Hinweise auf Verwicklung des Kronprinzen mehren sich 

dpa

13.11.2018

Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman.
Keystone

Im Fall des getöteten Journalisten Jamal Khashoggi mehren sich laut einem Medienbericht die Hinweise auf eine Verwicklung des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman. Konkret geht es um ein Telefonat.

So schreibt die «New York Times» in ihrer jüngsten Ausgabe: Ein Mitglied des Kommandos, das Khashoggi im saudischen Konsulat in Istanbul umgebracht habe, habe kurz nach der Tat einen Vorgesetzten angerufen. In diesem Telefon sagte er diesem, er möge «seinem Chef» Bescheid geben. Amerikanische Geheimdienstler glaubten, dass mit dem «Chef» Salman gemeint sei, auch wenn dieser nicht namentlich genannt werde.

Khashoggi, ein Kritiker Salmans, hatte am 2. Oktober das Konsulat Saudi-Arabiens in Istanbul aufgesucht, um Dokumente für die Hochzeit mit seiner türkischen Verlobten abzuholen. Er tauchte nie wieder auf. Saudi-Arabien bestritt lange, mit seinem Verschwinden etwas zu tun zu haben. Auf internationalen Druck gab Riad eine offizielle Erklärung ab, wonach es zwischen Khashoggi und mehreren Personen zu einer Schlägerei mit tödlichem Ausgang gekommen sei.

Druck auf Trump nimmt zu

«Ein Anruf wie dieser ist so nahe an einem handfesten Beweis, wie er nur sein kann», sagte der frühere CIA-Offizier Bruce O. Riedel dem Blatt. Nach Einschätzung der Zeitung werde mit dem belastenden Material gegen Salman der Druck auf das Weisse Haus zunehmen, endlich gegen Riad vorzugehen. Nach dem Verlust der republikanischen Mehrheit im Repräsentantenhaus bei den Parlamentswahlen in der vorigen Woche werde nun ein Politiker der Demokraten dort den Vorsitz im Geheimdienstausschuss übernehmen.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte am Samstag in Ankara erstmal offiziell die Existenz von Tonaufnahmen von der Ermordung Khashoggis bestätigt. Diese habe man einer Reihe von Ländern zur Verfügung gestellt.

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