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Jetzt meldenBeim G7-Gipfel in Évian treffen grosse Hoffnungen auf grosse Differenzen. Die wichtigste Frage ist: Wie stark darf Donald Trump die Agenda bestimmen? Hier sind die wichtigsten Fragen und Antworten.
Was tun gegen die wirtschaftlichen Auswirkungen des Iran-Kriegs? Am Genfersee kommen Staats- und Regierungschefs wirtschaftsstarker Demokratien zusammen. Im Zentrum aber wird der US-Präsident stehen: Schliesslich hat Donald Trump gerade erst wieder eine Vereinbarung mit dem Iran getroffen.
Ob das Treffen der G7 in Harmonie verläuft oder zumindest Ergebnisse zeitigt? Allzu optimistisch sollte man nicht sein. Oder wie die italienische «La Stampa« kommentiert: «Der bevorstehende G7-Gipfel verspricht, weniger einem Gipfeltreffen unter Verbündeten als vielmehr einem misslungenen Klassentreffen zu ähneln: Alle geben vor, verantwortungsbewusste Erwachsene zu sein. Bis US-Präsident DonaldTrump auftaucht [...]»
Der französische Präsident Emmanuel Macron empfängt als Gastgeber neben dem US-Präsident Donald Trump den deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz, Grossbritanniens Premierminister Keir Starmer. Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, den kanadischen Premierminister Mark Carney sowie Japans Premierministerin Sanae Takaichi. Mit am Tisch sitzen zudem EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident António Costa.
Der Gipfel will aber nicht nur ein Treffen der reichen Industriestaaten sein, sondern auch einige Länder einbinden, die bei Themen wie Ukraine, Handel, Migration oder Klimapolitik zunehmend an Einfluss gewinnen. Auf der Gästeliste stehen daher auch der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskyj, Indiens Premierminister Narendra Modi sowie Vertreter aus Brasilien, Südkorea, Ägypten und Kenia.

Auf dem Weg nach Évian: US-Präsident Donald Trump wird auf dem Flughafen Genf von Bundespräsident Guy Parmelin begrüsst.
KEYSTONE
So viel Nähe wie in Évian werden sie selten erleben: Denn die Staats- und Regierungschefs schlafen alle unter einem Dach. Die Luxusherberge Hôtel Royal wird bereits zum zweiten Mal Schauplatz eines Gipfeltreffens dieser informellen Gruppe der Mächtigen.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, US-Präsident Donald Trump, Friedrich Merz und all die anderen werden es nicht weit haben, sollten sie am Rande des Gipfels spontane Treffen in kleiner Runde organisieren wollen. Falls sie dann nach langen Sitzungen der Hunger überfällt, bietet ihnen der Zimmerservice laut Karte eine breite Auswahl vom Kaviarhäppchen bis zum Burger mit Fritten, was dem bekennenden Fastfood-Liebhaber Trump gefallen dürfte.
Das Luxushotel bereitet sich seit etwa einem Jahr auf das G7-Gipfeltreffen vor. Bei einer so hohen Konzentration mächtiger Politiker auf kleinem Raum ist der Sicherheitsaufwand immens. In der Region sind etwa 20'000 französische und schweizerische Sicherheitskräfte und Soldaten im Einsatz. Sowohl der See als auch der Luftraum werden massiv abgesichert.
Nach Jahren von Zollandrohungen, diplomatischen Turbulenzen und öffentlichen Konfrontationen haben die G7-Staatschefs mittlerweile begriffen, dass Trump keine Störung der internationalen Ordnung darstellt. Er ist vielmehr ein fester Bestandteil derselben.
Sie reden Trump nicht mehr nach dem Mund, sondern stellen sich darauf ein, dass die USA kein berechenbarer Partner mehr sind – ohne dabei einen offenen Bruch mit Trump zu riskieren. Für die «Washington Post» ist der Gipfel daher auch ein Gradmesser dafür, wie Amerikas Partner die stetig ungewisser werdende US-Diplomatie meistern.
Damit der US-Präsident überhaupt anreist, hatte man bereits im Vorfeld den gesamten Gipfel um einen Tag verschoben. Für Donald Trump hatte sein 80. Geburtstag samt blutiger UFC-Feierlichkeiten in Washington Vorrang.
Zudem hat Emmanuel Macron Trump zu einem Galadinner im Schloss Versailles eingeladen. Dort wollen die beiden Präsidenten in passender (und glamouröser) Kulisse auf die US‑Unabhängigkeit anstossen: In Versailles wurden 1783 die Verträge unterzeichnet, die den Unabhängigkeitskrieg der USA gegen Grossbritannien beendeten: London entliess die 13 Kolonien in die staatliche Souveränität.
Dass Gold- und Prunkliebhaber Donald Trump wie im vergangenen Jahr vorzeitig abreist, ist nicht zu erwarten. Das Dinner in Versailles ist erst nach Ende des G7-Gipfels angesetzt.
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Eigentlich wollte Gastgeber Frankreich das Thema wirtschaftliche Sicherheit in den Mittelpunkt stellen. Sichere Lieferketten, kritische Rohstoffe, Chinas wirtschaftlicher Einfluss, Regeln für neue Technologien und KI – zu diskutieren gibt es genug.
Doch die Weltpolitik hat Macron einen Strich durch die Rechnung gemacht: Zunächst dürfte die Iran-Vereinbarung zunächst den Ton für den Gipfel setzen. Donald Trump hatte die Einigung wenige Stunden vor seinem Abflug nach Évian verkündet und wird sich dafür feiern lassen wollen.
Das Abkommen dürfte schon beim Abendessen am Montag Thema sein, am Dienstag steht es offiziell auf der Tagesordnung des Gipfels. Dann sollen auch die Regionalmächte Ägypten, Katar und die Vereinigten Arabische Emirate als G7-Gäste dazustossen.
Der Iran-Durchbruch bietet eine Chance für die transatlantischen Beziehungen. Die Europäer hatten sich für den Fall eines Kriegsendes schon im April bei einem Gipfel in Paris zusammen mit anderen Verbündeten auf eine Militärmission in der Strasse von Hormus zur Sicherung der wichtigen Handelsroute vorbereitet. Nun besteht, insbesondere vor dem Nato-Gipfel im Juli in Ankara, dass die die transatlantischen Partner wieder etwas enger zusammenrücken.
Sollte das in Évian klappen, könnte das auch positive Auswirkungen auf einen anderen diplomatischen Prozess haben, der zuletzt ins Stocken geraten ist: die Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Kriegs. Bisher galten die USA als alleiniger Vermittler in dem Konflikt. Trump war zuletzt aber vor allem mit seinem eigenen Krieg im Iran beschäftigt und schien das Interesse an der Ukraine verloren zu haben.
Eine grosse Abschlusserklärung mit allen Ergebnissen soll es nicht geben. Damit will man quälendes Ringen um einzelne Formulierungen vermeiden und der Gefahr aus dem Weg gehen, dass sich Trump am Ende doch wieder ganz ausklinkt. Er hat schon einmal eine G7-Abschlusserklärung auf dem Rückflug von einem Gipfel wieder aufgekündigt.
Es soll aber Erklärungen zu Einzelthemen geben. Wo man sich nicht einig wird, hat die französische Präsidentschaft die Möglichkeit, einfach den Beratungsstand zusammenzufassen (Chair's Summary).
Mit Agenturmaterial.