Dürre-Bericht der UNO«Langsam fortschreitende globale Katastrophe»
dpa/toko
3.7.2025 - 00:00
Einem UN-Bericht zufolge häufen sich seit 2023 schwere Dürren.
dpa (Archivbild)
Dürreperioden nehmen zu. Die Auswirkungen reichen einem UN-Bericht zufolge von leeren Supermarktregalen in Grossbritannien bis zu einem Anstieg von Kinder-Ehen in Ostafrika.
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03.07.2025, 00:00
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In den vergangenen zwei Jahren haben sich der UN zufolge einige der schwersten Dürren seit Beginn der Aufzeichnungen ereignet.
Unter anderem kam es in britischen Supermärkten zu Engpässen bei der Versorgung mit Obst und Gemüse.
Allein in Somalia starben bereits im Jahr 2022 nach Schätzungen der Regierung etwa 43'000 Menschen an den Folgen von Dürre und Hunger.
Seit 2023 haben sich einem UN-Bericht zufolge einige der schwersten Dürren mit dem grössten wirtschaftlichen Schaden seit Beginn der Aufzeichnungen ereignet. «Dies ist keine Durststrecke. Dies ist eine langsam fortschreitende globale Katastrophe, die schlimmste, die ich je gesehen habe», sagte einer der Autoren des Berichts, Mark Svoboda, nach einer Mitteilung der UN-Konvention zur Bekämpfung der Wüstenbildung (UNCCD) in Bonn.
«Dürre ist ein lautloser Killer»
UNCCD-Chef Ibrahim Thiaw sagte: «Dürre ist ein lautloser Killer.» Allein in Somalia starben bereits im Jahr 2022 nach Schätzungen der Regierung etwa 43'000 Menschen an den Folgen von Dürre und Hunger. Der Bericht heisst «Dürre-Hotspots auf der ganzen Welt, 2023-2025». Eine Auswahl der Befunde:
In britischen Supermärkten kam es zu Engpässen bei der Versorgung mit Obst und Gemüse. In Spanien bewirkten zwei trockene Jahre in Folge eine Verdopplung des Olivenöl-Preises, weil die Olivenernte um 50 Prozent eingebrochen war. In Brasilien fiel der Wasserstand des Amazonas so weit, dass es zu einem Massensterben von Fischen und seltenen Flussdelfinen kam.
Im Panama-Kanal sackte der Wasserstand dermassen ab, dass zeitweise ein Drittel weniger Schiffe passieren konnten. In Thailand und Indien litt die Zuckerproduktion so stark unter der Trockenheit, dass Zucker in den USA 8,9 Prozent teurer wurde. In Simbabwe verhungerten und verdursteten im zweiten Halbjahr 2023 etwa 100 Elefanten. In Botswana sassen 2024 Flusspferde auf dem Trocknen.
Dürreperioden lassen Zahl der Kinder-Ehen steigen
Die fortgesetzten Dürreperioden haben dem Bericht zufolge besonders verheerende Folgen für Frauen, Kinder, alte Menschen, chronisch Kranke, Viehzüchter und Kleinbauern. In Ostafrika habe sich die Zahl der erzwungenen Kinder-Ehen mehr als verdoppelt, weil Familien zum Überleben auf die Mitgift angewiesen seien, so der Bericht. «Dürre wirkt sich unverhältnismässig stark auf diejenigen aus, die über die wenigsten Ressourcen verfügen», sagte Ko-Autorin Kelly Helm Smith. «Die Nationen der Welt haben die Mittel und das Wissen, um viel Leid zu verhindern. Die Frage ist, ob wir den Willen dazu haben.»
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