20 Neuinfektionen — Swiss fährt ihren Flugplan bis zum Herbst weiter hoch

Agenturen/red.

4.6.2020 - 22:00

Die Swiss fährt ihren Flugplan bis im Herbst weiter hoch. Das BAG meldet 20 Neuinfektionen. Unterdessen hat die Internationale Geberkonferenz für die Impf-Allianz Gavi die Erwartungen übertroffen. Die Ereignisse des Tages im Überblick.

In der Schweiz und in Liechtenstein sind innerhalb eines Tages 20 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Am Vortag waren es 19, am Dienstag deren drei, am Montag neun.

Insgesamt gab es 30'913 laborbestätigte Fälle, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Donnerstagmittag mitteilte. Die Fallzahlen unterliegen einer wöchentlichen Schwankung mit tieferen Zahlen am Wochenende.

Zur Bewältigung der Corona-Krise hat die kleine Kammer am Donnerstag als Zweitrat weitere 14,9 Milliarden Franken bewilligt. Der grösste Teil geht an die Arbeitslosenversicherung (ALV), welche die Kurzarbeitsentschädigungen finanziert.

Mit dem neuen Kreditpaket verdoppeln sich die Corona-Kosten für den Bund beinahe. In der ausserordentlichen Session von Anfang Mai hatte das Parlament ausserordentliche Ausgaben von rund 16 Milliarden Franken bewilligt. Mit den neuen Krediten summieren sich diese auf 31 Milliarden Franken. Der Bundesrat schätzt, dass sich das Defizit 2020 auf rund 40 Milliarden Franken belaufen wird.

Der Widerstand gegen das zweite Kreditpaket war im Parlament aber überschaubar. Gänzlich unumstritten waren die 14,2 Milliarden Franken für den ALV-Fonds. Damit werden die Kosten der Kurzarbeitsentschädigung gedeckt, ohne die Beiträge erhöhen zu müssen.

Die Fluggesellschaft Swiss baut ihren durch die Coronakrise geschrumpften Flugplan wieder weiter aus. Bis im Herbst sollen wieder fast alle Destinationen angeflogen werden, wie die Swiss am Donnerstag mitteilte.

Im Einklang mit den Lockerungen der Einreisebestimmungen in den jeweiligen Zielländern wolle die Swiss bis im Herbst 85 Prozent der Destinationen, die vor der Coronapandemie im Flugplan gewesen seien, wieder anfliegen. Allerdings weniger häufig als noch vor der Krise: Vorerst werde die Kapazität erst ein Drittel der sonst üblichen Flugfrequenzen betragen.

Im Kampf gegen Infektionskrankheiten sind bei einer internationalen Geberkonferenz umgerechnet rund 7,8 Milliarden Euro für die globale Impf-Allianz Gavi zugesagt worden. Die Erwartungen wurden damit am Donnerstag um mehr als eine Milliarde übertroffen. Mithilfe des Geldes sollen innerhalb der kommenden fünf Jahre 300 Millionen Kinder gegen Krankheiten wie Polio, Typhus und Masern geimpft werden.

Swiss fährt Flugplan bis Herbst weiter hoch. (Archiv)
KEYSTONE/CHRISTIAN MERZ

Die Ereignisse des Tages im Überblick:

Das Wichtigste in Kürze:

  • New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo hat alle Teilnehmer der Proteste gegen Rassismus und Polizeibrutalität zu Coronavirus-Tests aufgerufen.
  • Zur Corona-Tracing-App Swisscovid gibt es bislang überwiegend positive Rückmeldungen.
  • Auf der Geberkonferenz der Impfstoff-Allianz Gavi hat die Schweiz zugesagt, 30 Millionen Franken bereitzustellen. Von der Stiftung des Microsoft-Gründers Bill Gates kommen 1,6 Milliarden Franken.
  • Die Swiss wird in den nächsten Wochen und Monaten ihr Streckennetz schrittweise weiter ausbauen.
  • Das das Bundesamt für Gesundheit (BAG) meldet 20 neue Coronavirus-Infektionen innert 24 Stunden.
  • Der Bundesrat hebt Abstandsbussen klammheimlich wieder auf.
  • Das Parlament bewilligt weitere 14,9 Milliarden Franken Hilfe – das meiste wird für die Kurzarbeitsentschädigung verwendet.
  • Deutschland will 130 Milliarden Euro aufwenden, um der Wirtschaft möglichst rasch wieder auf die Beine zu helfen.

21.43 Uhr: Amphetamin-Konsum in Finnland steigt massiv an

In Finnland hat sich während der Corona-Krise der Konsum von Amphetaminen massiv erhöht. Wie die Gesundheitsbehörden in Helsinki bei der Vorstellung einer neuen Abwasser-Studie erklärten, stieg der Verbrauch von Amphetaminen seit der Verhängung der Ausgangsbeschränkungen Mitte März um 15 Prozent. Amphetamine werden als Medikamente unter anderem zur Behandlung von ADHS eingesetzt, als illegale Droge sind sie vor allem als «Speed» bekannt.

Zwar konnten die Studienautoren einen Zusammenhang zwischen den Ausgangsbeschränkungen und dem Anstieg beim Amphetamin-Konsum nicht zweifelsfrei belegen. Allerdings sei es eine «Tatsache, dass der Amphetamin-Konsum so hoch ist wie noch nie zuvor —
zumindest im Grossraum Helsinki», sagte der Leiter der Abteilung für forensische Toxikologie am Nationalinstitut für Gesundheit und Fürsorge, Teemu Gunnar. Auch die Polizei sprach von einem mutmasslichen «Rekordhoch» beim Amphetamin-Konsum in Helsinki.

21.22 Uhr: AU-Gesundheitsexperte: Afrika muss Zahl seiner Corona-Tests verdreifachen

Afrika muss die Zahl seiner Corona-Tests nach Auffassung seines obersten Gesundheitsexperten verdreifachen, wenn es die Ausbreitung des Virus trotz der vielerorts beschlossenen Lockerungen unter Kontrolle halten will. Die Zahl der Tests müsse in den nächsten zwei oder drei Monaten auf mindestens zehn Millionen steigen, sagte der Chef der Seuchenbehörde der Afrikanischen Union, John Nkengasong,  in Addis Abeba.



Bis heute wurden auf dem Kontinent 3,4 Millionen Tests vorgenommen, dies entspricht einer Rate von 1700 Tests pro einer Million Menschen. In Grossbritannien liegt sie bei 30'000 und in Italien bei 37'000 Tests pro einer Million Bürger.

Laut Nkengasong wurden in Afrika bisher 4600 Todes- und 162'000 Infektionsfälle registriert. In der vergangenen Woche seien im Durchschnitt 5400 neue Infektionsfälle pro Tag gemeldet worden, sagte er. Er rechnet mit einem sprunghaften Anstieg der Infektionen im Zuge der zur Rettung der Wirtschaft beschlossenen Lockerungen.

20.58 Uhr: Schweden kündigt kostenlose Corona-Tests für Menschen mit Symptomen an

Menschen mit den entsprechenden Symptomen können sich künftig in Schweden kostenlos auf die Lungenkrankheit Covid-19 testen lassen. Der Staat werde für die Kosten der Tests aufkommen und im Falle einer Infektion zudem die Rückverfolgung von Kontaktpersonen übernehmen, sagte Finanzminister Per Bolund. Die Regierung werde zusätzliche 5,9 Milliarden Schwedische Kronen (rund 611 Millionen Franken) zur Finanzierung der Maßnahme zur Verfügung stellen, hiess es weiter.

Sowohl Tests auf eine akute Corona-Infektion sowie Bluttests auf eine zurückliegende Erkrankung würden zur Verfügung stehen, hiess es weiter. Ziel der Massnahme sei die weitere Eindämmung der Virusausbreitung in Schweden.

Ab dem 13. Juni werden laut Regierung zudem Inlandsreisen wieder erlaubt sein, weiterhin müssten aber die erforderlichen Distanzregeln eingehalten werden. «Die Lage ist nach wie vor ernst. Diese Ankündigung bedeutet nicht, dass die Gefahr vorüber ist. Sie bedeutet nicht, dass das Leben zur Normalität zurückkehrt», sagte Regierungschef Stefan Löfven.



In Schweden wurden bislang fast 42'000 Infektionen mit dem Coronavirus registriert, mehr als 4500 Menschen starben.

Der schwedische Sonderweg steht jedoch in der Kritik. Das nordeuropäische Land verzeichnet mittlerweile eine wesentlich höhere Sterberate als seine skandinavischen Nachbarländer.

20.29 Uhr: Merkel: Abkehr von Abstandsregeln macht mich unruhig

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat sich besorgt darüber gezeigt, dass manche Bürger die Verhaltensregeln in der Corona-Pandemie nicht mehr ernst nehmen. «Ich werde unruhig, wenn zum Beispiel Menschen glauben, wir brauchen die Abstandsmassnahmen nicht mehr. Die brauchen wir», sagte Merkel in der ZDF-Sendung «Was nun ?», die heute Abend ausgestrahlt werden sollte.

Das Tragen von Gesichtsmasken in Situationen, in denen die Abstandsregeln nicht eingehalten werden könnten, sei ebenfalls «absolut notwendig», betonte sie. «Das wird so bleiben, so lange wir keinen Impfstoff haben und kein Medikament haben.»

Zu einer möglichen zweiten Welle der Pandemie sagte Merkel, sie glaube nicht, «dass es sich genau so wiederholt, wie es war». Es könne jetzt «viel eher» reagiert werden als beim ersten Auftauchen des neuartigen Coronavirus. Auf die Frage, ob sie Angst vor einer zweiten Welle habe, sagte die Kanzlerin: «Angst ist das falsche Wort.» Sie sei «unglaublich aufmerksam, das immer zu beobachten, Tag für Tag».

20.07 Uhr: Gates «enttäuscht» über Rückzug der USA aus der WHO

Microsoft-Gründer Bill Gates hat sich «enttäuscht» über den Rückzug der USA aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gezeigt. «Ich würde es natürlich unterstützen, wenn die USA Mitglied der WHO bleiben und sie weiter unterstützen würden», sagte Gates bei einer telefonischen Pressekonferenz. «Wenn wir die WHO verbessern müssen, werden wir das tun, aber gemeinsam in der WHO zu bleiben, ist entscheidend, denn es wird irgendwann wieder eine Pandemie geben.»



Noch habe er nicht mit US-Präsident Donald Trump darüber gesprochen, sagte Gates weiter. «Aber das werden wir sicher machen, zumindest indirekt.» Er glaube daran, dass sich eine Lösung finden werde. Die USA hatten sich vor einigen Tagen mitten in der Corona-Krise nach mehr als 70 Jahren aus der WHO verabschiedet. Zuvor hatte US-Präsident Trump der Organisation unter anderem vorgeworfen, unter chinesischem Einfluss zu stehen.

19.40 Uhr: Peru will Produktion von Sauerstoff erhöhen

Angesichts des hohen Bedarfs an Sauerstoff zur Beatmung von Covid-19-Patienten will die peruanische Regierung die Produktion des Gases erhöhen. «Wir betrachten Sauerstoff als ein Element nationalen Interesses», sagte Verteidigungsminister Walter Martos. Die Regierung prüfe nun, wie die Herstellung von Sauerstoff für medizinische Zwecke erhöht werden könne. Zudem würden Gelder für den Import von Sauerstoff bereitgestellt. Zuletzt hatte die deutsche Bundesregierung Peru 30 Beatmungsgeräte zur Behandlung schwerer Covid-19-Fälle gespendet. Knapp 1000 Patienten werden derzeit in peruanischen Krankenhäusern künstlich beatmet.

In Peru haben sich bislang 178'914 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Damit ist es in Südamerika das am zweitstärksten betroffene Land nach Brasilien. 4894 Patienten sind im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Zwar gelten in dem Andenstaat bereits seit Mitte März recht strenge Ausgangsbeschränkungen. Weil allerdings der Grossteil der Peruaner im informellen Sektor beschäftigt ist und es kaum soziale Absicherung gibt, konnten sich viele Menschen aus wirtschaftlichen Gründen nicht an die Regeln halten und gingen trotzdem zur Arbeit.

19.31 Uhr: Lettlands Regierung will Corona-Notstand nicht verlängern

Lettlands Regierung will den wegen der Coronavirus-Pandemie verhängten Notstand nicht verlängern. «Der Regierung ist klar, dass wir den Ausnahmezustand mit dem 9. Juni beenden und am 10. Juni in ein neues Alltagsregime übergehen wollen», sagte Ministerpräsident Krisjanis Karins in Riga.

Die Entscheidung darüber liege aber in den Händen des Parlaments, das sich derzeit im Schnellverfahren mit dem sogenannten Covid-19-Gesetz beschäftige. Das Normenwerk soll rechtlich die Situation nach Aufhebung des Corona-Notstands in dem baltischen EU-Land regeln — darunter weiter geltende Einschränkungen und Unterstützungsmassnahmen.

Lettland mit seinen knapp 1,9 Millionen Einwohnern verzeichnete bislang 1082 bestätigte Infektionen und 25 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus.

19.24 Uhr: Museum Langmatt verkauft Bilder aus finanzieller Not

Das Museum Langmatt im aargauischen Baden verkauft bis zu drei Bilder aus dem eigenen Bestand bedeutender französischer Impressionisten. Das ist ein aussergewöhnlicher Vorgang in der Museumslandschaft — und ein schmerzlicher.

«Es schmerzt uns selber sehr, dass wir Bilder verkaufen müssen, aber es ist die Ultima Ratio, es ist die einzige Möglichkeit um das Museum zu retten», sagte Stiftungsratspräsident Lukas Breunig gegenüber Schweizer Radio SRF.



Das Museum Langmatt besitzt eine bedeutende Sammlung von Werken französischer Impressionisten, wie Claude Monet, Paul Cézanne, Camille Pissarro, Edgar Degas, Pierre-Auguste Renoir und Paul Gauguin. Die Bilder sind in der Langmatt ausgestellt, eine um 1900 entstandene ehemalige Fabrikanten-Villa eines Mitbegründers von Brown Boveri & Cie (BBC). Neben Bildern sind Möbel, Teppiche und Keramiken aus dem Erbe der Familie Brown ausgestellt. Das Museum besteht seit rund 30 Jahren.

Hintergrund des geplanten Verkaufs sind finanzielle Nöte des Museums. Der Einwohnerrat Baden hat am Mittwoch einer Strategie zur Sanierung zugestimmt. Diese sieht vor, dass die Stadt Baden als Eigentümerin des Hauses rund 450'000 Franken für bauliche Massnahmen zur Verfügung stellt. Die Stiftung als Betreiberin der Villa ihrerseits verkauft bis zu drei Bilder um den Betrieb langfristig zu sichern.

Der Verkauf der Bilder soll 30 bis 40 Millionen Franken einbringen. Allerdings dürfen nur Bilder verkauft werden, die nicht zum Kernbestand der Sammlung gehören. Der Einwohnerrat Baden habe diesem Verkauf am Mittwoch zugestimmt und gleichzeitig die Hoffnung geäussert, dass die Käuferin oder der Käufer die Bilder der Villa Langmatt als Leihgabe weiterhin überlasse, wie SRF am Donnerstag berichtete.

19.17 Uhr: England führt Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln ein

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie müssen vom 15. Juni an in England Gesichtsmasken in Bussen, U-Bahnen und Zügen getragen werden. Der Schutz ist auch auf Fähren und im Luftverkehr Pflicht. Ausnahmen gelten nur für sehr junge Kinder, Menschen mit Behinderungen und Atemwegsproblemen, wie Verkehrsminister Grant Shapps in London mitteilte.

Jeder Landesteil beschliesst in Grossbritannien seine eigenen Massnahmen im Kampf gegen das Virus. Nach offiziellen Statistiken hat Grossbritannien mit knapp 40'000 die meisten Corona-Todesopfer in Europa. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus.

18.58 Uhr: New Yorks Gouverneur ruft Demonstranten zu Coronavirus-Tests auf

New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo hat alle Teilnehmer der Proteste gegen Rassismus und Polizeibrutalität zu Coronavirus-Tests aufgerufen. Allein im Bundesstaat New York und der gleichnamigen Millionenmetropole hätten in den vergangenen Tagen bis zu 30'000 Menschen an den Demonstrationen teilgenommen und diese Menschen sollten nun davon ausgehen, dass sie dem Virus ausgesetzt worden seien, sagte Cuomo bei seiner täglichen Pressekonferenz.



«Viele von ihnen tragen Gott sei Dank Masken, aber es gibt keinen Abstand», sagte der Gouverneur weiter. «Wenn man sich die Begegnungen mit der Polizei anschaut — die Polizisten sind direkt vor ihren Gesichtern, sie sind direkt vor den Gesichtern der Polizisten.» Jeder Mensch in dem Bundesstaat mit rund 19 Millionen Einwohnern könne sich inzwischen jederzeit in einer der rund 700 entsprechenden Einrichtungen kostenlos testen lassen. Zuletzt seien rund 50'000 Tests pro Tag durchgeführt worden.

New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo hat alle Teilnehmer der Proteste gegen Rassismus und Polizeibrutalität zu Coronavirus-Tests aufgerufen.
KEYSTONE/AP/Jacquelyn Martin (Archivbild)

Der Bundesstaat war besonders stark von der Coronavirus-Pandemie betroffen, zuletzt waren die Infektionszahlen aber stark gesunken. Das könne sich — auch aufgrund der Massendemonstrationen — aber schnell wieder ändern, sagte Cuomo. Der Gouverneur hatte zuvor immer wieder gesagt, dass er die friedlichen Proteste unterstütze, die Teilnehmer aber immer auch dazu aufgefordert, ihr Verhalten dabei an die wegen der Pandemie notwendigen Abstands- und Hygieneregeln anzupassen.

Auslöser für die Proteste, die sich über das ganze Land ausbreiteten, war der Tod des Afroamerikaners George Floyd in der vergangenen Woche bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis. In New York sollte es am Donnerstag eine Schweigeminute für Floyd geben. Zudem war in Brooklyn eine Andacht geplant, bei der auch ein Bruder Floyds teilnehmen wollte, und weitere Demonstrationen.

18.50 Uhr: Finnland hält Vorschlag zu EU-Wiederaufbauprogramm für unzureichend

Finnland hält das geplante EU-Wiederaufbauprogramm zur Bewältigung der Corona-Krise in seiner jetzigen Form für unzureichend. Es müssten mehrere Änderungen an dem Vorschlag der EU-Kommission vorgenommen werden, ehe man das Paket akzeptieren könne, teilte die finnische Regierung am Donnerstag mit. Die Zuschüsse sollten verringert und die Summe der Kredite erhöht werden. Insgesamt solle der Umfang verringert werden und die Rückzahlungsfrist kürzer sein als die vorgeschlagenen 30 Jahre. Man sei aber offen dafür, weiter und innerhalb des Zeitrahmens an dem Vorschlag zu arbeiten, heisst es in einer Regierungsmitteilung.

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hatte vergangene Woche nach einem Vorstoss von Deutschland und Frankreich ein schuldenfinanziertes Programm zur wirtschaftlichen Erholung Europas im Umfang von 750 Milliarden Euro (rund 810 Milliarden Franken) vorgeschlagen. Davon sollen 500 Milliarden Euro als Zuschüsse und 250 Milliarden Euro als Kredite an EU-Staaten vergeben werden.



Österreich, die Niederlande, Dänemark und Schweden — genannt die «sparsamen Vier» — haben Einspruch eingelegt. Sie sind gegen das Prinzip, als Kredit aufgenommenes Geld als Zuschüsse weiterzugeben. Das bedeutet nämlich, dass die Schulden gemeinsam getilgt werden müssen. Die 27 EU-Mitgliedstaaten wollen auf einem Gipfel in zwei Wochen über den Vorschlag der EU-Kommission diskutieren.

18.41 Uhr: Internationale Geberkonferenz für Impf-Allianz übertrifft Erwartungen

Im Kampf gegen Infektionskrankheiten sind bei einer internationalen Geberkonferenz umgerechnet rund 7,8 Milliarden Euro für die globale Impf-Allianz Gavi zugesagt worden. Die Erwartungen wurden damit um mehr als eine Milliarde übertroffen. Mithilfe des Geldes sollen innerhalb der kommenden fünf Jahre 300 Millionen Kinder gegen Krankheiten wie Polio, Typhus und Masern geimpft werden.

Deutschland beteiligt sich mit 600 Millionen Euro, wie die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in einer Videobotschaft ankündigte. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte allein für die Brüsseler Behörde 300 Millionen Euro zu. Gastgeber Grossbritannien ist nach Angaben von Premierminister Boris Johnson mit einer Zusage von 1,65 Milliarden Pfund (rund zwei Milliarden Franken) grösster Gavi-Geldgeber.

Die in Genf ansässige Globale Allianz für Impfstoffe und Immunisierung (Gavi) war im Jahr 2000 gegründet worden und hat seitdem dabei geholfen, mehr als 760 Millionen Kinder in den ärmsten Ländern der Erde zu impfen. Ziel des Bündnisses aus öffentlichen und privaten Geldgebern ist es, mehr Kinder zu impfen und so vor lebensbedrohlichen Krankheiten zu schützen.

18.19 Uhr: Flughafen Zürich fährt Betrieb langsam hoch

Parallel zu den Fluggesellschaften fährt auch der Flughafen Zürich seinen Betrieb allmählich wieder hoch. So hoch wie vor der Coronakrise wird es am Flughafen aber erst in einigen Jahren wieder gehen.

Um satte 99 Prozent seien die Passagierzahlen in den Monaten April und Mai eingebrochen, teilte die Flughafenbetreiberin mit. Nun zeichne sich aber eine langsame Erholung ab und man bereite sich auf ein schrittweises Hochfahren des Flughafens vor.



Denn zuletzt hätten einige Fluggesellschaften den Betrieb teilweise wieder aufgenommen, erklärte der Flughafen Zürich. Und die meisten Geschäfte hätten ihre Pforten ebenfalls wieder geöffnet. Den kommerziellen Mietern komme der Flughafen entgegen, indem er teilweise auf die jährliche Minimumgarantie verzichte.

18.02 Uhr: Rückmeldungen zu Coronavirus Tracing App überwiegend positiv

Erste Rückmeldungen von Nutzern der Coronavirus Tracing App in deren Pilotphase zeigen ein gemischtes, in der Gesamtheit aber überwiegend positives Bild. Laut dem Bundesamt für Gesundheit würde die Mehrheit die App Swisscovid weiterempfehlen und will sie auch in Zukunft nutzen.

Rückmeldungen kamen bisher vor allem zu Installationsproblemen und Fehlermeldungen im Zusammenhang mit der Ländereinstellung der Smartphones, wie Gregor Lüthy vom Bundesamt für Gesundheit (BAG)  gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte. Die teilnehmenden Personen seien mit der Gestaltung der App und deren Benutzerfreundlichkeit sehr zufrieden.



Das BAG hatte am Mittwoch die Zahl von rund 50'000 Personen bestätigt, die aktuell die Tracing App Swisscovid nutzen. In der Westschweizer Tageszeitung «Le Temps» war diese Zahl am Mittwoch genannt worden. Rund 37'000 dieser Personen nutzen demnach ein Android-Telefon und 12'000 ein iPhone.

17.48 Uhr: Bill Gates sagt Impfallianz Gavi 1,6 Milliarden Dollar zu

Die Impfallianz Gavi, die am Donnerstag auf einer virtuellen Geberkonferenz Geld eingesammelt hat, erhält eine milliardenschwere Zusage der Bill & Melinda Gates Stiftung: Der Microsoft-Gründer und seine Frau wollen in den kommenden fünf Jahren 1,6 Milliarden US-Dollar für die Suche nach einem Corona-Impfstoff und zur Versorgung der weltweit ärmsten Länder mit lebenswichtigen Impfstoffen spenden, teilte die Stiftung am Donnerstagnachmittag mit. 

«Um die Covid-19-Pandemie zu bewältigen, braucht die Welt mehr als bahnbrechende Forschung. Sie braucht eine wahrhaft bahnbrechende Grosszügigkeit. Und genau das nehmen wir aktuell auch wahr: Entscheidungsträger des öffentlichen und privaten Sektors machen sich für Gavi stark – insbesondere Premierminister Johnson», lässt sich Bill Gates zitieren. «Wenn Covid-19-Impfungen bereitstehen, wird dieses finanzielle Engagement und die weltweite Koordination dafür sorgen, dass die Menschen überall Zugang haben.»

Die in Genf ansässige Globale Allianz für Impfstoffe und Immunisierung (Gavi) war im Jahr 2000 gegründet worden und hat seitdem dabei geholfen, mehr als 760 Millionen Kinder in den ärmsten Ländern der Erde zu impfen. Ziel des Bündnisses aus öffentlichen und privaten Geldgebern ist es, mehr Kinder zu impfen und so vor lebensbedrohlichen Krankheiten zu schützen.

17.11 Uhr: Tausende neue Corona-Fälle in Pakistan

Die Zahl bestätigter neuer Corona-Infektionen ist in Pakistan innerhalb von 24 Stunden um 4'688 angestiegen. Die Zahl neuer Toter von 82 war ein Tagesrekord für Pakistan. Krankenhäuser bereiteten sich am Donnerstag auf einen Anstieg der Covid-19-Patientinnen und -Patienten vor. Die Regierung ordnete die Schliessung aller Einkaufszentren und Märkte an, in und auf denen Abstandsregeln ignoriert werden.

Die Zahl der Infektionen ist in Pakistan seit dem vergangenen Monat stetig gestiegen, als die Regierung die Ausgangsbeschränkungen aufhob, die sie im März eingeführt hatte, um die Ausbreitung des Virus zu bremsen. Präsident Arif Alvi traf sich in Islamabad mit einem Team chinesischer Ärzte, um sich über deren Erfahrungen bei der Behandlung von Corona-Patientinnen und -Patienten zu informieren.

16.44 Uhr: Schweiz gibt 30 Millionen Franken für Impfallianz

Der britische Premierminister Boris Johnson hat Staats- und Regierungschefs aus aller Welt bei einem Online-Impfgipfel zu einem gemeinsamen Vorgehen gegen lebensbedrohliche Krankheiten aufgerufen. Er hoffe, dass der virtuelle Gipfel ein echter Moment sein werde, an dem sich die Menschheit im Kampf gegen Krankheiten zusammenschliesse, sagte Johnson am Donnerstag zum Auftakt der online übertragenen globalen Geberkonferenz der Impfstoff-Allianz Gavi.

Johnson appellierte an die Teilnehmer, sich Grossbritannien anzuschliessen, «um diese lebensrettende Allianz zu stärken und eine neue Ära der globalen Gesundheitszusammenarbeit einzuleiten». Es handele sich aus seiner Sicht um «das wichtigste gemeinsame Unterfangen unseres Lebens».

Bei dem Gipfel sollten Vertreter von mehr als 50 Ländern sowie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und US-Milliardär Bill Gates dabei sein. Insgesamt sollten Zusagen über umgerechnet 7,1 Milliarden Schweizer Franken für Impfprogramme eingesammelt werden.

Die Schweiz wurde von Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga vertreten. Sie kündigte an, die Impfallianz mit einem Beitrag von 30 Millionen Franken zu unterstützen. «Die Schweiz verfolgt gemeinsam mit anderen das Ziel, die Forschung, Entwicklung und Produktion eines Impfstoffes voranzutreiben und für eine gerechte Verteilung zu sorgen», so Sommaruga in einem Video-Statement.

16.29 Uhr: EDA wird keine Rückholflüge mehr durchführen

Schweizer, die jetzt eine Reise ins Ausland antreten und aufgrund von Massnahmen im Zusammenhang mit Covid-19 an einem Ort blockiert sind, müssen sich selber organisieren. Rückholflüge des Bundes sind keine mehr vorgesehen, so das Schweizer Aussendepartement EDA.

Wer jetzt eine Reise antrete, müsse sich bewusst sein, dass das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und das EDA Stand heute immer noch von nicht dringlichen Reisen ins Ausland abraten würden, mit Ausnahme von Deutschland, Frankreich und Österreich. Die Covid-19-Krise sei in vielen Regionen und Ländern noch nicht überstanden und sogenannte zweite Wellen könnten nicht ausgeschlossen werden, stellte eine EDA-Sprecherin weiter fest.

Sollten Schweizerinnen und Schweizer im Ausland aufgrund einer Covid-19-Krise in Not geraten, sollten sie gemäss EDA im Sinne der Eigenverantwortung zunächst vor Ort verfügbare Anlaufstellen und Hilfsmöglichkeiten (z.B. Polizei, Ambulanz, medizinische Einrichtungen, Geldinstitute) oder ihre Reiseversicherung in Anspruch nehmen.

Der konsularische Schutz, also die Hilfeleistung durch das EDA, komme erst zum Tragen, wenn die Betroffenen alles Zumutbare versucht hätten, um die Notlage selber organisatorisch oder finanziell zu überwinden, heisst es beim EDA.

16.08 Uhr: Zoo Basel stellt das Schutzkonzept für die Wiedereröffnung vor

82 Tage lang musste der Zoo Basel wegen der Coronavirus-Pandemie seine Tore geschlossen halten. Dies hatte einen Einnahmeverlust von 5,5 Millionen Franken zur Folge, der dank Spenden auf knapp 3,5 Millionen verringert werden konnte. Am Samstag wird der Zoo unter Einhaltung der Schutzmassnahmen des Bundesamts für Gesundheit wieder Besucherinnen und Besucher empfangen können.

Bei einem maximalen Einlass von 4'000 Besucherinnen und Besuchern zur selben Zeit, rechnet der Zoo Basel mit keinen langen Wartezeiten. An normalen Spitzentagen empfängt der Zoo bis zu 6'000 Gäste, verteilt auf jeweils einen ganzen Tag.

15.49 Uhr: Brasilien verzeichnet erneut traurigen Rekord bei Corona-Toten

Brasilien hat binnen eines Tages 1'349 Tote im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert - und damit erneut einen traurigen Rekord. Dies geht aus den Daten des Gesundheitsministeriums in Brasília vom Mittwochabend (Ortszeit) hervor. Es ist der zweite Tag hintereinander, an dem Brasilien einen Negativ-Rekord bei den Corona-Toten verzeichnet. Am Dienstag hatte das grösste Land in Lateinamerika 1'262 Tote vermeldet und die Marke von 30'000 Toten durchbrochen. Das Ministerium meldete auch 28'633 Neuinfektionen, insgesamt lag die Zahl der Infizierten bei 584'016.

Nach den Daten der US-Universität Johns Hopkins rangiert Brasilien bei der Zahl der Todesopfer damit weiter auf Platz vier, bei der Zahl der Infizierten auf Platz zwei der am schwersten betroffenen Länder – hinter den USA. Die tatsächliche Zahl dürfte in Brasilien unter anderem wegen fehlender Tests und noch nicht ausgewerteter Laborergebnisse weit höher liegen. Wissenschaftliche Studien legen nahe, dass die Zahl der Infizierten mindestens sieben Mal höher ist als bislang bekannt. Das Gesundheitsministerium kommentierte die Zahlen nicht.

15.31 Uhr: Studie zeigt, wie Schweizer Jugendliche die Schulschliessungen erlebten

Mehrere Wochen lang waren die Schweizer Schulen wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Wie die Schülerinnen und Schüler diese Zeit erlebt haben, zeigt nun eine eine Befragung der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW), über die der «Tages-Anzeiger» berichtet.

Demnach verbrachten die befragten Jugendlichen im Alter von zwölf bis 20 Jahren durchschnittlich fast zwei Stunden mehr vor dem Bildschirm, um Computerspiele zu spielen, fernzusehen oder Filme zu gucken. Die Beziehung zu den Eltern habe sich in der Zeit dennoch verbessert, so die Befragten. Gesunken ist hingegen ihre Lebenszufriedenheit, vor allem bei jungen Frauen.

Sport trieben die Befragen während des Lockdowns fast genauso viel wie zuvor, dafür ging der Drogenkonsum zurück, ebenso das Cybermobbing. Dirk Baier, der Leiter des Instituts für Delinquenz und Kriminalprävention der ZHAW, befürchtet aber, dass sich dies bald wieder ändern könnte: «Die Jugendlichen müssen lernen, mit der wiedergewonnenen Freiheit umzugehen. Da wird wohl einiges nachgeholt, was im Lockdown nicht möglich war.»

15.02 Uhr: Zunahme im grenzüberschreitenden Verkehr

Einen Tag nach der einseitigen Grenzöffnung Italiens hat Eidgenössiche Zollverwaltung ihre erste Einschätzung korrigiert. Demnach hat am Tag eins nach der Öffnung der Ein- und Ausreiseverkehr um rund 20 Prozent zugenommen.

Die Zunahme im Ausreiseverkehr habe verschiedene Gründe. Unter anderem hätten Schweizer, die eine Liegenschaft in Italien besitzen, am Mittwoch die Grenze passiert. Dies hielt die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA fest.

Insbesondere aus dem Kanton Tessin seien viele Italiener ausgereist, die entweder in der Schweiz oder in Ländern nördlich der Schweiz ihren Wohnsitz hätten. Über den ganzen Tag betrachtet, hätten bloss wenige Fahrzeuge aus touristischen Zwecken im Transit die Schweiz mit Ziel Italien verlassen, schreibt die EZV weiter.

Die grösste Zunahme an grenzüberschreitendem Verkehr hätten Zollbeamte am Tessiner Grenzübergang in Chiasso Brogeda auf der Autobahn verzeichnet. Trotzdem sei das Verkehrsvolumen an der Grenze insgesamt noch immer deutlich geringer als vor der Coronavirus-Krise.

14.21 Uhr: Swiss baut Flugplan weiter aus

Die Swiss wird in den nächsten Wochen und Monaten ihr Streckennetz sukzessive weiter ausbauen. Im Herbst sollen rund 85 Prozent aller Destinationen, die vor der Corona-Krise bedient wurden, wieder angeflogen werden. Allerdings weniger häufig als noch vor der Krise: Vorerst werde die Kapazität erst ein Drittel der sonst üblichen Flugfrequenzen betrage, heisst es in einer Mitteilung am Donnerstag.

In der Aufbauphase werde eine möglichst breite Palette an Destinationen angeboten. Zuerst stehe der Europaverkehr ab den beiden Flughäfen Zürich und Genf im Vordergrund, von denen die Metropolen Amsterdam, Brüssel, London, Madrid, Mailand, Paris, Rom, Stockholm, Warschau und Wien angeflogen werden.

Zudem sollen die Feriendestinationen Bilbao, Brindisi, Cork, Malta, Porto, Palermo, Palma de Mallorca, Sylt, Valencia, Venedig und weitere wieder in den Flugplan aufgenommen werden. Überdies stellt die Swiss auch eine baldige Erweiterung des Langstreckenangebots in Aussicht. Die Änderungen würden bald im Buchungssystem der Fluggesellschaft veröffentlicht.

13.47 Uhr: EZB weitet Pandemie-Kaufprogramm aus

Die Europäische Zentralbank (EZB) lockert mit Blick auf die Corona-Krise die bereits grosszügige Geldpolitik und stockt das Pandemie-Notfall-Wertpapierkaufprogramm (PEPP) von derzeit 750 Milliarden Euro um weitere 600 Milliarden auf. Den Leitzins im Euroraum beliess der EZB-Rat am Donnerstag auf dem Rekordtief von null Prozent, wie die Notenbank mitteilte.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte bereits Ende April betont: «Wir können aktuell bis Ende des Jahres über eine Billion Euro einsetzen.» Der EZB-Rat sei bereit, den Umfang des Notkaufprogramms PEPP «so weit und so lange wie nötig anzupassen». Zunächst hatte die EZB bis mindestens Jahresende 750 Milliarden Euro für den Kauf von Staats- und Unternehmensanleihen im Rahmen des Corona-Notprogramms PEPP (Pandemic Emergency Purchase Programme) veranschlagt.



12.53 Uhr: Ständerat gegen Mehrwertsteuersenkung

Von der Corona-Krise besonders betroffene Unternehmen sollen weiterhin Mehrwertsteuern entrichten. Die kleine Kammer lehnt eine vorübergehende Befreiung oder Reduktion ab, wie es eine entsprechende Motion von Ständerat Marco Chiesa (SVP/TI) forderte.

Der Ständerat stimmte am Donnerstag mit 27 zu 10 Stimmen bei 2 Enthaltungen gegen den Vorstoss. Dieser ist damit erledigt.

Wie der Bundesrat sieht auch eine Mehrheit der kleinen Kammer im Instrument wenig Potenzial für eine Verbesserung der Situation. Das Konzept des Bundesrats zur Abfederung der wirtschaftlichen Schäden in der Corona-Krise habe bewusst keine Steuererleichterungen vorgesehen, sagte Eva Herzog (SP/BS). Ein Wechsel der Strategie sei nicht angezeigt.

Für eine konjunkturelle Stützung seien die Steuern des Bundes vergleichsweise wenig geeignet, gab auch Finanzminister Ueli Maurer zu bedenken. Eine Senkung der Mehrwertsteuer sei eine «Hilfe mit der Spitzkanne ohne grosse Wirkung».

12.40 Uhr: Paris verzichtet auf Militärparade am 14. Juli

Frankreich verzichtet wegen der Corona-Krise auf die traditionelle Militärparade am Nationalfeiertag 14. Juli. Stattdessen solle es auf der Place de la Concorde im Herzen von Paris eine militärische Feier mit mehreren Tausend Menschen geben, bei der auch Krankenhaus- und Pflegekräfte für ihre Arbeit während der Covid-19-Pandemie gewürdigt werden sollen. Das teilte der Élyséepalast am Donnerstag mit.

12.02 Uhr: Fallzahlen bleiben tief

In der Schweiz und in Liechtenstein sind innerhalb eines Tages 20 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Am Vortag waren es 19, am Dienstag deren drei, am Montag neun.

Insgesamt gab es 30'913 laborbestätigte Fälle, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Donnerstagmittag mitteilte. Die Fallzahlen unterliegen einer wöchentlichen Schwankung mit tieferen Zahlen am Wochenende.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 in allen Kantonen zusammen betrug nach einer Zählung der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Donnerstagmittag unverändert 1'921. Keystone-SDA analysiert die auf den Internetseiten der Kantone vorliegenden offiziellen Daten.

Das BAG gab die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit Covid-19 mit 1'660 an, drei mehr als am Vortag. Das entspreche 19 Todesfällen pro 100'000 Einwohner. Das Bundesamt bezieht sich auf die Meldungen, die die Laboratorien sowie Ärztinnen und Ärzte im Rahmen der Meldepflicht bis Donnerstagmorgen übermittelt hatten. Die Zahl könne deshalb von den Zahlen der Kantone abweichen, schreibt das BAG

11.25 Uhr: Daniel Koch für Humorpreis nominiert

Daniel Koch ist in der Schweiz zum Gesicht der Krisenbewältigung während der Covid 19-Pandemie geworden – zum «Mister Corona» eben. Dafür wird er nun für die Humorschaufel 2020 des Arosa Humorfestivals nominiert.

Humor sei ein Wesenszug, den man bei einem Beamten doch «eher weniger vermutet», lässt sich Festivaldirektor Frank Baumann in der Mitteilung von Donnerstag zitieren. 

Pascal Jenny, Direktor von Arosa Tourismus, begründet die Nominierung, Koch habe einen «hervorragenden und souveränen Job im Krisenmanagement» gemacht. Jenny zeigt sich beeindruckt von Kochs «medialer Coolness», seiner Fähigkeit zur Vereinfachung, «die er immer wieder mit einer guten Prise Humor gewürzt» habe. Ob Kochs Schwumm in der Aare ebenso zur Nominierung beigetragen hat, bleibt unerwähnt.

Koch war bis vor kurzem Leiter für übertragbare Krankheiten beim Bundesamt für Gesundheit (BAG). Das weiss in der Schweiz fast jedes Kind, führte doch der Spitzenbeamte die Schweiz durch die Krisenzeit der Covid 19-Pandemie. Inzwischen ist er in den Ruhestand getreten. Das Arosa Humorfestival nominiert ihn nun für die Humorschaufel 2020, wie der Verantwortlichen am Donnerstag mitteilten.

Am 5. Dezember im Rahmen des Arosa Humorfestivals soll dann bekannt gegeben werden, wer der Gewinner der Humorschaufel 2020 sein wird.



11.15 Uhr: Kein schweizweiter Anstieg bei häuslicher Gewalt

Die gemeldeten Fälle häuslicher Gewalt sind in der Mehrzahl der Kantone während der Corona-Pandemie im Vergleich zum Vorjahr stabil geblieben. Das ergab die jüngste Lagebeurteilung durch die Taskforce des Bundes gegen häusliche Gewalt.

Die Polizei habe seit Inkrafttreten der Corona-Massnahmen Mitte März zwar zeitliche und räumliche Schwankungen der Anzahl Meldungen wegen häuslicher Gewalt festgestellt. Ein schweizweiter Anstieg sei jedoch ausgeblieben. Auch die Mehrzahl der Opferhilfestellen in den Kantonen hätten keine Zunahme der Beratungen wegen häuslicher Gewalt verzeichnet, teilte das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann am Donnerstag mit.

In einzelnen Kantonen stellen die Opferhilfestellen seit den Lockerungsschritten von 11. Mai allerdings eine Zunahme der Beratungen wegen häuslicher Gewalt fest – dabei geht es um die Kantone Basel-Stadt, Basel-Land, Aargau und Solothurn. Ein definitiver Vergleich mit den Vorjahreszahlen werde aber erst mit der Kriminalstatistik und der Opferhilfestatistik möglich sein.

11.05 Uhr: Trumps Malaria-Mittel ist wirkungslos

Hydroxychloroquin war in aller Munde, als US-Präsident Donald Trump erklärte, er nehme es zum Schutz vor einer Infektion mit dem Coronavirus. Nun zeit sich: Das Mittel schützt Kontaktpersonen von Sars-CoV-2-Infizierten nicht vor einer Ansteckung. Das hat eine Studie US-amerikanischer Wissenschaftler ergeben.

Die Forscher hatten das Medikament Personen verordnet, die sich ohne Mund- oder Augenschutz mit einem Abstand von weniger als 1,80 Meter für mindestens zehn Minuten in der Nähe eines nachweislich Infizierten aufgehalten hatten. Die Betroffenen erkrankten später selbst mit der gleichen Wahrscheinlichkeit an Covid-19 wie Kontaktpersonen, die ein wirkungsloses Scheinmedikament bekommen hatten. Die Forscher stellen ihre Ergebnisse im «The New England Journal of Medicine» vor.

Teilnehmer für ihre Studie hatte das Team um David Boulware von der University of Minnesota in Social-Media-Kanälen und auf traditionellen Medien-Plattformen gesucht. Die Freiwilligen bekamen das Mittel, das ursprünglich zur Behandlung von Malaria und bestimmten Immunerkrankungen entwickelt wurde, per Post mit der Aufforderung, es den Anweisungen entsprechend einzunehmen. Die Einnahme musste spätestens vier Tage nach dem ungeschützten Kontakt erfolgen. In den Wochen danach befragten die Forscher die Teilnehmer mehrfach nach ihrem Gesundheitszustand.



10.30 Uhr: Corona-Hilfe um fast 15 Milliarden Franken aufgestockt

Zur Bewältigung der Corona-Krise hat der Ständerat am Donnerstag als Zweitrat weitere 14,9 Milliarden Franken bewilligt. Der grösste Teil geht an die Arbeitslosenversicherung (ALV), die die Kurzarbeitsentschädigungen finanziert.

Mit diesem neuen Kreditpaket verdoppeln sich die Corona-Kosten für den Bund beinahe. In der ausserordentlichen Session von Anfang Mai hatte das Parlament ausserordentliche Ausgaben von rund 16 Milliarden Franken bewilligt. Mit den neuen Krediten summieren sich diese auf 31 Milliarden Franken. Der Bundesrat schätzt, dass sich das Defizit 2020 auf rund 40 Milliarden Franken belaufen wird.

Ständerat Peter Hegglin (CVP/ZG) sprach im Namen der Finanzkommission von «historisch einmaligen» Zeiten. Er wehrte sich gegen den Vorwurf, dass das Parlament die Kredite einfach durchgewinkt habe. Die Kommissionen hätten die Ausgangslage eingehend geprüft.

10.20 Uhr: Schülerin wird während Lockdown zur Starköchin

Ja, es gibt auch noch schöne Coronavirus-Geschichten: Zum Beispiel jene eines achtjähriges Mädchens aus Myanmar, das während des Lockdowns zu einer kleinen Starköchin geworden ist – ihre Videos sind ein Hit im Internet. «Weil ich nicht nach draussen gehen konnte, begann ich Mama und Papa beim Kochen zu helfen, und ich liebe es», sagte Moe Myint May Thu der Nachrichtenagentur DPA.

Bald lud ihre Mutter Videos der Tochter beim Kochen traditioneller Gerichte auf ihr TikTok-Konto. Dabei trägt das Kind herzige Kochuniformen und Kochmütze. Inzwischen wurden die Videos mehrere Hunderttausend Mal geschaut. Die Mutter hatte einmal bei einem Schönheitswettbewerb teilgenommen und daher schon früher Tausende Abonnenten gehabt. Inzwischen sind es 83'000.

Weil die Schulen noch geschlossen sind, verbringt Moe Myint May Thu inzwischen bis zu drei Stunden am Tag in der Küche. Sie übt für später – denn sie möchte einmal professionelle Köchin werden. Ihr Lieblingsgericht ist Mohinga, eine Reisnudel- und Fischsuppe, die in ganz Myanmar gern zum Frühstück gegessen wird.

10.10 Uhr: Schweizer Banken sollen armen Ländern Schulden erlassen

Elf Entwicklungsorganisationen fordern von den Schweizer Banken einen Schuldenerlass für arme Länder. Sie rufen den Bundesrat dazu auf, einen runden Tisch anzuberaumen, um die Modalitäten zu verhandeln.

Wie die Organisationen am Donnerstag mitteilten, belaufen sich die Schulden der 86 ärmsten Länder bei 40 Schweizer Banken auf insgesamt 5,7 Milliarden Franken. Alliance Sud und weitere Hilfswerke und Organisationen berufen sich dabei auf bisher unveröffentlichte Zahlen der Schweizer Nationalbank (SNB).

Die zusätzlichen Mittel, die der Internationale Währungsfonds, die Weltbank und einzelner Länder wie die Schweiz im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit gesprochen hätten, reichten nicht aus, um der Krise in den Entwicklungsländern angemessen zu begegnen. Die Coronakrise stürze viele arme Länder in ausserordentliche Notlagen. Ihnen drohe die schlimmste Schuldenkrise seit den 1980er-Jahren, heisst es in der Mitteilung.



9.51 Uhr: Johnson fordert «neue Ära der Zusammenarbeit»

Der britische Premierminister Boris Johnson hat vor der Geberkonferenz für die Impfallianz Gavi eine «neue Ära der weltweiten Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich» gefordert. Dies sei seiner Ansicht nach «die wichtigste gemeinsame Anstrengung unseres Lebens», erklärte Johnson am Donnerstag. «Ich hoffe, dieses Gipfeltreffen wird der Moment sein, an dem die Welt zusammenkommt, um die Menschheit im Kampf gegen Krankheiten zu vereinen.»

Die internationale Impfallianz Gavi will auf einer Online-Geberkonferenz am Donnerstag Milliardenhilfen für wegen der Corona-Pandemie ins Stocken geratene Impfprogramme in ärmeren Ländern und künftige Corona-Impfstoffe sammeln. Gastgeber des virtuellen Treffens ist Grossbritannien. Mehr als 50 Länder sowie Einzelpersonen wie Microsoft-Gründer Bill Gates nehmen an dem Treffen teil.

Boris Johnson plant einen virtuellen runden Tisch.
Bild. Keystone

9.45 Uhr: Von der Leyen sieht EU in der Verantwortung

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat die Verantwortung der Europäischen Union in der Frage eines Corona-Impfstoffes betont. «In dieser Corona-Krise gilt es, gut sich zu koordinieren, aber vor allen Dingen auch miteinander Solidarität zu zeigen, füreinander zu sorgen», sagte von der Leyen am Donnerstag im Bayerischen Rundfunk vor einer internationalen Geberkonferenz.

Die Europäische Kommission müsse einerseits für die europäischen Bürger sicherstellen, «dass wir einen Impfstoff nicht nur entwickeln, sondern der auch zugänglich ist». Es müsse aber auch an die Nachbarn gedacht werden. Als Beispiele nannte von der Leyen Afrika und den Westbalkan.

Es müsse jetzt schon überlegt werden, wie die Produktionskapazitäten für einen Impfstoff erhöht werden können, um möglichst viel zu produzieren und wie der Impfstoff «in jeden Winkel dieser Welt kommt». «Das ist eine Aufgabe, wo sich die Europäische Union in der Verantwortung sieht», sagte von der Leyen.

8.58 Uhr: Israels Parlament verschiebt Ausschusssitzungen

Nach der Infektion eines Abgeordneten mit dem Coronavirus sind die für Donnerstag geplanten Ausschusssitzungen des israelischen Parlaments abgesagt worden. Allen Beschäftigten sei zudem mitgeteilt worden, zu Hause zu bleiben, sollte ihre Anwesenheit nicht zwingend erforderlich sein, erklärte die Knesset in Jerusalem.

8.56 Uhr: Wieder Ausgangssperren in Nordmazedonien 

Nach einem starken Anstieg neuer Infektionen mit dem Coronavirus hat Nordmazedonien erneut Ausgangssperren verhängt. In der Hauptstadt Skopje sowie in neun weiteren Städten darf von Donnerstag 21 Uhr bis kommenden Montag 5 Uhr früh niemand seine Wohnung oder sein Haus verlassen. In allen anderen Teilen des Landes gilt eine nächtliche Ausgangssperre, wie Gesundheitsminister Venko Filipce am späten Mittwochabend bekannt gab.

Die Behörden begründeten die Massnahmen damit, dass in den letzten 24 Stunden 101 neue Corona-Fälle aufgetreten waren, allein 59 davon in Skopje. Am Tag zuvor waren es 76 Neuansteckungen. Der Anstieg erfolgte eine Woche, nachdem das kleine Balkanland seine Massnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie gelockert hatte. Unter anderem durften Cafés, Restaurants und Bars wieder öffnen.

8.41 Uhr: Medikamente dürfen nach Hause geliefert werden

Trotz der Lockerungen der Corona-Massnahmen dürfen Apotheken und Drogerien neu auch Menschen rezeptfreie Arzneimittel nach Hause liefern, die nicht Stammkunden sind. Die Kantonsapothekervereinigung (KAV) hat den erweiterten Hauslieferdienst genehmigt.

Bisher durften nur Stammkunden die Hauslieferung in Anspruch nehmen. Weil die Restriktionen für Menschen mit Vorerkrankungen, mit Symptomen oder in Quarantäne trotz der Lockerungen noch längere Zeit Bestand haben dürften, haben der Schweizerische Apothekerverband Pharmasuisse und der Schweizerische Drogistenverband (SDV) gemeinsam ein Konzept erarbeitet für eine umfassende telefonische Beratung, Dokumentation und Heimlieferung, wie sie am Donnerstag mitteilten.

8.27 Uhr: Covid-19: Die am stärksten betroffenen Länder

Grafik: dpa

8.22 Uhr: Herbstsession wieder im Bundeshaus

Nach einer fünfeinhalb Monate langen Pause werden die eidgenössischen Räte im September ins Bundeshaus zurückkehren. Die sechsköpfige Verwaltungsdelegation hat am Mittwochabend entschieden, die Herbstsession im Parlamentsgebäude abzuhalten.

Nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie war die Frühjahrssession im Bundeshaus Mitte März abgebrochen worden. Die ausserordentliche Session von Anfang Mai sowie die laufende Sommersession fanden daraufhin «extra muros» in den Hallen der Berner Messe Bernexpo statt. Dort können die Abstandsregeln eingehalten werden.

7.46 Uhr: Roche-Test erhält US-Notfallzulassung

Roche wird im Kampf gegen das Coronavirus einen weiteren Test lancieren. Der Basler Pharmakonzern hat von der US-Gesundheitsbehörde FDA für den Elecsys IL-6-Test bei Patienten mit bestätigter Covid-19-Erkrankung eine Notfallzulassung erhalten.

Mit dem Elecsys IL-6-Test können diejenigen Coronavirus-Patienten früh identifiziert werden, bei denen ein hohes Risiko für die Notwendigkeit einer künstlichen Beatmung besteht, schreibt Roche am Donnerstag in einer Mitteilung.

7.40 Uhr: George Floyd hatte Coronavirus

Der in Polizeigewalt ums Leben gekommen Afroamerikaner George Floyd hat sich Wochen vor seinem Tod mit dem Coronavirus infiziert. Floyd sei am 3. April positiv auf das Sars-CoV-2 getestet worden, zeigte augenscheinlich aber keine Symptome, schrieb der Chef der Gerichtsmedizin des Bezirks Hennepin, Andrew Baker. Floyds Lungen schienen demnach gesund zu sein, allerdings wiesen Arterien in seinem Herzen Verengungen auf.

Floyd erlitt ausserdem während der Festnahme einen Herzinfarkt, wie aus dem 20-seitigen Bericht hervorgeht, den die Gerichtsmedizin mit Erlaubnis der Familie veröffentlichte. Die Gerichtsmediziner gingen von einem Tötungsdelikt aus.

Ein früherer, gekürzter Bericht beschrieb eine Vergiftung mit dem Opioid Fentanyl, einem Schmerzmittel. Auch hatte Floyd kürzlich Methamphetamin, auch Crystal Meth genannt, konsumiert. Beides wurde unter «weitere bedeutsame Konditionen», nicht aber unter «Todesursache» aufgelistet. In den Fussnoten des umfassenden Berichts wurden als Zeichen einer Fentanyl-Vergiftung «schwere Atemdepression» und Krampfanfall aufgelistet.



6.32 Uhr: Über 100'000 Infektionen in Mexiko

In Mexiko sind inzwischen mehr als 100'000 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden. Das Land ist nach Zahlen der Johns-Hopkins-Universität in den USA das 14. der Welt, das diese Marke überschritten hat – das vierte in Lateinamerika. Weil in Mexiko sehr wenig auf das Coronavirus getestet wird, dürfte die wahre Zahl der Menschen, die in dem nordamerikanischen Land an der Lungenkrankheit Covid-19 erkrankt sind, deutlich höher liegen.

In der am Mittwochabend (Ortszeit) aktualisierten Statistik des Gesundheitsministeriums stieg die Zahl der Infektionen im Vergleich zum Vortag um 3'912 auf 101'238. Demnach starben inzwischen 11'728 der Erkrankten – eine Zunahme von 1'091 Todesfällen im Vergleich zum Vortag, als 470 mehr Tote als einen Tag zuvor gemeldet worden waren.

6.00 Uhr: Bundesrat schafft Bussen für Abstandssünder ab

Der Bundesrat hat die im Zuge der Corona-Pandemie eingeführten Abstandsbussen wieder abgeschafft. Bereits am Pfingstsamstag hat die Landesregierung die Strafbestimmungen zum Mindestabstand in der Öffentlichkeit aufgehoben – ohne darüber breit zu informieren. Bei Verstössen gegen die Abstandsregel drohte bisher eine Busse von 100 Franken.



Zwar empfiehlt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) nach wie vor, die Distanz von zwei Metern bei Personenkontakten einzuhalten. Die Drohung mit einer Busse erscheine aber mit Blick auf die aktuell tiefen Fallzahlen nicht mehr gerechtfertigt. Im Rahmen der aktuellen Lockerungen trete die Selbstverantwortung der Bürgerinnen und Bürger in den Vordergrund. Allerdings sehe die Covid-Verordnung weiterhin in einigen Fällen Bussen vor, etwa bei zu grossen Versammlungen oder beim Einkaufstourismus.

5.30 Uhr: Nationalrat diskutiert erneut Mietzinserlasse

Der Nationalrat befasst sich am Donnerstag erneut mit dem ungelösten Streit über Mietzinserlasse für wegen der Corona-Pandemie geschlossene Gewerbebetriebe. Der grossen Kammer liegt dazu ein neuer, wiederum umstrittener Kompromissvorschlag vor.

In der ausserordentlichen Corona-Session Anfang Mai hatten sich die Räte nicht auf eine Lösung für die gebeutelten Gewerbebetriebe einigen können. Zankapfel war eine vom Ständerat abgeänderte Motion der Wirtschaftskommission (WAK) des Nationalrats, die einen Mietzinserlass von 70 Prozent forderte. Diese Änderungen lehnte die WAK des Nationalrats ab, verfasste aber im Sinn eines Kompromisses und in Anlehnung an die Formulierung des Ständerats eine neue Motion. Die Kommission beschloss diese Motion mit 13 zu 10 Stimmen bei 2 Enthaltungen. Vertreter von SVP und FDP in der Kommission lehnen das Ansinnen ab.

Die Mehrheit der Schwesterkommission des Ständerats beschloss einen identischen Vorstoss, mit dem sich die kleine Kammer voraussichtlich am kommenden Montag befassen wird. Nehmen beide Räte die Motionen an, gilt das Anliegen als überwiesen.

5.13 Uhr: Mitarbeiter verklagen Amazon

Angestellte haben in den USA gegen den Online-Riesen Amazon Klage wegen unzureichender Corona-Schutzmassnahmen eingereicht. Laut Anklageschrift habe Amazon im Umschlagszentrum JFK8 zugunsten der Produktivität die Sicherheit der etwa 5'000 Mitarbeitern gefährdet. Amazon habe die Angestellten gezwungen, mit «schwindelerregendem Tempo» zu arbeiten, auch wenn diese dadurch daran gehindert wurden, Abstandsregeln einzuhalten, sich die Hände zu waschen und ihre Arbeitsplätze regelmässig zu desinfizieren.

Eine Mitarbeiterin sagte, sie sei im März positiv auf Covid-19 getestet worden und habe mehrere Haushaltsmitglieder angesteckt, darunter einen Cousin, der am 7. April an den Folgen der neuartigen Lungenkrankheit gestorben sei.

2.03 Uhr: Charles nimmt nun Umweltschutz noch wichtiger

Prinz Charles setzt sich seit seiner Covid-19-Erkrankung noch entschlossener für Umweltschutz ein als vorher. Das sagte der 71 Jahre alte Thronfolger dem britischen Sender Sky News in einem Interview, das am Mittwochabend veröffentlicht wurde.

Je mehr die Natur zerstört werde, desto stärker setze sich die Menschheit der Bedrohung von Pandemien aus, sagte der Royal in dem Video-Interview von seinem Landsitz im schottischen Birkhall aus. «Alle diese Dinge haben mit dem Verlust von Biodiversität zu tun, sie werden Zoonose genannt und man bekommt diese Krankheiten, die von Tieren auf Menschen übertragen werden, wenn man die Natur zerstört», sagte Charles und fügte hinzu: «Wenn die Erde ein Patient wäre, hätte kein anständiger Arzt so eine Situation entstehen lassen, bevor er eine Behandlung einleitet.»

Charles war Ende März positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er hatte jedoch nur milde Symptome und erholte sich relativ schnell wieder. Der Prinz setzt sich schon seit Langem für Umweltschutz ein.

0.17 Uhr: 130-Milliarden-Konjunkturpaket für Deutschland

Berlin greift einmal mehr zur Bazooka: Senkung der Mehrwertsteuer, Hilfen für Kommunen, Zuschüsse für Familien und höhere Kaufprämien für Elektroautos. Die Spitzen der grossen Koalition verständigten sich nach tagelangem zähen Ringen am späten Mittwochabend auf ein riesiges Konjunkturpaket für 2020 und 2021 im Umfang von 130 Milliarden Euro. 120 Milliarden entfallen dabei auf den Bund. Damit sollen Wirtschaft und Konsum der Bürger wieder angekurbelt und eine schwere Rezession infolge der Corona-Pandemie abgewendet werden.

Merkel sprach von einem guten Ergebnis. Es gehe darum, die schwerste wirtschaftliche Krise in den Griff zu bekommen. Diese zeige sich an den mehr als sieben Millionen Kurzarbeitern. Das alles brauche eine mutige Antwort. Vizekanzler Scholz fasste es mit den Worten zusammen: «Wir wollen mit Wumms aus der Krise kommen.»

Ein Herzstück des Paketes ist nach den Worten des CSU-Vorsitzenden Markus Söder eine Senkung der Mehrwertsteuer ab 1. Juli bis Ende Jahr. Dagegen entschieden sich die Spitzen der grossen Koalition gegen eine Kaufprämie für abgasarme Benziner und Dieselautos. Sie beschlossen allerdings deutlich höhere Prämien für Elektroautos.

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