BAG meldet rekordhohe 9386 Neuinfektionen — Hospitalisierungen verdoppelt 

Agenturen/red

29.10.2020 - 21:50

Am ersten Tag der vom Bundesrat verschärften Massnahmen ist die Zahl der neu gemeldeten Coronavirus-Ansteckungen innert 24 Stunden auf rekordhohe 9386 Fälle gestiegen. Fast verdoppelt haben sich die Hospitalisierungen. Die Ereignisse des Tages im Überblick.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat 9386 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Dies stellt einen Tagesrekord dar. Am Mittwoch waren noch 8616 Corona-Infektionen bekannt geworden.

Noch drastischer fällt die Zunahme der Hospitalisierungen innert Tagesfrist aus: Wurden am Mittwoch dem BAG 149 Spitaleinweisungen gemeldet, so waren es am Donnerstag bereits 287 Hospitalisierungen. Die Zahl der neu gemeldeten Todesfälle erhöhte sich innert eines Tages von 24 auf 31.

Noch besser Aufschluss über die Entwicklung der Corona-Pandemie gibt neben den täglichen Zahlen der veröffentlichte Wochenvergleich des BAG. So waren in der vergangenen Woche insgesamt 39'441 neue laborbestätigte Fälle verzeichnet worden. Damit hat sich die Anzahl Fälle im Vergleich zur Vorwoche erneut verdoppelt. Der Anstieg der Fälle sei in allen Kantonen und allen Altersklassen zu verzeichnen, schreibt das BAG.

Weiter wurden 623 neue Hospitalisationen im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gemeldet. Gegenüber der Vorwoche stieg die Zahl der Hospitalisationen um 43 Prozent. In fast allen Kantonen sei die Zahl der Spitalfälle angestiegen. Die Zahl der Todesfälle belief sich in der vergangenen Woche auf 89 gegenüber 38 in der Vorwoche, hat sich also mehr als verdoppelt. Der Anteil positiver Tests stieg im Wochenvergleich von 15,4 Prozent auf 22,5 Prozent.

Weitere Verschärfungen in den Kantonen

Die Schraube im Kampf gegen die Corona-Pandemie angezogen haben weitere Kantone. Ab Montag wird an den Schulen der Sekundarstufe im Kanton Solothurn eine generelle Maskenpflicht eingeführt. Shishabars, Clubbetriebe sowie Erotik- und Sexbetriebe werden geschlossen. In Barbetrieben und bei Veranstaltungen dürfen maximal 30 Gäste präsent sein. Zudem werden die Besuche in Spitälern sowie Alters- und Pflegeheimen eingeschränkt.

Auch der Kanton Aargau setzt nach und führt an der Sekundarschule für Kinder im Alter ab zwölf Jahren sowie an Mittel- und Berufsfachschulen eine umfassende Maskenpflicht ein. Klassen- und Schullager sind gemäss Verfügung des Regierungsrats verboten.

Der Kanton Tessin gab am Donnerstag eine Erhöhung der Kapazitäten für die Behandlung von Covid-19-Erkrankten auf den Intensivstationen der Spitäler bekannt.

Die Berner Gesundheitsbehörden rieten für Halloween von Tür-zu-Tür-Rundgängen oder von Strassentreffen ab.


Die Ereignisse des Tages im Überblick:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Corona-Expertengruppe des Bundes hat das Maskentragen in Innenräumen empfohlen, selbst wenn ein Mindestabstand von 1.5 Metern eingehalten wird.
  • Daniel Koch und Stefan Büsser starten einen gemeinsamen Podcast rund um das Coronavirus.
  • Das BAG hat innert eines Tages  9386 neue Coronavirus-Ansteckungen bei 35‘230 Tests registriert. 31 Personen sind gestorben, 287 mussten hospitalisiert werden.
  • Die Bündner Regierung hat das Kantonsgebiet zur besonderen Lage erklärt.
  • Ein Forscherteam mit Schweizer Beteiligung hat eine neue SARS-CoV-2-Variante identifiziert, die sich zuletzt europaweit verbreitet hat.
  • Schweizer, die zum Einkaufen nach Deutschland fahren, leben gefährlich. Die Polizei will Grenzgebiete entlang von Risikoländern in einem Radius von 30 Kilometern verstärkt kontrollieren.
  • Die Medien üben am Bundesrat harte Kritik: Zu spät, zu zögerlich, zu uneinheitlich, so der Tenor zur Corona-Politik heute.

21.50 Uhr: Wir beenden den Live-Ticker am Donnerstag

21.37 Uhr: Trump: Wir machen nie wieder einen Lockdown

US-Präsident Donald Trump hat ungeachtet weiter steigender Coronavirus-Infektionen neue weitreichende Einschränkungen des öffentlichen Lebens in den USA ausgeschlossen. «Wir werden nie wieder einen Lockdown machen», verkündete Trump bei einem Wahlkampfauftritt in Tampa im Bundesstaat Florida. Er nahm dabei auch ausdrücklich Bezug auf die in Deutschland und Frankreich angekündigten Einschränkungen.



Während die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA zuletzt wieder auf rund 79'000 an einem Tag angestiegen war, beharrt Trump weiterhin darauf, dass man bald über den Berg sein werde. Er verweist darauf, dass bald wirksame Arzneimittel wie Antikörper-Medikamente sowie Impfstoffe verfügbar sein würden. Experten auch aus Trumps Regierung warnen allerdings, dass bis dahin noch Monate vergehen dürften. Deshalb setzten sie sich unter anderem für das Tragen von Masken ein.

21.32 Uhr: Neue Ausgangsbeschränkungen in Frankreich kosten Milliarden

Die neuen coronabedingten Ausgangsbeschränkungen in Frankreich sorgen für milliardenschwere Extrakosten. Wie Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire in Paris sagte, müssen 200'000 Geschäfte in den kommenden Wochen geschlossen bleiben. «Dieser Lockdown ist ein harter Schlag für alle Unternehmen, die geschlossen bleiben werden», sagte der Ressortchef. Er bezifferte die nun fälligen Unterstützungsleistungen pro Monat auf rund 15 Milliarden Euro (rund 16 Milliarden Franken).

Die neuen Massnahmen gelten ab Freitag und bis zum 1. Dezember. Damit soll die Ausbreitung des Coronavirus eingedämmt werden. Staatschef Emmanuel Macron hatte die «neue Etappe» im Kampf gegen die Pandemie am Mittwoch angekündigt.

«Es gibt keine andere Lösung», sagte Premierminister Jean Castex vor Journalisten. Bürger dürfen sich nicht mehr ohne Weiteres frei bewegen. Menschen können auf die Strasse gehen, wenn sie arbeiten, wichtige Einkäufe erledigen, einen Arzt aufsuchen oder frische Luft schnappen wollen — müssen dafür dann aber eine Bescheinigung ausfüllen. Sport ist eine Stunde pro Tag in einem Umkreis von einem Kilometer vom Wohnort erlaubt.



Im Grossraum Paris gab es am Donnerstagabend ein hohes Verkehrsaufkommen, wie Medien berichteten. Autos stauten sich zusammengerechnet auf einer Länge von rund 700 Kilometern — deutlich mehr als üblich. Schon im Frühjahr hatten zahlreiche Bewohner die Hauptstadt während der Ausgangsbeschränkungen verlassen. Restaurantbesucher nutzten die letzte Möglichkeit, vor Beginn der Ausgangsbeschränkungen noch etwas zu bestellen, wie ein dpa-Reporter berichtete.

Franzosen sprechen von einem «confinement», den Ausdruck kann man auch mit Lockdown übersetzen. Die Regeln fallen weniger streng aus im Frühjahr — so bleiben Schulen geöffnet. Für Schüler ab sechs Jahren herrscht Maskenpflicht.

Frankreich ist von der Pandemie stark betroffen. Zuletzt gab es nach Behördenangaben über 47'600 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Es starben bisher mehr als 36'000 Menschen in dem Land, das 67 Millionen Einwohner hat.

21.03 Uhr: Corona-Taskforce empfiehlt Masken in Innenräumen trotz Abstand

Die Corona-Expertengruppe des Bundes hat in einem Papier das Maskentragen in Innenräumen empfohlen, selbst wenn ein Mindestabstand von 1.5 Metern eingehalten wird. Das Coronavirus kann auch über Schwebeteilchen durch die Luft übertragen werden. Das Infektionsrisiko dafür sei grösser in schlecht durchlüfteten Räumen.

Mit der kälteren Jahreszeit und häufigeren Aktivitäten drinnen steige möglicherweise die Bedeutung der Übertragung des Coronavirus über sogenannte Aerosole, schrieb die Covid-19-Science-Taskforce des Bundes in ihrem neusten «Policy Brief"». Aerosole sind Schwebeteilchen kleiner als Tröpfchen und bleiben für einige Zeit in der Luft.

Die Corona-Expertengruppe des Bundes hat in einem am Donnerstag veröffentlichten Papier das Maskentragen in Innenräumen empfohlen, selbst wenn ein Mindestabstand von 1.5 Metern eingehalten wird.
KEYSTONE/Gian Ehrenzeller (Symbolbild)

Noch ist unklar, wie bedeutend Aerosole bei der Übertragung von Sars-CoV-2 tatsächlich sind. Der Expertengruppe zufolge zeigte sich aber, dass Aerosole bei Superverbreitungsereignissen in Innenräumen mit schlechter Belüftung und insbesondere mit Aktivitäten wie Reden, Singen, Schreien und körperlicher Betätigung eine wichtige Rolle spielten.

Die Experten raten Menschen zum Tragen von Gesichtsmasken in Innenräumen trotz Mindestabstand von 1,5 Metern, insbesondere in schlecht belüfteten Räumen, in denen man sich längere Zeit aufhält. Weiter empfahlen sie eine angemessene Lüftung, grosse Menschenansammlungen in Innenräume zu vermeiden, nur kurze Aufenthalte in schlecht belüfteten Räumen und möglichst den Verzicht auf Aktivitäten mit hohem Aerosol-Ausstoss.

Systematisches Lüften sei wichtiger in der kalten Jahreszeit, wenn Fenster eher geschlossen und Räume geheizt seien sowie soziale Aktivitäten drinnen stattfinden würden, schrieb die Taskforce. In vielen Fällen sei das kurze Öffnen der Fenster in regelmässigen Abständen die einfachste Form von Belüftung.

20.54 Uhr: Rio sagt berühmten Strassenkarneval ab

Nach der Verschiebung des weltberühmten Karnevals im Sambodrom hat die brasilianische Metropole Rio de Janeiro wegen der Corona-Pandemie den Strassenkarneval abgesagt. Dies berichtete das Nachrichtenportal «G1». Demnach hätten Vertreter von Karnevalsgruppen, die städtische Tourismusagentur Riotur und Spezialisten für Gesundheit und öffentliche Sicherheit die Absage nach einer Online-Besprechung festgelegt. Dem Bericht zufolge waren sich alle Teilnehmer einig, dass eine Veranstaltung von der Grösse des Strassenkarnevals von Rio in der Corona-Pandemie weder sinnvoll noch sicher ist.

In diesem Jahr hatte der Karneval in Rio laut «G1» unter Berufung auf Riotur allein in vier Tagen mehr als drei Millionen Menschen auf die Strasse gelockt. Ende September hatte Rio bereits die Umzüge im Sambodrom verschoben. Sie sollten im Februar stattfinden. Nach den USA und Indien verzeichnet Brasilien die meisten Infektionen mit dem Coronavirus — es sind über 5,4 Millionen. Mehr als 158'000 Menschen sind in dem grössten Land Lateinamerikas im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Daten der Regierung des Bundesstaates Rio de Janeiro zufolge registrierte die Stadt Rio bis Donnerstag offiziell mehr als 118'000 Infizierte, über 12'000 Patienten sind bislang gestorben. Wegen Corona war bereits die Silvesterparty an der Copacabana abgesagt worden.

20.03 Uhr: Tunesien verschärft Regeln — nächtliche Ausgangssperre

Wegen kontinuierlich steigender Infektionszahlen verschärft die tunesische Regierung die Corona-Beschränkungen. Unter anderem beginnt von Montag an wieder eine nächtliche Ausgangssperre im gesamten Land, wie die tunesische Nachrichtenagentur TAP berichtete. Die Ausgangssperre soll demnach unter der Woche zwischen 20.00 Uhr und 5.00 Uhr sowie am Wochenende zwischen 19.00 Uhr und 5.00 Uhr (MEZ) gelten. Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums hatte die Situation im Land zuvor als «sehr gefährlich» bezeichnet.

Zusätzlich zu der nächtlichen Ausgangssperre sollen auch Schulen und Moscheen zeitweise geschlossen werden. Künftig sind zudem Zusammenkünfte mit mehr als vier Personen im öffentlichen Raum nicht mehr erlaubt. Cafés und Restaurants müssen um 16.00 Uhr schliessen, und Reisen zwischen Regionen sind bis auf Ausnahmen untersagt.

Tunesien hatte bereits Anfang des Monats nächtliche Ausgangssperren in einigen Teilen des Landes verhängt, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Zwischen März und Juni hatte es erstmals eine landesweite Ausgangssperre gegeben, nach deren Aufhebung die Regierung erklärte, den Kampf gegen das Virus gewonnen zu haben.

19.48 Uhr: Belarus schliesst Grenze zu Litauen, Lettland, Polen und zur Ukraine

Ohne Vorwarnung hat Belarus (Weissrussland) seine Grenzen zu den EU-Staaten Polen, Litauen und Lettland sowie zur Ukraine geschlossen. Wegen der «epidemiologischen Lage» in einigen Nachbarländern von Belarus werde für eine Zeit die Einreise beschränkt, teilte der Grenzschutz des Landes mit. «Wir müssen die Grenze schliessen», hatte zuvor Machthaber Alexander Lukaschenko ohne Angabe von Gründen gesagt.

Durchgelassen würden Diplomaten und Lastverkehr, teilte der Grenzschutz mit. Zuvor hatten Bürger aus Belarus an den Grenzübergangsstellen darüber geklagt, dass sie nicht in ihre Heimat zurückkehren könnten. Die Entscheidung des Grenzschutzes war auch insofern überraschend, als die Behörden die Gefahr durch die Atemwegserkrankung Covid-19 seit Monaten kleinreden.

Lukaschenko hatte die Coronavirus-Pandemie als eine «Psychose» bezeichnet. Offiziell hatte Belarus bis Donnerstag 96'529 Corona-Infizierte, 85'332 galten als genesen. Die Zahl der Coronavirus-Toten lag nach offizieller Darstellung bei 973. Ärzte in Belarus halten diese Zahlen für geschönt.

Es galt als wahrscheinlich, dass es eher politische Gründe für die Grenzschliessung gab. Die Beziehungen von Belarus zu allen vier Nachbarn sind gespannt, seit sie Lukaschenko nicht mehr als Präsidenten anerkennen. Mit Russland, das extrem hohe Infektionszahlen hat und Lukaschenko unterstützt, funktioniert der Grenzverkehr.

Litauen habe auf diplomatischem Weg keine Warnungen erhalten, sagte Aussenminister Linas Linkevicius im Radio. Er bezweifelte, dass die Pandemie der Hauptgrund für die Grenzschliessung sein könnte. «Diese Situation hat uns wirklich überrascht», sagte Rustamas Liubajevas, der Leiter des litauischen Grenzschutzes, der Agentur BNS zufolge.

Die Bürgerrechtlerin Swetlana Tichanowskaja meinte, dass die Grenzschliessung ein Zeichen für die Schwäche Lukaschenkos sei. «Er trifft undurchdachte Entscheidungen, weil er in Panik ist», sagte die 38-Jährige in ihrem Exil in der EU. Die Demokratiebewegung in Belarus, die seit Monaten gegen Lukaschenko protestiert, sieht Tichanowskaja als wahre Siegerin der Präsidentenwahl vom 9. August.

19.13 Uhr: EU-Staats- und Regierungschefs beraten über weiteres Vorgehen

Die Staats- und Regierungschefs der EU haben ihre Beratungen über das weitere Vorgehen in der Coronakrise begonnen. EU-Ratspräsident Charles Michel eröffnete Video-Konferenz, an der neben der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihren Kolleginnen und Kollegen auch Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen teilnahm.

Im ersten Teil der etwa zweistündigen Video-Schalte sollte es um einen Austausch von Erfahrungen mit nationalen Massnahmen gegen die Pandemie gehen, etwa bei Test-Strategien oder Regelungen zu Kontaktbeschränkungen. Danach wollten die Staats- und Regierungschefs Möglichkeiten einer besseren Zusammenarbeit auf EU-Ebene erörtern.



Angesichts der überall in Europa rasant steigenden Infektionszahlen hatte Ratspräsident Michel diese Woche vorgeschlagen, Schnelltests zu nutzen, um etwa innereuropäische Reisebeschränkungen zu verhindern. Dabei geht es auch um die gegenseitige Anerkennung solcher Tests. Darüber hinaus soll über die Verteilungskriterien für künftige Impfstoffe und gegenseitige Hilfe unter den Mitgliedstaaten in der Pandemie beraten werden.

Hierzu hatte Kommissionschefin von der Leyen am Mittwoch angeregt, Informationen über Kapazitäten für Betten auf Intensivstationen EU-weit zu sammeln. Damit soll es einfacher werden, Patienten bei Engpässen in andere Länder zu verlegen.

Zudem forderte von der Leyen die Mitgliedstaaten auf, Corona-Warnapps grenzüberschreitend nutzbar zu machen. Dafür gibt es bereits eine EU-Plattform, bisher nutzen diese aber erst drei Länder, darunter Deutschland.

Die EU hat im Bereich der Gesundheit kaum Kompetenzen. Sie liegen bei den nationalen Regierungen. Brüssel kann aber eine koordinierende Rolle bei grenzüberschreitenden Fragen spielen. Die Mitgliedstaaten haben die EU-Kommission darüber hinaus schon vor Monaten beauftragt, für sie Sammelverträge mit mehreren Impfstoffherstellern zu schliessen. Dies soll den EU-Ländern günstigere Konditionen und schnellen Zugriff auf Impfstoffe bringen, sobald diese verfügbar sind.

18.56 Uhr: Daniel Koch und Stefan Büsser starten Corona-Podcast

«Mr. Corona» Daniel Koch und Moderator Stefan Büsser starten einen gemeinsamen Corona-Podcast. «Wir möchten den Leuten die Möglichkeit geben, sich sachlich zur Krise informieren zu können», erklärt Büsser gegenüber «Blick». «Das Gespräch soll unterhaltsam und nicht bierernst sein.»

Demnach soll der «maximal ein Mal die Woche» erscheinende Podcast «Hockdown» heissen, Zuhörer können auf hochdown.ch Fragen rund um das Coronavirus und dessen Auswirkungen stellen.

Daniel Koch, ehemaliger Leiter für Übertragbare Krankheiten beim Bundesamt für Gesundheit (BAG)
KEYSTONE/MARCEL BIERI (Archivbild)

18.43 Uhr: Luxemburg beschliesst nächtliche Ausgangssperre

Wegen Corona gilt ab Freitag eine nächtliche Ausgangssperre in Luxemburg. Das Luxemburger Parlament beschloss einen Gesetzestext, wonach die Bürger zwischen 23 und 6 Uhr grundsätzlich zu Hause bleiben müssen. Ausnahmen sind beispielsweise Arztbesuche oder der Weg zur Arbeit. Auch das Gassigehen mit einem Hund ist im Umkreis von einem Kilometer um die Wohnung erlaubt.

Wegen steigender Corona-Infektionszahlen hat das Parlament weitere Einschränkungen auf den Weg gebracht: Im Restaurant oder zu Hause dürfen nur noch maximal vier Personen ohne Mund-Nasen-Bedeckung zusammenkommen. Wenn es mehr Menschen sind, ist das Tragen einer Maske Pflicht. Diese Einschränkungen gelten bis Jahresende, die Ausgangssperre ist bis Ende November befristet.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in dem Land mit mehr als 600'000 Einwohnern ist in der vergangenen Woche (19. bis 25. Oktober) im Vergleich zur Vorwoche um 265 Prozent auf rund 3400 gestiegen. Luxemburg war bereits im September vom deutschen Robert Koch-Institut (RKI) zum Corona-Risikogebiet erklärt worden. Diesen Status hatte das Grossherzogtum schon von Mitte Juli bis Mitte August inne.

18.08 Uhr: Neuer Rekordwert im Kanton Zürich

Die Neuinfektionen im Kanton Zürich haben einen neuen Rekordwert erreicht. Seit gestern sind 1278 Ansteckungen mit dem Coronavirus nachgewiesen worden. Vier weitere Personen sind gestorben. Die Zahl der Personen in Spitalbehandlung stieg weiter im durchschnittlichen Ausmass der letzten Tage.

Wie die Zürcher Gesundheitsdirektion mitteilte, befanden sich am Donnerstagnachmittag 221 Menschen in Spitalpflege. Das sind 20 Personen mehr als am Vortag. Die Anzahl beatmeter Patienten stieg um vier Personen auf 21.

Seit dem 1. Juli 2020 wurden 20'538 Personen positiv auf das Coronavirus getestet. Insgesamt 169 Menschen sind gestorben.

18.01 Uhr: Litauen mit neuem Höchststand bei Corona-Neuinfektionen

Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen in Litauen hat einen neuen Höchstwert erreicht. Die Gesundheitsbehörde in Vilnius vermeldete am Donnerstag 950 positive Tests innerhalb von 24 Stunden in dem baltischen EU-Land — nach einem bisherigen Rekordwert von 776 neuen Fällen am Vortag. Die meisten Neuinfektionen wurden in drei grössten Städten Vilnius, Kaunas und Klaipeda registriert.

Litauen mit knapp drei Millionen Einwohnern verzeichnete bislang 13'088 bestätigte Infektionen und 150 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus. Nach Angaben der EU-Behörde ECDC ist die Entwicklung in dem Baltenstaat aktuell schlechter als in Deutschland.

«Wir sollten dieses Wort ‹Rekord› wahrscheinlich nicht mehr länger verwenden, da diese Zahlen definitiv steigen werden», sagte die Epidemiologin Daiva Razmuviene von der Gesundheitsbehörde. Angesichts bestimmter Verhaltensweisen der Menschen verbreite sich das Virus sehr schnell. So seien zuletzt Infektionen verzeichnet wurden, die häufig mit Freizeitaktivitäten im Zusammenhang stünden, sagte Razmuviene einem Rundfunkbericht zufolge.

17.53 Uhr: Papst beendet öffentliche Audienzen

Der Vatikan beendet angesichts einer beschleunigten Ausbreitung des Coronavirus in Italien Papst Franziskus' öffentliche Generalaudienzen. Der Papst werde die wöchentlichen Ansprachen wieder per Livestream aus seiner Bibliothek im Apostolischen Palast übertragen, wie er es während des Corona-Lockdowns im Vatikan im Frühling und Sommer getan hatte, kündigte der Vatikan an.

Der Papst hatte seine mittwochs abgehaltenen Generalaudienzen am 2. September mit einer beschränkten Zahl an Gläubigen in einem Hof des Vatikans wieder aufgenommen. Eine Person, die an der Audienz am 21. Oktober teilgenommen habe, sei positiv auf das Coronavirus getestet worden, teilte der Vatikan mit.

Öffentliche Audienzen von Papst Franziskus wird es vorerst nicht mehr geben.
Bild: Keystone

17.25 Uhr: Pandemien treten laut UN in Zukunft häufiger auf

Bei einer Fortsetzung der gegenwärtigen Lebensweise müssen sich die Menschen nach Einschätzung des Biodiversitätsrats(IBPES) der Vereinten Nationen darauf einstellen, dass Pandemien in Zukunft häufiger auftreten und höhere Totenzahlen verursachen. «Dieselben menschlichen Aktivitäten, die den Klimawandel und die Verluste bei der Artenvielfalt verursachen, erhöhen auch das Pandemie-Risiko», sagte der IBPES-Experte Peter Daszak am Donnerstag bei der Vorstellung eines Berichts zu diesen Zusammenhängen.

Es gebe bei Tieren bis zu 850'000 Viren, die wie das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 auf Menschen überspringen könnten, sagte Daszak. Pandemien seien eine «existenzielle Bedrohung» für die Menschheit.

Der Weltbiodiversitätsrat, der seinen Sitz in Bonn hat, wies darauf hin, dass es Zusammenhänge zwischen den Pandemien und der Abholzung der Wälder, der extensiven Landnutzung und dem Handel mit Wildtieren gebe. Auch zunehmend enge Kontakte zwischen Wildtieren und den Tieren aus der Viehzucht spielten eine Rolle.

Jährlich werde derzeit beobachtet, wie sich fünf Krankheiten auf die Menschheit ausweiteten - und jede könne schliesslich zu einer Pandemie werden. Nach den Erhebungen der UN-Koordinierungsstelle sind aktuell mehr als drei Viertel der Landflächen der Erde durch menschliche Aktivitäten schwer geschädigt, drei Viertel des nutzbaren Wassers wird in der Landwirtschaft eingesetzt. Der Ressourcen-Verbrauch durch die Menschheit hat sich demnach innerhalb von drei Jahrzehnten um 80 Prozent erhöht.

Abholzung, wie hier in Kamerun, kann laut Experten die Ausbreitung von Pandemien beschleunigen.
Bild: Keystone

17.04 Uhr: Im ganzen Kanton Graubünden herrscht die «besondere Lage»

Die Bündner Regierung hat das Kantonsgebiet zur besonderen Lage erklärt. Grund dafür ist die auch im Gebirgskanton stetig steigende Zahl von Personen, die sich mit dem Coronavirus anstecken.

Sie erachte es aus «führungstechnischer Sicht als angezeigt, die Lage gestützt auf das Bevölkerungsschutzgesetz als besonders zu bezeichnen», teilte die Kantonsregierung am Donnerstag mit.

Das gewährleistet laut Mitteilung einerseits ein innerkantonal einheitliches Vorgehen. Andererseits ermögliche es, mit «adäquaten Massnahmen auf einen lokal oder regional begrenzten, rasch auftretenden Anstieg der Fallzahlen» zu reagieren. Entsprechend hätten die Gemeinden ihre Führungsstäbe einzusetzen.

Die Steuerung der Bekämpfung der Covid-19-Pandemie obliegt in Graubünden dem Gesundheitsamt. Es wird für die Gemeinden einen Katalog mit zusätzlichen Massnahmen zur gezielten Eindämmung von lokal oder regional rasch zunehmenden Virusansteckungen erstellen.

Skifahrer in Davos am vergangenen Wochenende: In Graubünden herrscht die «besondere Lage».
Bild: Keystone

16.20 Uhr: Schweden registriert neuen Höchstwert

Schweden registriert eine erhebliche Zunahme von Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Nach einem bisherigen Höchstwert von 2129 Neuinfektionen am Vortag kamen innerhalb der vergangenen 24 Stunden 3254 neue Corona-Fälle hinzu, wie am Nachmittag aus den Daten der schwedischen Gesundheitsbehörde Folkhälsomyndigheten hervorging.

Staatsepidemiologe Anders Tegnell wies auf einer Pressekonferenz in Stockholm darauf hin, dass es so aussehen könne, als habe Schweden mehr Fälle als im Frühjahr. Das stimme jedoch nicht, betonte er. Die Ausbreitung in der Bevölkerung sei damals um ein Vielfaches grösser gewesen, allerdings habe man damals nicht im Geringsten dieselben Kapazitäten zum Testen gehabt wie heute.

«Die Gefahr ist noch nicht vorbei – halte Abstand»: Auch in Schweden geht die Zahl neuer Corona-Ansteckungen hoch – doch das könne täuschen, sagt Staatsepidemiologe Tegnell.
Keystone/EPA/Cludio Bresciani

16.15 Uhr: Spanien verlängert Corona-Notstand bis Mai

Spanien verlängert den Corona-Notstand bis zum 9. Mai 2021. Das Parlament in Madrid nahm den Antrag der linken Regierung mit deutlicher Mehrheit an. Wegen der rapide steigenden Infektionszahlen hatte Ministerpräsident Pedro Sánchez erst am Sonntag den sogenannten Alarmzustand – die dritthöchste Notstandsstufe – ausgerufen und fast im ganzen Land eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Nur die im Kampf gegen Corona zuletzt erfolgreichen Kanaren sind davon ausgenommen. 

15.40 Uhr: Tessin stockt Intensivpflege-Betten auf

Mehr Beatmungsgeräte und zusätzliches Fachpersonal für die Intensivstationen: Das Tessiner Departement für Gesundheit und Soziales hat am Donnerstag angekündigt, wegen der zweiten Pandemie-Welle die Kapazitäten in den Spitälern zu erhöhen.

Im Tessin stünden 30 zusätzliche auf Intensivstationen spezialisierte Pflegefachpersonen bereit, erklärte Raffele De Rosa, Vorsteher des Departements für Gesundheit und Soziales vor den Medien. Ausserdem könnten die Tessiner Spitäler auf 52 weitere Beatmungsgeräte zurückgreifen.

Eine «unendliche Verstärkung» sei jedoch eine Illusion, mahnte De Rosa. «Die exponentielle Kurve der Ansteckungen steigt viel schneller an, als wir die Spitäler verstärken können.» Eigenverantwortung bleibe deshalb der Kern der momentanen Strategie des Bundesrates.

15.31 Uhr: Aufruf zum Halloween-Verzicht in Bern

An Halloween als Geister verkleidet bei den Türen der Nachbarn klingeln ist heuer keine gute Idee: Die Berner Gesundheitsbehörden raten angesichts der Pandemie dringend von solchen Tür-zu-Tür-Rundgängen oder von Strassentreffen ab.

Die Verbreitung des Corona-Virus könne nur eingedämmt werden, wenn die gesamte Bevölkerung dazu beitrage, die Möglichkeiten einer Ansteckung zu verringern, teilte die Berner Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion am Donnerstag mit.

Man sei sich bewusst, dass die Corona-Massnahmen zu grossen Einschränkungen im Privatleben der Bevölkerung führten. Es sei in der momentanen Lage aber nicht zu empfehlen, sich in gemischten Gruppen «ausserhalb des gewohnten sozialen Umfelds zu bewegen», schreiben die Behörden weiter.

Im Kanton Bern sind private Treffen mit mehr als zehn Personen und öffentliche Treffen mit mehr als 15 Personen verboten. Halloween wird am Abend und in der Nacht vor Allerheiligen gefeiert, also vom 31. Oktober auf den 1. November.

Von der bei Kindern beliebten Jagd auf Süssigkeiten an Halloween wird in Pandemie-Zeiten abgeraten. (Archiv)
Bild: Keystone

15.10 Uhr: Roche will monatlich Hunderte Millionen Schnelltests liefern

Der Basler Pharmakonzern Roche will nach den Worten von Konzernchef Severin Schwan die Zahl der Antigen-Schnelltests zur Erkennung von Coronavirus-Infektionen hochfahren und schlussendlich pro Monat Stückzahlen im dreistelligen Millionenbereich erreichen.

Bei den PCR-Tests zur Erkennung des Erregers würden die Stückzahlen im zweistelligen Millionenbereich bleiben, sagte Schwan am Donnerstag in einer Online-Konferenz. Der Markt für Coronavirus-Tests sei völlig ausverkauft.

Roche entwickle derzeit einen Schnelltest mittels Speichelprobe, erklärte Schwan. Ein solcher Test könne auch von nicht medizinisch geschulten Personen durchgeführt werden und würde sich damit für Grossveranstaltungen eignen. Derzeit ist für die Schnelltests, deren Ergebnis binnen 15 Minuten vorliegt, ein Abstrich im Nasen-Rachenbereich nötig, der ausgebildetes Personal erfordert.

15.01 Uhr: EZB bereitet weitere Schritte vor

Die Europäische Zentralbank (EZB) bereitet angesichts der Verschärfung der Corona-Krise weitere Notfallmassnahmen vor. Die Notenbank sei dabei, alle ihre Instrumente unter die Lupe zu nehmen, sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde nach Beratungen des EZB-Rates am Donnerstag in Frankfurt.

Es gehe darum, den «richtigen Mix» zu finden, der der Lage am besten gerecht werde. Die Risiken für die Konjunktur nähmen eindeutig zu. In der Dezember-Sitzung des EZB-Rates (10.12.) werden Entscheidungen erwartet. Volkswirte halten eine Ausweitung des Notkaufprogramms für Staats- und Unternehmensanleihen (PEPP) für wahrscheinlich.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde kündigte neue Massnahmen an. (Archiv)
Bild; Keystone

15 Uhr: Österreich mit Rekordwert von 4453 Fällen

In Österreich hat die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus einen neuen Höchstwert erreicht. Binnen eines Tages wurden laut Innenministerium 4453 neue Fälle verzeichnet. Auch die Auslastung der Klinikbetten stieg markant an.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) nannte am Donnerstag erneut eine Zahl von 6000 Neuinfektionen pro Tag als kritischen Wert für eine erneute Verschärfung von Massnahmen, um eine Überlastung der Krankenhäuser zu verhindern. Er kündigte für Samstag ein Treffen mit den anderen Parteien und den Ministerpräsidenten an. Danach werde die Öffentlichkeit über etwaige Schritte informiert.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (recht) und Vizekanzler Werner Kogler im Rahmen der «Expertenrunde mit der Regierungsspitze zu Spitalskapazitäten»  im Bundeskanzleramt in Wien.
Bild: Keystone

14.56 Uhr: Maskenpflicht auf Sekundarstufe im Aargau

Der Kanton Aargau führt an der Sekundarschule sowie an Mittel- und Berufsfachschulen eine umfassende Maskenpflicht ein. Klassen- und Schullager sind gemäss Verfügung des Regierungsrats verboten.

Damit setze der Aargau die allgemeine Maskenpflicht für Jugendliche über zwölf Jahren im öffentlichen Raum auch im Schulbereich konsequent um, teilte die Staatskanzlei Aargau am Donnerstag mit. Mehrere Kantone machten zuvor den gleichen Schritt.

14.02 Uhr: Maskenpflicht für Sekundarschüler in Solothurn

Der Kanton Solothurn zieht die Schraube im Kampf gegen die Corona-Pandemie weiter an. Ab Montag gilt an den Schulen der Sekundarstufe eine generelle Maskenpflicht. Die Zahl der Intensivbetten in den Spitälern wird von 14 auf 25 erhöht.

Die Lage im Kanton sei ernst, teilte die zuständige Regierungsrätin Susanne Schaffner am Donnerstag mit. Daher geht der Regierungsrat bei den Massnahmen weiter als der Bundesrat: Shishabars, Clubbetriebe sowie Erotik- und Sexbetriebe werden geschlossen.

In Barbetrieben dürfen insgesamt höchstens 30 Gäste anwesend sein. Take-away- und Imbissbetriebe müssen zwischen 23.00 Uhr und 06.00 Uhr geschlossen bleiben. Zudem ist es verboten, Veranstaltungen mit mehr als 30 Personen durchzuführen. Diese Verschärfungen gelten am Freitagmittag bis längstens Ende Januar.

Der Kanton schränkt auch die Besuche in Spitälern sowie Alters- und Pflegeheimen ein. Ein Spitalpatient darf pro Tag höchstens einen Besucher empfangen. In Alters- und Pflegeheimen gibt es keine Angehörigenbesuche mehr in den Zimmern. Besuche können nur noch in definierten Sektoren und unter Anwendung strenger Schutzmassnahmen stattfinden.

Für Schüler der Sekundarstufe gilt ab Montag Maskenpflicht. (Symbolbild)
Bild: Keystone

13.30 Uhr: Lockdown für mehrere griechische Städte 

Im Kampf gegen das Corona-Virus hat die griechische Regierung einen Lockdown für die Städte Thessaloniki, Larisa und Rodopi in Mittel- und Nordgriechenland angeordnet.

Wie bereits beim Ausbruch der Pandemie im Frühjahr müsse Griechenland härter und schneller Massnahmen ergreifen als andere Länder, um das Schlimmste zu verhindern und den Druck auf das Gesundheitssystem zu mindern, sagte Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis am Donnerstagmittag in Athen. Die Massnahmen ähneln jenen in Deutschland; so sollen beispielsweise Kinder weiterhin zur Schule gehen, aber Versammlungen sind verboten und Restaurants müssen geschlossen bleiben.

Griechenland war im Vergleich zu anderen europäischen Ländern bisher verhältnismässig schwach von Corona betroffen, doch in den vergangenen Wochen schnellten die Zahlen in die Höhe.

In Thessaloniki stehen am 29. Oktober Menschen in einer langen Reihe  für kostenlose Corona-Schnelltests an. 
Bild: Keystone

12.55 Uhr: Nationalrat für Teilerlass der Geschäftsmieten

Der Nationalrat will Geschäftsmietern, die während des Corona-Lockdown im Frühling schliessen mussten oder eingeschränkt waren, zu Hilfe eilen. Er ist am Donnerstag auf ein Gesetz für einen teilweisen Mieterlass mit 91 zu 89 Stimmen bei 4 Enthaltungen eingetreten.

Bereits im Sommer war das Rennen knapp. Das Parlament überwies schliesslich zwei entsprechende Motionen an den Bundesrat. Die Regierung erarbeitete darauf – gegen ihren Willen – das sogenannte Covid-19-Geschäftsmietengesetz.

Dieses sieht vor, dass Mieterinnen und Mieter sowie Pächterinnen und Pächter, die im Frühjahr von einer Schliessung oder starken Einschränkung betroffen waren, für die Zeit vom 17. März bis 21. Juni 2020 nur 40 Prozent des Mietzinses bezahlen müssen. 60 Prozent gehen zulasten der Vermieterinnen und Vermieter.

12.22 Uhr: Jugendskilager 2021 in Lenk fällt aus

Wegen des Coronavirus entfällt im Januar 2021 das traditionelle Jugendskilager von Swiss-Ski in Lenk im Simmental BE. Der Schweizer Ski-Verband sagt es ab, weil er angesichts der aktuellen Situation rund um das Virus keinen sicheren Lagerbetrieb garantieren kann. Die Gesundheit aller Beteiligten stehe an erster Stelle, schreibt der Verband in einer Mitteilung vom Donnerstag. Es sei erst das zweite Mal seit der Ungarnkrise von 1956, dass das Skilager abgesagt werde.

Im Januar dieses Jahres war an der Lenk das 79. Jugendskilager über die Bühne gegangen. 600 Jugendliche aus der ganzen Schweiz sowie junge Auslandschweizer wurden in Ski und Snowboard unterrichtet. 2022 soll das Lager wieder stattfinden.

2021 wird es das traditionelle Jugendskilager in Lenk nicht geben. (Archiv)
Bild: Keystone

12.08 Uhr: 9386 neue Ansteckungen innert 24 Stunden

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Donnerstag 9386 Coronavirus-Ansteckungen bei 35'230 Tests innerhalb eines Tages gemeldet worden. Das entspricht einer Positivitätsrate von 26,6 Prozent. 

Die neu gemeldeten Fälle stellen einen Tagesrekord dar. Am Mittwoch waren noch 8616 Corona-Infektionen bekannt geworden. Noch drastischer fällt die Zunahme der Hospitalisierungen innert Tagesfrist aus: Wurden am Mittwoch dem BAG noch 149 Spitaleinweisungen gemeldet, so waren es am Donnerstag bereits 287 Hospitalisierungen.

Die Zahl der neu gemeldeten Todesfälle erhöhte sich innert eines Tages von 24 auf 31. Die Zahl der Todesfälle wegen einer Covid-19-Erkrankung in der Schweiz und in Liechtenstein stieg damit auf insgesamt 1985 an.

Innert 24 Stunden wurden 35'230 Tests durchgeführt. Die Gesamtzahl der Tests klettert damit auf knapp 1,9 Millionen an. Davon waren 8,3 Prozent positiv, also wiesen auf eine Neuansteckung hin. In den vergangenen zwei Wochen war diese sogenannte Positivitätsrate laut den BAG-Angaben auf 22,7 Prozent angestiegen.

Eine Pflegefachperson entnimmt einen Strichcode beim «Corona-Drive-In-Testcenter» in Thun. 
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12 Uhr: Luzerner Theater spielt trotz Beschränkungen weiter

Trotz der am Mittwoch vom Bundesrat erlassenen Beschränkungen zur Eindämmung der Coronapandemie werden am Luzerner Theater weiterhin die Scheinwerfer angehen. Das Theater will die geplanten Vorstellungen durchführen, aber vor einem kleineren Publikum, wie es am Donnerstag mitteilte. Im Theatersaal würden, wie vom Bundesrat verfügt, maximal 50 Personen anwesend sein. Ferner müssten die Produktionen teilweise an die neuen Begebenheiten angepasst werden, teilte das Luzerner Theater mit.

Am Luzerner Theater wird trotz verschärfter Massnahmen weiter gespielt. (Archiv)
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11.46 Uhr: Praxisärzte rechnen mit hohen Mehrkosten

Die frei praktizierenden Ärztinnen und Ärzte rechnen 2020 mit Kosten von 735 Millionen Franken durch die Covid-19-Pandemie. Dabei fallen nicht nur entgangene Honorare wegen des Behandlungsstopps während des sechswöchigen Lockdowns ins Gewicht. Auch die Kosten für die Schutzmassnahmen in den Praxen muss die Ärzteschaft einrechnen, wie der «Schweizerischen Ärztezeitung» von Donnerstag zu entnehmen ist. Hinzu kommen Mindereinnahmen aufgrund der zurückgegangenen Konsultationen nach dem Lockdown.

Eine Hausärztin in Zürich entnimmt einen Abstrich für einen Corona-Test. (Archiv)
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11.45 Uhr: Staat sieht im Fall Ischgl keine Behörden-Schuld

Im Justizstreit um das Corona-Krisenmanagement im österreichischen Ischgl hat der Staat jegliches schuldhaftes Handeln der Behörden bestritten.

Die Gesundheitsbehörden hätten «zu jedem Zeitpunkt sämtliche dem Ermittlungsstand entsprechenden, erforderlichen und durch die bestehende Rechtslage zur Verfügung stehenden Massnahmen unverzüglich gesetzt», heisst es in einer Klagebeantwortung der Finanzprokuratur als Vertreterin des Staates. In ihrer Stellungnahme zu einer Amtshaftungsklage stellt die Finanzprokuratur ausserdem infrage, dass sich der Betroffene in Ischgl mit dem Coronavirus angesteckt habe. Aufgrund der Inkubationszeit von bis zu 14 Tagen sei es durchaus möglich, dass der Kläger bereits infiziert nach Ischgl gereist sei.

Der Verbraucherschutzverein (VSV), der die Interessen der Opfer vertritt, reagierte entsetzt. «Diese Klagebeantwortung ist eine ungeheuerliche Täter-Opfer-Umkehr und wir werden die falschen Darstellungen Punkt für Punkt widerlegen», sagte VSV-Vorsitzender Peter Kolba am Donnerstag. Über die anfangs eingebrachten vier Klagen hinaus würden weitere folgen. Mit einem Gerichtstermin sei voraussichtlich aber erst zu Beginn 2021 zu rechnen.

Opfer der Corona-Ausbreitung in Ischgl fordern finanzielle Entschädigungen – die Behörden sehen aber keine Schuld bei sich. (Symbolbild)
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11.15 Uhr: Nachrichtendienst-Direktor positiv getestet

Das Coronavirus macht vor dem Nachrichtendienst des Bundes (NDB) nicht Halt. Direktor Jean-Philippe Gaudin ist positiv auf Covid-19 getestet worden. Gaudin hat zurzeit keine Symptome und führt die Geschäfte von zuhause aus.

Dies teilte der NDB am Donnerstag mit. Gaudin befindet sich seit Mittwoch in Isolation. Er habe sich nach einem Kontakt mit einer positiv getesteten Person selbst testen lassen, hiess es in der Mitteilung. Er fühle sich gesund und habe derzeit keine Symptome.

Jean-Philippe Gaudin, Direktor des Nachrichtendienstes des Bundes (NDB), ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. (Archivbild)

10.38 Uhr: Fauci für landesweite Maskenpflicht

Angesichts von Corona-Infektionszahlen auf Rekordniveau in den USA hat der renommierte US-Immunologe Anthony Fauci sich für eine nationale Maskenpflicht ausgesprochen. «Wenn es funktioniert, sollten wir es tun, ja», sagte Fauci am Mittwoch (Ortszeit) in einem Interview mit dem Sender CNBC. Er glaube aber nicht, dass es auf Bundesebene geschehen werde, denn «es werde möglicherweise nicht vom Weissen Haus kommen». Präsident Donald Trump, der sich am Dienstag um seine Wiederwahl bewirbt, hatte den Sinn von Masken im Kampf gegen das Virus wiederholt angezweifelt.

Gebe es keine Maskenpflicht auf nationaler Ebene, dann sollten die Bürgermeister und Gouverneure der Bundesstaaten eine solche auf lokaler Ebene anordnen, sagte Fauci weiter. Er leitet das Nationale Institut für Infektionskrankheiten (NIAID) und ist Mitglied der Coronavirus-Arbeitsgruppe des Weissen Hauses. Fauci gilt als integrer Experte, der sich auch nicht scheut, Trump in wissenschaftlichen Belangen zu widersprechen.

Anthony Fauci, Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten der USA, befürwortet eine nationale Maskenpflicht. (Archiv)
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10.31 Uhr: Keine Rundfahrten mehr auf dem Bodensee

Die steigenden Corona-Infektionszahlen haben auch Auswirkungen auf den Schiffsbetrieb auf dem Bodensee: Ab kommenden Montag werden keine Rundfahrten mehr angeboten. Auf der Fähre zwischen Romanshorn TG und Friedrichshafen D wird es an Bord keinen Gastronomiebetrieb mehr geben.

10:27 Uhr: Neue SARS-CoV-2-Variante in Europa dominant

Forschende haben eine neue SARS-CoV-2-Variante identifiziert, die sich in den letzten Monaten europaweit verbreitet hat. Unter anderem die Lockerung der Reisebeschränkungen machten der neuen Variante ein leichtes Spiel sich auszubreiten.

Demnach zählt sie in Europa momentan zu einer der am weitesten verbreiteten Varianten des neuen Coronavirus, wie die Universität Basel am Donnerstag mitteilte. Zurzeit existieren Hunderte Varianten, die sich durch kleine Mutationen im Erbgut voneinander unterscheiden. In der Schweiz gehören zwischen 30 und 40 Prozent der untersuchten Virusgenom-Sequenzen zur neuen Variante.

Die Analysen der Forschenden der Uni Basel, der ETH Zürich in Basel und des Konsortiums «SeqCOVID-Spain» legten nahe, dass die neue Variante mit dem Namen 20A.EU1 erstmals im Sommer in Spanien auftrat. Die frühesten Hinweise der neuen Genomvariante stehen im Zusammenhang mit einem Superspreader-Ereignis unter Landarbeitern im Nordosten Spaniens. Danach verbreitete sie sich rasch übers ganze Land und gelangte schliesslich in andere europäische Länder sowie nach Hongkong und Neuseeland.

Obwohl der Anstieg der Prävalenz von 20A.EU1 parallel mit der in diesem Herbst steigenden Zahl von Fällen verläuft, sei die neue Variante nicht zwingend die Ursache für den Anstieg, so die Forschenden. «Es ist wichtig festzuhalten, dass es derzeit keinen Hinweis darauf gibt, dass die Verbreitung der neuen Variante auf einer Mutation beruht, die die Übertragung erhöht oder den Krankheitsverlauf beeinflusst», sagte die Epidemiologin Emma Hodcroft von der Uni Basel,

9.42 Uhr: Merkel spricht von «dramatischer Lage»

Kanzlerin Angela Merkel hat in einer Regierungserklärung im Bundestag die Corona-Lage in Deutschland als dramatisch bezeichnet. In den vergangenen Wochen seien die Zahlen der Neuinfektionen «deutlich in die Höhe geschnellt», sagte die Politikerin am Donnerstag.

Auch die Zahl der Menschen, die auf Intensivstationen betreut werden, steige, viele Gesundheitsämter seien an der Belastungsgrenze. «Eine solche Dynamik wird unsere Intensivmedizin in wenigen Wochen überfordern», sagte Merkel. «Wir befinden uns zum Beginn der kalten Jahreszeit in einer dramatischen Lage. Sie betrifft uns alle. Ausnahmslos.»

Bund und Länder hatten sich in Deutschland angesichts der stark gestiegenen Corona-Infektionszahlen bei einem Krisengespräch am Mittwoch auf vorübergehende massive Beschränkungen des öffentlichen Lebens verständigt. Die Massnahmen sollen ab dem 2. November gelten

Angela Merkel bei ihrer Regierungserklärung im Deutschen Bundestag.
Bild: Keystone

9.20 Uhr: Marshallinseln melden die ersten Fälle

 Die Marshallinseln – eines der wenigen Coronavirus-freien Länder der Welt – haben ihre ersten Infektionsfälle gemeldet. Zwei Mitarbeiter einer US-Heeresgarnison auf dem Kwajalein-Atoll seien positiv auf das Virus getestet worden, teilte die Regierung des Inselstaats am Mittwochabend mit. Sie seien am Dienstag mit einem Militärflug aus Hawaii eingetroffen. Die 35-jährige Frau und der 46-jährige Mann hätten während ihrer Zeit auf den Marshallinseln keinen Kontakt zur Bevölkerung gehabt, teilte die Regierung weiter mit.

8.47 Uhr: Ausbreitung des Coronavirus

Fallzahlen-Entwicklung nach Überschreitung von 100 Fällen pro Land.
Grafik: dpa

7.55 Uhr: Mehr als 16'000 Neuinfektionen in Deutschland

Die Zahl der neu registrierten Corona-Neuinfektionen hat in Deutschland mit 16‘774 Fällen innert eines Tages einen neuen Höchstwert erreicht. Das geht aus den Angaben des Robert-Koch-(RKI) vom Donnerstagmorgen hervor.

Am Tag zuvor war bislang der höchste Wert mit 14.964 Fällen gemeldet worden. Die jetzigen Werte seien jedoch nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, als weniger Fälle registriert wurden, da inzwischen bedeutend mehr getestet werde, betont das RKI immer wieder. Bislang haben sich in Deutschland seit Beginn der Pandemie 481‘013 Personen mit dem Coronavirus infiziert; insgesamt starben 10‘272 Personen.

Robert Koch-Institut: Neuer Rekordwert der Corona-Neuinfektionen in Deutschland. 
Bild: (dpa)

6.58 Uhr: Wieder gewaltsame Proteste in Italien

In Italien ist es am Mittwochabend in mehreren Städten zu neuen Protesten gegen die verschärften Corona-Bestimmungen der gekommen. In der norditalienischen Stadt Verona gingen nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa rund 500 Menschen vornehmlich aus dem rechtsradikalen Spektrum auf die Strasse. Sie warfen mit Glas und kippten vor Lokalen Tische und Stühle um. Die Polizei habe Tränengas eingesetzt.

Ebenfalls am Mittwochabend wurde ein Mitarbeiter eines italienischen TV-Senders bei gewalttätigen Protesten in Palermo auf Sizilien verletzt, wie Ansa berichtete. Dort sei es nach einer Demonstration von Lokalbesitzern gegen die Beschränkung ihrer Öffnungszeiten zu Flaschenwürfen und dem Abschiessen von Feuerwerkskörpern gekommen. Auch andernorts gab es vereinzelt Kundgebungen. Die Polizei habe von einigen Beteiligten die Personalien aufgenommen.

Bereits seit dem Wochenende war es in Italien bei Demonstrationen gegen die Regierung mehrfach zu Gewalt gekommen. Politiker machten unter anderem Neo-Faschisten und jugendliche Straftäter für die Übergriffe verantwortlich.

Proteste gegen die Corona-Massnahme in der Nacht in Palermo. 
Bild: Keystone

6.45 Uhr: Mehr als acht Millionen Fälle in Indien

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle hat in Indien die Marke von acht Millionen überschritten. Das Gesundheitsministerium meldete am Donnerstag beinahe 50'000 neue Infektionen innerhalb von 24 Stunden und 517 neue Todesfällen. Die Zahl der Toten mit dem Virus lag damit insgesamt bei mehr als 120'000. In Indien leben etwa 1,3 Milliarden Menschen. Zum Vergleich: Die USA mit knapp 330 Millionen Einwohnern haben 8,8 Millionen Infektionen registriert.

Läden, U-Bahnstationen und Kinos öffnen in Indien langsam wieder und im drittgrössten Bundesstaat Bihar mit einer Bevölkerung von 122 Millionen Menschen wird gewählt. Experten warnen, dass die Menschen weniger Masken tragen und Abstand wahren und befürchten eine neue Welle an Infektionen.

Im Juli, August und September war die Zahl der Infektionen in Indien stark angestiegen. Mitte September wurde ein Höhepunkt von mehr als 97'000 Infektionen und 1275 Toten innerhalb eines Tages registriert, seitdem sinkt die Zahl der Neuinfektionen jedoch langsam wieder

Ein Paar orangefarbener Schutzhandschuhe hängt aus einer Testkabine, während Mitarbeiter des Gesundheitswesens sich auf den Tag in einem COVID-19-Testzentrum des nordöstlichen indischen Bundesstaates Nagaland vorbereiten. 
Bild: dpa

5 Uhr: Schluss mit Einkaufstourismus in Deutschland

Deutschland macht dicht und meint es erst. Auch Schweizer Reisende müssen auf der Hut sein. Die Bundespolizei verschärft entlang der Grenzen von Risikoländern die Kontrollen – auch an der Schweizer Grenze.

Der deutsche Adler lauert überall auf Lockdown-Sünder, auch auf Einkaufstouristen aus dem Risikoland Schweiz, und auch bis 30 Kilometer von der Grenze entfernt. (Archivbild)
Keystone

Wer über die Grenze ist, hat es geschafft. Falsch. Deutschland kündigt an, die Grenzstreifen bis zu 30 Kilometer ins Land hinein scharf zu kontrollieren – auch ohne konkreten Anlass oder Verdacht.  Dazu werden Tausende von Bundespolizisten eingesetzt. Im Visier sind Reisende aus Risikoländern wie der Schweiz, insbesondere Einkaufstouristen, die sich in Deutschland nicht an die Massnahmen halten, wie der «Blick» berichtet. Es drohen harte Strafen.

Laut Innenminister Horst Seehofer werden nicht nur Flughäfen und Bahnhöfe beobachtet, sondern auch die Strassen im Grenzraum. «Dazu wird die Schleierfahndung an allen deutschen Grenzen in einem Radius von 30 Kilometern intensiviert, um auch bei denjenigen, die per Auto aus Risikogebieten einreisen, die Einhaltung der Corona-Bestimmungen kontrollieren zu können.»

4.27 Uhr: Antikörper-Cocktail von Regeneron auf Kurs

Bei der Suche nach einem Medikament gegen das Coronavirus sind neue klinische Tests mit dem Antikörper-Cocktail REGN-COV2 nach Angaben des US-Pharmakonzerns Regeneron positiv ausgefallen. (Archivbild)
Keystone

US-Präsident Donald Trump hat den Antikörper-Cocktail REGN-COV2 bekommen, bevor er zugelassen war. Jetzt machen neue klinische Test Hoffnung, wie der US-Pharmakonzern Regeneron berichtet. «Die heutige Analyse, die mehr als 500 weitere Patienten einbezieht, bestätigt voraussichtlich, dass REGN-COV2 die Viruslast tatsächlich erheblich verringern kann», so Unternehmenschef George Yancopoulos. Zudem zeige sie, dass diese Verringerung der Viren mit einem erheblichen Rückgang des Bedarfs an medizinischer Behandlung einhergehe.

Auch der US-Pharmakonzern Eli Lilly veröffentlichte neue Ergebnisse der zweiten Testphase zu seinem eigenen Antikörper-Mittel in der Fachzeitschrift «New England Journal of Medicine». Die Ergebnisse fielen jedoch gemischt aus. Nur eine von drei getesteten Dosen wirkte, und auch diese nur geringfügig.

4 Uhr: Medienschelte für den Bundesrat

War der Bundesrat während der ersten Corona-Welle noch weitherum für sein gutes Krisenmanagement gelobt worden, so brandet ihm nun eine Welle von Kritik entgegen. Die Landesregierung habe die zweite Welle unterschätzt und zu spät reagiert, so der Tenor der Schweizer Medien.



Am härtesten mit der Landesregierung ins Gericht geht das Online-Newsportal watson.ch. Das Vorgehen des Bundesrates erinnere an das Lied «Dr Alpeflug» von Mani Matter über zwei Freunde im Sportflugzeug. Da versuche der Passagier dem Piloten zu sagen, dass das Benzin ausgehe. Doch der verstehe wegen des Motorenlärms kein Wort. Als der Motor abgestellt habe, hätten beide die Situation erkannt. Mit anderen Worten: Um eine Pandemie zu bewältigen, müsse die Regierung die Menschen an Bord holen. Überzeugt werde die Bevölkerung aber nur durch kompetentes Handeln, vollständige Information, ehrliche Kommunikation und transparente Fehlerkultur. In den letzten Wochen sei das exakte Gegenteil zu beobachten gewesen.

3.46 Uhr: Corona-Spürhunde in Helsinki erfolgreich

Ein Pilotprojekt mit Corona-Spürhunden am Flughafen der finnischen Hauptstadt Helsinki hat nach Angaben der Forscher vielversprechende erste Ergebnisse geliefert. Die drei Hunde hätten sich bei den Reisenden als beliebte «Corona-Tester» erwiesen. Das teilten die Forscher der Universität Helsinki am Mittwoch mit.

Demnach fanden die Hunde bei 2200 getesteten Passagieren in 0,6 Prozent der Fälle eine Infektion mit dem Coronavirus. Die Ergebnisse stimmen den Angaben zufolge grösstenteils mit den Ergebnissen der Corona-Tests überein, die ebenfalls bei den Passagieren gemacht wurden. «Wir haben 16'000 bis 17'000 PCR-Tests am Flughafen durchgeführt und weniger als ein Prozent davon sind positiv», sagte der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Vantaa, Timo Aronkyto, vor Journalisten.

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