AfD-Anhänger hässigGalaxus macht sich in Werbeclip über Alice Weidel lustig
Oliver Kohlmaier
6.12.2025
In einem neuen Werbeclip des Online-Händlers Galaxus spielt Alice Weidel eine Hauptrolle.
Bernd von Jutrczenka/dpa (Archivbild)
Der Schweizer Online-Händler Galaxus macht sich in einem provokanten Werbeclip vermeintlich über die AfD-Chefin Alice Weidel lustig. Das sorgt im Netz für heftige Diskussionen – auch die Partei reagiert.
Redaktion blue News
06.12.2025, 17:50
06.12.2025, 18:39
Oliver Kohlmaier
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
Der Schweizer Online-Händler Galaxus sorgt in Deutschland mit einem neuen Werbeclip für Ärger bei der AfD und deren Anhängern.
Der Clip macht sich scheinbar über die AfD-Vorsitzende Alice Weidel lustig.
In den sozialen Medien sorgt die Kampagne für kontroverse Diskussionen, AfD-Politiker sprechen von «Diffamierung» und «Propaganda».
«Hatte die irgendwas mit der Schweiz zu tun?» «Wählen mich auch Idioten?» Die Migros-Tochter Galaxus macht sich mit einer neuen Werbekampagne in Deutschland scheinbar über die umstrittene AfD-Vorsitzende Alice Weidel lustig.
In dem Video ist eine Schauspielerin zu sehen, die im Stil des populären Ratespiels «Wer bin ich?» Fragen zu einer gesuchten Person stellt. Die zuvor gelangweilt wirkende junge Frau blickt mit jeder Frage genervter drein, bis ihr schliesslich klar wird: Die gesuchte Person könnte die AfD-Vorsitzende Alice Weidel sein.
«Ernsthaft? Dann bin ich Alice ... », sagt sie – und bekommt einen Würgereiz. Beim Nachnamen der AfD-Vorsitzenden wird der Ton stummgeschaltet. Doch die Spielerin liegt falsch: «Zum Glück», sagt sie erleichtert und stellt sofort fest: «Dann bin ich Galaxus.»
«Getriggerte Afd-Wähler in 3,2,1 ...»
Der 47 Sekunden lange Clip wurde vor zehn Tagen in den sozialen Medien veröffentlicht und sorgt seitdem für hitzige Diskussionen in den Kommentaren – und jede Menge Klicks. Allein auf Youtube wurde das Video bis zum frühen Samstagabend 5,6 Millionen Mal angesehen.
«Getriggerte Afd-Wähler in 3,2,1 ....», schreibt ein Nutzer unter das Video – und liegt richtig: Zahlreiche Kommentare merken an, der Händler habe damit potentiell Millionen Kunden verloren. «Nie wieder Galaxus», heisst es etwa oder: «Peinliches Video».
Doch es gibt auch viel Applaus für die provokante Werbekampagne. Ein Nutzer schreibt: «Sehr gute Werbung! Wie der braunblaue Pöbel tobt – herrlich.»
Auch jenseits der Kommentarspalten – oder genau deshalb – sorgt der Clip für heftige Reaktionen. AfD-Politiker sprechen von «Diffamierung», «Propaganda» und «links-woker Moral-Lektion».
«Mit dieser geschmacklosen Anti-AfD-Werbung greift man in die unterste Schublade», sagt etwa der Hamburger AfD-Landes- und Fraktionschef Dirk Nockemann dem «Hamburger Abendblatt».
Das Unternehmen selbst äussert sich nicht weiter zu politischen Fragen. Ein Sprecher von Galaxus Deutschland erklärt zu dem Video lediglich: «Ihre Fragen bewegen sich irgendwo zwischen Selbstbild, Gesellschaftskritik und Absurdität und spielen dabei geschickt mit Doppeldeutigkeiten».
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