So beschäftigt ist das US-Militär – eine Liste Friedenspräsident? Trump hat es sich anders überlegt

Andreas Fischer

7.1.2026

Video zeigt Beschlagnahmung von Tanker durch US-Truppen

Video zeigt Beschlagnahmung von Tanker durch US-Truppen

Ein Öltanker unter russischer Flagge sorgt im Nordatlantik für Aufregung. Der Frachter soll vor der US-Blockade geflohen sein. Moskau entsendet ein U-Boot zum Schutz, die US-Küstenwache beginnt dennoch mit der Beschlagnahmung.

07.01.2026

Vom angekündigten Friedenspräsidenten ist wenig geblieben: Donald Trump setzt in seiner zweiten Amtszeit auf Militärmacht. Von Venezuela bis Iran häufen sich Einsätze: eine Liste ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Andreas Fischer

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Machtdemonstrationen: Donald Trump setzt in seiner zweiten Amtszeit konsequent auf militärische Interventionen und widerspricht damit seinem Versprechen, neue Kriege zu vermeiden.
  • Globale Einsätze: US-Streitkräfte sind  teilweise gleichzeitig in Lateinamerika, Afrika, der Karibik und im Nahen Osten aktiv.
  • Völkerrecht unter Druck: Mehrere Operationen, etwa aussergerichtliche Tötungen und Eingriffe in souveräne Staaten, stossen international auf scharfe Kritik.

Dieser Sinneswandel ist erstaunlich: Donald Trump wollte als Friedenspräsident in die Geschichte eingehen. Das hatte er im Wahlkampf und auch nach Beginn seiner zweiten Amtszeit als US-Präsident immer wieder versprochen.

Die Realität sieht anders aus. Das US-Verteidigungsministerium heisst jetzt Kriegsministerium, und statt des erhofften Friedensnobelpreises gab es für Trump nur einen flugs ins Leben gerufenen Trostpreis von seinem FIFA-Kumpel Gianni Infantino.

Frieden scheint Donald Trump im Moment überhaupt nicht im Sinn zu haben, das Völkerrecht spielt auch nur eine untergeordnete Rolle. Stattdessen erlebt der Imperialismus unter der Regentschaft des Republikaners eine Renaissance. Die US-Streitkräfte haben alle Hände voll zu tun – mit militärischen Einsätzen auf der ganzen Welt.

Russischer Tanker beschlagnahmt

Der jüngste militärische Eingriff: Die USA beschlagnahmen im Nordatlantik einen Öltanker unter russischer Flagge. Einheiten der Küstenwache haben die «Marinera», die ursprünglich unter dem Namen «Bella-1» fuhr, mehr als zwei Wochen über den Atlantik verfolgt.

Die Besatzung hatte sich zuvor auf dem Weg nach Venezuela US-Massnahmen entzogen. Besonders heikel an der Operation: Russland hatte zuvor ein U-Boot und weitere Schiffe als Begleitschutz entsandt.

Heimatschutzministerin Kristi Noem teilte in einem Social-Media-Beitrag mit, US-Truppen hätten zudem die Kontrolle über einen weiteren Tanker übernommen: Die «Sophia» wurde demnach in internationalen Gewässern der Karibik von der US-Marine geentert.

US-Präsident Donald Trump hat Frieden versprochen.
US-Präsident Donald Trump hat Frieden versprochen.
IMAGO/Avalon.red

Venezuela: Präsident verhaftet, Kontrolle übernommen

Unter Bruch des Völkerrechts führten US-Spezialeinheiten am 3. Januar 2026 eine gezielte Aktion in Venezuela durch. Die Air Force schaltete mit gezielten Schlägen die Luftverteidigungssysteme aus, bevor Bodentruppen den venezolanischen Diktator Nicolás Maduro und seine Ehefrau verhafteten. Beide wurden in die USA geflogen, wo sich der gestürzte Präsident vor Gericht verantworten muss.

Der Sturz Maduros ist schon jetzt ein zentrales Ereignis in der Aussenpolitik Trumps in dessen zweiter Amtszeit. Der Republikaner hat damit gezeigt, dass er nicht zögert, US-Militärmacht gegen Länder einzusetzen, die er als Feinde sieht. Dies, obwohl er versprochen hat, dass die USA unter ihm in keine Kriege geraten würden.

Mittlerweile ist das US-Militär allerdings so beschäftigt, dass es Terminprobleme bekommt. Die Operation gegen Maduro musste verschoben werden, weil die Spezialkräfte noch in Nigeria gebunden waren.

Nigeria: Militärschläge gegen den IS

Nach Angaben von Donald Trump haben US-Einheiten an Weihnachten tödliche Angriffe auf Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Nigeria verübt. Die Militärschläge seien im Nordwesten des Landes erfolgt.

Bereits Anfang November hatte der US-Präsident mit Militärschlägen in dem westafrikanischen Land gedroht. Als Grund führte er an, dass islamistische Terroristen dort Christen töteten.

Karibik: Angriffe auf angebliche Drogenboote

Seit September 2025 greifen US-Streitkräfte immer wieder Boote angeblicher Drogenschmuggler in der Karibik und im Ostpazifik an. Dabei wurden bei rund 30 Angriffen offiziellen Angaben zufolge bereits mehr als 100 Menschen getötet.

Die US-Regierung bezeichnet die Opfer durchweg als Drogenschmuggler und «Terroristen», wird für die aussergerichtlichen Tötungen aber heftig kritisiert. Experten argumentieren, die Angriffe seien völkerrechtlich nicht zulässig.

Iran: Luftangriffe auf Atomanlagen

Bereits im Juni 2025 hat Donald Trump das US-Militär für eine riskante Operation eingesetzt und  US-Angriffe auf iranische Atomanlagen angeordnet. Dutzende Kampfjets und Tankflugzeuge, mehrere Tarnkappenbomber, massive bunkerbrechende Bomben und von einem U-Boot abgefeuerte Marschflugkörper kamen zum Einsatz.

Der komplexe US-Angriff war nach Militärangaben «monatelang» vorbereitet. Mit der Militäraktion wollte Donald Trump eine neue Verhandlungsrunde über das Nuklearprogramm einläuten. Wie stark die iranischen Atomanlagen zerstört wurden und wie wirksam das Atombombenprogramm der Mullahs gestört wurde, ist umstritten.

Videos zeigen US-Angriff auf Venezuela

Videos zeigen US-Angriff auf Venezuela

Die USA haben militärische Ziele in Venezuela angegriffen. Aufnahmen aus dem südamerikanischen Land zeigen Explosionen und Rauch.

03.01.2026