Rechtsradikale in ÖsterreichNazi-Kostüme sorgen an Fasnacht für Entsetzen
Sven Ziegler
3.2.2026
Mehrere Männer tauchten offenbar in einem Ku-Klux-Klan-Kostüm auf.
Erik S. Lesser/EPA/dpa
Ein Faschingsball in Österreich hat landesweit für Empörung gesorgt. Mehrere Gäste erschienen in offen rechtsextremen Kostümen – nun sollen Anzeigen folgen.
DPA
03.02.2026, 14:16
Sven Ziegler
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Bei einem Faschingsball nahe Salzburg traten mehrere Gruppen mit rechtsextremen Kostümen auf.
Augenzeugen berichten von rassistischen Aussagen und dem Zeigen des Hitlergrusses.
Der veranstaltende Musikverein kündigte rechtliche Schritte an.
Nach einem Faschingsball in einem kleinen Ort nahe Salzburg sorgt ein mutmasslich rechtsextremer Vorfall in Österreich für breite Diskussionen. Wie die «Salzburger Nachrichten» und ORF Salzburg berichten, seien bei der Feier am 31. Januar mehrere Gruppen mit eindeutig rechtsradikalen Kostümen aufgefallen.
Demnach erschienen zunächst bis zu 15 junge Erwachsene im Alter zwischen 20 und 30 Jahren in Ku-Klux-Klan-Verkleidungen im Festsaal. Mitglieder des veranstaltenden Musikvereins konfrontierten die Gruppe, woraufhin diese erklärte, sie wisse genau, «wie weit man gehen dürfe». Mithilfe des Sicherheitspersonals wurden die Personen anschliessend aus dem Saal gewiesen.
Im weiteren Verlauf des Abends tauchte laut Berichten eine zweite Gruppe auf. Diese trug orangefarbene Gefangenenanzüge, auf denen mit schwarzem Klebeband Zahlenkombinationen wie «SS88» angebracht waren – Codes, die in der Neonazi-Szene verwendet werden. Nach dem Einschreiten der Security entfernten die Betroffenen die Markierungen.
Später zeigte ein junger Mann den Hitlergruss
Zudem soll beim späteren Aufräumen ein junger Mann beobachtet worden sein, der den Hitlergruss zeigte. Dieser habe laut Zeugen keiner der beiden Gruppen angehört. Ausserdem sei ein Gast mit dunkler Hautfarbe verbal angegangen worden.
Der Vorfall ereignete sich im rund 200 Einwohner zählenden Ort Pöham im Pongau. Der Vorsitzende des Musikvereins erklärte gegenüber den Medien, ein Teil der beteiligten Personen sei ihm bekannt. Man habe die Gäste umgehend ausgeschlossen und werde Anzeigen erstatten. «Wir verurteilen das klar», sagte er.
Der Salzburger Historiker Christoph Kühberger sprach von offen gelebtem Rassismus. «Das fällt keinesfalls unter den Deckmantel des Faschings», sagte er. «Da ist kein Interpretationsspielraum.»