Um Asyl in der Schweiz gebeten? Gaddafis Sohn Hannibal aus Haft im Libanon entlassen

dpa/Helene Laube

11.11.2025 - 06:11

Hannibal al-Gaddafi soll ausgerechnet in Genf um Asyl gebeten haben – dort, wo er vor fünfzehn Jahren zum ersten Mal im Gefängnis landete. (Archivbild)
Hannibal al-Gaddafi soll ausgerechnet in Genf um Asyl gebeten haben – dort, wo er vor fünfzehn Jahren zum ersten Mal im Gefängnis landete. (Archivbild)
Bild: Keystone/EPA/Sabri Elmhedwi

Der Sohn des libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi sass rund zehn Jahre im Libanon in Haft. Nun ist er frei. Doch noch immer sind nicht alle Umstände geklärt.

DPA, dpa/Helene Laube

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Der seit rund zehn Jahren im Libanon inhaftierte Sohn des früheren libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi, Hannibal, ist nach Angaben seines Anwalts freigelassen worden.
  • Nach Angaben der Verteidigung wurde Gaddafi gegen eine Kaution in Höhe von 900'000 US-Dollar entlassen, zudem sei das gegen ihn verhängte Ausreiseverbot aufgehoben worden.
  • Gaddafi war 2015 im Libanon festgenommen worden.
  • Ihm wurde vorgeworfen, Informationen zum Verschwinden des Schiiten-Führers Musa Al-Sadr in Libyen im Jahr 1978 vorzuenthalten.

Der seit rund zehn Jahren im Libanon inhaftierte Sohn des früheren libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi, Hannibal, ist nach Angaben seines Anwalts freigelassen worden. «Er ist freigekommen», bestätigte Nassib Schedid der Deutschen Presse-Agentur.

Nach Angaben der Verteidigung wurde Gaddafi gegen eine Kaution in Höhe von 900'000 US-Dollar entlassen, zudem sei das gegen ihn verhängte Ausreiseverbot aufgehoben worden.

Der 1975 geborene Gaddafi war 2015 im Libanon festgenommen worden. Ihm wurde vorgeworfen, Informationen zum Verschwinden des Schiiten-Führers Musa Al-Sadr in Libyen im Jahr 1978 vorzuenthalten. Die schiitische Amal-Miliz im Libanon macht das Gaddafi-Regime für das Verschwinden des aus dem Iran stammenden Geistlichen verantwortlich. Libyen hat stets bestritten, etwas mit seinem Verschwinden zu tun zu haben.

Gaddafi soll um Asyl in Genf gebeten haben

In der Vergangenheit hatte es widersprüchliche Berichte über das Schicksal des Schiiten-Führers gegeben – einige davon deuteten darauf hin, dass der verstorbene libysche Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi seine Ermordung angeordnet hat. Der Fall belastete wiederholt die Beziehungen zwischen dem Libanon und Libyen und gilt bis heute als eine der umstrittensten Angelegenheiten in der jüngeren libanesischen Geschichte.

Im Juni wurde unter Berufung auf Familienangehörige berichtet, dass Gaddafi in Genf um Asyl gebeten haben soll – dort, wo er vor fünfzehn Jahren zum ersten Mal im Gefängnis landete. Der Vorfall löste eine eine schwere diplomatische Krise zwischen der Schweiz und Libyen aus. 

Israel: Haben Hamas-Kommandeur im Libanon getötet

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STORY: Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben ein hochrangiges Mitglied der Hamas im Norden des Libanon getötet. Ein vom Militär am Dienstag veröffentlichtes Video soll den Einsatz zeigen. Dabei sollte Mehran Mustafa Ba'jur getroffen werden, einem Hamas-Kommandeur im Libanon. Eine unabhängige Überprüfung der Angaben war nicht möglich. Nach Berichten libanesischer Medien wurde ein Fahrzeug in der Nähe der Stadt Tripoli getroffen. Dabei sollen mindestens drei Personen getötet und zahlreiche weitere verletzt worden sein. Von der Hamas gab es zunächst keine Stellungnahme. Im Gazastreifen wurden am Montagabend fünf israelische Soldaten getötet und 14 verletzt. Nach Angaben des Militärs explodierte ein Sprengsatz, als die Soldaten eine Strasse überquerten.

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