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Marcel Fratzscher sorgt immer wieder für Aufregung.
Annette Riedl/dpa
Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher, will die Babyboomer stärker zur Kasse bitten. Neben einer Abgabe auf Alterseinkünfte schlägt er ein soziales Pflichtjahr für Rentnerinnen und Rentner vor – und stösst damit eine hitzige Debatte an.
Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher, fordert eine stärkere Beteiligung der Generation der Babyboomer an den Kosten für Rente, Gesundheit und Pflege.
«Die Babyboomer müssen endlich Verantwortung für ihr Handeln übernehmen», sagte der DIW-Chef der «Süddeutschen Zeitung» (Montagsausgabe). Konkret plädiert er für einen «Boomer-Soli»: Wohlhabende ältere Menschen sollen über eine Abgabe auf ihre Alterseinkünfte stärker belastet werden.
Das Geld solle verwendet werden, um ärmere Rentnerinnen und Rentner zu unterstützen und die Finanzierung von Rente, Gesundheit und Pflege langfristig zu sichern.
Zudem sprach sich Fratzscher für ein verpflichtendes soziales Jahr für Seniorinnen und Senioren aus. So könnten ältere Menschen nach dem Arbeitsleben ihre Fähigkeiten in gesellschaftlich wichtigen Bereichen wie Pflege, Gesundheit oder Verteidigung einbringen.
Unionsparlamentsgeschäftsführer Steffen Bilger (CDU) rief angesichts der anstehenden Haushaltsberatungen im Bundestag zum Sparen auf. «Unser Anspruch ist klar: Wo das Geld der Steuerzahler nicht sinnvoll eingesetzt wird, müssen Einsparungen erzielt werden», sagte er der «Rheinischen Post» (Montagsausgabe). Die Einsparungen müssten nicht nur durch Sozialreformen erzielt werden, sondern durch die Überprüfung von Förderprogrammen und die systematische Streichung unnötiger Ausgaben in allen Bereichen.
«In jedem einzelnen Etat gibt es Ausgaben, die nicht nötig sind», sagte Bilger. Konkret vereinbart seien Stellenstreichungen in allen Bereichen außer Verteidigung und Innere Sicherheit. Zur Lösung der Haushaltsprobleme sei es außerdem entscheidend, dass die Wirtschaft «wieder in Schwung» komme.
Hinsichtlich der Debatte in der schwarz-roten Koalition über Steuererhöhungen sagte Bilger: «Da gibt es unterschiedliche Auffassungen zwischen den Koalitionsparteien. Aber wir haben diese Frage bereits ausdiskutiert. Der Koalitionsvertrag sieht keine Steuererhöhungen vor.»