427 gegen 1Dieser Republikaner will die Epstein-Files als Einziger nicht veröffentlichen
Noemi Hüsser
19.11.2025
Der republikanische Abgeordnete Clay Higgins gilt als treuer Trump-Anhänger.
KEYSTONE
Mit überwältigender Mehrheit hat der US-Kongress die Weichen für die Offenlegung der Epstein-Files gestellt. Widerstand kommt nur von einem republikanischen Hardliner.
Der US‑Kongress stimmte mit überwältigender Mehrheit für die Veröffentlichung der Epstein‑Akten, womit die Offenlegung so wahrscheinlich ist wie noch nie.
Einziger Gegenstimmer war der Republikaner Clay Higgins, der vor allem den Schutz persönlicher Daten von Opfern und Unbeteiligten gefährdet sieht.
Higgins gilt laut «New York Times» als Trump‑naher Hardliner, der mehrfach Verschwörungstheorien zum 6. Januar, FBI und der Wahl 2020 verbreitet hat.
Am Dienstag votierte zuerst das US-Repräsentantenhaus dafür, die Akten über den verurteilen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein zu veröffentlichen. Später auch der Senat. Die Veröffentlichung der Epstein-Files ist damit so wahrscheinlich wie noch nie zuvor.
Im Repräsentantenhaus war eine überwältigende Mehrheit von 427 Abgeordneten für die Vorlage. Einzig der Republikaner Clay Higgins aus Louisiana stimmte dagegen. Aus Prinzip, wie er selbst sagte. «Was vor drei Monaten am Gesetzentwurf falsch war, ist auch heute noch falsch», schrieb Higgins auf X. «Er bricht mit 250 Jahren Strafrechtsverfahren in Amerika.»
I have been a principled “NO” on this bill from the beginning. What was wrong with the bill three months ago is still wrong today. It abandons 250 years of criminal justice procedure in America. As written, this bill reveals and injures thousands of innocent people – witnesses,…
Higgins war nach seiner Aussage vor allem der Schutz der persönlichen Daten von Epsteins Opfern wichtig. «In der vorliegenden Form enthüllt und schädigt dieser Gesetzentwurf Tausende unschuldiger Menschen», schrieb er auf X weiter. «Sollte er in seiner jetzigen Form verabschiedet werden, wird es mit Sicherheit dazu führen, dass unschuldige Menschen Schaden erleiden.»
Higgins erklärte weiter, dass er sich vorstellen könnte, den Vorstoss zu unterstützen, wenn er angepasst werde. Der republikanische Mehrheitsführer John Thune bezeichnete das bereits als unwahrscheinlich.
Higgins ist Verschwörungstheoretiker
Laut der «New York Times» gilt Higgins schon länger als begeisterter Anhänger von Trump und «Hardliner-Verschwörungstheoretiker». So behauptete er unter anderem, dass «Geisterbusse» die Trump-Anhänger beim Sturm aufs Kapitol am 6. Januar 2021 zum Kapitol gebracht hätte. Zudem hat er die Theorie verbreitet, dass Angestellte des FBI «in der Menge eingebettet» und «als Trump-Anhänger verkleidet im Kapitol» gewesen seien.
Higgins hat in der Vergangenheit auch die rechtsextreme Miliz «Three Percenters» unterstützt und war überzeugt, dass die Wahl 2020 gestohlen worden sei. 2024 postete er auf Facebook, dass «Haiti das schlimmste Land der westlichen Hemisphäre» sei. «All diese Verbrecher sollten besser ihre Meinung ändern und bis zum 20. Januar unser Land verlassen», schrieb Higgins. Später wurde er von den Republikaner*innen im Repräsentantenhaus dafür gerügt.
Vor seiner Amtszeit im Kongress arbeitete Higgins beim Sheriffbüro von St. Landry Parish in Louisiana. 2016 trat er zurück, nachdem ein umstrittenes Antikriminalitätsvideo Kritik ausgelöst hatte, in dem er mit einem Gewehr posierte und Bandenmitglieder bedrohte.
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