Trump beschimpft CNN-Reporterin nach Epstein-Frage
US-Präsident Donald Trump ist im Weissen Haus mit einer Journalistin von CNN aneinandergeraten. Auslöser war eine Frage zur Aufarbeitung des Jeffrey-Epstein-Skandals. Trump reagierte mit persönlichen Angriffen.
04.02.2026
Hat Jeffrey Epstein die Trumps noch 2017 getroffen? Was schreibt dessen Bruder über den US-Präsidenten? Warum wird der Name eines Hundes, aber nicht der der Opfer geschwärzt? Wieso ist Tump plötzlich Clinton-Fan – und was für Zweifel an Epsteins Selbstmord gibt es? Hier 5 Antworten.
Hat Epstein die Trumps noch Anfang 2017 getroffen? Zumindest legt das ein Schriftverkehr zwischen dem Pädophilen und einem befreundeten Investor nahe.
Unheimliche Konversationen: Was Mark Epstein über Trump und Wladimir Putin schreibt und was sein Bruder Jeffrey antwortet, als ihn Steve Bannon fragt, ob er der Teufel sei.
Josef von Nazareth und Hundename geschwärzt: Während sich einige Opfer mit ihrer Adresse in den Akten finden lassen, wird anderswo zu übereifrig gearbeitet.
Clintons bestehen auf Aussage vor laufender Kamera – und seit Bill und Hillary das fordern, spricht Trump ganz anders über sie.
Orangefarbene Unbekannte im Epstein-Knast: Auf einem Video ist am Vorabend seines Todes etwas in der Nähe der Zelle des Pädophilem zu sehen, was nicht zugeordnet werden kann.
Hat Epstein die Trumps noch Anfang 2017 getroffen?
Boris Nikolic will sich mit Jeffrey Epstein treffen: An Weihnachten 2016 fragt der Investor seinen Kollegen per Mail, wann Epstein wieder in New York sei.
Der antwortet nur zwei Minuten später: «Am 4. bin ich mit all' den Trump-Jungs in Palm [Springs im US-Bundesstaat Florida] – [das wird ein] Spass.» «Viel Spass», kommentiert Nikolic. «Hoffe, dich am 4. zu sehen. Ich reise am 5. nach [San Francisco].»
Jeffrey Epstein schreibt dem Investor Boris Nikolic an Weihnachten, er werde am 4. Januar in Palm Springs, Florida, mit «all' den Trump-Jungs» Spass haben.
US-Justizministerium
Das zeigt: Epstein hat anscheinend noch nach dem Wahlsieg der Republikaner im Herbst 2016 ein Treffen mit den Trumps geplant. Ob Präsident in spe Donald Trump dabei war oder lediglich Don Jr. und Eric – oder jemand ganz anderes, lässt sich aus dem Mail nicht ablesen. Offiziell will der Präsident 2007 mit Epstein gebrochen haben.
Unheimliche Konversationen
Dieser Mail-Verkehr zwischen Jeffrey Epstein und seinem Bruder Mark ist bemerkenswert. «Wie geht es dir?», fragt Mark am 19. März 2018. «Vor einer Weile hat du erwähnt, dass du dich vor-diabetisch fühlst. Hat sich da was geändert?»
Und dann schreibt Mark wohl mit Blick auf den damals und heute amtierenden Präsidenten: «Was hat dein Junge Donald jetzt vor?» Jeffrey antwortet kurz darauf: «Alles gut. Bannon ist bei mir.» Steve Bannon ist 2017 unter Trump Chefstratege des Weissen Hauses gewesen und pflegt bis heute gute Beziehungen zu dem 79-Jährigen.
Mark Epstein antwortet auf diese Mail zwei Tage später – mit hoher Wichtigkeit: «Frag [Bannon], ob [Wladimir] Putin Fotos hat, wie Trump Bubba bläst?»
Was soll das bedeuten? Ist das ein Scherz? Fragen, auf die Akten leider keine Antwort geben. «Bubba» könnte die Bedeutung von brother haben, also Bruder. Wer oder was damit gemein ist, bleibt aber unklar.
Mail-Verkehr zwischen Mark und Jeffrey Epstein im März 2018.
US-Justizministerium
Dass Steve Bannon Jeffrey Epstein oft besucht, ist der «New York Times» bereits im Sommer 2020 aufgefallen. Sein Name taucht in den Akten 1866 Mal auf. Mit ihrer Veröffentlichung ist auch ein fast zweistündiges Interview publik geworden, das Bannon um 2019 herum mit dem Pädophilen in dessen New Yorker Heim geführt hat.
Among the newly released Epstein files is Steve Bannon’s two hour interview with him in which he appears to be helping Epstein rehabilitate his public image after his sex crime conviction.
www.wsj.com/video/series...
Der «Guardian» findet das Gespräch «bizarr»: «In einem esoterischen, mäandernden Gespräch diskutieren die Männer über Wirtschaft – Bannon ist ein ehemaliger Investmentbanker bei Goldman Sachs – und Philosophie sowie über Epsteins Zeit im Gefängnis», fassen die Briten zusammen.
Dabei fragt Bannon Epstein übirgens auch, ob er glaube, dass er der Teufel in Person sei. Hier seine Antwort:
It almost seems Epstein likes the notion when Bannon asks him if he’s the Devil… pic.twitter.com/TpLQhoRc4I
Bei der Unkenntlichmachung identifizierender Informationen über mutmassliche Opfer des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein sind dem US-Justizministerium diverse Fehler unterlaufen.
Jeffrey Epstein mit zwei Frauen, die erst von blue News unkenntlich gemacht worden sind.
US-Justizministerium
Das hat eine Prüfung durch die Nachrichtenagentur AP und andere Medienorganisationen offengelegt: Die Reporter entdeckten Beispiele schlampiger, uneinheitlicher oder fehlender Schwärzungen in der bislang umfangreichsten Veröffentlichung von Akten aus den jahrelangen Ermittlungen gegen Epstein, der sich 2019 in einer New Yorker Gefängniszelle nach offiziellen Angaben das Leben nahm.
Auf diesem Foto ist Ghislaine Maxwell (links) mit Nadia Marcinko zu sehen. Letztere war die Pilotin von Jeffrey Epstein: Die am 21. Februar 1985 geborene Slowakin gilt seit Anfang 2024 als verschollen. Maxwell hat dieses Foto am 28. Mai 2008 an Jeffrey Epstein gemailt.
US-Justizministerium
Eine kuriose Fussnote dieses Vorgehens ist indes eher auf Übereifrigkeit zurückzuführen: In einem Zeitungsausschnitt, der in dem Datensatz enthalten ist, schwärzte das Justizministerium offenbar den Namen «Josef» aus einer Bildunterschrift zu einem Krippenspiel in einer kalifornischen Kirche.
«Ein Krippenspiel, das Jesus, Maria und (GESCHWÄRZT) zeigt», heisst es. In einer E-Mail, die in den Daten enthalten ist, scheint zudem der Name einer Hündin unkenntlich gemacht worden zu sein: «Ich habe eine Stunde damit verbracht, (GESCHWÄRZT) auszuführen und dann eine weitere Stunde, sie zu baden, zu föhnen und zu bürsten. Ich hoffe, sie riecht besser!!»
Clintons bestehen auf Aussage vor laufender Kamera
Donald Trump ist bekannt für seinen Hass auf seine demokratischen Vorgänger: Joe Biden bezeichnet er regelmässig als schlechtesten US-Präsidenten der Geschichte – und Barack und Michelle Obama stellt er auf Truth Social gar als Affen dar.
Sein Verhältnis zu BIll Clinton ist dagegen ambivalent: Ende Februar 2015 nennt er den Demokraten im seinem ersten Präsidentschaftswahlkampf noch einen «netten Typen», der jedoch «viele Probleme» habe, die nun ans Tageslicht kommen würden. «Wegen der berühmten Insel, wegen Jeffrey Epstein. Viele Probleme.»
Mitte November 2025 kündigt Trump dann auch an, er werde das Justizministerium beauftragen, gegen Bill Clinton zu ermitteln. Und noch am 2. Februar sagt der Präsident: «Als Epstein noch lebte, vor etwa zehn Jahren, hat sich niemand für ihn interessiert. Aber jetzt fällt es auf sie zurück, weil Bill Clinton eine so grosse Rolle spielt: Es stellt sich heraus, dass es die Demokraten waren, die sich mit Epstein verschworen haben.»
Trump: "When Epstein was alive, like 10 years ago, nobody cared about him. But now it's really hitting back on them because Bill Clinton is such a big part of it. It's turning out to be the Democrats who conspired with Epstein. So I think you're probably gonna see a little pullback from them."
Trump meint sogar, er erwarte, dass die Demokraten wegen Clintons Name in den Akten von der Sache ablassen könnten. Die Kehrtwende macht dann jedoch er: «Es ist ehrlich gesagt eine Schande», sagt er am 5. Februar mit Blick auf die kommenden Clinton-Aussagen. «Ich habe ihn immer gemocht. Sie? Sie ist eine sehr fähige Frau. Sie kann besser debattieren als andere, das kann ich Ihnen sagen. Sie ist eine kluge Frau. Ich sehe es nicht gern.»
Hillary Clinton to James Comer:
“Let’s have it — in public. Cameras on. We’ll be there.”
Meanwhile Donald Trump is suddenly:
“It’s a shame.”
“I always liked Bill.”
“Hillary’s very capable.”
That’s preemptive appeasement. He's scared.
Trump wiederholt am gleichen Tag bei «NBC News»: «Es stört mich, dass jemand hinter Bill Clinton her ist. Wissen Sie: Ich mag Bill Clinton. Ich mag Bill immer noch. Ich mag sein Verhalten mir gegenüber. Ich denke, er hat mich begriffen, er hat mich verstanden. Er war derjenige, der bekanntermassen gesagt hat: ‹Gegen Trump will man nicht antreten›.»
Trump in 2015 on Bill Clinton: "Nice guy. Got a lot of problems coming up, in my opinion, with the famous island, with Jeffrey Epstein. A lot of problems."
What changed?
Dieser plötzliche Sinneswandel heizt natürlich Spekulationen an: Dient der Kurswechsel dazu, gut Wetter bei den Clintons zu machen? Die drängen nämlich darauf, dass ihre Anhörungen, bei denen sie unter Eid zu Epstein aussagen sollen, live übertragen werden.
So let’s stop the games.
If you want this fight, @RepJamesComer, let’s have it—in public.
You love to talk about transparency. There’s nothing more transparent than a public hearing, cameras on.
Das Duo setzt auf maximale Transparenz, wenn am 26. Februar zunächst Hillary und am 27. ihr Mann Bill angehört werden. «Schluss mit den Spielchen», schreibt die frühere Aussenministerin und fordert: «Kameras an.»
While vetting the Epstein files, the FBI created a list of prominent names mentioned in the documents—and they noted which people had "salacious information" about them in the records. Trump was on the "salacious" list. Bill Clinton was not.
www.justice.gov/epstein/file...
James Comer, republikanischer Vorsitzender des zuständigen Oversight Committees, verspricht eine Veröffentlichung aller Informationen, doch ob die Aussagen live zu sehen sein werden, ist unklar.
Orangefarbene Unbekannte im Epstein-Knast
Unter den Epstein-Akten finden sich auch Protokolle von Beamten, die nach dem Tod des Pädophilen am 10. August 2019 das Videomaterial der Haftanstalt gesichtet haben. Dabei zeigen sich Ungereimtheiten, berichtet «CBS News».
Jeffrey Epstein auf einem undatierten Foto.
US-Justizministerium
Konkret geht es um etwas auf der Treppe, die in Richtung Epsteins Zelle führt: Am 9. August ist um 22.39 Uhr etwas Farbiges zu sehen. «Etwas Orangefarbenes blitzt auf und scheint die Treppe zur Ebene L hochzugehen – es könnte sich um einen Häftling handeln, der dorthin eskortiert wird», wird zunächst von FBI-Agenten vermerkt.
FBI-Memo zu den Gefängnisaufnahmen am Vorabend von Epsteins Tod.
US-Justizministerium via CBS News
Im Bericht des Justizministeriums ist dann von einem Beamten die Rede, der orangefarbene «Wäsche oder Bettzeug» bei sich hat. Die Insassen würden zu so einer Uhrzeit nicht herumlaufen, heisst es noch.
Bericht des Office of Inspector General im Justizministerium zum Gefängnisvideo.
US-Justizministerium via CBS News
Im Abschlussbericht steht schliesslich: «Um circa 22.39 Uhr schien ein nicht identifizierter [Wärter] die Treppe auf Ebene L hinaufzugehen und tauchte dann um 22.41 Uhr wieder im Blickfeld der Kamera auf.»
Recherchen von «CBS News» legen jedoch nahe, dass die Person eher einem Insassen ähnele als einem Beamten. Das widerspreche der offiziellen Lesart, dass am Abend vor Epsteins Tod keine Personen in der Nähe seiner Zelle gewesen sein sollen.
Mit Material der Nachrichtenagentur AP.
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