Grosseltern verhaftetEin Blumentopf könnte jetzt die Wende im Fall Emile (2) bringen
Sven Ziegler
25.3.2025
Die Strasse nach Le Vernet wird im April 2024 blockiert.
IMAGO/ABACAPRESS
Im Fall des verschwundenen kleinen Émile hat die Polizei vier Personen festgenommen – darunter auch seine Grosseltern. Blutspuren in einem Blumentopf und ein anonymer Brief sollen neue Hinweise bringen.
Wie der Sender BFMTV berichtet, handelt es sich um die Grosseltern mütterlicherseits sowie zwei ihrer erwachsenen Kinder. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen «vorsätzliche Tötung» und «Verheimlichung einer Leiche» vor.
Die Festnahmen stehen offenbar im Zusammenhang mit neuen Ermittlungsansätzen rund um einen grossen Blumentopf, der vergangene Woche beschlagnahmt wurde. Das 60 auf 80 Zentimeter grosse Pflanzgefäss war nahe der Kapelle von Haut-Vernet aufgestellt – ausgerechnet jenem Weiler, aus dem der kleine Émile am 8. Juli 2023 spurlos verschwunden war.
Der Topf sollte offenbar verhindern, dass Autos den angrenzenden Friedhof befuhren. Nach einem anonymen Hinweis wurde er geleert und zur Analyse in das forensische Institut der Gendarmerie in Pontoise gebracht. Französische Medien berichten, dass sich darin Blutspuren befanden.
Ermittlungen werfen Fragen auf
Die Ermittlungen werfen nun erneut viele Fragen auf. Zwar wurden am 30. März 2024 einige sterbliche Überreste von Émile an einem schwer zugänglichen Ort rund zwei Kilometer vom Dorf entfernt gefunden, doch was genau mit dem Kind geschehen ist, bleibt unklar. Die Ermittler halten es jedoch für sehr wahrscheinlich, dass ein Mensch direkt in den Tod des Kindes verwickelt ist.
Eine Quelle aus dem Umfeld der Ermittlungen sagte gegenüber BFMTV: «Es gibt praktisch keinen Zweifel mehr über einen möglichen Täter. Hat dieser dem Kind absichtlich oder unabsichtlich Schaden zugefügt? Das lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Aber die Möglichkeit eines menschlichen Eingriffs ist mittlerweile sehr wahrscheinlich.»