UN-Namensänderung

Die Türkei heisst jetzt Türkiye

dpa

3.6.2022 - 09:42

epa05439050 A picture taken though a flag with the portrait of Kemal Ataturk, founder of modern Turkey, onto supporters of main opposition Republic Public Party (CHP) hold Turkish flags and pictures of Ataturk, founder of modern Turkey, during a demonstration against coup at Taksim Square, in Istanbul, Turkey, 24 July 2016. Turkish parliament on 21 July formally approved a three-month state of emergency declared by Turkish President Erdogan. The 15 June's failed coup attempt's aftermath was followed by the dismissal of 50,000 workers and the arrest of 8,000 people. At least 290 people were killed and almost 1,500 injured amid violent clashes on 15 July as certain military factions attempted to stage a coup d'etat. The UN and various governments and organizations have urged Turkey to uphold the rule of law and to defend human rights.  EPA/SEDAT SUNA
Mitglieder der Republikanischen Volkspartei CHP demonstrieren im Juli 2016 mit nationalen Symbolen wie dem Konterfei von Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk auf dem Taksim-Platz in Istanbul gegen den versuchten Staatsstreich in der Türkei.
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Der englische Name «Turkey» heisst auch «Truthahn». Die Regierung von Präsident Erdogan hatte sich schon länger für die Änderung stark gemacht, die laut den Vereinten Nationen jetzt in Kraft getreten ist.

dpa

3.6.2022 - 09:42

Die Türkei wird fortan in der internationalen Diplomatie auf Englisch nicht mehr «Turkey» genannt, sondern «Türkiye». Der Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres, Stephane Dujarric, bestätigte der Nachrichtenagentur Anadolu, dass ein Antrag Ankaras auf die Namensänderung am Mittwochabend bei den Vereinten Nationen in New York eingegangen und dass die Änderung mit Erhalt des Schreibens sofort in Kraft getreten sei.

Hintergrund ist, dass «Turkey» im Englischen auch «Truthahn» bedeutet – eine Assoziation, die die Türkei nicht länger dulden mochte. Die Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte schon länger auf die Änderung des international anerkannten Namens hin zur Schreibweise und Betonung im Türkischen gedrungen.

Backdropped by pictures of himself, right, and modern Turkey's founder Mustafa Kemal Ataturk, centre, Turkey's President Recep Tayyip Erdogan addresses officials of his ruling Justice and Development Party (AKP), in Ankara, Turkey, Friday, Sept. 14, 2018.  Erdogan has reproached Turkey's central bank's move to sharply raise interest rates on Thursday from 17.75 percent to 24 percent to stem a currency crisis. (Presidential Press Service via AP, Pool)
Recep Tayyip Erdogan stellt sich im September 2018 bei einem Parteitag seiner AKP selbst in eine Reihe mit dem türkischen Nationalheld Mustafa Kemal Atatürk.
AP

Das Land hatte sich nach seiner Unabhängigkeitserklärung im Jahr 1923 den Namen Türkiye gegeben. Im Dezember ordnete Erdogan an, dass Exportprodukte künftig mit der Bezeichnung «Made in Türkiye» statt «Made in Turkey» («Hergestellt in der Türkei») versehen werden. Ministerien begannen, in offiziellen Dokumenten den Namen «Türkiye» zu verwenden.

Zuletzt veröffentlichte die Regierung ein Werbevideo im Rahmen der Kampagne, den Namen zu ändern. Dieses zeigte Touristen aus aller Welt, die an beliebten Reisezielen «Hallo Türkiye» sagten. Ob sich der Name aber wirklich durchsetzen wird, muss sich zeigen, zumal das «ü» darin im englischen Alphabet nicht existiert.

Turkey – Probleme bei der Bilder-Suche

Der türkische Nachrichtensender TRT World, der in englischer Sprache sendet, hat sich bereits auf den Gebrauch des Namens «Türkiye» verlagert – doch passiert es immer wieder, dass Sprechern, die sich noch an die Änderung gewöhnen müssen, das Wort «Turkey» rausrutscht.

Der Sender hatte die Entscheidung in einem Artikel unter anderem damit begründet, dass die Internetsuche nach dem Wort «Turkey» eine Reihe von Bildern, Artikeln und Wörterbuchdefinitionen hervorbringe, die zu einer Verwechslung mit dem «grossen in Nordamerika beheimateten Vogel» führe, der in den USA bevorzugt an Weihnachten oder Thanksgiving auf dem Esstisch landet.

Im Cambridge Dictionary sei das Wort zudem definiert als etwas, das schlimm scheitere – oder als dumme oder einfältige Person. Türken bevorzugten es, wenn ihr Land «Türkiye» genannt werde – im Einklang mit dem Ziel des Landes, selbst zu entscheiden, wie es von anderen identifiziert werde, erklärte der Sender.

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