Ermittlungen gegen Ex-Prinz Auch Neuseeland unterstützt Ausschluss von Andrew aus der Thronfolge

Petar Marjanović

24.2.2026

Briten regieren auf die Verhaftung von Ex-Prinz Andrew: «Er hat es voll und ganz verdient»

Briten regieren auf die Verhaftung von Ex-Prinz Andrew: «Er hat es voll und ganz verdient»

Die Verhaftung von Andrew Mountbatten-Windsor sorgt im Vereinigten Königreich für Aufsehen. Nach Reaktionen aus Politik und Königshaus melden sich nun auch Bürgerinnen und Bürger zu Wort.

19.02.2026

Andrew Mountbatten-Windsor wurde wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch festgenommen. Mittlerweile ist er wieder auf freiem Fuss – die Ermittlungen dauern an.

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DPA, Agence France-Presse, Redaktion blue News

Das Wichtigste im Überblick

  • Andrew Mountbatten-Windsor, Bruder von König Charles III., ist an seinem 66. Geburtstag (19.2.2026) auf dem Sandringham-Anwesen wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch festgenommen worden.
  • Mehrere zivile Polizeifahrzeuge und Beamt*innen trafen am frühen Morgen bei seinem neuen Wohnsitz in Norfolk ein, wo er seit kurzem lebt.
  • Andrew wird vorgeworfen, in seiner früheren Funktion als Handelsbeauftragter vertrauliche Dokumente an Jeffrey Epstein weitergeleitet zu haben, der 2019 verstorben ist.
  • Noch am selben Tag wurde der ehemalige Prinz aus dem Polizeigewahrsam entlassen. Die Ermittlungen dauern an.

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  • Dienstag, 24. Februar 2026, 4 Uhr

    Auch Neuseeland unterstützt Ausschluss von Andrew aus der Thronfolge

    Nach Australien hat auch Neuseeland seine Unterstützung für eine mögliche Streichung des früheren Prinzen Andrew Mountbatten-Windsor aus der britischen Thronfolge angekündigt. Das bestätigte ein Sprecher von Ministerpräsident Christopher Luxon. Sollte die Regierung in London einen entsprechenden Schritt vorschlagen, werde Neuseeland zustimmen, zitierte der Sender Radio New Zealand aus einer entsprechenden Stellungnahme.

    Die Festnahme des Bruders des englischen Königs war am 20. Februar 2026 nicht nur die Titelstory aller britischen Zeitungen.
    Die Festnahme des Bruders des englischen Königs war am 20. Februar 2026 nicht nur die Titelstory aller britischen Zeitungen.
    Bild: Keystone/EPA/Adam Vaughan

    Gegen Andrew, den jüngeren Bruder von König Charles III., wird in Grossbritannien im Zusammenhang mit dem Skandal um Sexualstraftäter Jeffrey Epstein ermittelt. Andrew war in der vergangenen Woche zeitweise festgenommen worden. Dem früheren Prinzen wird Fehlverhalten in einem öffentlichen Amt vorgeworfen: Er soll in seiner früheren Rolle als Handelsbeauftragter Informationen an Epstein weitergeleitet haben.

    Vor Medienvertretern sagte Luxon, seine Regierung habe in den vergangenen Tagen bereits Kontakt mit dem britischen Kabinettsbüro gehabt. «Niemand steht über dem Gesetz», betonte er. Neuseeland habe diese Entscheidung der britischen Regierung bereits vor Bekanntwerden der Position Australiens mitgeteilt.

    Die australische Regierung hatte zuvor in einem Schreiben an den britischen Premierminister Keir Starmer erklärt, sie stehe hinter einem möglichen Ausschluss Andrews. Australien und Neuseeland gehören zu den insgesamt 15 Commonwealth-Staaten, die einem entsprechenden Gesetz zustimmen müssten. Auf Platz eins in der Thronfolge liegt Charles' Sohn William (43), vor dessen Sohn Prinz George (12). Andrew (66) ist auf Platz acht.

  • Freitag, 20. Februar, 10.40 Uhr

    Das droht Skandal-Prinz Andrew jetzt noch

  • 23 Uhr

    Andrew zurück in Sandringham

    Wie britische Medien übereinstimmend berichten, ist Andrew fast drei Stunden nach seiner Freilassung in seinem Anwesen Sandringham in Norfolk eingetroffen. 

    Ex-Prinz Andrew wurde am vergangenen Donnerstag festgenommen und noch am gleichen Tag wieder freigelassen.
    Ex-Prinz Andrew wurde am vergangenen Donnerstag festgenommen und noch am gleichen Tag wieder freigelassen.
    Bild: Keystone/PA Wire/Aaron Chown
  • 22.39 Uhr

    Chronologie eines Abstiegs

    Durch die Verwicklung in den Epstein-Skandal legte Ex-Prinz Andrew einen bespiellosen Abstieg hin. Seine royalen Titel war er längst los – nun musste Andrew Mountbatten-Windsor seinen 66. Geburtstag in Polizeigewahrsam verbringen.

  • 21.44 Uhr

    Trump nennt Festnahme von Ex-Prinz Andrew «sehr traurig»

    US-Präsident Donald Trump hat die vorübergehende Festnahme des früheren britischen Prinzen Andrew im Zusammenhang mit dem Epstein-Skandal bedauert. Der Vorfall sei «sehr traurig», sagte Trump an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One. Es sei «eine Schande» und «sehr schlecht für die königliche Familie», sagte Trump zu Journalisten.

    Trump bekräftigte, er selbst sehe sich durch die Epstein-Akten «vollständig entlastet». Der Name des Präsidenten taucht in den Akten tausende Male auf. Ein persönliches Fehlverhalten konnte ihm bisher allerdings nicht nachgewiesen werden.

    US-Präsident Donald Trump äussert sich an Bord der Air Force One. (Archivbild)
    US-Präsident Donald Trump äussert sich an Bord der Air Force One. (Archivbild)
    Bild: Keystone/AP/Mark Schiefelbein
  • 21.29 Uhr

    Dursuchungen abgeschlossen

    Die Thames Valley Police hat die Freilassung von Andrew Mountbatten-Windsor bestätigt.

    «Wir können ausserdem bestätigen, dass unsere Durchsuchungen in Norfolk nun abgeschlossen sind», heisst es in der Mitteilung der Polizei weiter. Nähere Angaben zu den Ermittlungen machten die Beamten zunächst nicht.

  • 21 Uhr

    Ehemalige Pressesprecherin: Andrew wirke «benommen» 

    «Er wirkte benommen, er wirkte wie unter Schock, er hing zusammengesunken da», sagte die ehemalige Pressesprecherin seiner Mutter, Königin Elizabeth II., über Andrew gegenüber «BBC News». Die heutigen Ereignisse werden die königliche Familie «angeschlagen» und «erschüttert» zurücklassen, erklärt Ailsa Anderson weiter.

  • 20.31 Uhr

    Andrew ist wieder auf freiem Fuss

    Nach seiner Festnahme am Vormittag im Zusammenhang mit dem Epstein-Skandal hat der frühere britische Prinz Andrew nach Informationen britischer Medien die Polizeiwache wieder verlassen.

    Der Sender BBC und britische Zeitungen zeigten eine Aufnahme von dem 66-Jährigen, wie er nach Einbruch der Dunkelheit zusammengesunken auf dem Rücksitz eines Autos sitzt. Die Polizei von Thames Valley teilt mit, Andrew sei nach seiner Festnahme wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch unter Auflagen freigelassen worden. Die Ermittlungen dauern an.

  • 19.43 Uhr

    Familie von Virginia Giuffre feiert Andrews Festnahme

    Der Bruder und die Schwägerin von Virginia Giuffre haben gegenüber der BBC-Sendung «Newsnight» erklärt, dass sie «gefeiert» hätten, als sie hörten, dass Andrew Mountbatten-Windsor wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch verhaftet worden war. Amanda Roberts, die mit Giuffres Bruder Sky Roberts verheiratet ist, sagte gegenüber der BBC: «Wir sind zuversichtlich, dass diese Untersuchung nun weitere Ermittlungen zu den Vorwürfen sexueller Übergriffe nach sich ziehen wird.»

    Giuffre, die 2025 verstorben ist und eine prominente Anklägerin von Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell war, hatte zuvor behauptet, Andrew habe als Teenager dreimal Sex mit ihr gehabt. Dieser hat die Anschuldigungen stets zurückgewiesen und 2022 eine aussergerichtliche Einigung mit Giuffre erzielt. Diese enthielt weder ein Schuldeingeständnis noch eine Entschuldigung.

    Andrew and Virginia Roberts Giuffre, im Hintergrund Ghislaine Maxwell, die nun im Gefängnis sitzt. Das Bild soll Anfang 2001 entstanden sein.
    Andrew and Virginia Roberts Giuffre, im Hintergrund Ghislaine Maxwell, die nun im Gefängnis sitzt. Das Bild soll Anfang 2001 entstanden sein.
    IMAGO/Capital Pictures
  • 18.39 Uhr

    König Charles geht zur Tagesordnung über – und ignoriert Fragen zu Andrews Verhaftung

    König Charles setzte seine geplanten Termine nach der Verhaftung seines Bruders unverändert fort, wie die BBC berichtet.

    Demnach wurde er am Nachmittag bei einer Veranstaltung zum Auftakt der London Fashion Week gesehen. Bei seiner Ankunft und Abreise gab er gegenüber Reportern keine Kommentare ab.

    Am Vormittag wurde er ausserdem fotografiert, wie er im St. James's Palace Vertreter verschiedener Länder begrüsste, darunter die Botschafter von El Salvador und Spanien sowie den Hochkommissar für Kenia.

    König Charles III geht nach seinem Statement zu seinem Bruder Andrew zur Tagesordnung über – hier auf der Fashion Week.
    König Charles III geht nach seinem Statement zu seinem Bruder Andrew zur Tagesordnung über – hier auf der Fashion Week.
    EPA/ANDY RAIN/KEYSTONE
  • 15.45 Uhr

    Jetzt wirds politisch: Kritik gegen Premier Keir Starmer

    Die Verhaftung von Andrew Mountbatten-Windsor sorgt in Grossbritannien für scharfe politische Reaktionen. Der Westminster-Fraktionschef der Scottish National Party, Stephen Flynn, spricht von einer «sehr ernsten Entwicklung».

    Er sagt, der Fall zeige, warum es «eine schlechte Fehlentscheidung» von Premierminister Keir Starmer gewesen sei, dem Parlament noch im Oktober eine Debatte über Massnahmen gegen Mountbatten-Windsor zu verwehren. Der frühere Prinz hätte «so schnell wie möglich» seine Titel und Funktionen verlieren müssen. Die Verzögerung der Labour-Regierung sei ein Fehler gewesen.

    Der britische Premierminister Keir Starmer gerät unter Druck.
    Der britische Premierminister Keir Starmer gerät unter Druck.
    sda

    Auch in Schottland äussert sich der frühere Erste Minister Humza Yousaf. Er betont, rechtstaatliche Verfahren seien genau so wichtig wie «Rechenschaft». Zu lange hätten «Reichtum, Titel und Status Männer geschützt». Den Opfern von Jeffrey Epstein – darunter Virginia Giuffre – schreibt Yousaf zu, dass sie die nötige «Prüfung» angestossen hätten. Er hofft auf Gerechtigkeit.

  • 14.40 Uhr

    Neue Details zur Verhaftung

    Ein Auto verlässt das königliche Anwesen in Sandringham, nachdem Andrew Mountbatten-Windsor von der britischen Polizei wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch festgenommen wurde.
    Ein Auto verlässt das königliche Anwesen in Sandringham, nachdem Andrew Mountbatten-Windsor von der britischen Polizei wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch festgenommen wurde.
    KEYSTONE

    Nach der Verhaftung am Donnerstagmorgen kommen nun neue Details ans Licht. Andrew Mountbatten-Windsor wurde heute Morgen gegen 8.00 Uhr auf einem Anwesen auf dem Sandringham Estate in Norfolk festgenommen, berichtet BBC. Der Zugriff erfolgte offenbar früh und koordiniert.

    Doch damit nicht genug: Laut Berichten werden sowohl das Anwesen in Sandringham als auch sein früheres Zuhause im Windsor Great Park weiterhin von der Polizei durchsucht. Ermittler sichern Beweismaterial und prüfen mögliche Zusammenhänge.

    Der ehemalige Prinz befindet sich weiterhin in Haft. Allerdings ist bislang nicht bekannt, in welcher Polizeistation oder Haftanstalt er festgehalten wird.

  • 14.36 Uhr

    Kate und William schliessen sich König Charles an

    Nach König Charles äussern sich nun auch Prinz William und Prinzessin Kate zur Verhaftung von Andrew Mountbatten-Windsor. Die Zeichen aus dem Palast sind klar: Geschlossenheit an der Spitze der Monarchie.

    Wie britische Medien berichten, zitierte die Press Association eine Erklärung aus dem Umfeld des Thronfolger-Paares: «Der Prinz und die Prinzessin von Wales unterstützen die Erklärung des Königs nach der Verhaftung von Andrew Mountbatten-Windsor.»

    Weitere Details nannten William und Kate demnach nicht.

  • 14.12 Uhr

    Erste Bilder vor dem Royal Lodge

    Uns erreichen die ersten Fotos der Royal Lodge, der ehemaligen Landresidenz von Prinz Andrew. Das Gebäude, das zur Krone gehört, war von 1952 bis 2002 die Residenz von Königin Elizabeth, der Queen Mum, in Windsor. Danach diente es von 2004 bis 2026 als offizielle Residenz von Andrew.

    Den Bildern zufolge dauern die polizeilichen Durchsuchungen von Andrew Mountbatten-Windsors ehemaligem Wohnsitz an. Beamte stehen an den Toren des weitläufigen Anwesens, während die Medien an einem äusseren Eingang auf Distanz gehalten werden.

    Den Bildern zufolge dauern die polizeilichen Durchsuchungen an.
    Den Bildern zufolge dauern die polizeilichen Durchsuchungen an.
    KEYSTONE
    Medienschaffende haben sich vor dem Tor versammelt.
    Medienschaffende haben sich vor dem Tor versammelt.
    AP
  • 13.19 Uhr

    King Charles meldet sich zu Wort

    Wie BBC berichtet hat das medium vom Königshaus eine Meldung von King Charles III. erhalten. Der Monarch äussert sich zur Verhaftung seines Bruders.

    Mit tiefster Besorgnis habe ich die Nachricht über Andrew Mountbatten-Windsor und den Verdacht des Fehlverhaltens im öffentlichen Amt vernommen.

    Was nun folgt, ist ein umfassendes, faires und ordnungsgemässes Verfahren, in dem diese Angelegenheit in angemessener Weise und durch die zuständigen Behörden untersucht wird.

    Dabei haben sie, wie ich bereits erwähnt habe, unsere volle und uneingeschränkte Unterstützung und Zusammenarbeit.

    Lassen Sie mich eines klarstellen: Das Gesetz muss seinen Lauf nehmen.

    Solange dieses Verfahren andauert, wäre es nicht angemessen, wenn ich mich weiter zu dieser Angelegenheit äussern würde.

    In der Zwischenzeit werden meine Familie und ich unsere Pflicht und unseren Dienst für Sie alle fortsetzen. Charles R.

  • 13.07 Uhr

    So äussert sich Premierminister Starmer

    Der britische Premierminister Keir Starmer äusserte sich am Donnerstag zur Verhaftung von Ex-Prinz Andrew.
    Der britische Premierminister Keir Starmer äusserte sich am Donnerstag zur Verhaftung von Ex-Prinz Andrew.
    sda

    Der Ton wird schärfer in London. Premierminister Keir Starmer (63) hat sich im Gespräch mit der «BBC» klar positioniert – und Andrew Mountbatten-Windsor erneut öffentlich aufgefordert, mit britischen und US-amerikanischen Ermittlern zu kooperieren. Im Fokus steht weiterhin Andrews enge Freundschaft zu Jeffrey Epstein.

    Starmer machte unmissverständlich klar, was er erwartet: «Niemand steht über dem Gesetz», betonte er. Und weiter: «Jeder, der Informationen hat, sollte aussagen. Ob es nun Andrew ist oder jemand anderes, jeder, der über relevante Informationen verfügt, sollte sich an die zuständige Stelle wenden.»

    Der Premier stellte den Fall in einen grösseren Kontext: «In diesem speziellen Fall geht es um Epstein, aber es gibt noch viele andere Fälle. Jeder, der Informationen zu irgendeinem Aspekt von Gewalt gegen Frauen und Mädchen hat, hat meiner Meinung nach die Pflicht, sich zu melden, egal wer er ist.»

  • 12.55 Uhr

    Das Statement der Polizei

    So teilte die Polizei die Verhaftung von Andrew Mountbatten mit: «Im Rahmen der Ermittlungen haben wir heute (19.2.) einen Mann in den Sechzigern aus Norfolk wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch festgenommen und führen Durchsuchungen an Adressen in Berkshire und Norfolk durch. Der Mann befindet sich derzeit weiterhin in Polizeigewahrsam. Gemäß den nationalen Richtlinien werden wir den Namen des festgenommenen Mannes nicht bekannt geben. Bitte beachten Sie auch, dass dieser Fall derzeit aktiv ist und daher bei Veröffentlichungen Vorsicht geboten ist, um eine Missachtung des Gerichts zu vermeiden.»

    Oliver Wright, der stellvertretende Polizeichef sagte: «Nach einer gründlichen Prüfung haben wir nun eine Untersuchung zu diesem Vorwurf des Amtsmissbrauchs eingeleitet. Es ist wichtig, dass wir die Integrität und Objektivität unserer Ermittlungen wahren, während wir gemeinsam mit unseren Partnern diesen mutmaßlichen Straftatbestand untersuchen. Wir sind uns des großen öffentlichen Interesses an diesem Fall bewusst und werden zu gegebener Zeit über den aktuellen Stand informieren.»

  • 12.53 Uhr

    Jetzt meldet sich die Familie von Virginia Giuffre

    Nach der Verhaftung von Andrew Mountbatten-Windsor meldet sich nun die Familie von Virginia Giuffre (†41) zu Wort. «Endlich wurden unsere gebrochenen Herzen leichter gemacht durch die Nachricht, dass niemand über dem Gesetz steht – nicht einmal Mitglieder von Königshäusern.»

    Giuffre war eine der Hauptbelastungszeuginnen im Epstein-Komplex. Sie hatte dem jüngeren Bruder von König Charles vorgeworfen, sie als Minderjährige zum Sex gezwungen zu haben. Andrew bestritt die Anschuldigungen stets und erklärte, er könne sich nicht an ein Treffen mit ihr erinnern. 2022 kam es zu einem aussergerichtlichen Vergleich in Millionenhöhe – ohne dass Mountbatten-Windsor ein Fehlverhalten eingestand.

    Weiter heisst es in der Stellungnahme: «Im Namen unserer Schwester Virginia Roberts Giuffre sprechen wir unsere Dankbarkeit der Thames Valley Police aus für ihre Untersuchungen und die Verhaftung von Andrew Mountbatten-Windsor.»

    Und besonders deutlich: «Er war nie ein Prinz. Überlebende: Virginia hat das für euch getan!» Mit dieser Botschaft setzt die Familie ein starkes Zeichen – und erhöht den öffentlichen Druck in einem Fall, der das britische Königshaus erneut erschüttert.

  • Donnerstag, 19. Februar, 12.50 Uhr

    Was passiert jetzt mit Andrew Mountbatten?

    Nach seiner Festnahme stellt sich nun die zentrale Frage: Wie lange muss Andrew Mountbatten-Windsor in Gewahrsam bleiben? Laut Polizeikommentator Danny Shaw von BBC Radio 5 Live ist die Rechtslage klar: Maximal 96 Stunden darf ein Verdächtiger in Grossbritannien festgehalten werden – allerdings nur mit richterlicher Genehmigung.

    In der Praxis dauert der Polizeigewahrsam meist deutlich kürzer. «Üblicherweise werden Verdächtige 12 bis 24 Stunden festgehalten», so Shaw. Danach folgt entweder eine Anklage – oder die Freilassung, während die Ermittlungen weiterlaufen.

    Andrew Mountbatten-Windsor werde wie jeder andere Verdächtige untergebracht – in einer schlichten Zelle mit «einem Bett und einer Toilette». Adelstitel hin oder her: Vor dem Gesetz gelten dieselben Regeln. Ob Anklage erhoben wird oder er vorerst auf freien Fuss kommt, dürfte sich also innerhalb weniger Tage entscheiden.

Nach Angaben der BBC ist Andrew Mountbatten-Windsor, der Bruder von König Charles III., am Donnerstagmorgen festgenommen worden. Die Polizei ermittelt im Zusammenhang mit den Geschäftsbeziehungen des ehemaligen Prinzen zu dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.

Medien wie «The Sun» berichten, dass mehrere zivile Polizeifahrzeuge und offenbar zivil gekleidete Beamt*innen am frühen Morgen kurz vor 8 Uhr (Ortszeit) vor dem Anwesen auf dem Sandringham Estate in Norfolk eintrafen.

Ermittlung wegen Amtsmissbrauch-Verdacht Polizei nimmt Ex-Prinz Andrew fest

Ermittlung wegen Amtsmissbrauch-Verdacht Polizei nimmt Ex-Prinz Andrew fest

Andrew Mountbatten-Windsor wurde wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch festgenommen. Das berichten mehrere britische Medien.

19.02.2026

Dort lebt der 66-Jährige seit wenigen Wochen, nachdem er sein langjähriges Zuhause, die Royal Lodge, verlassen hatte. Laut BBC wurde er «on suspicion of misconduct in public office» festgenommen, also unter Verdacht auf Amtsmissbrauch. 

Die Polizeiaktion fiel auf Andrews 66. Geburtstag am 19. Februar. Der ehemalige Prinz weist Vorwürfe zurück, die sich aus durchgesickerten Dokumenten zur Jeffrey-Epstein-Affäre ergeben.

In diesen Dokumenten stehen auch neue Fragen zu seinem Verhalten als ehemaliger Handelsbeauftragter des Vereinigten Königreichs und zu früheren Verbindungen mit dem verstorbenen US-Finanzier Epstein. Die Behörde hatte zuvor mitgeteilt, dass sie Vorwürfe prüfe, wonach eine Frau von Epstein nach Grossbritannien geschleust wurde, um eine «sexuelle Begegnung» mit Andrew zu haben.

Das Statement der Thames Valley Police

Die örtliche Polizei bestätigte in einer ersten Stellungnahme die Ermittlungen, ohne den Ex-Royal namentlich zu nennen:

«Die Thames Valley Police hat eine Ermittlung wegen des Delikts des Amtsmissbrauchs eröffnet. Ein Mann in den Sechzigern aus Norfolk wurde festgenommen und befindet sich weiterhin in Polizeigewahrsam. Gemäss nationalen Richtlinien werden wir den festgenommenen Mann nicht namentlich nennen.»

Der stellvertretende Polizeichef Oliver Wright sagt der englischen Zeitung «Sun»: «Nach einer gründlichen Prüfung haben wir nun eine Untersuchung wegen dieses Vorwurfs des Fehlverhaltens im öffentlichen Amt eingeleitet.»

Wright betonte zudem, es sei entscheidend, die Integrität und Objektivität der Ermittlungen zu wahren, während gemeinsam mit den Partnerbehörden die mutmassliche Straftat untersucht werde. Andrew könnte Berichten zufolge bis zu 96 Stunden in Gewahrsam bleiben oder vorab auf Kaution freigelassen werden.

Bis zur rechtskräftigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung. Andrew Mountbatten-Windsor ist das erste hochrangige Mitglied der Königsfamilie der jüngeren Geschichte, das festgenommen wurde.

Alle Titel verloren

Wegen seiner Verstrickung in den Epstein-Skandal verlor Prinz Andrew bereits sämtliche militärischen Ränge, Ehrentitel und royalen Aufgaben. Auch seine Residenz auf dem Gelände von Schloss Windsor musste er räumen.

Epstein-Opfer Virginia Giuffre hatte dem Royal vorgeworfen, sie mehrfach sexuell missbraucht zu haben – unter anderem, als sie noch minderjährig gewesen sein soll. Andrew wies die Anschuldigungen stets zurück.

In kürzlich veröffentlichten Epstein-Akten entdeckten britische Medien zudem E-Mails, die darauf hindeuten, dass Andrew Berichte offizieller Auslandsreisen – etwa nach Hongkong, Vietnam und Singapur – an den verurteilten Sexualstraftäter weitergeleitet haben könnte.

König Charles hilft Ermittlern

Die neuen Vorwürfe erschütterten das britische Königshaus erneut. König Charles III. kündigte an, Ermittlungen gegen seinen jüngeren Bruder zu unterstützen.

Der Monarch habe seine «tiefe Besorgnis» über die Anschuldigungen bereits deutlich gemacht – sowohl mit klaren Worten als auch mit bislang beispiellosen Massnahmen, erklärte ein Sprecher des Buckingham-Palasts vergangene Woche.


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