Falscher Krebsbefund Frau wird nach fataler Fehldiagnose gesunde Lunge entfernt

Sven Ziegler

4.2.2026

Nach einer falschen Diagnose wurde der Patientin ein Teil der Lunge entfernt. (Symbolbild)
Nach einer falschen Diagnose wurde der Patientin ein Teil der Lunge entfernt. (Symbolbild)
IMAGO/ingimage

Nach einer falschen Krebsdiagnose ist einer 48-jährigen Frau in der Steiermark ein Teil der Lunge entfernt worden. Erst nach der Operation stellte sich heraus, dass nie eine Krebserkrankung vorlag. Der Fall folgt nur wenige Tage nach einem ähnlichen Skandal in Oberösterreich.

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DPA, Sven Ziegler

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  • Einer 48-jährigen Steirerin wurde nach einer falschen Diagnose ein Teil der Lunge entfernt.
  • Der histologische Befund sprach von Lungenkrebs, später stellte sich heraus, dass die Frau gesund war.
  • Die Patientin fordert Schadenersatz, der Spitalsträger verweist auf ein laufendes Verfahren.

Eine weitere falsche Krebsdiagnose erschüttert das österreichische Gesundheitswesen. Wie der Sender «Servus TV» berichtet, wurde einer 48-jährigen Frau in der Steiermark aufgrund eines fehlerhaften Befunds ein Teil der Lunge entfernt – obwohl sie nie an Krebs erkrankt war.

Die Frau war im September 2024 mit Fieber, Schüttelfrost und starker körperlicher Schwäche ins Landesklinikum Graz eingeliefert worden. Zur Abklärung ordneten die behandelnden Ärzte ein CT des Brustkorbs an. Dieses zeigte zwar entzündliche Veränderungen, jedoch keinen Hinweis auf einen Tumor.

Trotzdem wurde eine Gewebeprobe entnommen. Der histologisch-pathologische Befund lautete Adenokarzinom, also Lungenkrebs. Den Angaben zufolge rieten die Ärzte daraufhin zu raschem Handeln und empfahlen eine sofortige Operation. Der Eingriff wurde schliesslich in einer Privatklinik durchgeführt.

Erst nach der Operation stellte sich heraus, dass der Krebsbefund falsch war. Eine Krebserkrankung habe zu keinem Zeitpunkt bestanden, berichtet Servus TV.

Schwere Folgen für die Patientin

Die Anwältin der Betroffenen, Karin Prutsch-Lang, spricht von gravierenden Konsequenzen für ihre Mandantin. In der Sendung «Blickwechsel» erklärte sie, ihrer Mandantin sei aufgrund eines fehlerhaften Befunds ein Teil eines gesunden Organs entfernt worden.

Die Frau leidet demnach unter einer 15 bis 17 Zentimeter langen Operationsnarbe, anhaltenden Taubheitsgefühlen und einer deutlich eingeschränkten körperlichen Belastbarkeit. Hinzu kämen massive Angstzustände. Aus Todesangst habe die Patientin vor dem Eingriff sogar Abschiedsbriefe an ihre Familie verfasst.

Schadenersatzforderung gegen Spital

Die Anwältin fordert nun Schadenersatz vom steirischen Spital. Dieser verweist gegenüber Servus TV auf das laufende Gerichtsverfahren. Aufgrund der Komplexität des Falls könne man sich derzeit nicht inhaltlich äussern.

Erst kürzlich war bekannt geworden, dass einer jungen Frau in Oberösterreich nach einer falschen Krebsdiagnose Gebärmutter, Eileiter und ein Eierstock entfernt worden waren. Auch dort stellte sich später heraus, dass keine Krebserkrankung vorlag.