37-Jährige in Minneapolis getötetDieses neue Video soll den ICE-Agenten entlasten, sorgt jedoch für weiteren Wirbel
dpa
10.1.2026 - 07:49
Der umstrittene tödliche Einsatz eines ICE-Agenten in Minneapolis, bei dem eine 37-jährige Frau erschossen wurde, hat in den USA für Empörung und Proteste gesorgt. Nun ist ein neues Video aufgetaucht, das weitere Einblicke in den Vorfall liefert.
DPA
10.01.2026, 07:49
10.01.2026, 09:16
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Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
Ein Bodycam-Video, das den Tod von Renee Nicole Good am 7. Januar in Minneapolis, Minnesota, aus anderer Perspektive zeigt, sorgt für weitere Diskussionen.
Während die US-Behörden das Video heranziehen, um ihre Version des Vorfalls zu stützen, fühlen sich die Kritiker des ICE-Einsatzes bestätigt.
Von den tödlichen Schüssen eines Agenten der US-Einwanderungsbehörde ICE auf Renee Nicole Good in Minneapolis ist neues Videomaterial an die Öffentlichkeit gelangt.
Das 47 Sekunden lange Video, das von der in Minnesota ansässigen konservativen Nachrichtenplattform «Alpha News» online veröffentlicht und später vom Heimatschutzministerium in den sozialen Medien geteilt wurde, zeigt den Vorfall aus der Perspektive des ICE-Beamten, der die Schüsse abfeuerte.
Good kurz bevor sie erschossen wird.
Bluesky/Al Jazeera
«Das ist in Ordnung, ich bin nicht böse auf dich», sagt die Frau, während der ICE-Beamte an ihrer Tür vorbeigeht. Sie hat eine Hand am Lenkrad und die andere aus dem offenen Fenster der Fahrerseite gestreckt. Sie sagt das wegen der Maske, wegen der sich der ICE-Agent nicht schämen müsse.
«You wanna come at us?»
Ihre Ehefrau – Good ist lesbisch – steht auf der Beifahrerseite des SUVs und hält ebenfalls ihr Handy hoch: «Willst du uns angreifen? Willst du uns angreifen? Ich sage: Geh und hol dir erst mal Mittagessen, Grosser.»
Goods Ehefrau – sie hat die tödlichen Schüsse mitangesehen.
Bluesky/Al Jazeera
Andere Beamte nähern sich gleichzeitig der Fahrerseite. Einer ruft: «Raus aus dem Auto, raus aus dem verdammten Auto.» Die Frau fährt kurz rückwärts, dreht dann das Lenkrad zur Beifahrerseite und fährt weiter, während der Beamte das Feuer eröffnet.
«Get out of he f****** car»: Rechts hinter Goods Ehefrau erscheinen zwei ICE-Agenten – dann fallen die Schüsse.
Bluesky/AlJazeera
Die Kamera wackelt, zeigt den Himmel und kehrt zur Strassenansicht zurück, auf der das Fahrzeug davonrast. Ein Aufprallgeräusch ist zu hören, als das Auto gegen geparkte Fahrzeuge kracht. In der Aufnahme ist zu hören: «Fucking bitch», was sich als «verdammte Schlampe» oder «verdammte Zicke» übersetzen lässt.
Regierung sieht sich bestätigt
Das Video löst neue Kritik aus. Bereits zuvor hat der Tod der 37-jährigen dreifachen Mutter zu Protesten gegen die Einsätze der Behörde in der Stadt geführt. Nach Darstellung des US-Heimatschutzministeriums soll die Frau versucht haben, den Beamten mit ihrem Auto anzufahren.
Heimatschutzministerin Kristi Noem, Präsident Trump und weitere Regierungsmitglieder bezeichneten das Vorgehen des Beamten als Selbstverteidigung und stellten die getötete Frau als Täterin dar. Sie habe ihr Fahrzeug als Waffe benutzt.
These people are incapable of not lying about this.
"Side window"? You can see the photos of the car with bullet holes. The shots came from the front of the car because that's where the officer was standing when he was hit by the car.
Vizepräsident JD Vance und die Sprecherin des Heimatschutzministeriums, Tricia McLaughlin, erklärten auf X, dass das neue Video ihre Auffassung stütze, wonach der Beamte aus Notwehr gehandelt habe.
«Bullshit»
«Vielen von euch wurde gesagt, dieser Beamte sei nicht von einem Auto getroffen worden, wurde nicht belästigt und habe eine unschuldige Frau ermordet», teilte Vance mit. «Die Realität ist, dass sein Leben gefährdet war und er in Notwehr geschossen hat.»
Lokalpolitiker wiesen die Darstellung entschieden zurück. Minneapolis' Bürgermeister Jacob Frey sagtem, er habe das Video von dem Vorfall gesehen. Das Argument, wonach es sich um Notwehr gehandelt habe, sei «Bullshit» («Unsinn»), sagte er wörtlich.
via Minneapolis photographer Chris Juhn on Facebook
Gestern bereitete sich Minneapolis auf weitere Demonstrationen vor, der Schulunterricht wurde abgesagt. Die zuständige Staatsanwältin Mary Moriarty will die Ermittlungen nicht allein dem FBI überlassen. Sie rief die Öffentlichkeit auf, Videoaufnahmen und Hinweise zum Tod der Frau direkt an ihre Behörde zu senden.
Am 13. Januar 2026 ziehen Beamte der Einwanderungspolizei ICE eine Frau in Minneapolis, Minnesota, aus ihrem Wagen und verhaften sie.
15.01.2026
Wadephul: Über Grönland entscheiden die Bewohner
Washington/Berlin, 14.01.2026: Die USA unter Präsident Donald Trump wollen Grönland. Vor einem Krisentreffen zwischen Vertretern Dänemarks und der USA hält der deutsche Aussenminister Johann Wadephul bei einem Besuch in Washington dagegen.
O-Ton Johann Wadephul, CDU, Aussenminister
«Aber es ist klar, diese Position habe ich vertreten, und ich glaube, die sollte auch, dass Rasmussen weiter vertreten wird er auch weiterhin vertreten, dass die Zukunft Grönlands durch die Grönländer innen und Grönländer entschieden wird. Die Fragen der Souveränität des Staatsgebietes des Königreiches Dänemark wird durch Dänemark entschieden und durch niemanden anders.»
Wadephul bekräftigt seine Einschätzung, dass es keine Hinweise für eine Militäraktion der USA zur Annexion Grönlands gebe. Gleichzeitig warnt er, dass solche Überlegungen dem transatlantischen Zusammenhalt und der Verlässlichkeit schaden.
15.01.2026
Trump: «Der Iran will verhandeln»
Der Iran will verhandeln: Angesichts der Massenproteste im Iran gegen die autoritäre Staatsführung erhöht Donald Trump den Druck auf die Islamische Republik. Zwar stellt der US-Präsident auch ein Treffen mit Vertretern des Irans in Aussicht – angesichts dessen, was im Land passiere, müssten die USA allerdings vielleicht auch vorher handeln, warnt Trump mit Blick auf die andauernden Proteste. Worüber der Iran mit den USA Gespräche führen möchte, führt er nicht aus.