GrossbritannienEpstein-Akten: Einblick in E-Mail-Verkehr mit Andrew?
SDA
31.1.2026 - 10:30
ARCHIV - Demonstranten halten Schilder während einer Pressekonferenz zum Epstein Files Transparency Act vor dem U.S. Capitol in Washington, D.C. Foto: Mehmet Eser/ZUMA Press Wire/dpa
Keystone
Die jüngst veröffentlichten Akten im Missbrauchsskandal um den gestorbenen US-Multimillionär Jeffrey Epstein scheinen Einblick in dessen Korrespondenz mit dem früheren britischen Prinzen Andrew (65) zu geben. Auch Andrews Ex-Frau Sarah Ferguson (66) dürfte in den Akten auftauchen.
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31.01.2026, 10:30
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So scheint aus einem E-Mail-Verlauf hervorzugehen, dass Epstein im Jahr 2010 für Andrew ein Dinner mit einer 26-jährigen Russin in London vermittelte – kurz nachdem der US-Amerikaner seine Strafe wegen Prostitution Minderjähriger abgesessen hatte. In der Antwort, die mit Andrews Signatur «HRH The Duke of York KG» versehen und mit dem Buchstaben «A» unterzeichnet ist, heisst es: «(...) ich wäre entzückt, sie zu sehen». Weitere E-Mails zeigen, dass Epstein ein Abendessen mit prominenten Teilnehmern für Andrew plante.
Andrew will von Machenschaften nichts mitbekommen haben
Epstein galt als hervorragend vernetzt und verkehrte in höchsten Kreisen. Gleichzeitig betrieb er über Jahre einen Missbrauchsring, dem Dutzende Mädchen und junge Frauen zum Opfer fielen. Andrew beteuerte stets, von den Machenschaften seines Freundes nichts mitbekommen zu haben. Dabei erhob eines der Epstein-Opfer konkrete Vorwürfe gegen den jüngeren Bruder von König Charles III. (77).
Die inzwischen gestorbene US-Amerikanerin Virginia Giuffre warf Andrew vor, sie mehrfach sexuell missbraucht zu haben, unter anderem als Minderjährige im Jahr 2001 in London. Sie sei damals im Schlepptau Epsteins nach Grossbritannien gebracht und zum Sex mit Andrew gezwungen worden, so der Vorwurf. Ein inzwischen berüchtigtes Foto zeigt die beiden angeblich im Londoner Haus von Epstein-Gehilfin Ghislaine Maxwell, wo der Missbrauch stattgefunden haben soll.
Andrew stritt zwar alles ab, eine Zivilklage in den USA endete jedoch in einem angeblich millionenschweren Vergleich.
Ist Andrew der «Invisible Man»?
Andrew verlor im Laufe der Zeit durch die Vorwürfe sowohl seine Rolle als offizieller Vertreter des Königshauses als auch alle Ehren, militärische Ränge und Titel. Zuletzt wurden ihm von König Charles auch der durch Geburt erworbene Titel «Prinz» aberkannt. Er heisst nun nur noch Andrew Mountbatten-Windsor. Zudem muss er aus dem luxuriösen Anwesen Royal Lodge auf dem Gelände von Schloss Windsor ausziehen.
Die Zuordnung der teils geschwärzten Akten ist zuweilen schwierig. Weitere E-Mails legen nahe, dass es sich bei einem mysteriösen Kontakt der Epstein-Vertrauten Maxwell namens «The Invisible Man» (Der unsichtbare Mann) um Andrew handeln könnte. So wird etwa ein möglicher Aufenthalt auf der Privatinsel Epsteins, Little Saint James, diskutiert, an dem der mit «A» unterzeichnende Kontakt wegen seiner Kinder nicht teilnehmen kann.
Auch «Sarah» findet Erwähnung
Weitere Dokumente zeigen einen Mail-Verkehr zwischen Epstein und einer Sarah aus dem Jahr 2009. Der Inhalt legt nahe, dass es sich dabei um Andrews Ex-Frau Sarah «Fergie» Ferguson handelt. Epstein wird darin etwa als «Legende» und «Bruder, den ich mir immer gewünscht habe», bezeichnet. «Fergie» hatte bereits 2011 in einem Interview mit der Zeitung «Evening Standard» zugegeben, von Epstein 15.000 Pfund (derzeit etwa 17.000 Euro) angenommen zu haben und die Verbindung zu dem Sexualstraftäter bedauert.
Das US-Justizministerium veröffentlichte am Freitagabend mehr als drei Millionen Seiten an Dokumenten sowie Tausende Videos und Fotos. Die reine Nennung oder Abbildung in den Epstein-Akten ist kein Hinweis auf ein Fehlverhalten. Viele der bereits früher identifizierten Personen hatten eine Verstrickung in Epsteins kriminelle Machenschaften stets abgestritten.
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