Spital gestürmt, Schiesserei, Zelt angezündet Ebola-Ausbruch weitet sich aus – Gewalt erschwert Eindämmung

Lea Oetiker

26.5.2026

Das Ebola-Virus breitet sich in Kongo und Uganda weiter aus.
Das Ebola-Virus breitet sich in Kongo und Uganda weiter aus.
Jerome Delay/AP/dpa

Das Ebola-Virus breitet sich im Kongo und in Uganda weiter aus, die Lage vor Ort bleibt angespannt. Berichten zufolge wurde ein Spital gestürmt, Zelte von «Ärzte ohne Grenzen» in Brand gesetzt und mehrere mutmasslich Infizierte sind geflohen.

Lea Oetiker

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  • Die WHO hat wegen des Ebola-Ausbruchs im Kongo eine internationale Gesundheitsnotlage ausgerufen.
  • In Uganda verschärfen neue Fälle und Angriffe auf Kliniken die Lage zusätzlich.
  • Auch in Europa gab es erste Verdachtsfälle bei Rückkehrern aus der Region – beide Personen wurden jedoch negativ getestet.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Mitte Mai wegen eines Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo eine gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite ausgerufen. Inzwischen wurden rund 91 Infektionen bestätigt, mehr als 900 weitere gelten als Verdachtsfälle, 204 Menschen sind gestorben.

Auch das Nachbarland Uganda ist betroffen. Die Gesundheitsbehörde meldete am Montag zwei neue Fälle, womit die Zahl der bestätigten Infektionen auf sieben stieg. Angaben zu Verdachtsfällen macht das Land nicht. Am Wochenende trafen sich Gesundheitsminister der Region in der Hauptstadt Kampala, um ein koordiniertes Vorgehen zu beraten.

Angespannte Situation vor Ort

Vor Ort spitzt sich die Lage weiter zu. Die WHO warnt, die Epidemie könne ausser Kontrolle geraten. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus erklärte, das Virus breite sich schneller aus, als Gegenmassnahmen greifen könnten.

Besonders angespannt ist die Situation in der nordöstlichen Stadt Mongbwalu. Dort stürmte am Sonntagabend eine aufgebrachte Menschenmenge ein Spital und forderte die Herausgabe zweier Leichen, wobei Schüsse fielen. Bereits zuvor waren ein Zelt von «Ärzte ohne Grenzen» in Brand gesetzt und eine Klinik in Rwampara angegriffen worden.

Die Gewalt erschwert die Eindämmung erheblich. Mindestens 18 mutmasslich Infizierte sind aus Behandlungszentren geflohen, zahlreiche Tote wurden von Angehörigen eigenmächtig abgeholt. Experten warnen, dass Ebola-Verstorbene hoch ansteckend sind und traditionelle Bestattungsrituale ein grosses Risiko darstellen.

Zwei Italiener*innen mit Symptomen im Spital in Mailand

Zwei Italiener, die sich mehrere Monate lang für humanitäre Einsätze in Uganda aufgehalten hatten, sind in einem Spital in Mailand wegen des Verdachts auf Ebola behandelt worden.

Wie mehrere Medien berichten, handelt es sich um einen 31-jährigen Mann sowie eine zwei Jahre ältere Frau. Im Labor des Sacco-Krankenhauses in Mailand wurden virologische Tests bei beiden Patienten durchgeführt. Der Test fiel letztlich negativ aus.

Zudem seien sie negativ auf Malaria sowie auf die gängigsten Atemwegsinfektionen getestet worden. Das teilte der lombardische Regionalrat für Soziales und Gesundheit, Guido Bertolaso, mit. Derzeit gehe man von einer «bakteriellen Infektion des Magen-Darm-Trakts» aus.

Die beiden Patienten zeigten zuletzt Symptome, die auch zu einer Ebola-Infektion passen könnten, darunter hohes Fieber, Übelkeit, Erbrechen und Magen-Darm-Beschwerden.

Keine Gefahr in Europa

Generell gilt: Eine grossflächige Ausbreitung des Ebola-Virus in Europa gilt als eher unwahrscheinlich. Einzelne Fälle bei Reiserückkehrern – wie aktuell in Italien – lassen sich zwar nicht völlig ausschliessen, grössere Ausbrüche in Ländern mit gut ausgebauten Gesundheitssystemen seien laut Fabian Leendertz vom Helmholtz-Institut jedoch «extrem unwahrscheinlich», berichtet die DPA.


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