Feuerpause in Berg-Karabach hält nur wenige Stunden

SDA

18.10.2020 - 14:53

Eine Woche nach der vereinbarten Waffenruhe dauern die Kämpfe in der Konfliktregion Berg-Karabach im Südkaukasus an. Foto: Can Erok/DHA/AP/dpa
Source: Keystone/DHA/AP/Can Erok

Im Konflikt um die Südkaukasus-Region Berg-Karabach ist die vereinbarte Feuerpause brüchig. Armenien und Aserbaidschan beschuldigen sich gegenseitig, die Waffenruhe zu verletzen.

Zunächst hatte eine Sprecherin des armenischen Verteidigungsministeriums erklärt, es habe Raketen- und Artilleriefeuer von gegnerischer Seite gegeben. Das aserbaidschanische Verteidigungsministerium wiederum warf Armenien später vor, die Feuerpause nicht eingehalten zu haben. Zuvor hatten die Aussenministerien beider Länder mitgeteilt, dass in der Nacht zum Sonntag um Mitternacht Ortszeit (22.00 Uhr MESZ) eine «humanitäre Waffenruhe» in Kraft treten solle.

Bereits vor einer Woche hatten sich beide Seiten unter Vermittlung Russlands auf eine Feuerpause verständigt. Diese Vereinbarung war jedoch schon kurz nach Inkrafttreten gebrochen worden. Dafür gaben sich beide Länder gegenseitig die Schuld.



Die beiden Ex-Sowjetrepubliken kämpfen seit Jahrzehnten um die bergige Region mit etwa 145'000 Bewohnern. Berg-Karabach wird von Armenien kontrolliert, gehört aber völkerrechtlich zum islamisch geprägten Aserbaidschan. In einem Krieg nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor rund 30 Jahren verlor Aserbaidschan die Kontrolle über das Gebiet. Seit 1994 galt eine brüchige Waffenruhe.

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