«Mit 13 ihm vorgestellt» Zeugin belastet Trump in neu veröffentlichten Epstein-Akten

Sven Ziegler

6.3.2026

Jeffrey Epstein und Donald Trump kommen in den Akten vor.
Jeffrey Epstein und Donald Trump kommen in den Akten vor.
Keystone/blue News Bildmontage

Das US-Justizministerium hat weitere Dokumente aus den Ermittlungen gegen Jeffrey Epstein veröffentlicht. In den neu freigegebenen FBI-Unterlagen wird auch US-Präsident Donald Trump erwähnt.

Agence France-Presse

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Das US-Justizministerium hat weitere FBI-Dokumente aus den Epstein-Ermittlungen veröffentlicht.
  • In den Protokollen erhebt eine Zeugin schwere Vorwürfe gegen Jeffrey Epstein und US-Präsident Donald Trump.
  • Trump bestreitet Fehlverhalten, und bislang gibt es keinen Beweis für eine strafbare Handlung.

Das US-Justizministerium hat weitere Dokumente aus den Ermittlungen gegen den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein veröffentlicht. Die Unterlagen wurden am Donnerstag (Ortszeit) freigegeben und enthalten unter anderem Protokolle von FBI-Befragungen.

Darin schildert eine Zeugin, sie sei als Minderjährige sowohl von Epstein als auch von Donald Trump missbraucht worden. Laut einem Ermittlungsprotokoll habe sie ausgesagt, Epstein habe sie im Alter zwischen 13 und 15 Jahren nach New York oder New Jersey gebracht und ihr dort Trump vorgestellt.

In ihrer Aussage berichtet die Frau, Trump habe versucht, sie zu Oralsex zu zwingen. Sie habe sich gewehrt und ihn dabei gebissen. Zudem erklärte sie laut den FBI-Unterlagen, sie und ihr Umfeld hätten über Jahre hinweg Drohanrufe erhalten, damit sie über die Vorfälle schweige.

Epstein und Trump hatten immer wieder Kontakt

Das US-Justizministerium erklärte, die Dokumente seien bereits früher Teil der Ermittlungsakten gewesen, seien jedoch irrtümlich als Dubletten gekennzeichnet worden. Deshalb seien sie erst jetzt öffentlich gemacht worden.

Die Veröffentlichung der Epstein-Unterlagen ist politisch umstritten. US-Präsident Donald Trump hatte sich im vergangenen Jahr über Monate gegen eine Freigabe der Akten ausgesprochen. Der US-Kongress setzte die Veröffentlichung schliesslich auch mit Stimmen von Trumps Republikanern durch.

Fotos und andere Dokumente, die bereits zuvor veröffentlicht worden waren, zeigen, dass Epstein und Trump in der Vergangenheit persönlichen Kontakt hatten. Trump erklärte jedoch mehrfach, er habe den Kontakt zu Epstein bereits vor dessen Verurteilung im Jahr 2008 abgebrochen.

Bislang wurde dem Präsidenten im Zusammenhang mit den Epstein-Ermittlungen kein Fehlverhalten nachgewiesen.

Fall Epstein gibt weiterhin viel zu reden

Demokratische Politiker werfen der Regierung allerdings vor, Informationen aus den Ermittlungen zurückgehalten zu haben, die politisch heikel sein könnten. Ein Ausschuss des Repräsentantenhauses beschloss deshalb am Mittwoch, Justizministerin Pam Bondi vorzuladen. Sie soll Fragen zum Umgang des Ministeriums mit den Epstein-Akten beantworten.

Jeffrey Epstein soll laut Ermittlern über viele Jahre hinweg mehr als tausend Minderjährige und junge Frauen missbraucht haben. Teilweise soll er Opfer an einflussreiche Persönlichkeiten vermittelt haben.

Der Finanzinvestor war 2008 wegen der Anstiftung zur Prostitution einer Minderjährigen verurteilt worden und verbrachte nach einem umstrittenen Vergleich mit der Staatsanwaltschaft rund 13 Monate im Gefängnis.

2019 wurde Epstein erneut festgenommen. Kurz darauf wurde er tot in seiner Gefängniszelle in New York gefunden. Nach offiziellen Angaben nahm er sich dort das Leben.

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