Grausamer Fall in Tirol Dreijähriger verhungert – Mordanklage gegen Eltern

dpa

11.11.2025 - 20:16

Die Eltern sollen ihr Kind monatelang gequält haben. (Symbolbild)
Die Eltern sollen ihr Kind monatelang gequält haben. (Symbolbild)
dpa

Ein dreijähriger Junge soll in Tirol von seinen Eltern grausam gequält worden sein, bevor er verhungerte und starb. Die Angeklagten gestanden laut Staatsanwaltschaft, ihnen wird unter anderem Mord vorgeworfen.

DPA

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Ein Dreijähriger in Tirol soll laut österreichischer Staatsanwaltschaft zum Opfer grausamer Fantasien geworden sein.
  • Seine Eltern sollen den Jungen monatelang gequält und eingesperrt haben, bevor er an Unterernährung starb.
  • Die Eltern, die unter einer sadistischen Störung leiden sollen, gestanden und sind unter anderem wegen Mordes angeklagt.

Ein drei Jahre alter Junge soll nach Angabe der österreichischen Justiz von seinen Eltern monatelang zu Tode gequält worden sein. Wie die Innsbrucker Staatsanwaltschaft mitteilte, wurden die 27-jährigen Eltern unter anderem wegen Mordes angeklagt, nachdem ihr Kind im Mai 2024 verhungert und verdurstet war.

Im Zuhause der Familie im Tiroler Bezirk Kufstein an der Grenze zu Bayern sei der Junge auch geschlagen, gefesselt, im Dunkeln eingesperrt, und tagelang nackt in eine Schublade eingeschlossen worden, hiess es von der Anklagebehörde. Das Kind sei gezielt unterernährt worden. Als der Dreijährige starb, wog er nur etwa sieben Kilogramm – nicht einmal halb so viel wie für sein Alter üblich.

Dämonenglauben und sadistische Störung

Die Eltern lebten nach Angaben der Staatsanwaltschaft in einer finanziell angespannten Lage. Sie hätten sich in eine Fantasiewelt geflüchtet und einen Dämon im Körper des Sohnes für ihr Schicksal verantwortlich gemacht, hiess es. Laut einem Expertengutachten sind Vater und Mutter zurechnungsfähig, sie weisen demnach jedoch eine sadistische Persönlichkeitsstörung auf.

Die Eltern sind auch wegen Quälens und Freiheitsentziehung angeklagt. Sie haben laut Staatsanwaltschaft die Taten gestanden. Die Anklage stützt sich auf Chatnachrichten zwischen Vater und Mutter sowie auf Foto- und Videoaufnahmen, die die beiden von den Misshandlungen angefertigt hatten.