USADruck auf US-Sender wegen Iran-Berichterstattung
SDA
15.3.2026 - 12:52
ARCHIV - Der damals designierte US-Präsident Donald Trump (r) spricht mit Brendan Carr vor dem Start des sechsten Testflugs der SpaceX Starship-Rakete in Texas im November 2024. Carr ist Vorsitzender der Telekommunikations-Aufsicht FCC. (zu dpa: «Druck auf US-Sender wegen Iran-Berichterstattung») Foto: Brandon Bell/Getty Images North America Pool via AP/dpa
Keystone
Wegen der Berichterstattung über den Iran-Krieg erhöht die US-Medienaufsicht den Druck auf Rundfunksender. Wer Falschnachrichten verbreite, dem drohe ein Lizenzverlust, schrieb Brendan Carr, Chef der Medienaufsichtsbehörde Federal Communications Commission (FCC), auf X. Zuvor hatte sich US-Präsident Donald Trump über die Berichterstattung einiger US-Medien zum Iran-Krieg beschwert.
Keystone-SDA
15.03.2026, 12:52
SDA
«Sender, die Falschmeldungen und verzerrte Nachrichten verbreiten – auch als «Fake News» bekannt –, haben jetzt noch die Chance, ihren Kurs zu korrigieren, bevor die Verlängerung ihrer Lizenzen ansteht», schrieb Carr. Konkrete Medien nannte er nicht. «Das Gesetz ist klar. Sender müssen im öffentlichen Interesse handeln und tun sie das nicht, werden sie ihre Lizenzen verlieren.» Ein «Kurswechsel» liege im eigenen Interesse der Medien, da das Vertrauen der Öffentlichkeit schwinde. «Und wir können das nicht zulassen.»
Die FCC vergibt in den USA Sendelizenzen für Fernsehen und Hörfunk. Als Gegenleistung für eine «wertvolle Lizenz zum Betrieb eines Senders über die öffentlichen Funkfrequenzen» seien TV- und Radiostationen verpflichtet, dem «öffentlichen Interesse» zu dienen, schreibt die Behörde auf ihrer Internetseite. Bei der Vergabe von Lizenzen geht die Behörde traditionell eigentlich neutral vor. Inhaltliche Zensur darf sie nicht betreiben. Seit Jahren habe die FCC keine Lizenzverlängerung verweigert, schreibt der Sender CNN.
Kritik in den USA
In US-Medien gab es Kritik an Carrs Post. Die «New York Times» sprach von einer «Kampagne» gegen das, was Carr als voreingenommene Berichterstattung ansehe. CNN nannte Carr einen «Kampfhund an der Spitze der FCC». Die Trump-Regierung übe immer wieder Druck aus, um gegen Inhalte vorzugehen, die dem Präsidenten missfielen.
In einem Interview mit dem Sender CBS versuchte Carr seinen X-Post später einzuordnen. «Die Menschen haben sich an den Gedanken gewöhnt, dass Lizenzen so etwas wie ein Eigentumsrecht sind und dass man nichts tun kann, was zum Verlust der Lizenz führen könnte», sagte er. «Ich versuche, den Menschen klarzumachen, dass dem nicht so ist, dass es ein öffentliches Interesse gibt und dass der Rundfunk etwas anderes ist.» Im Jahr 2019 hatte Carr in einem X-Post gesagt, die FCC dürfe Meinungsfreiheit nicht im Namen des öffentlichen Interesses regulieren. Daran erinnerten nun X-Nutzer.
Vor Carrs jüngstem Post hatte sich Trump am Samstag auf Truth Social über die Berichterstattung zum Iran-Krieg beschwert und dabei die Zeitungen «New York Times» und «Wall Street Journal» ins Visier genommen.
Nicht das erste Mal
Carr hat in der Vergangenheit wiederholt die Möglichkeit ins Spiel gebracht, Sendern wegen verschiedener Programmentscheidungen Lizenzen zu entziehen. So war er in internationale Schlagzeilen geraten, als er dem Sender ABC Konsequenzen wegen der Sendung des Trump-kritischen Late-Night-Moderators Jimmy Kimmel androhte. Trump und seiner Regierung war damals vorgeworfen worden, die Meinungsfreiheit einschränken zu wollen.
Johann Wadephul: UN muss Verantwortung im Iran-Krieg übernehmen
Berlin, 27.04.2026: Krisendiplomatie in New York: Aussenminister Johann Wadephul fordert mehr Einsatz vom UN-Sicherheitsrat im Iran-Konflikt.
O-Ton Johann Wadephul, Aussenminister
«Die UN müssen jetzt ihrer Verantwortung gerecht werden, insbesondere der Sicherheitsrat. Kriege und Konflikte schwelen, und wir sehen zum Teil die Unfähigkeit von Staaten, effektive Konfliktlösungsmechanismen in Kraft zu setzen. Insbesondere der Konflikt um den Iran und die blockierte Strasse von Hummus wird ein Thema sein, zu dem ich auch das Wort ergreifen werde im Sicherheitsrat.»
Wadephul fordert, der UN-Sicherheitsrat müsse handlungsfähiger werden: Blockaden, auch durch China und Russland, dürften Lösungen nicht länger verhindern.
Deutschland hofft zudem auf ein UN-Mandat für eine mögliche Mission in der Strasse von Hormus, einer wichtigen Route für die weltweite Energieversorgung.
In New York plant Wadephul Gespräche mit UN-Generalsekretär António Guterres sowie weiteren ranghohen UN-Vertretern und Amtskollegen. Dabei soll es auch um die Zukunft der Vereinten Nationen gehen.
28.04.2026
Einsatz im Mittelmeer: Minenjagdboot wird bald wegen Iran-Krieg verlegt
Das deutsche Minenjagdboot «Fulda» soll schon bald aufbrechen – Verteidigungsminister Boris Pistorius will, dass es schnell geht, sollte demnächst ein Einsatz zur Sicherung der Strasse von Hormus anstehen. Pistorius betont, Voraussetzung für einen Einsatz sei zuallererst ein Ende der Kampfhandlungen im Krieg der USA und Israels mit dem Iran. Zudem erinnert er daran, dass ein solcher Einsatz nur mit einem Mandat des Bundestags möglich sei.
27.04.2026
Pete Hegseths «Pulp Fiction»-Gebet
Verteidigungsminister Pete Hegseth zitiert am 16. April auf einer Pressekonferenz in Washington ein abgewandeltes Gebet, das bei der Rettung der US-Piloten im Iran gesprochen worden sei.
«Sie nennen es CSAR [Combat Search and Rescue] 25:17, was meiner Meinung nach Hesekiel 25:17 reflektieren soll», sagt er und betet drauflos. Hegseth zitiert ein abgewandeltes Gebet, das bei der Rettung der US-Piloten im Iran gesprochen worden sei. «Sie nennen es CSAR [Combat Search and Rescue] 25:17, was meiner Meinung nach Hesekiel 25:17 reflektieren soll», sagt er und betet drauflos.
Im Video siehst du jedoch, dass es sich um ein abgewandeltes Zitat aus dem Kultfilm «Pulp Fiction» von 1994 handelt, das nur an den Bibelvers angelehnt ist.
17.04.2026
Johann Wadephul: UN muss Verantwortung im Iran-Krieg übernehmen
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