KlimaGebirge sind laut Bericht für die Wasserversorgung zentral
SDA
21.3.2025 - 00:01
Schmelzende Gletscher sind laut dem Weltwasserbericht der Unesco für die Wasserversorgung zentral. Aber diese Wasserressource ist gefährdet. (Archivbild)
Keystone
Gebirge und Hochgebirge spielen für die weltweite Wasserversorgung eine zentrale Rolle. Darauf macht der am Freitag veröffentlichte Weltwasserbericht der Vereinten Nationen aufmerksam.
Keystone-SDA
21.03.2025, 00:01
SDA
Gebirge seien eine essenzielle Quelle und ein zentraler Speicher für Süsswasser weltweit. «Das Wasser aus dem Hochgebirge und insbesondere von Gletschern ist vor allem während trockenen und heissen Phasen äusserst wichtig», sagte der Schweizer Gletscherforscher Matthias Huss zum Science Media Center (SMC).
In Dürreperioden schmelzen die Gletscher Huss zufolge besonders stark und können damit eine Lücke im Wasserangebot füllen. Dies aber nur, solange sie noch eine gewisse Grösse haben. Huss ist Leiter des Schweizer Gletschermessnetzes Glamos.
Der Beitrag der Gletscher zum Abfluss nehme dabei längerfristig ab, was in trockenen Gebieten wie beispielsweise in Zentralasien zu Wasserknappheit führen könne, fügte Samuel Nussbaumer vom World Glacier Monitoring Service (WGMS) an der Universität Zürich an. «Auch in den Alpen versiegen durch Gletscherwasser gespeiste Quellen, was für Berghütten zum Problem werden kann», so Nussbaumer weiter.
Neue Stauseen als Wasserspeicher
Stellenweise könnte die Speicherwirkung der Gletscher künstlich durch neue Stauseen ersetzt werden, sagte Huss. Auch Gletscherforscherinnen und -forscher aus Deutschland und Österreich schlugen dem SMC den Bau neuer Speicherbecken als Anpassungsstrategie vor.
«Nach dem Rückzug der Gletscherzungen entstehen neue Flächen, oft leblose Geröllwüsten, wo solche Speicherseen angelegt werden könnten. Dies würde eine bessere Bewirtschaftung der knappen Wasserressourcen ermöglichen.» Allerdings brauche es eine sorgfältige Abwägung von Natur- und Landschaftsschutz gegenüber solchen Projekten, betonte Huss.
Der erstmals 2003 veröffentlichte Weltwasserbericht der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (Unesco) erscheint seit 2014 jährlich und widmet sich jeweils einem spezifischen Themenschwerpunkt, der in diesem Jahr die Rolle der Gebirge als «Wasserschlösser» der Erde hervorhebt. Der Veröffentlichungstermin fällt mit dem erstmals begangenen Weltgletschertag zusammen.
Klingbeil: Nach Rubio-Rede nicht zufrieden zurücklehnen
Versöhnliche Töne bei der Münchner Sicherheitskonferenz: US-Aussenminister Marco Rubio bekommt für seine Rede viel Applaus – doch Vizekanzler Lars Klingbeil sieht noch keinen Grund für Entwarnung in den transatlantischen Beziehungen.
16.02.2026
Wankende Weltordnung: Lehren aus der Münchner Sicherheitskonferenz
München, 15.02.26: Freundlich im Ton, hart in der Sache: Nach drei Tagen mit Reden und Debatten auf der Münchner Sicherheitskonferenz fällt die Bilanz düster aus, aber immerhin nicht katastrophal.
Die wichtigsten Lehren aus einer Konferenz inmitten des grössten Umbruchs der Weltordnung seit Ende des Kalten Krieges.
US-Aussenminister Marco Rubio lässt in seiner Rede versöhnliche Töne gegenüber Europa anklingen – doch wer genau hinhört, findet viele Gründe für Zweifel. Kooperation kann es demnach nur geben, wenn die Europäer dem politischen Kurs von Trump folgen.
Europa gibt sich hingegen pragmatisch, laut Bundeskanzler Friedrich Merz müsse man nun mit mehr Eigenständigkeit reagieren. Deutschland und Frankreich sprechen etwa über einen möglichen europäischen Atomschirm.
Ein Staatschef bekommt in München diesmal weitaus weniger Aufmerksamkeit als sonst: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj muss anerkennen, dass der Krieg in seinem Land angesichts der Krise in den transatlantischen Beziehungen nicht im Mittelpunkt steht.
16.02.2026
Münchner Sicherheitskonferenz: Neue Welt der Grossmächte
Berlin, 13.02.2026: Krisen und Kriege: Das ist die Münchner Sicherheitskonferenz gewohnt. Dieses Jahr geht es in München aber um noch mehr: den tiefgreifendsten Umbruch der Weltordnung seit Ende des Kalten Krieges.
Das transatlantische Bündnis ist seit Donald Trumps zweitem Amtsantritt als US-Präsident erodiert. Die auf internationalen Regeln und Institutionen basierende Weltordnung droht durch eine auf dem Recht des Stärkeren beruhenden Grossmachtpolitik verdrängt zu werden.
Bundeskanzler Friedrich Merz hat diese Entwicklung bereits in zwei Reden beim Weltwirtschaftsforum in Davos und im Bundestag im Januar beschrieben und den Schluss gezogen: Europa werde seine Vorstellungen nur dann durchsetzen können, «wenn wir auch selbst die Sprache der Machtpolitik sprechen lernen, wenn wir selbst eine europäische Macht werden». Daran wird Merz anknüpfen, wenn er am frühen Nachmittag die diesjährige Konferenz eröffnet.
13.02.2026
Klingbeil: Nach Rubio-Rede nicht zufrieden zurücklehnen
Wankende Weltordnung: Lehren aus der Münchner Sicherheitskonferenz
Münchner Sicherheitskonferenz: Neue Welt der Grossmächte