«Wollte Gutes tun» Firmen-Boss verschenkt 240 Millionen an Belegschaft − unter einer Bedingung

Gabriela Beck

8.5.2026

Graham Walker verschenkt seinen Angestellten 240 Millionen Dollar
Graham Walker verschenkt seinen Angestellten 240 Millionen Dollar
Fibrebond

Als der US-Unternehmer Graham Walker seine Firma für 1,7 Milliarden Dollar verkauft, reserviert er 15 Prozent des Erlöses für die Beschäftigten. Viele Mitarbeitende reagieren fassungslos, manche brechen in Tränen aus: Das Geld verändert das Leben von einigen Familien.

Redaktion blue News

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  • US-Unternehmer Graham Walker beteiligt 540 Mitarbeitende am Verkauf seines Unternehmens Fibrebond.
  • Die Beschäftigten erhalten insgesamt 240 Millionen Dollar – als Dank für jahrzehntelange Loyalität auch in Krisenzeiten.
  • Die aussergewöhnliche Entscheidung sorgt in der Belegschaft und der Kleinstadt Minden im US-Bundesstaat Louisiana für grosse Emotionen.

Als Graham Walker seine Mitarbeiterin Lesia Key zu einem Gespräch bat, ahnte sie nicht, dass sich ihr Leben verändern würde: Der Firmenchef des US-Unternehmens Fibrebond dankte seiner langjährigen Angestellten für ihre Treue und überreichte ihr einen Umschlag. Sie öffnete ihn − und brach in Tränen aus. Der Inhalt: ein Bonus in sechsstelliger Höhe.

Key war nicht die Einzige. Walker liess insgesamt 240 Millionen Dollar (rund 200 Millionen Franken) an seine 540 Vollzeitbeschäftigten ausschütten, berichtet das «Wall Street Journal». Möglich wurde das durch den Verkauf des Familienunternehmens aus Louisiana, das Gehäuse und Infrastruktur für elektrische Anlagen und Rechenzentren herstellt, an den Energietechnik-Konzern Eaton für 1,7 Milliarden Dollar.

Der Unternehmer hatte darauf bestanden, dass 15 Prozent des Verkaufserlöses an die Belegschaft gehen. Für Walker war das eine Frage der Fairness.

Viele Beschäftigte seien dem Unternehmen auch in wirtschaftlich schwierigen Jahren treu geblieben – etwa nach einem verheerenden Fabrikbrand 1998 oder während massiver Stellenstreichungen nach dem Platzen der Dotcom-Blase Anfang der 2000er-Jahre.

«Ich wollte etwas Gutes tun», sagt Walker. Zugleich habe er nicht mit dem Gefühl leben wollen, allein vom Verkauf zu profitieren, während die Mitarbeitenden leer ausgehen.

Darum kündigte niemand trotz erhaltenem Vermögen

Die durchschnittliche Prämie liegt bei rund 443'000 Dollar (375'000 Franken). Langjährige Beschäftigte erhalten deutlich höhere Summen. Viele Mitarbeitende reagierten zunächst ungläubig. Einige fragten, ob versteckte Kameras liefen. Andere umarmten weinend ihre Vorgesetzten.

Die Summe wird über fünf Jahre ausgezahlt – unter der Voraussetzung, dass die Beschäftigten im Unternehmen bleiben.

Die 67-jährige Hong Blackwell, jahrzehntelang in der Logistik angestellt, hatte bereits über ihren Ruhestand nachgedacht und fürchtete zunächst, wegen der fünfjährigen Bindung weiterarbeiten zu müssen. Als sie erfuhr, dass die Regelung für Mitarbeitende über 65 Jahre nicht gilt, und sie dennoch ihren Bonus bekommen würde, sei ihre Erleichterung grenzenlos gewesen, erzählt sie dem «Wall Street Journal».

Der Bonus verändert inzwischen das Leben vieler Familien. Mitarbeitende tilgen Schulden, bezahlen Studiengebühren oder sichern ihren Ruhestand ab. Lesia Key zahlte ihre Hypothek ab und eröffnete eine kleine Boutique. «Früher hangelten wir uns von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck», sagt sie. «Jetzt kann ich wirklich leben.»

Auch in der Kleinstadt Minden mit rund 12'000 Einwohnenden, wo das Unternehmen ansässig ist, sorgt das Geld für Aufbruchsstimmung. Bürgermeister Nick Cox spricht von einem wirtschaftlichen Impuls für die gesamte Region.

Walker selbst haben die Reaktionen seiner Mitarbeitenden bewegt, sagt er. Er hoffe, noch Jahrzehnte später Nachrichten von ehemaligen Beschäftigten zu erhalten, wie das Geld ihr Leben verändert habe.

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