in Locarno mit Triage-Zone.
Bild: Keystone

18.45 Uhr: Nun schon zehn Todesopfer in der Schweiz

Im Kanton Waadt sind zwei weitere Todesfälle als Folge des Coronavirus verzeichnet worden. Im Wallis kam es unterdessen zum ersten Todesfall.

Bei den Toten in der Waadt handelt es sich um zwei 80-jährige Männer, wie ein Sprecher des Coronavirus-Informationsdienstes des Kantons Waadt am späten Nachmittag gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA bestätigte. Die Person im Wallis sei 90-jährig gewesen, sagte die Walliser Gesundheitsdirektorin, Esther Waeber-Kalbermatten, vor der Presse in Sitten.

Die Zahl der Menschen, die in der Schweiz an den Folgen des Coronavirus gestorben sind, erhöht sich damit auf zehn. Je drei Infizierte starben in den Kantonen Waadt und Tessin, zwei in Basel-Land, eine Person im Kanton Basel-Stadt sowie eine im Wallis.

18.30 Uhr: Weiteres Schweizer Todesopfer

Laut «Tribune de Genéve» ist eine Frau aus Genf dem neuen Coronavirus erlegen. Die Krankheit wurde erst nach dem Tod der Patientin festgestellt, die nur 32 Jahre alt wurde. Nun soll geklärt werden, warum die Behörden die Frau «ausserhalb des Radars» hatten.

18.25 Uhr: Lehrerverband reagiert auf Schul-Schliessungen

Der Dachverband der Lehrerinnen und Lehrer der Schweiz (LCH) erachtet die Schulschliessung als folgerichtig. In den Schulen sei das Coronavirus schon länger ein Thema, sagte LCH-Präsidentin Dagmar Rösler am Freitag. Mit den Schülern habe man zum Beispiel das Händewaschen eingeübt.

Im Lehrpersonal seien auch Grosseltern, die zwar keinen Kontakt mit ihren Enkelkindern pflegen sollen, andererseits aber unterrichten. Also habe man durchaus Massnahmen erwartet. Nun überschlügen sich die Ereignisse: Die Eltern müssten nun informiert und Veranstaltungen abgesagt werden.

18.19 Uhr: Spanien ruft den Alarmzustand aus

Spanien ruft wegen der Corona-Krise den Alarmzustand aus. Der Alarmzustand ist die dritthöchste der in der spanischen Verfassung vorgesehenen Notfallstufen und war bisher in Spanien nach der Rückkehr zur Demokratie im Jahr 1975 nur einmal ausgerufen worden: 2010 wegen eines Fluglotsenstreiks.

Die Massnahme tritt mit der Verabschiedung eines sogenannten königlichen Dekrets in Kraft. Die linke Regierungskoalition könnte anschliessend zum Beispiel die Bewegungsfreiheit von Menschen und Fahrzeugen einschränken und unter anderem Lebensmittel und andere wichtige Güter rationieren und auch beschlagnahmen lassen.

Spanien ist nach dem seit Montagabend abgeriegelten Italien das von der Epidemie am stärksten betroffene Land Europas. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem neuen Coronavirus lag am Freitag bereits bei 120 – 36 mehr als am Vortag. Mehr als 4'000 Menschen infizierten sich nach Angaben des Gesundheitsministeriums mit dem Covid-19-Erreger.

17.43 Uhr: Frühjahrssession wird fortgeführt

Die drastischen Massnahmen im Kampf gegen das Coronavirus führen nicht zum Abbruch der Frühjahrssession der eidgenössischen Räte. Die Verwaltungsdelegation des Parlaments hat aber entschieden, die dritte Sessionswoche leicht abzukürzen.

17.40 Uhr: Touristischer Verkehr gestrichen

Touristische Reisen, Extrafahrten und Gruppenreisen im öffentlichen Verkehr in der Schweiz werden ab sofort und bis am 26. April eingestellt. Der reguläre Verkehr hingegen soll weiterhin fahrplanmässig stattfinden.

Gemäss der Anordnung des Bundesamts für Gesundheit (BAG) müsse der öffentliche Verkehr auch während einer Epidemie oder Pandemie aufrecht erhalten bleiben, teilten SBB und Post als «Systemführer» mit. Denn Angebotsreduktionen im öffentlichen Verkehr hätten gravierende Konsequenzen in verschiedenen Lebens- und Wirtschaftsbereichen.

Der Verkehr «auf rein touristischen Linien ohne Erschliessungsfunktion, Extrafahrten und historische Fahrten» werde jedoch ab sofort eingestellt. Ausserdem würden sämtliche Gruppenreisen abgesagt. Sowohl SBB als auch Postauto zeigten sich kulant und erstatteten die Kosten für abgesagte beziehungsweise nicht-angetretene Reisen bis zum 26. April vollständig zurück.

17.30 Uhr: Immer mehr Fälle in Afrika

Zum ersten Mal sind nun auch Fälle des neuen Coronavirus in Ostafrika aufgetreten. In Kenia handle es sich um eine Kenianerin, die aus den USA über London zurück nach Nairobi gereist sei. In Äthiopien sei die Infektion bei einem japanischen Staatsbürger bestätigt worden, der am 4. März aus Burkina Faso eingereist sei.

Einige Zeit blieb Afrika von dem Coronavirus verschont, doch inzwischen breitet sich die Krankheit immer weiter aus. Bislang sind in mindestens 17 afrikanischen Ländern Fälle von Sars-CoV-2 aufgetreten. In Südafrika stieg die Zahl der Infizierten am Freitag auf mindestens 24.

Experten hatten stets gewarnt, dass die Gesundheitssysteme in vielen afrikanischen Ländern sehr schwach sind und eine Ausbreitung der Lungenkrankheit dort verheerend sein könnte.

17.20 Uhr: Swiss ermöglicht einfachere Umbuchungen

Die Fluggesellschaft Swiss lässt wegen des Coronavirus Tickets einfacher umbuchen. Passagiere, die bis Ende April einen Swiss-Flug geplant haben, können sich auch erst später für ein alternatives Reisedatum entscheiden.

Die neue Regelung gilt für alle Flugtickets, die bis zum 12. März gekauft wurden und ein Reisedatum bis 30. April haben. Passagiere, deren Flüge gestrichen wurden oder die nicht mehr reisen möchten, können ihr Ticket behalten und bis spätestens 1. Juni ohne Umbuchungsgebühren umbuchen.

Die neue Reise müssen sie bis am 12. Dezember antreten. Der Ticketwert bleibt bestehen. Allerdings könnte es vorkommen, dass zusätzliche Kosten anfallen, beispielsweise wenn ein bestimmter Tickettarif zu einem späteren Termin nicht mehr verfügbar ist. Passagiere können sich auch auf Flüge an andere Reiseziele umbuchen lassen.

17.03 Uhr: Pressekonferenz ist beendet

Uff, damit ist die Medienkonferenz nach knapp eineinhalb Stunden beendet. Und so viel steht fest: Das Leben in der Schweiz wird für die nächsten Wochen nicht mehr dasselbe sein wie bisher.

Die fünf wichtigsten Entscheide des Bundesrates:

  • Sämtliche Schulen, Hochschulen und sonstige Ausbildungsstätten in der Schweiz werden bis am 4. April geschlossen. Fernunterricht via Internet ist erlaubt.
  • Restaurants, Bars und Clubs ist es per sofort verboten, mehr als 50 Personen gleichzeitig aufzunehmen – inklusive Personal.
  • Öffentliche und private Veranstaltungen mit über 100 Personen sind schweizweit untersagt. Diese Massnahme gilt vorerst bis am 26. April. 
  • Mehrmals betonte der Bundesrat, wie wichtig es sei, Abstand voneinander zu halten. Deshalb empfiehlt er eindringlich, den ÖV nur in Notfällen zu nutzen. Wann immer möglich sollte Homeoffice gemacht werden. 
  • Grenzkontrollen für die Einreise aus Italien werden weiter verstärkt. Und: Es gibt wieder Schengen-Grenzkontrollen – diese gelten «lageabhängig».

Zusammengefasst hat der Bundesrat betont, dass die nun getroffenen Massnahmen zwar einschneidend, aber notwendig seien, um die besonders schutzbedürftigen Personengruppen vor dem Coronavirus zu schützen und die weitere Verbreitung einzudämmen. Die Situation sei ernst, für Panik gebe es jedoch keinen Anlass. 

Und: Die Landesregierung appelliert an die Bevölkerung und die Akteuere des öffentlichen Lebens, dass jeder seinen Beitrag leiste und die Regeln befolge – insbesondere: Abstand halten.



17:00 Uhr: Koch rechnet mit vielen Erkrankten

«Wir müssen verhindern, dass wir in eine Situation kommen, in der die Patienten nicht mehr korrekt versorgt werden können», erklärt Daniel Koch, Leiter Übertragbare Krankheiten beim Bundesamt für Gesundheit (BAG). Das BAG gehe davon aus, dass es wegen des Coronavirus viele kranke Personen geben wird.

In diesem Moment sei das Wichtigste, dass alle Spitäler wüssten, dass sie sich jetzt vorbereiten und Infrastruktur für die Intensivpflege frei machen müssen.

Simonetta Sommaruga spricht in der Pressekonferenz von einer «sehr aussergewöhnlichen Situation».
Bild: Keystone

16:55 Uhr: «Ich weiss nicht, ob es das schon einmal gab»

Sommaruga hat die vom Bundesrat getroffenen Massnahmen historisch eingeordnet. «Ich weiss nicht, ob es solche Massnahmen schon einmal gab – und wenn, dann nur unter sehr anderen Umständen.»

Es sei eine «sehr aussergewöhnliche Situation», die Massnahmen seien «sehr einschneidend». Das habe auch damit zu tun, dass die Welt mit einem Virus zu tun habe, von dem noch wenig bekannt sei.

Gleichzeitig warnte Sommaruga vor Panik. «Die Lage ist ernst, aber die Massnahmen müssen für die Bevölkerung weiterhin tragbar sein.» Allgemeine Ladenschliessungen seien deshalb kein Thema.



16:45 Uhr: Zwei weitere Todesfälle

Mitten in der bundesrätlichen Pressekonferenz kommt die Meldung, dass zwei weitere Personen am Coronavirus gestorben sind. Im Kanton Waadt starben zwei Personen an den Folgen einer Infektion. Die beiden Personen seien in der Nacht auf Freitag im Universitätsspital Chuv gestorben. Nähere Angaben dazu machte Kantonsarzt Karim Boubaker vorerst nicht.

Die Zahl der Menschen, die in der Schweiz an den Folgen des Coronavirus gestorben sind, erhöht sich damit auf neun. Je drei Infizierte starben in den Kantonen Waadt und Tessin, zwei in Basel-Land sowie eine Person im Kanton Basel-Stadt.

16:40 Uhr: Kein Grund für Hamsterkäufe

Für Panikkäufe gebe es keinen Grund, sagt Simonetta Sommaruga. Man habe die Mittel, um die Versorgung zu gewährleisten. Aber dass sich die Leute nun vermehrt Gedanken machten, wann und was sie einkaufen würden, sei verständlich und gehöre zu dieser aussergewöhnlichen Situation.

16:37 Uhr: SBB stellen touristische Linie ein

Die neuen Massnahmen des Bundesrats betreffen auch den ÖV – und somit die SBB. In einer Mitteilung der Bundesbahnen heisst es, sämtliche Züge würden weiterhin gemäss Fahrplan verkehren. Auf rein touristischen Linien hingegen wird der Verkehr per sofort eingestellt. Auch Extrafahrten sind nicht mehr möglich. Diese Bestimmungen gelten vorerst bis zum 26. April.

Der Fernverkehr nach Italien wurde bereits eingeschränkt. Laut SBB ist im gesamten internationalen Personenverkehr mit weiteren Einschränkungen zu rechnen.

Die Coronavirus-Krise: Eine Chronik

16:34 Uhr: Skigebiete müssen schliessen

Dass sich an privaten und öffentlichen Veranstaltungen nur noch 100 Personen gleichzeitig aufhalten dürfen, bedeutet für die Skigebiete den vorzeitigen Saisonschluss. Das sagt Alain Berset auf eine entsprechende Journalistenfrage.

16:25 Uhr: Rekrutenschulen nicht betroffen

Rekrutenschulen werden nicht geschlossen, da sie nicht unter das Veranstaltungsverbot fielen, sagt Berset. Man gehe davon aus, dass dort die nötigen Schutzmassnahmen gewährleistet werden könnten. 

16:20 Uhr: Tessin kein Versuchslabor

War der Kanton Tessin ein Versuchslabor, will ein Reporter wissen. Davon könne keine Rede sein, entgegnet Berset. Doch man habe nicht einfach Massnahmen erlassen wollen, ohne zu wissen, ob diese etwas nützen. Zudem müsse man auch die geografischen Gegebenheiten berücksichtigen. Er räumt aber ein, dass zum Beispiel das Unverständnis für den ursprünglichen Entscheid, die obligatorischen Schulen offen zu lassen, den Bundesrat auch zum Nachdenken gebracht hätten. 



16:18 Uhr: «Viel Kreativität gefordert»

Was das Betreuungsangebot für Kinder angehe, da seien die Kantone nun gefordert, sagt Sommaruga. «Da ist jetzt sehr viel Engagement und viel Kreativität gefordert.» Doch die Kantone seien bereits vorab informiert worden, auch wenn die Massnahmen nun sehr kurzfristig umgesetzt werden müssten. Die Arbeitgeber hätten sich bisher bereits sehr flexibel gezeigt. 

16:15 Uhr: Wird Frühjahrssession abgebrochen?

Ob die laufende Frühjahrssession der eidgenössischen Räte im Bundeshaus nächste Woche fortgesetzt wird, ist ungewiss. Berset sagte, dass das Veranstaltungsverbot ab 100 Personen auch nicht für Grossraumbüros gelte. Da das Parlament keine öffentliche Veranstaltung sei, sei es nicht direkt vom Verbot betroffen. Der Entscheid liege aber beim Parlament selber, sagte er.

16:10 Uhr: Keine spezifische Reisewarnung

In der Fragerunde wird geklärt, dass der Bundesrat keine Reisewarnung für spezifische Länder erlässt, sondern lediglich von nicht dringen notwendigen Reisen abrät. 

Es gehe darum, Mitmenschen zu schützen und «nicht Party zu machen», sagt Bundesrat Alain Berset. 
Bild: Keystone

16:09 Uhr: Urnengang vom 17. Mai in der Schwebe

Ob der Urnengang vom 17. Mai stattfindet, ist noch offen. Der Bundesrat habe das noch nicht entschieden, sagte Bundesratssprecher André Simonazzi. Er stehe aber im Kontakt mit den Kantonen und werde zu gegebener einen Entscheid fällen. Am 17. Mai sollen die Begrenzungsinitiative, das Jagdgesetz und der höhere Kinderabzug zur Abstimmung kommen.

16:07 Uhr: «Die Situation ist ernst»

Wie sollten junge Leute von diesem Solidaritätsgedanken überzeugt werden? Mit den nun erlassenen Massnahmen habe man signalisiert, dass die Situation ernst sei, so Berset. Es gehe darum, Mitmenschen zu schützen und «nicht Party zu machen».

16:05 Uhr: Warum bleiben Bars überhaupt noch offen?

Wieso werden Kantone nicht dazu verpflichtet, Betreuungsangebote anzubieten, wird Berset gefragt. Man habe darüber durchaus diskutiert, aber man wolle den Kantonen die Möglichkeit lassen, zu reagieren. 

Warum würden die Restaurants und Bars nicht komplett geschlossen, so wie im Ausland? Man habe einen grossen Schritt gemacht, erwidert Berset. Aber es komme nun darauf an, dass sich jeder daran halte. Nur so könne der Schutz der verletzlichen Mitglieder der Gesellschaft gelingen.

15:55 Uhr: Fragerunde eröffnet

Nun dürfen die Journalisten Fragen stellen. Müssen auch Kinderkrippen schliessen, will ein Reporter von Alain Berset wissen. Da seien die Kantone zuständig, sagt der Gesundheitsminister. Diese könnten die Situation regeln, wie es vernünftig sei.

15:50 Uhr: Parmelin spricht

Der Bundesrat wolle der Wirtschaft mit unter die Arme greifen, erklärt Guy Parmelin. Mit bis zu zehn Milliarden Franken stünden als Soforthilfe für die Wirtschaft zur Verfügung. Acht Milliarden davon können im Fonds der Arbeitslosenversicherung beansprucht werden für die Kurzarbeitsentschädigung.

«Ich bin überzeugt, dass alle die Herausforderungen verstehen und wir diese meistern», schliesst Parmelin. 

15:47 Uhr: Grenzgänger dürfen weiter einreisen

Mit den verschärften Grenzkontrollen und Einreisebeschränkungen komme man auch Wünschen der Grenzkantone nach, erklärt nun Karin Keller-Sutter. Die Massnahmen seien konform mit den Schengen-Regeln.

Schweizerinnen und Schweizer sowie Personen mit gültiger Aufenthaltsgenehmigung dürften weiterhin aus Italien in die Schweiz einreisen. Ebenso Grenzgänger und Personen, die aus beruflichen Gründen einreisen oder nur durch die Schweiz durchreisen wollten. 

Asylsuchende stellten bezüglich Coronavirus keine besondere Gefahr dar. Deshalb seien sie gleich zu behandeln wie alle anderen auch, es gibt keine Ausnahmen.

15:44 Uhr: «Eine neue Gesellschaft»

Gastrobetriebe und Discos dürften offen bleiben, solange die Schutzmassnahmen eingehalten würden, betont Berset. «Es ist eine Art neuer Gesellschaft, die wir in den nächsten Wochen haben werden. Vielleicht auch länger», sagt Berset. Er dankt zudem dem medizinischen Personal für ihren Einsatz. 

Weil die WHO die Coronavirus-Krise zur Pandemie erklärt hat, rät der Bundesrat zudem davon ab, nicht dringend nötige Reisen zu unternehmen.

15:37 Uhr: «Die Verletzlichsten schützen»

Jetzt hat Gesundheitsminister Alain Berset das Wort. Die Situation könne sich jederzeit ändern, betont er, das dürfe man nie vergessen. Der Bundesrat reagiere überlegt, aber entschieden. Und auch wenn die Situation ernst sei, gebe es keinen Anlass für Angst. Bei den nun erlassenen Massnahmen gehe es darum, die verletzlichsten Mitglieder der Gesellschaft zu schützen. 

Berset betont, dass das Recht auf Demonstrationen weiterhin bestehe, die Schutzmassnahmen aber berücksichtigt werden müssten. Und er ergänzt, dass die Schulen nicht komplett schliessen, sondern Fernunterricht via Internet weiterhin erlaubt sei. Dass man sich an diese Massnahmen halte, sei eine Frage der Solidarität. 

15:35 Uhr: «Die Situation ist ernst»

Simonetta Sommaruga spricht zuerst: «Die Situation ist schwierig, und sie ist ernst», stellt sie fest. Die erlassenen Massnahmen würden nur dann zum Ziel führen, die Menschen zu schützen, wenn sich alle daran hielten, so die Bundespräsidentin. 

Die Massnahmen würden viele Betriebe und Angestellte hart treffen, doch der Bundesrat wolle rasch und unbürokratisch Hilfe leisten. «Wir haben die nötigen Mittel.»

«Wir sind alle gefordert, jeder und jede Einzelne», betont Sommaruga. 

15:30 Uhr: Schulen schliessen, Einschränkungen im öffentlichen Leben, Grenzkontrollen und Wirtschaftshilfe

Das Warten ist vorbei, die Pressekonferenz des Bundesrats beginnt. Der Bundesrat reagiert demzufolge mit einem ganzen Massnahmenpaket auf die grassierende Coronavirus-Epidemie:

Massnahmen des Bundesrats

  • Alle Schulen werden bis zum 4. April geschlossen. Fernunterricht bleibt erlaubt.
  • Veranstaltungen ab 100 Personen sind ab sofort verboten. Veranstaltungen mit weniger Teilnehmenden müssen Massnahmen zum Schutz der Anwesenden ergreifen. Diese Anweisung gilt bis Ende April.
  • Ab sofort dürfen sich in Restaurants, Bars oder Diskotheken höchstens 50 Personen gleichzeitig aufhalten. Das soll den Menschen ermöglichen, Abstand zu halten.
  • Einreisen von Italien in die Schweiz werden weiter eingeschränkt. Nur noch Schweizerinnen und Schweizer und Menschen, die aus beruflichen Gründen einreisen wollen, dürfen die Grenzen passieren. Ausserdem führt die Regierung Schengen-Grenzkontrollen ein.
  • – Der Bundesrat bewilligt 10 Milliarden Franken zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise. Das Geld steht für Kurzarbeitsentschädigung und wirtschaftliche Soforthilfe zur Verfügung. Auch Sport- und Kulturinstitutionen werden unterstützt.

14:50 Uhr: Waadt schliesst Schulen ebenfalls

Das Tessiner Vorgehen macht Schule: Auch die Waadtländer Regierung hat am Freitag angesichts der Coronavirus-Pandemie beschlossen, alle Schulen bis Ende April zu schliessen. Veranstaltungen mit mehr als 50 Menschen sind zudem verboten, wie die kantonale Regierung mitteilte.

14:40 Uhr: Österreich fährt auf Minimalbetrieb herunter

Ist die Schweiz etwa ansteckend? Österreich jedenfalls führt wieder Grenzkontrollen an der Grenze zur Schweiz ein. Zudem würden Flüge in die Schweiz sowie nach Frankreich und Spanien ab Montag gestrichen. Dies teilte die Regierung am Freitag mit.

Ebenfalls ab Montag wird das öffentliche Leben massiv eingeschränkt. Alle Geschäfte, die nicht für die Grundversorgung notwendig sind, bleiben geschlossen. Der Lebensmittelhandel, Banken, Apotheken, Läden für Tierfutter und andere notwendige Geschäfte sollen geöffnet bleiben, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz. Alle Restaurants, Bars und Cafés werden ab 15 Uhr geschlossen.

Zwei besonders vom Coronavirus betroffene Gebiete in Tirol werden für zwei Wochen unter Quarantäne gestellt. Betroffen sind das Paznauntal mit Tourismus-Hotspots wie Ischgl und Galtür sowie St. Anton am Arlberg.

14:30 Uhr: Bundesrat lässt noch auf sich warten

Gleich vier Mitglieder des Bundesrats werden heute über den aktuellen Stand zum Coronavirus und Entscheide informieren: Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga, Innenminister Alain Berset, Wirtschaftsminister Guy Parmelin und Justizministerin Karin Keller-Sutter.

Ein Countdown im Livestream zu der Pressekonferenz lässt nun vermuten, dass es wohl 15.30 Uhr wird, bis wir Genaueres erfahren.



14:22 Uhr: Frankreich verschärft Versammlungsverbot

Wegen der Coronavirus-Pandemie verbietet Frankreich alle Versammlungen von mehr als hundert Menschen. Betroffen davon seien unter anderem Theater und Kinos, sagte Premierminister Edouard Philippe am Freitag im Fernsehsender TF1. Zuvor lag die Obergrenze für erlaubte Versammlungen bei tausend Teilnehmern.

Das neue Verbot gelte landesweit und ab sofort, sagte Philippe weiter. Es gehe darum, «die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen».

14:00 Uhr: Unterricht auch in Freiburg unterbrochen

Als zweiter Kanton nach dem Tessin will auch Freiburg ab Montag alle Schulen schliessen. Die Massnahme gelte vorerst bis Ende April, meldet SRF. Veranstaltungen mit über 50 Personen werden ebenfalls verboten. 

Betroffen davon seien unter anderem Kinos, Restaurants und Schwimmbäder. Zudem würden Besuche in Spitälern und Pflegeheimen untersagt.

Auch das Fürstentum Liechtenstein hat bereits angekündigt, die Schulen und Kindergärten zu schliessen. 

13:55 Uhr: Bundesrat informiert nicht vor 14.30 Uhr

Die ganze Schweiz wartet auf Informationen: Der Bundesrat wird heute nicht vor 14.30 Uhr über die aktuelle Coronavirus-Situation informieren. Das gab Bundesratssprecher André Simonazzi auf Twitter bekannt. 

13:40 Uhr: Schulen in den USA ebenfalls zu

Wegen des Coronavirus stellen auch mindestens sechs US-Bundesstaaten den Unterricht vorübergehend ein. Die Schulen in Ohio, Michigan, Oregon, Maryland, Kentucky und New Mexico wurden angewiesen, ab Montag für mindestens zwei Wochen zu schliessen.

Dies betrifft Millionen von Schülern und stellt ärmere Familien vor Probleme. In den USA wurden bis Donnerstag rund 1'660 Infektionen mit dem Coronavirus registriert. 40 Patienten starben.

13:02 Uhr: Schulen sollen Schliessung vorbereiten

Die Schulleitungen in der Schweiz sollen sich auf mögliche Schulschliessungen vorbereiten. Die Schulen sollen Vorbereitungen für E-Learning treffen und Massnahmen vorbereiten, wenn verletzliche Lehrkräfte zu Hause bleiben müssen.

Der Verband der Schulleiterinnen und Schulleiter hat die Schulen am Freitag in einem Sondernewsletter aufgefordert, angesichts des grassierenden neuen Coronavirus die nötigen Massnahmen zu treffen, wie er mitteilte.

12:52 Uhr: Über 5'000 Todesopfer weltweit

Die weltweite Zahl der Toten durch die Coronavirus-Pandemie ist auf mehr als fünftausend gestiegen. Nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP starben insgesamt 5'043 Menschen an den Folgen der Infektionskrankheit.

Die Zahl basiert auf den offiziellen Behördenangaben der einzelnen Länder. Die meisten Todesfälle gab es demnach in China, Italien und dem Iran: Auf dem chinesischen Festland kamen 3'176 Menschen ums Leben. In Italien waren es 1016. Im Iran starben nach neuesten Angaben 514 Menschen.

12:45 Uhr: Über 1'000 bestätigte Fälle in der Schweiz

In der Schweiz gibt es bereits über 1000 bestätigte Coronavirus-Fälle. Das teilte das Bundesamt für Gesundheit am Freitag mit. 1'009 Fälle seien bestätigt, bei 116 Fälle liege ein erstes positives Resultat vor. Damit nahm die Zahl der bestätigten Fälle alleine seit Donnerstag um 194 zu. Anfang Woche waren erst 281 Fälle bestätigt gewesen. Sieben Menschen sind bisher gestorben.

12:15 Uhr: Braucht es eine Grenzschliessung?

Am Nachmittag informiert der Bund über neue Massnahmen gegen das Coronavirus. Der Tessiner Ständerat Marco Chiesa (SVP) fordert auf Nachfrage von «Bluewin» sofortige Grenzschliessungen. Die Basler SP-Nationalrätin Samira Marti, und auch CVP-Nationalrätin Ruth Humbel äussert sich skeptisch – hier geht's zum Artikel



11:53 Uhr: Armee baut Meldesystem auf

Die Spitäler in der Schweiz müssen ab sofort täglich melden, wie viele Notfallbetten für Coronavirus-Patienten zu Verfügung stehen. Das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) hat ein entsprechendes Meldesystem installiert. Es soll kontinuierlich Informationen über die Zahl der Intensivpflegeplätze in den Spitälern bereitstellen, wie das VBS auf Twitter mitteilt.

Dokumentiert werden Isolationsplätze, Intensivpflegeplätze und Beatmungsplätze für Kinder und Erwachsene. Zurzeit gebe es in der Schweiz 82 Intensivstationen, die von der Schweizerischen Gesellschaft für Intensivmedizin zertifiziert seien. Dort stünden zwischen 950 und 1'000 Betten zur Verfügung. Zu diesen auf Intensivstationen verfügbaren Betten kämen 400 bis 450 Betten auf Intermediate Care Units hinzu, sogenannten Überwachungsstationen.

11:33 Uhr: Champions und Europa League ausgesetzt

Die UEFA hat den Spielbetrieb in der Champions League und in der Europa League wegen der Coronavirus-Krise vorerst ausgesetzt. Fürs Erste wurden sämtliche Partien der nächsten Woche abgesagt, wie die UEFA am Freitag mitteilte.

11:31 Uhr: Österreich schliesst Grenzübergänge zu Italien

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus schliesst Österreich ab heute um Mitternacht 47 kleinere Grenzübergänge zu Italien, die sich mehrheitlich im Hochgebirge befinden. Dies geht aus einer Verordnung von Innenminister Karl Nehammer hervor, die am Freitag im Amtsblatt der «Wiener Zeitung» veröffentlicht wurde.

11:00 Uhr: Auch Liechtenstein stellt Unterricht ein

Auch im Fürstentum Liechtenstein bleiben ab Montag alle Schulen, Kinderhorte und Spielgruppen geschlossen. Dies hat die Regierung in der Nacht auf Freitag beschlossen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu hemmen. Die Massnahme gilt bis zu den Osterferien.

In zwingenden Fällen soll es in Kitas, Kindergärten und Primarschulen ein Überbrückungsangebot bis zum 20. März geben. «Dieses ist für Familien, die absolut keine andere Betreuungsmöglichkeit haben, um sich auf die neue Situation einzustellen», schreiben die Behörden.

10:50 Uhr: Tessin plant weitere Massnahmen

Neben der beschlossenen Einstellung des Schulbetriebs will die Tessiner Regierung auch Massnahmen für die Privatwirtschaft erlassen. Diese sollten spätestens morgen Samstag bekanntgegeben werden. Die Privatwirtschaft wird aufgerufen, die Grundversorgung sicherzustellen und gleichzeitig eigene Aktivitäten zu reduzieren.

Die Kantonsverwaltung wird zudem ihre Arbeit auf ein Minimum zurückfahren. Für den Nachmittag wurden weitere Informationen in Aussicht gestellt.



10:40 Uhr: Unia fordert Milliarden für Arbeitnehmer

Die Gewerkschaft Unia fordert vom Bundesrat die Schaffung eines Fonds in der Höhe von vier Milliarden Franken. Damit sollen die Löhne der Arbeitnehmer sowie die Liquidität der Firmen gesichert und Entlassungen verhindert werden.

Die Covid-19-Pandemie fordere ausserordentliche Massnahmen, auch arbeits-, sozial- und wirtschaftspolitisch, schreibt die Unia in einem Communiqué vom Freitag. Denn vor allem schlecht bezahlte Angestellte und solche mit prekären Arbeitsbedingungen seien in dieser Situation besonders gefährdet.

10:07 Uhr: Tessin schliesst doch alle Schulen

Der Tessiner Staatsrat geht im Kampf gegen das Coronavirus einen Schritt weiter: Ab Montag werden auch die obligatorischen Schulen vom Kindergarten bis zur Oberstufe geschlossen. Dies gab der Tessiner Regierungsrat am Freitag bekannt. 

Der Schritt ist eine Verschärfung der bisherigen Massnahmen: Bereits am Mittwoch hatte der Kanton beschlossen, alle weiterführenden Schulen zu schliessen und bis zum 29. März den Notstand aufgerufen. Dagegen, dass die obligatorischen Schulen offen bleiben sollten, hatte sich zuletzt Widerstand einzelner Gemeinden geregt.

Ab Dienstag soll in den Schulen ein Hütedienst angeboten werden, wo Eltern bei Bedarf ihre Kinder abgeben können. Dadurch soll verhindert werden, dass die Grosseltern auf die Kinder aufpassen müssen – die ältere Generation ist durch das Virus besonders stark gefährdet. Wegen der Notstands-Massnahmen dürfen über 65-Jährige bereits keine Kinder mehr hüten, weder an öffentlichen noch privaten Festen teilnehmen und keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr benutzen.

Ein Mitarbeiter desinfiziert die Räume der Tessiner kantonalen Handelsschule in Bellinzona. 
Bild: Keystone

10:05 Uhr: Anti-Coronavirus-Prozession fällt ins Wasser

Das nennt man wohl Ironie: Im russischen Lipetsk wurde eine Prozession der Orthodoxen Kirche gestrichen, mit der gegen das Coronavirus gebetet werden sollte – geanu wegen des Virus.

Wie die «Moscow Times» und andere Medien berichten, hatten Anhänger der russisch-orthodoxen Kirche die Prozession für kommenden Sonntag geplant, um für Schutz vor dem Virus und die schnelle Genesung der Infizierten zu beten. Doch weil Lipetsk, wie andere russische Städte auch, Grossveranstaltungen verboten hat, wird daraus nichts. Der «Moscow Times» zufolge ruft der Organisator der Aktion die Gläubigen nun auf, von daheim oder in den Kirchen zu beten. 

09:59 Uhr: Bayern schränkt Besuche in Pflegeheimen ein

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus verbietet Bayern Angehörigen weitgehend den Besuch von Alten- und Pflegeheimen. Das Besuchsrecht werde deutlich eingeschränkt, sagte Ministerpräsident Markus Söder am Freitag in München. 

09:45 Uhr: Wissenschaftler sind alarmiert

Schweizer Expertinnen und Experten schlagen Alarm wegen des Coronavirus: Sie fordern den Bundesrat in einem offenen Brief auf, die «ausserordentliche Lage» gemäss Epidemiegesetz auszurufen und weitreichende eindämmende Massnahmen zu beschliessen.

Die derzeit in der Schweiz geltenden Regeln und Massnahmen würden bei Weitem nicht ausreichen, um eine Überforderung des Gesundheitssystems zu verhindern, wie es in dem am Freitag veröffentlichten Brief heisst.

Das Ausmass und die Auswirkungen des Ausbruchs in der Schweiz würden entscheidend davon abhängen, wie die politischen Entscheidungsträger in den kommenden Tagen reagieren.

Jeder Tag zähle, schreiben die Fachleute. Der Bundesrat solle schnell und mutig entscheiden und damit unzählige Menschenleben zu retten.

«Wenn man sich die Zahlen anschaut, ist die Schweiz auf dem genau gleichen Kurs wie Italien vor rund einer Woche», sagte der Infektiologe und Genspezialist Jacques Fellay vom Lausanner Universitätsspital Chuv zum «Tages-Anzeiger».  Die Zahl der Infizierten steige rasant an, und weil nicht mehr alle Verdachtsfälle auf das Coronavirus getestet würden, sei mit einer hohen Dunkelziffer an nicht erkannten Fällen zu rechnen. 

«Wir brauchen sofort drastische Massnahmen», sagt Fellay der Zeitung. Und: «Wenn wir es jetzt nicht tun, werden wir in einer Woche sowieso dazu gezwungen werden.»

Antoine Flahault, Leiter des Instituts für Global Health an der Universität Genf, bezeichnet die vom Bund erlassenen Massnahmen auf Twitter als zu zahm: «Die Behörden sind sich zu wenig bewusst, dass wir uns auf dem genau gleichen Kurs befinden wie die Lombardei», wird er im Bericht zitiert. In einem weiteren Twitter-Eintrag von gestern gibt er zu bedenken, dass die Fallzahlen in der Schweiz derzeit stärker anstiegen als in Italien. 

08.55 Uhr: Mount Everest gesperrt

Zuvor hatte bereits China, von wo aus man den 8'848 Meter hohen Berg ebenfalls besteigen kann, die Expeditionen abgesagt.

Die Coronavirus-Pandemie erreicht wirklich jeden Winkel der Welt. Nun hat Nepal alle bereits erteilten Genehmigungen zur Besteigung des Mount Everest in der Hauptklettersaison im Frühling gestrichen. Ausserdem gebe es bis Ende April keine Visa direkt bei der Ankunft mehr, sagte ein Sprecher der nepalesischen Tourismusbehörde am Freitag.

08:30 Uhr: Chelsea-Stürmer positiv getestet

Auch ein erster Spieler der Premier League hat sich mit dem Coronavirus infiziert: Chelseas Stürmer Callum Hudson-Odoi wurde positiv auf das Virus getestet. Seit Montag bleibt er deshalb dem Training fern.

Neben dem  19-Jährigen müssen nun auch alle Personen in Quarantäne, die im Mannschaftsgebäude zuletzt Kontakt mit ihm hatten. Mehr dazu lesen Sie hier. 

08:10 Uhr: Bayern erwägt angeblich Schulstopp

Wegen der Coronavirus-Krise will Bayern ab Montag offenbar alle Schulen schliessen. Bis zu Beginn der Osterferien am 6. April würden alle Kindergärten, Schulen und Kitas geschlossen, will die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Regierungskreisen erfahren haben. Die bayerische Regierung wolle Details heute Vormittag bei einer Pressekonferenz in München bekannt geben.

Zuvor hatte das Saarland als erstes deutsches Bundesland angekündigt, Schulen und Kindertagesstätten bis Ende der Osterferien zu schliessen.



08:00 Uhr: Swiss-Passagiere brauchen Geduld

Nachdem immer mehr Länder Einreiseverbote für europäische Staatsangehörige erlassen, wächst der Ansturm von Passagieren auf die Swiss-Hotline. Aufgrund einer erhöhten Anzahl von Anrufen komme es zu längeren Wartezeiten, schreibt die Airline auf ihrer Website.

Man solle Umbuchungen derzeit nur dann vornehmen, wenn der gebuchte Abflug innerhalb der nächsten fünf Tage geplant sei. Mit allen Passagieren, die bei der Buchung entsprechende Daten hinterlegt haben, würde die Swiss von sich aus in Kontakt treten. 

Die Swiss hatte am Donnerstag erklärt, dass sie trotz des von US-Präsident Trump erlassenen Einreiseverbots für Europäer in die USA fliege. Ab Samstag würden jedoch nur noch Chicago und Newark (New York) angeflogen. 

07:45 Uhr: Australien rät von Grossveranstaltungen ab

Im Kampf gegen das Coronavirus rät die australische Regierung, ab Montag Veranstaltungen mit 500 oder mehr Menschen abzusagen, wenn sie nicht unbedingt nötig sind. Premierminister Scott Morrison erklärte am Freitag, diese Beschränkungen gälten aber nicht für Schulen, Uni-Vorlesungen oder Verkehrsmittel und Flughäfen.

Morrison will trotz des Virus am Samstag zu einem Rugby-Spiel in Sydney gehen und hält auch an seinem sonntäglichen Kirchgang fest. Australien hat bislang 156 bestätigte Fälle von Sars-CoV-2.

07:15 Uhr: Hanks nimmt Quarantäne mit Fassung

Ein berühmter Coronavirus-Patient hat sich aus der Quarantäne gemeldet: Hollywoodstar Tom Hanks schreibt auf den sozialen Medien, er und seine Frau Rita Wilson nähmen die Situation so, wie sie sei – «einen Tag nach dem anderen». Hier können Sie mehr dazu lesen. Die beiden weilen derzeit in Australien und gaben am Donnerstag bekannt, sich infiziert zu haben.

06:20 Uhr: Bundesrat will Veranstaltungen mit mehr als 300 Personen verbieten

Am heutigen Freitag wird der Bundesrat neue Vorsichtsmassnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 beschliessen. Dazu hat er den Kantonen Vorschläge zur Stellungnahme geschickt. Der Bundesrat wird über die Weiterführung des Veranstaltungsverbots und andere Massnahmen entscheiden und darüber informieren.

So sollen Veranstaltungen mit mehr als 300 Teilnehmern schweizweit verboten werden, wie unter anderem der «Tages-Anzeiger» berichtet. Das habe der Bund den Kantonen am Donnerstag vorgeschlagen. Das neue Verbot dürfte ab Montag gelten. Die am 28. Februar vom Bundesrat verhängte Obergrenze liegt bei tausend Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Diese Verordnung gilt noch bis am Sonntag (15. März).

Das Veranstaltungsverbot dürfte bis weit in den April hinein, vielleicht sogar bis Frühsommer ausgedehnt werden, berichtet die «Luzerner Zeitung».

Zu den Massnahmen sollen Medienberichten zufolge auch schärfere Kontrollen an der Grenze gehören. Der Bundesrat will laut «Tages-Anzeiger» die rechtlichen Grundlagen dafür schaffen, Italiener ohne Grenzgängerbewilligung von der Einreise abzuhalten. Offenbar treffe er auch Vorbereitungen für eine eventuelle Grenzschliessung. Bisher hatte der Bundesrat dies als zu weitgehend abgelehnt. In Bern heisst es dem Bericht zufolge, die Grenzschliessung stehe weiterhin nicht im Vordergrund. Wie schon bisher können die Kantone eigene Zusatzregeln erlassen. Manche könnten jenen Verschärfungen folgen, die das Tessin bereits beschlossen hat.

Am Zoll Chiasso-Strada werden aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus systematische Grenzkontrollen durchgeführt. 
Bild: Keystone/Ti-Press/Davide Agosta

Zudem will der Bundesrat der Wirtschaft unter die Arme greifen, indem er die Kurzarbeitsentschädigungen erweitert. So könnte auch über Hilfe für freischaffende Künstler entschieden werden.

06:19 Uhr: Roche erhält in USA grünes Licht für Corona-Test

Dem Basler Pharmakonzern Roche ist ein erster Durchbruch in der schnellen und breiten Diagnose des neuartigen Coronavirus gelungen. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat dem Cobas SARS-CoV-2-Test eine Notfall-Zulassung erteilt.

Damit ist der Test für die Cobas-Diagnostik-Systeme von Roche auf all jenen Märkten erhältlich, die eine CE-Kennzeichnung akzeptieren, wie Roche am Freitag mitteilte. Der Test ist für den qualitativen Nachweis von SARS-CoV-2, dem Virus, das die COVID-19-Krankheit verursacht, bestimmt.

Wichtig ist: Der Roche-Test bietet Krankenhäusern und Laboreinrichtungen die Möglichkeit, auch grosse Mengen an Proben auf das Virus zu testen, wie es in der Mitteilung weiter heisst. So liefern der Mitteilung zufolge die Diagnostiksysteme von Roche Testergebnisse in dreieinhalb Stunden.

Das ist auch der Aspekt, der für den Chef der Diagnostics-Sparte, Thomas Schinecker, besonders wichtig ist. «Mit dem neuen Test können wir viel mehr Patienten in viel kürzerer Zeit testen», stellt er im Gespräch mit AWP heraus. Und das sei sehr wichtig, weil so infizierte Patienten schneller von den gesunden getrennt werden könnten. «Das ist ein wichtiger Schritt, damit sich das Virus nicht weiter so schnell verbreitet.»

In puncto Produktion habe Roche diese für diese Tests bereits in den letzten Wochen hochgefahren und sei so gewappnet. Die Instrumente würden in der Schweiz hergestellt, die Tests in den USA. Derweil kommentiert der Sparten-Chef die finanziellen Aspekte nicht.



05:30 Uhr: Auch Lateinamerika schottet sich gegen Europa ab

Nach den USA schottet sich auch Lateinamerika wegen des Coronavirus zunehmend gegen Europa ab. Die Staaten Argentinien, Bolivien, Paraguay, Peru und Venezuela kündigten am Donnerstag vorübergehende Verbote von Flügen aus Europa an.

In Argentinien sagte Staatschef Alberto Fernández, Flüge aus Europa sowie unter anderem auch aus den USA und China würden für 30 Tage gestoppt. In Venezuela untersagte Präsident Nicolás Maduro für einen Monat alle Flüge aus Europa. Ähnliche Flugverbote wurden von den Regierungen der anderen drei südamerikanischen Länder verhängt.

In Lateinamerika gibt es insgesamt inzwischen mehr als 250 bestätigte Coronavirus-Ansteckungsfälle. Mindestens drei Menschen starben bislang in dieser Weltregion an dem neuartigen Erreger.

In den USA hatte Präsident Donald Trump am Mittwoch ein einmonatiges Einreiseverbot für Reisende aus Europa angekündigt. Konkret betrifft es Nicht-US-Bürger, die sich in den vergangenen zwei Wochen im Schengenraum aufgehalten haben.

05:25 Uhr: Singapur erlässt Einreiseverbote

Singapur erlässt ein Einreiseverbot für Personen die sich in den vergangenen 14 Tagen in Deutschland, Italien, Spanien oder Frankreich aufgehalten haben.

Das Gesundheitsministerium des Stadtstaats ruft zudem dazu auf, auf alle nicht notwendigen Reisen in diese Länder zu verzichten. Ausserdem wird der Hafen für alle Kreuzfahrtschiffe geschlossen.

05:09 Uhr: China meldet wieder weniger Neuinfektionen

Mit nur noch acht neu nachgewiesenen Virusfällen haben Chinas Behörden erneut einen neuen Tiefstand der Infektionen seit Beginn der täglichen Berichte über die Epidemie vor sieben Wochen gemeldet. An der Lungenkrankheit Covid-19 starben zudem sieben weitere Menschen, wie die Pekinger Gesundheitskommission am Freitag berichtete. Der tägliche Zuwachs der Todesfälle war ebenfalls der niedrigste seit Wochen.

Die Gesundheitsbehörde hatte bereits am Donnerstag mitgeteilt, dass China den Höhepunkt der Coronavirus-Ausbreitung überschritten habe. «Insgesamt ist der Höhepunkt der aktuellen Epidemie in China überschritten», sagte ein Sprecher der Kommission.

Die Zahl neuer Infektionen mit Sars-CoV-2 gehe immer weiter zurück. Inwieweit die offizielle Statistik die wahre Lage widerspiegelt und wie hoch die Dunkelziffer nicht erfasster Fälle ist, ist jedoch unklar. Seit Ausbruch des Coronavirus wurden auf dem chinesischen Festland 80'813 Infektionen und 3'176 Tote gemeldet.

05:05 Uhr: Aktienkurse in Tokio und Seoul brechen ein

Asiens Leitbörse in Tokio ist nach den schweren Kursverlusten in den USA und Europa erneut eingebrochen. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index gab im Verlauf um 10,1 Prozent nach auf 17.081 Punkte und erreichte damit ein Dreieinhalb-Jahres-Tief. Über die gesamte Woche gesehen sank der Index um über 18 Prozent, so viel wie seit 2008 innerhalb einer Woche nicht mehr. «Es fühlt sich an wie Panik. Investoren verkaufen selbst Wertpapiere, die nicht längerfristig vom Coronavirus beeinflusst werden sollten», sagte der Stratege Takuya Hozumi von Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities.

Auch an der Seouler Aktienbörse befinden sich die Kurse weiter in der Abwärtsspirale. Panikverkäufe führten dazu, dass der Leitindex Kospi am Vormittag bis 11:10 Uhr Ortszeit um fast 150 Punkte oder mehr als 8 Prozent auf 1685,08 Zähler absackte. So tief stand der Index seit achteinhalb Jahren nicht mehr.

Analysten erklärten übereinstimmend, der Ausverkauf gehe weiter, weil Investoren keine Ahnung davon hätten, wie weit sich die Weltwirtschaft angesichts der Ausweitung der Pandemie abkühlen werde.

Zur Unsicherheit trägt in Japan die fragliche Austragung der Olympiade diesen Sommer in Tokio bei. Bislang hat die japanische Regierung ungeachtet der Absage an Massenveranstaltungen rund um den Globus versichert, dass die Spiele wie geplant stattfinden werden. Analysten rechnen damit, dass die Absage der Olympiade die Gewinne der heimischen Wirtschaft um knapp ein Viertel verringern könnte.

Am Vortag hatten die Sorgen wegen der wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie die Börsenkurse weltweit dramatisch einbrechen lassen. Der Deutsche Aktienindex (Dax) und der US-Leitindex Dow Jones erlitten ihre stärksten Tagesverluste seit rund drei Jahrzehnten.

Der Dax schloss am Donnerstag mit einem Minus von 12,24 Prozent – der stärkste Tagesverlust seit 1989. Seit Anfang des Jahres sackte der Dax damit um mehr als 30 Prozent ab. Der Dow Jones büsste 9,99 Prozent ein und landete bei etwa 21.200 Punkten. Dies war der stärkste Verlust seit dem Börsencrash vom Oktober 1987. Bereits zu Wochenbeginn hatten die Börsen drastische Kurseinbrüche erlebt.

03:36 Uhr: Ehefrau von Kanadas Premier infiziert

Die Frau des kanadischen Premierministers Justin Trudeau hat sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Sophie Grégoire Trudeau sei positiv auf das Virus getestet worden, ihr gehe es aber gut, teilte Trudeaus Büro am Donnerstagabend (Ortszeit) mit. Sie war zuvor mit grippeähnlichen Symptomen von einer Reise nach Großbritannien zurückgekehrt.

Der Regierungschef selbst habe keinerlei Symptome, werde aber als Vorsichtsmassnahme 14 Tage in Quarantäne bleiben, hiess es. Von seinem Haus aus wolle er in Telefonkonferenzen und Videoschalten seine Termine wahrnehmen.

00:10 Uhr: Schutzmasken werden demnächst in der Schweiz produziert

Angesichts des weltweiten Mangels an Schutzmasken beginnen nun Schweizer Unternehmen mit der Produktion. Noch diesen Monat soll die Produktion von Schutzmasken in der Schweiz starten, meldet «SRF». Claude Rieser, CEO der Flawa Consumer GmbH in Flawil, sagte gegenüber dem Sender, dass sein Unternehmen übernächste Woche mit der Produktion starten wolle. Die auf Watte und Schuheinlagen spezialisierte Firma arbeite ohnehin mit den nötigen Materialien, die für Schutzmasken nötig sind. Derzeit würden Maschinen entsprechend umgerüstet. Die Masken sollen 20 bis 40 Rappen kosten. «Wir wollen eine Maske für den Privatgebrauch herstellen, damit die Nachfrage nach den wichtigen Atemschutzmasken weniger wird und somit der Druck auf die Spitäler», sagte Rieser.

Auch die Wernli AG aus Rothrist, Herstellerin von Verbandsmaterial, will laut dem Bericht in Kürze mit der Produktion von Schutzmasken beginnen. Sie habe dafür eine Produktionsmaschine für Gesichtsmasken aus China bestellt. Die Maschine sei bezahlt – nun hoffe er, die Chinesen können liefern, sagte Geschäftsführer Felix Schönle. Seine Maschine werde pro Tag bis zu 140'000 Masken produzieren.

Beide Hersteller werden offenbar nur Hygienemasken herstellen können – keine Atemschutzmasken für Medizinalpersonen. Um solche Masken mit höherem Schutzfaktor herzustellen, brauche es weitere Materialien und Maschinen – ganz zu schweigen von einem aufwändigen Zertifizierungsprozess für Medizinalprodukte, so «SRF».

Laut Wernli-Geschäftsführer Schönle wäre es aber möglich, auch solche Masken in der Schweiz zu produzieren. «Die Frage ist, ob Behörden und Spitäler bereit wären, einen entsprechend höheren Preis zu zahlen. Denn die Herstellung in der Schweiz ist teurer als in Asien, wo die meisten Masken bisher hergestellt werden.»

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