Die Rote Armee in Afghanistan? «Sie hatten das Recht, dort zu sein»

phi/DPA

4.1.2019

Ein möglicher US-Truppenabzug beunruhigt Afghanistan, die Welt wundert sich über Donald Trumps Geschichtsverständnis und Indien wird im Weissen Haus lächerlich gemacht.

Die USA überlegen, Soldaten aus Afghanistan abzuziehen. Das bestätigte US-Vizepräsident Mike Pence in einem Interview von «Fox News». Auf die Frage, ob die USA von einer weiteren Truppenpräsenz in Afghanistan profitieren würden, sagte Pence: «Der Präsident ist dabei, das zu bewerten, während wir sprechen.»

Mehrere US-Medien hatten Ende Dezember berichtet, US-Präsident Donald Trump plane, etwa die Hälfte der rund 14'000 in Afghanistan stationierten US-Soldaten abzuziehen. Allerdings gab es bisher keine offizielle Bestätigung dafür. Die Berichte hatten Sorge in Afghanistan sowie bei den Nato-Bündnispartnern ausgelöst. 

Schweres Geschütz im Weissen Haus

Trump hatte einen Tag zuvor am Rande einer Kabinettssitzung im Weissen Haus Staaten in der Region aufgerufen, sich stärker militärisch in Afghanistan zu engagieren. «Warum ist Russland nicht da, warum ist Indien nicht da, warum ist Pakistan nicht da?», fragte er. «Wieso sind wir dort, obwohl wir 6000 Meilen weit entfernt sind.»

Afghanistan – 17 Jahre Krieg:

Die Sowjetunion sei in den 80ern wegen ihrer Besetzung des Landes bankrott gegangen. «Der Grund für den Einmarsch war, dass Terroristen nach Russland gegangen sind», führte der US-Präsident aus und ergänzte mit Blick auf den Kreml: «Sie hatten das Recht, dort zu sein.»

Auch Washington habe Milliarden in das Land investiert. «Und wie hat sich [unser General] in Afghanistan geschlagen? Nicht so toll.» Er plädiere dafür, die Taliban mit dem so genannten IS um die Macht kämpfen zu lassen und sich rauszuhalten, so Trump. Warum lasst Ihr sie nicht kämpfen? Warum müssen wir dazwischengehen?»

Bei der Gelegenheit äusserte sich der 72-Jährige auch zu Indiens Engagement in Afghanistan. Unter dem Strich sagte der Republikaner, die Bemühungen seien quasi Peanuts. «[Der indische Premier] erzählt mir dauernd, dass sie eine Bücherei in Afghanistan gebaut haben. Das ist [ein Bruchteil] von dem, was wir investiert haben. Ich habe keine Ahnung, wer sowas in Afghanistan nutzt, aber egal ...»

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