«Gazpacho-Polizei»

Trump-getreue Abgeordnete erntet Spott für verunglückten Nazi-Vergleich

SDA

10.2.2022 - 03:50

epa09271991 Republican Representative from Georgia Marjorie Taylor Greene holds a press conference to say she visited the Holocaust Museum and wanted to express remorse for comparing mask-wearing to the Holocaust outside the US Capitol in Washington, DC, USA, 14 June 2021. EPA/JIM LO SCALZO
Die republikanische US-Abgeordnete Marjorie Taylor Greene hat sich mit einem Versprecher in die Nesseln gesetzt. (Archiv)
KEYSTONE

Die rechte Republikanerin Marjorie Taylor Greene fällt häufig mit Verschwörungstheorien und Falschaussagen auf. Nun verwechselte sie – sehr zur Freude ihrer Gegner – die Gestapo der Nazis mit einer spanischen Suppe. 

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10.2.2022 - 03:50

Eigentlich wollte die umstrittene US-Kongressabgeordnete Marjorie Taylor Greene die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, kritisieren. Wegen eines Versprechers, bei dem die Republikanerin statt von der Gestapo von einer Suppe sprach, hat sie nun aber Häme geerntet.

«Nun haben wir die Gazpacho-Polizei von Nancy Pelosi, die die Mitglieder des Kongresses ausspioniert, die unsere legislative Arbeit ausspioniert, die unsere Mitarbeiter ausspioniert und die amerikanischen Bürger ausspioniert», sagte die Anhängerin des Ex-Präsidenten Donald Trump am Dienstag dem rechten Sender OAN, ohne Beweise vorzulegen. Ziel von Greenes Kritik waren offenbar die Ermittlungen des von Pelosi unterstützten Untersuchungsausschusses zur Erstürmung des US-Kapitols vor rund einem Jahr.

Der Spott über ihren Versprecher liess nicht lange auf sich warten. «Nur um die Dinge klarzustellen», twitterte das Republican Accountablility Project am Mittwoch zu einem Videoclip von Greenes Auftritt. «Gazpacho: Eine kalte spanische Gemüsesuppe, Gestapo: Nazi-Deutschlands Geheimpolizei».



Auch Greenes Amtskollegin Alexandria Ocasio-Cortez liess sich einen Kommentar nicht nehmen. «Wenigstens geht sie mit gutem Beispiel voran. Sie hat offenkundig schon vor Jahren alle Bücher aus ihrem Haus verbannt», twitterte die Demokratin am Mittwoch. Damit spielte sie auf jüngste Bemühungen unter anderem von Republikanern an, bestimmte Bücher zu Themen wie Rassismus in manchen Schulbibliotheken auf die Giftliste setzen zu lassen.

Greene nahm den Spott offenbar gelassen. «Keine Suppe für diejenigen, die illegal Mitglieder des Kongresses ausspionieren, aber sie werden in den Gulasch geworfen», schrieb sie später auf Twitter in Anspielung auf Gulags, die Straflager zu Zeiten des Sowjetdiktators Josef Stalin. Greene gilt als Verfechterin von Verschwörungstheorien. Seit ihrer Wahl Ende 2020 ist sie immer wieder mit provokativen Äusserungen aufgefallen. Vor einigen Monaten etwa verglich sie Schutzmassnahmen in der Corona-Pandemie mit der Judenverfolgung durch die Nazis – wofür sie sich später entschuldigte.

SDA/uri

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