PolitikErdogan bietet Syrien Hilfe an beim Kampf gegen «Terrorismus»
SDA
4.2.2025 - 19:59
FILED - Turkey's President Recep Tayyip Erdogan attends the G7 summit in Italy. Photo: -
Keystone
Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan hat dem syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa eine Zusammenarbeit beim Kampf gegen «Terrorismus» in Syrien angeboten. «Wir sind bereit, Syrien die notwendige Unterstützung im Kampf gegen jede Form des Terrorismus zu gewährleisten», sagte Erdogan nach einem Treffen mit al-Scharaa in Ankara. Die Äusserungen Erdogans sind eine Andeutung auf eine erhoffte militärische Zusammenarbeit mit den neuen syrischen Machthabern beim Kampf gegen kurdische Kräfte im Nordosten des Landes.
Keystone-SDA
04.02.2025, 19:59
SDA
Explizit nannte Erdogan die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sowie die kurdische Arbeiterpartei PKK, die nach Ansicht der Türkei Verbindungen hat zu den Kurdenmilizen im Nordosten Syriens. Die Türkei hat mehrere Militäreinsätze gegen die Kurdenmiliz YPG durchgeführt und hält dort mit Unterstützung von Milizen Gebiete nahe der syrisch-türkischen Grenze besetzt. Er habe mit al-Scharaa «Massnahmen gegen die separatistische Terrororganisation und ihre Anhänger erörtert, die den Nordosten Syriens besetzt halten», sagte Erdogan.
Zweite Auslandsreise des syrischen Übergangspräsidenten
Al-Scharaa sagte lediglich, dass er mit Erdogan über die Lage im Nordosten Syriens gesprochen habe. «Die Beziehungen zwischen Syrien und der Türkei sind historisch», sagte al-Scharaa, der nach einem Besuch in Saudi-Arabien in der Türkei nun seine zweite offizielle Auslandsreise als Übergangspräsident machte. Erdogan lud er seinerseits zu einem Besuch nach Syrien ein.
Der Sturz von Syriens Langzeitmachthaber Baschar al-Assad durch eine von Islamisten angeführte Rebellenallianz hat den Einfluss der Türkei in Syrien erheblich gesteigert.
Seit dem Sturz im Dezember liefern sich kurdische Milizen und von der Türkei unterstützte Kämpfer im Nordosten Syriens tödliche Gefechte, unter anderem an der strategisch wichtigen Tischrin-Talsperre. Teils gab es Berichte, dass Kämpfer der Übergangsregierung die Türkei-nahen Milizen dabei unterstützen würden. Ein Sprecher der kurdisch geführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) wies dies als falsch zurück und sagte, dort seien aktuell keine Truppen der Übergangsregierung im Einsatz.
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O-Ton Johann Wadephul, Aussenminister
«Die UN müssen jetzt ihrer Verantwortung gerecht werden, insbesondere der Sicherheitsrat. Kriege und Konflikte schwelen, und wir sehen zum Teil die Unfähigkeit von Staaten, effektive Konfliktlösungsmechanismen in Kraft zu setzen. Insbesondere der Konflikt um den Iran und die blockierte Strasse von Hummus wird ein Thema sein, zu dem ich auch das Wort ergreifen werde im Sicherheitsrat.»
Wadephul fordert, der UN-Sicherheitsrat müsse handlungsfähiger werden: Blockaden, auch durch China und Russland, dürften Lösungen nicht länger verhindern.
Deutschland hofft zudem auf ein UN-Mandat für eine mögliche Mission in der Strasse von Hormus, einer wichtigen Route für die weltweite Energieversorgung.
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