HandelskonfliktEU-Geschäft kann wegbrechende US-Exporte laut Studie ausgleichen
SDA
25.3.2025 - 07:22
Container am Hamburger Hafen: Laut einer Studie könnte die europäische Wirtschaft vom Abbau der Handelsschranken innerhalb der Union profitieren - trotz US-Zöllen. (Archivbild)
Keystone
Handelskriege und zunehmender Protektionismus der USA werden Europa laut Experten wieder stärker in den Fokus der deutschen Exportindustrie rücken. Stärkeres Wachstum innerhalb Europas könnte ein schrumpfendes US-Geschäft sogar mehr als ausgleichen.
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25.03.2025, 07:22
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Voll zum Tragen kommen könne das aber nur, wenn die EU noch bestehende Handelsschranken abbaut. Zu diesem Schluss kommt die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte in einer neuen Studie zur Entwicklung bis 2035.
Allein die bis Mitte März angekündigten Handelsbarrieren dürften die deutschen Exporte in die USA bis 2035 im Schnitt um 3,2 Prozent pro Jahr schrumpfen lassen, so die Deloitte-Experten. Ergebnis: Das US-Geschäft würde binnen zehn Jahren von derzeit 84 Milliarden auf 59 Milliarden Euro schrumpfen.
Im vergangenen Herbst hatten sie – ohne die inzwischen von US-Präsident Donald Trump angekündigten oder eingeführten Zölle – bis 2035 noch ein Wachstum von 1,8 Prozent pro Jahr im US-Geschäft vorhergesagt.
Europa-Geschäft dominiert
Nach oben korrigiert haben sie dagegen ihre Prognosen für Europa: Ausfuhren in die zehn wichtigsten Abnehmerländer dürften demnach im Schnitt um 2,5 Prozent pro Jahr zulegen anstatt der im Herbst erwarteten 1,8 Prozent. Das könnte das wegbrechende US-Geschäft sogar mehr als ausgleichen – zumindest nominal, ohne Berücksichtigung der Inflation.
Schon jetzt liege das Volumen der zehn grössten Abnehmer in Europa mit zusammen 357 Milliarden Euro mehr als viermal so hoch wie das in den USA, rechnen die Deloitte-Experten vor. 2035 wären es mit dann 467 Milliarden Euro sogar fast achtmal so viel.
«Der EU-Binnenmarkt ist ein schlafender Riese für die deutsche Industrie», sagt Oliver Bendig, Partner und Leiter der Industrieberatung bei Deloitte, einer Mitteilung zufolge. Voll ausschöpfen lasse sich dieses Potenzial aber nur, wenn die EU noch bestehende Handelshemmnisse abbaue.
Dann wären der Studie zufolge noch deutlich stärkere Zuwächse möglich. «Angesichts zunehmend protektionistischer Tendenzen im Welthandel kann die Industrie in Deutschland einen Wachstums-Boost aus Brüssel gut gebrauchen.»
Handelshemmnisse auch ohne Zoll
Auch 30 Jahre nach Einführung des europäischen Binnenmarktes gebe es – trotz Zollfreiheit – noch erhebliche Belastungen im Geschäft mit dem EU-Ausland: abweichende Produktregeln und Zertifizierungen, unterschiedliche Bestimmungen zu Verpackungen und deren Entsorgung, wachsende Berichtspflichten und komplexe Steuervorgaben etwa. «Die bürokratische Belastung von deutschen Unternehmen, die in Europa Handel treiben,ist sehr hoch und in den letzten Jahren weiter gestiegen», sagt Bendig.
In Summe entspreche das bei Industriegütern einem Aufschlag von bis zu 44 Prozent, so Deloitte mit Verweis auf Berechnungen des Internationalen Währungsfonds (IWF). Wenn allein die Hälfte dieser Lasten wegfalle, würde dies der Studie zufolge bis 2035 zu einem zusätzlichen Wachstum von einem Prozent pro Jahr im Geschäft mit den meisten EU-Ländern führen.
Würden die Hemmnisse komplett beseitigt, so wäre demnach oft sogar eine Verdoppelung der Wachstumsrate möglich – mit mindestens einem weiteren Prozent Plus pro Jahr in den meisten EU-Ländern.
Vor allem Maschinenbau dürfte profitieren
Profitieren würden vor allem der Maschinenbau und die Elektroindustrie, heisst es in der Studie. Denn hier seien die Belastungen bisher besonders hoch.
Deutlich geringer falle der Effekt bei Autos und Chemieprodukten aus. Hier seien die Belastungen durch Handelshemmnisse innerhalb Europas schon derzeit am geringsten.
Johann Wadephul: UN muss Verantwortung im Iran-Krieg übernehmen
Berlin, 27.04.2026: Krisendiplomatie in New York: Aussenminister Johann Wadephul fordert mehr Einsatz vom UN-Sicherheitsrat im Iran-Konflikt.
O-Ton Johann Wadephul, Aussenminister
«Die UN müssen jetzt ihrer Verantwortung gerecht werden, insbesondere der Sicherheitsrat. Kriege und Konflikte schwelen, und wir sehen zum Teil die Unfähigkeit von Staaten, effektive Konfliktlösungsmechanismen in Kraft zu setzen. Insbesondere der Konflikt um den Iran und die blockierte Strasse von Hummus wird ein Thema sein, zu dem ich auch das Wort ergreifen werde im Sicherheitsrat.»
Wadephul fordert, der UN-Sicherheitsrat müsse handlungsfähiger werden: Blockaden, auch durch China und Russland, dürften Lösungen nicht länger verhindern.
Deutschland hofft zudem auf ein UN-Mandat für eine mögliche Mission in der Strasse von Hormus, einer wichtigen Route für die weltweite Energieversorgung.
In New York plant Wadephul Gespräche mit UN-Generalsekretär António Guterres sowie weiteren ranghohen UN-Vertretern und Amtskollegen. Dabei soll es auch um die Zukunft der Vereinten Nationen gehen.
28.04.2026
Einsatz im Mittelmeer: Minenjagdboot wird bald wegen Iran-Krieg verlegt
Das deutsche Minenjagdboot «Fulda» soll schon bald aufbrechen – Verteidigungsminister Boris Pistorius will, dass es schnell geht, sollte demnächst ein Einsatz zur Sicherung der Strasse von Hormus anstehen. Pistorius betont, Voraussetzung für einen Einsatz sei zuallererst ein Ende der Kampfhandlungen im Krieg der USA und Israels mit dem Iran. Zudem erinnert er daran, dass ein solcher Einsatz nur mit einem Mandat des Bundestags möglich sei.
27.04.2026
Pete Hegseths «Pulp Fiction»-Gebet
Verteidigungsminister Pete Hegseth zitiert am 16. April auf einer Pressekonferenz in Washington ein abgewandeltes Gebet, das bei der Rettung der US-Piloten im Iran gesprochen worden sei.
«Sie nennen es CSAR [Combat Search and Rescue] 25:17, was meiner Meinung nach Hesekiel 25:17 reflektieren soll», sagt er und betet drauflos. Hegseth zitiert ein abgewandeltes Gebet, das bei der Rettung der US-Piloten im Iran gesprochen worden sei. «Sie nennen es CSAR [Combat Search and Rescue] 25:17, was meiner Meinung nach Hesekiel 25:17 reflektieren soll», sagt er und betet drauflos.
Im Video siehst du jedoch, dass es sich um ein abgewandeltes Zitat aus dem Kultfilm «Pulp Fiction» von 1994 handelt, das nur an den Bibelvers angelehnt ist.
17.04.2026
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