InternationalFrüherer Nato-Chef wirbt für Aufbau von neuem Staatenbündnis
SDA
12.5.2026 - 09:27
ARCHIV – Der ehemalige dänische Ministerpräsident und ehemalige Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen (l) und der ehemalige britische Premierminister James Cameron auf dem Demokratie-Gipfel in Kopenhagen. Foto: Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix/dpa
Keystone
Der frühere Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen wirbt für ein neues Bündnis demokratischer Staaten, das notfalls auch den USA die Stirn bieten kann. «Seit meiner Kindheit habe ich die USA bewundert und die Vereinigten Staaten als natürliche Führungskraft der freien Welt betrachtet», sagte Rasmussen zum Copenhagen Democracy Summit an diesem Dienstag dem Nachrichtenagentur-Netzwerk Democracy News Alliance (DNA), dem auch die Deutsche Presse-Agentur angehört. Nun scheine es aber so, dass US-Präsident Donald Trump sein Land aus dieser Rolle zurückziehe. «Deshalb brauchen wir eine neue Führungskraft der freien Welt», sagte er.
Keystone-SDA
12.05.2026, 09:27
SDA
Als Wunschmitglieder für die neue Allianz sieht der Däne Rasmussen neben der EU, Grossbritannien, Japan und Kanada auch die Länder Australien, Neuseeland und Südkorea. Sie könnte demnach in Anlehnung an die bereits existierende Gruppe der G7-Gruppe der führenden westlichen Industriestaaten D7 genannt werden, wobei das D für Demokratie stehen soll.
Gemeinsam gegen wirtschaftlichen Zwang
«Wenn wir gemeinsam handeln, wenn wir unsere Kräfte bündeln und geschlossen auftreten, dann stellen wir eine beeindruckende Macht dar», sagte Rasmussen, der vor seiner Zeit als Nato-Generalsekretär (2009-2014) viele Jahre auch dänischer Ministerpräsident (2001-2009) war. Wenn man wirtschaftlichem Zwang ausgesetzt sei und darauf gemeinsam reagiere, werde das in Peking oder im Fall der Fälle auch in Washington für Respekt sorgen. Dafür könne innerhalb der D7-Allianz angelehnt an die berühmte Beistandsklausel der Nato ein wirtschaftlicher Artikel 5 formuliert werden, nach dem ein ökonomischer Angriff auf einen als Angriff auf alle betrachtet werde.
Konkret sollten über das prodemokratische Bündnis beispielsweise auch internationale Normen und Standards für den Einsatz neuer Technologien festgelegt und Abhängigkeiten bei der Rohstoffversorgung verringert werden. Zudem gelte es, gemeinsam im Globalen Süden zu investieren, um eine Alternative zu chinesischen Investitionen zu schaffen.
«Und innerhalb eines solchen Bündnisses wären Drohungen gegeneinander selbstverständlich inakzeptabel», fügte Rasmussen mit Blick auf das US-Vorgehen gegen Dänemark im Grönland-Konflikt hinzu. Ein solches Verhalten schade den Demokratien der Welt und diene nur den Interessen von Autokraten wie Russlands Präsidenten Wladimir Putin. «Meine grösste Sorge gilt derzeit dem unberechenbaren Verhalten der Trump-Regierung», sagte der 73-Jährige.
Am 13. Januar 2026 ziehen Beamte der Einwanderungspolizei ICE eine Frau in Minneapolis, Minnesota, aus ihrem Wagen und verhaften Aliya Rahman.
15.01.2026
Trump und Xi in China: Treffen beginnt mit Warnung wegen Taiwan
Chinas Staatschef warnt Trump vor Konflikt um Taiwan. Zum Auftakt des Besuchs von US-Präsident Donald Trump macht der chinesische Staatschef Xi klar, dass die Taiwan-Frage die Beziehung zwischen seinem Land und den USA in eine «äusserst gefährliche Lage bringen» könnte. Ob und was Trump auf Xis Äusserungen entgegnet hat, ist nicht bekannt. Die USA spielen in Bezug auf Taiwan eine wichtige Rolle – unter anderem, weil sie trotz grosser Kritik Pekings Taiwan mit Waffen beliefern.
14.05.2026
Johann Wadephul: UN muss Verantwortung im Iran-Krieg übernehmen
Berlin, 27.04.2026: Krisendiplomatie in New York: Aussenminister Johann Wadephul fordert mehr Einsatz vom UN-Sicherheitsrat im Iran-Konflikt.
O-Ton Johann Wadephul, Aussenminister
«Die UN müssen jetzt ihrer Verantwortung gerecht werden, insbesondere der Sicherheitsrat. Kriege und Konflikte schwelen, und wir sehen zum Teil die Unfähigkeit von Staaten, effektive Konfliktlösungsmechanismen in Kraft zu setzen. Insbesondere der Konflikt um den Iran und die blockierte Strasse von Hummus wird ein Thema sein, zu dem ich auch das Wort ergreifen werde im Sicherheitsrat.»
Wadephul fordert, der UN-Sicherheitsrat müsse handlungsfähiger werden: Blockaden, auch durch China und Russland, dürften Lösungen nicht länger verhindern.
Deutschland hofft zudem auf ein UN-Mandat für eine mögliche Mission in der Strasse von Hormus, einer wichtigen Route für die weltweite Energieversorgung.
In New York plant Wadephul Gespräche mit UN-Generalsekretär António Guterres sowie weiteren ranghohen UN-Vertretern und Amtskollegen. Dabei soll es auch um die Zukunft der Vereinten Nationen gehen.
28.04.2026
ICE-Agenten zerren Frau aus ihrem Auto
Trump und Xi in China: Treffen beginnt mit Warnung wegen Taiwan
Johann Wadephul: UN muss Verantwortung im Iran-Krieg übernehmen