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Jetzt meldenSäbelrasseln in der Strasse von Hormus: Die USA blockieren inzwischen die Meerenge, die sie einst noch öffnen wollten. Das Pentagon wie auch Teheran bereiten sich auf das Ende der Waffenruhe vor – während die Welt wartet.
Es ist eine intensive Szene, die sich da am 11. April abspielt: Die USS Frank E. Petersen Jr. und die USS Michael Murphy fahren vom Golf von Oman aus in die Strasse von Hormus ein.
Die beiden Zerstörer der Arleigh-Burke-Klasse sind die ersten Kriegsschiffe der US-Marine, die sich seit Beginn des Iran-Krieges der Meerenge nähern. Eine iranische Küstenstation meldet sich: Wenn die Schiffe nicht umkehren, werden sie anvisiert, so die Drohung.

Die USS Frank E. Petersen Jr. im August 2021 im Golf von Mexiko.
US Navy
Über Funk antwortet eine Frauenstimme: Die «Koalitionsschiffe» würden sich «nach internationalem Recht» auf einem legalen Transit befinden, erklärt sie. Die Iraner antworten: Das sei «die letzte Warnung». Das wird dreifach betont.
Andere Schiffe sollten sich fernhalten: Es könnte geschossen werden. Ein iranisches Schnellboot nimmt Anlauf auf einen der Zerstörer, dreht aber auch zeitig wieder ab – siehe Video ganz oben.
Was dann passiert, ist nicht ganz klar. Teheran meldet, die US-Schiffe seien vertrieben worden. Das widerspricht jedoch den Aussagen der US-Navy – und den Daten des Automatic Identification System (AIS), das eine Position der USS Michael Murphy unweit von Dubai zeigt.
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Die «New York Times» berichtet, die beiden US-Zerstörer hätten auf ihrer Fahrt eine iranische Aufklärungsdrohne abgeschossen, was nach Ansicht der US-Marine die Waffenruhe aber nicht verletze. Weit seien sie nicht in die Strasse von Hormus vorgestossen, heisst es weiter.
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Die Fahrt der Kriegsschiffe soll ein Zeichen setzen – nicht zuletzt, weil dabei jener Bereich befahren worden ist, der vom Iran zuvor als unsicher ausgewiesen worden ist. Minen seien verlegt worden, ohne dass in den Kriegswirren verzeichnet worden sei, wo genau. Die Amerikaner wollen der internationalen Schifffahrt zeigen, dass keine Gefahr besteht.
Die Verlegung der Korridore nach Norden dürfte andere Gründe haben: Dadurch liegen neu sowohl die Einfahrtsstrasse wie auch die südlichere Ausfahrtsstrasse im iranischen Hoheitsgewässer. Zuvor ist der Korridor für das Verlassen des Persischen Golfs durch das Gebiet des Oman gegangen.

Der Iran hat die Korridore für die Durchfahrt der Strasse von Hormus nach Norden verlegt – vorgeblich wegen Minen.
via USNI
Teheran will verhindern, dass der Oman selbst eine Gebühr erheben kann: So kann der Iran eine Maut aus einer Hand anbieten – und seinen Zugriff auf die Strasse von Hormus zementieren. Das Problem: Seit dem 13. April läuft eine US-Blockade, die alle Schiffe betrifft, die Irans Häfen anlaufen.
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Trump weitet seine Blockade per Truth-Social-Post am 12. April noch aus: Auch Schiffe, die die «illegale Maut» bezahlen, würden von der US-Marine aufgebracht, die weiter die Meerenge von Minen säubern werde. «Der Iran darf nicht von diesem illegalen Erpressungsakt profitieren», schreibt er mit Blick auf die Durchfahrtsgebühr über zwei Millionen Dollar.
Und nun ergibt sich eine sonderbare Situation: Die USA, die die Strasse von Hormus öffnen wollten, blockieren die Meerenge nun selbst. 34 Schiffe hätten den Wasserweg am 12. April passiert, teilt der US-Präsident am Folgetag mit.

Trumps Post vom 13. April.
TruthSocial/@RealDonaldTrump
Ein Tropfen auf dem heissen Stein: 500 bis 700 Schiffe warten auf Durchfahrt, weiss das US Naval Institute. Arsenio Dominguez, Generalsekretär der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation der UN, schätzt laut «Reuters» sogar, dass am Persischen Golf 20'000 Seeleute auf 1600 Schiffen feststecken.
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Besonders von der Blockade iranischer Häfen betroffen ist China: Peking bezieht laut «New York Times» 35 Prozent seiner Energie über den Persischen Golf. Wie «Bloomberg» erfahren haben will, zapft das Land nun die strategischen Reserven an, um die Wirtschaft am Laufen zu halten.
Wie soll die Blockade nun ablaufen? Würde ein koreanischer Tanker wirklich aufgebracht werden, wenn er die Zwei-Millionen-Maut zahlt? Wird die US-Marine ein Schiff stoppen, das Öl nach China bringen soll? Würde Peking darauf reagieren, indem es Kriegsschiffe als Eskorte schickt? Oder doch eher Druck auf den Iran machen, sich den US-Forderungen zu beugen?
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Fakt ist: Die USA bereiten sich darauf vor, länger in der Region zu bleiben – und noch härter zuschlagen zu können. Der Flugzeugträger USS George H.W. Bush ist mit seiner Kampfgruppe von der US-Ostküste in Richtung Kap der Guten Hoffnung unterwegs: Am 13. April fahren sie vor der Küste Namibias weiter in die Krisenregion.
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Zusammen mit den Flugzeugträgern USS Abraham Lincoln und USS Gerald R. Ford werden also bald drei dieser Kampfgruppen vor Ort sein, zu denen auch Zerstörer und U-Boote gehören. Gleichzeitig füllen Pendelflüge schwerer Transportflugzeuge vom Typ C-17 Globemaster III die Munition der Truppen im Nahen Osten wieder auf.
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Washington nutzt die Waffenpause also, um sein Arsenal in der Krisenregion aufzufüllen: Bei einem Scheitern der Verhandlungen kann das Bombardement des Irans wieder aufgenommen werden, der seinerseits versuchen wird, umzustrukturieren und sich für den Ernstfall zu rüsten.
Die Uhr tickt, und die Welt schaut weiter wie gebannt auf den Persischen Golf.