PolitikFrankreich verbietet israelischem Minister die Einreise
SDA
23.5.2026 - 15:29
Israels Minister für nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, im israelischen Parlament, während einer Sitzung, in der ein Gesetzentwurf zur Auflösung der Regierung geprüft wird. Foto: Ohad Zwigenberg/AP/dpa
Keystone
Nach dem umstrittenen Vorgehen gegen Gaza-Aktivisten hat Frankreich ein Einreiseverbot gegen den israelischen Polizeiminister Itamar Ben-Gvir verhängt. «Diese Entscheidung ist eine Reaktion auf sein unentschuldbares Verhalten gegenüber französischen und europäischen Bürgern, die als Passagiere der Global Sumud Flotilla unterwegs waren», teilte der französische Aussenminister Jean-Noël Barrot auf der Plattform X mit.
Keystone-SDA
23.05.2026, 15:29
SDA
Ein Video des Ministers, das festgenommene Gaza-Aktivisten in demütigender Weise zeigte, hatte zuvor international Empörung ausgelöst. Zu sehen ist, wie der Minister mit einer Gruppe Anhängern und zwischen gefesselten Aktivisten umhergeht und eine israelische Flagge schwenkt.
Barrot betonte, man könne nicht tolerieren, dass französische Staatsangehörige auf diese Weise bedroht, eingeschüchtert oder misshandelt werden, noch dazu durch einen Amtsträger. Die Handlungen reihten sich ein in eine lange Liste «schockierender Äusserungen und Handlungen» ein sowie «Aufrufe zu Hass und Gewalt gegen die Palästinenser».
Forderungen nach EU-Sanktionen
Barrot forderte die Europäische Union auf, wie zuvor Italiens Aussenminister Antonio Tajani, Sanktionen gegen Ben-Gvir zu verhängen. Laut Tajani sollten die EU-Aussenminister bei ihrem nächsten Treffen Strafmassnahmen beschliessen.
Mehrere Aussenminister europäischer Länder hatten das Vorgehen verurteilt. Ein Sprecher der EU-Aussenbeauftragten Kaja Kallas hatte mitgeteilt, die Behandlung der Aktivisten sei «völlig inakzeptabel». Laut dem Auswärtigen Amt waren mehrere von Israel in die Türkei abgeschobene Aktivisten aus Deutschland verletzt. Ein Sprecher bekräftigte Kritik der Bundesregierung an einer «erniedrigenden Behandlung» der Festgenommenen in Israel.
Israel hatte die aus mehr als 50 Booten bestehende Gaza-Hilfsflotte Anfang der Woche in internationalen Gewässern bei Zypern gestoppt. Rund 430 Aktivisten wollten die Seeblockade des Gazastreifens durchbrechen.
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Er schreibt in einem X-Beitrag:
«Die Szenen in Belfast letzte Nacht waren schockierend und völlig inakzeptabel (...) Es ist offensichtlich, dass Menschen letzte Nacht aufgrund ihrer Herkunft ins Visier genommen wurden, und das werde ich nicht tolerieren (...) Die Verantwortlichen werden die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommen.»
Hintergrund der Ausschreitungen ist ein brutales Video eines Messerangriffs vom Montag, bei dem ein Mann schwer verletzt worden war. Mutmasslicher Täter ist laut Polizei ein 30-jähriger Sudanese. Er wurde wegen versuchten Mordes, Waffenbesitzes und Todesdrohungen angeklagt.
Randalierer zogen teils vermummt durch die Strassen und setzten mehrere Fahrzeuge in Brand. Auch Wohnhäuser wurden angezündet, aus ihnen mussten Bewohner gerettet werden.
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