Nach abgetrennten Händen auf Autobahn Ermittler finden Leiche ohne Kopf

dpa

1.12.2025 - 14:14

Blick auf die Autobahn 45 in der Nähe von Olpe, wo die Hände gefunden wurden. (Archivbild)
Blick auf die Autobahn 45 in der Nähe von Olpe, wo die Hände gefunden wurden. (Archivbild)
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Zwei Wochen nach dem Fund abgetrennter Frauenhände an der A45 haben Ermittler in Rheinland-Pfalz einen passenden, stark verstümmelten Körper entdeckt. Die Behörden gehen davon aus, dass es sich um eine 32-jährige Frau aus Eritrea handelt. 

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  • Nach dem Fund zweier abgetrennter Hände an der A45 haben Ermittler nun einen zerstückelten Körper entdeckt, dem auch der Kopf fehlt.
  • Die Identität der Frau soll per DNA-Abgleich bestätigt werden; es handelt sich mutmasslich um eine 32-jährige Mutter aus Eritrea.
  • Ihr Baby war einen Tag vor dem Hand-Fund unverletzt vor einem hessischen Kloster abgestellt worden, der Lebensgefährte wurde inzwischen im Ausland festgenommen.

Der grausame Fall um eine mutmasslich getötete 32-jährige Frau aus Eritrea nimmt eine weitere dramatische Wendung: Ermittler in Rheinland-Pfalz haben am Wochenende eine zerstückelte Frauenleiche gefunden, der sowohl die Hände als auch der Kopf fehlen. Der Fund steht nach Informationen deutscher Medien im direkten Zusammenhang mit jenen beiden Händen, die am 17. November an der Autobahn A45 bei Olpe entdeckt worden waren.

Die Spur der abgetrennten Hände hatte die Ermittler schon früh zu einer Frau geführt, die zuletzt in einer Bonner Asylunterkunft lebte. Gespeicherte Fingerabdrücke bestätigten damals die Identität. Mit dem neuen Fund soll nun mittels DNA-Abgleich endgültige Gewissheit geschaffen werden. Vom Kopf der Frau fehlt weiterhin jede Spur.

Für zusätzliche Tragik sorgt die Tatsache, dass das Baby der Frau einen Tag vor dem Fund der Hände lebend entdeckt worden war. Ein Mönch im hessischen Kloster Kröffelbach hatte den drei Monate alten Säugling in einem Kinderwagen gefunden – sorgfältig eingewickelt, versehen mit Namen und Geburtsdatum. Das Kind blieb unverletzt und wurde sofort medizinisch versorgt.

Ungewöhnlicher und komplexer Fall

Die Hintergründe der Tat sind nach wie vor unklar. Die Ermittler schliessen weder persönliche Motive noch extremistische oder ritualisierte Gewalt aus. Die Frau soll nach bisherigen Erkenntnissen mit ihrem Partner, ebenfalls aus Eritrea, in Deutschland gelebt haben.

Der Lebensgefährte war zunächst verschwunden und wurde öffentlich als möglicher Zeuge gesucht. Inzwischen soll er laut Medienberichten im Ausland festgenommen worden sein. Offiziell bestätigen Polizei und Staatsanwaltschaft diesen Schritt jedoch noch nicht.

Parallel veröffentlichte die Polizei Aufrufe an mögliche Zeugen. Personen, die am Abend des Babyfunds ein silbernes Auto mit Bonner Kennzeichen am Kloster Kröffelbach gesehen haben, sollen sich melden. Hinweise werden auch zu Beobachtungen entlang des Autobahnabschnitts Olpe-Süd–Freudenberg gesucht, wo die Hände abgelegt worden waren.

Die Ermittlungen laufen unter Federführung einer Mordkommission der Polizei Hagen weiter. Die Behörden sprechen von einem der ungewöhnlichsten und komplexesten Fälle der vergangenen Jahre.