Hoffnung in Grossbritannien

Experte: Impfung kann Todesfälle um 99 Prozent verringern

dpa/uri

3.12.2020

Test des Biontech-Impfstoffs  BNT162b2 an einem Probanden. (Archiv)
Test des Biontech-Impfstoffs  BNT162b2 an einem Probanden. (Archiv)
Bild: EPA/BIONTECH SE / HANDOUT

Nach der Zulassung des Corona-Impfstoffs von Biontech und Pfizer hofft ein britischer Experte auf eine drastische Reduzierung der Todesfälle durch Corona.

Die erste Phase des Immunisierungsprogramms in Grossbritannien soll bereits in der kommenden Woche beginnen und vor allem auf ältere und geschwächte Menschen sowie Bewohner von Pflegeheimen abzielen.

«Wir könnten theoretisch 99 Prozent der Krankenhausaufenthalte und Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 eliminieren», sagte Professor Jonathan Van-Tam, der stellvertretende medizinische Chefberater der Regierung in England, im BBC-Fernsehen am Donnerstag. Voraussetzung sei aber, dass die Impfung auf hohe Akzeptanz in der Bevölkerung stosse. Premierminister Boris Johnson wollte noch am Donnerstag in einer Facebook-Fragestunde auf die Fragen und Sorgen der Bevölkerung eingehen.

Warnung vor übereilter Euphorie

Van-Tam warnte jedoch auch vor übereilter Euphorie und Nachlässigkeit im Umgang mit der Pandemie. «Wir müssen auch sicherstellen, dass die Leute verstehen, dass dies kein unmittelbarer Ausweg von irgendetwas ist», so der Wissenschaftler. Man habe nun noch einige harte Wintermonate vor sich und die Menschen müssten weiterhin die Abstandsregeln befolgen, egal ob sie eine Impfung erhalten hätten oder nicht.

Noch am Donnerstag sollten nach den Worten Van-Tams die ersten Dosen des Impfstoffs in Grossbritannien eintreffen. Doch bereits zuvor hatte die Regierung eingestanden, dass die Verabreichung in Pflegeheimen zunächst aufgeschoben werden muss.

Die Impfungen sollen zunächst in 50 Kliniken im Land verabreicht werden, erklärte Simon Stevens vom englischen Gesundheitsdienst NHS (National Health Service) am Mittwochabend. Später sollen Hausarztpraxen hinzukommen. Anfangs seien aber wegen der komplizierten Lagerung bei minus 70 Grad nur Einheiten mit 975 Dosen verfügbar. Sobald ein Weg gefunden sei, die Impfdosen auf sicherem Wege in kleinere Einheiten zu unterteilen, könne mit dem Impfen in Pflegeheimen begonnen werden.

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