UkraineEx-Präsidialamtschef Jermak gegen Kaution auf freiem Fuss
SDA
18.5.2026 - 17:52
ARCHIV – Andrij Jermak (r), früherer ukrainischer Präsidialamtschef, während einer Gerichtsverhandlung in Kiew. Foto: Dan Bashakov/AP/dpa/Archivbild
Keystone
Das Oberste Anti-Korruptions-Gericht in der Ukraine hat den wegen Geldwäsche-Vorwürfen tagelang inhaftierten früheren Präsidialamtschef Andrij Jermak gegen Zahlung einer Millionen-Kaution auf freien Fuss gesetzt.
Keystone-SDA
18.05.2026, 17:52
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Medien in Kiew zeigten Aufnahmen, wie Jermak in einem Anzug gekleidet am Morgen das Untersuchungsgefängnis verliess. Er ist unter Auflagen frei und darf die Ukraine nicht verlassen. Erst in der vergangenen Woche hatte das Gericht eine 60-tägige Untersuchungshaft angeordnet.
Das Gericht setzte umgerechnet 2,72 Millionen Euro als Kaution an. Das Geld sei in den vergangenen Tagen von Unterstützern gesammelt worden, berichteten Medien in Kiew. Der 54-Jährige war bis zu seiner Entlassung im November die rechte Hand von Präsident Wolodymyr Selenskyj – und beteuert seine Unschuld.
Er soll als Angehöriger einer organisierten Gruppe an Geldwäsche von umgerechnet fast neun Millionen Euro im Zusammenhang mit einem Luxusbauprojekt in der Nähe Kiews beteiligt gewesen sein. Jermak weist das kategorisch zurück.
Fall erschüttert die Ukraine innenpolitisch
Der Fall des nach Selenskyj einst zweitmächtigsten Mannes in Kiew erschüttert die sich gegen den russischen Angriffskrieg verteidigende Ukraine. Selenskyj will das Land in die Europäische Union führen und hat nach einer Vielzahl von Finanzskandalen den westlichen Geldgebern einen kategorischen Kampf gegen die Korruption sowie Reformen zugesichert. Nach der Festnahme Jermaks hatte er sich aber nicht geäussert zu den Vorwürfen.
Jermak war als Vertrauter Selenskyjs auch lange massgeblich an den internationalen Verhandlungen für eine Beendigung des Krieges beteiligt. Seit langem halten sich in Kiew Gerüchte, er lasse sich in der Nähe von Kiew neben anderen eine Residenz bauen in dem Villenviertel «Dynastia» in dem Ort Kosyn.
Jermaks Anwalt, Ihor Fomin, warf dem Gericht bei den Anhörungen vorige Woche vor, nichts als Mutmassungen zu präsentieren. Es gebe keine Beweise für die Anschuldigungen. Er hatte beantragt, Jermak gegen eine bezahlbare Kaution auf freien Fuss zu setzen.
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Er schreibt in einem X-Beitrag:
«Die Szenen in Belfast letzte Nacht waren schockierend und völlig inakzeptabel (...) Es ist offensichtlich, dass Menschen letzte Nacht aufgrund ihrer Herkunft ins Visier genommen wurden, und das werde ich nicht tolerieren (...) Die Verantwortlichen werden die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommen.»
Hintergrund der Ausschreitungen ist ein brutales Video eines Messerangriffs vom Montag, bei dem ein Mann schwer verletzt worden war. Mutmasslicher Täter ist laut Polizei ein 30-jähriger Sudanese. Er wurde wegen versuchten Mordes, Waffenbesitzes und Todesdrohungen angeklagt.
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