Millionen für Durchfahrten In der gefährlichsten Meerenge der Welt macht ein Grieche das grosse Geschäft

Sven Ziegler

16.3.2026

Das Öl aus Iran landet fast nur in China – Warum wir den Konflikt trotzdem an der Zapfsäule bezahlen

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Europa kauft wegen Sanktionen kaum iranisches Öl. Trotzdem steigen unsere Spritpreise. Der Konflikt scheint weit weg – doch der Ölmarkt kennt keine Grenzen. Warum wir das an der Zapfsäule spüren, erklärt das Video.

12.03.2026

Während viele Reedereien den Persischen Golf meiden, nutzt ein griechischer Milliardär die Krise für lukrative Geschäfte. Seine Supertanker fahren weiterhin durch die gefährliche Strasse von Hormus – und verdienen dabei Millionen.

Sven Ziegler

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Der griechische Reeder Georgios Prokopiou schickt trotz Spannungen im Iran-Konflikt weiterhin Tanker durch die Strasse von Hormus.
  • Die Frachtraten sind in der Krise massiv gestiegen und bringen Reedern derzeit Hunderttausende Dollar pro Tag ein.
  • Seeleute kritisieren die gefährlichen Einsätze scharf und sprechen von «Todespapieren», die Besatzungen unterschreiben sollen.

Die Strasse von Hormus zählt zu den wichtigsten Nadelöhren der globalen Energieversorgung. Durch die schmale Passage zwischen Iran und Oman fliesst ein grosser Teil der weltweiten Öltransporte. Entsprechend gross sind die Sorgen auf den Energiemärkten, seit sich die Lage im Nahen Osten weiter zuspitzt.

Doch während viele Reedereien die Route meiden, nutzt ein Unternehmer die Situation gezielt für neue Geschäfte. So schickt der griechische Reeder Georgios Prokopiou weiterhin Supertanker durch die gefährliche Passage – und erzielt damit derzeit besonders hohe Einnahmen.

Hunderttausende Dollar pro Tag

Allein in der vergangenen Woche sollen fünf Tanker aus Prokopious Flotte die Meerenge passiert haben. Einer davon ist der Supertanker «Smyrni», der die Route am Wochenende unbeschadet verlassen habe. Zuvor hatte bereits das Schiff «Shenlong» die Passage durchquert.

Nahost-Konflikt

Immer wieder kommt es zu Eskalationen im Nahen Osten. Jüngst sorgten die USA und Israel mit Angriffen auf den Iran für Unruhen.  blue News informiert dich laufend über alle wichtigen Entwicklungen in Nahost.

Die finanziellen Anreize sind derzeit enorm. Für eine erfolgreiche Fahrt durch die Region erhalten Reedereien derzeit rund 538’000 Dollar pro Tag an Frachtkosten. Vor der aktuellen Krise lagen die Einnahmen bei etwa 200’000 Dollar täglich.

Andere Reedereien verlangen sogar noch höhere Tarife. Der griechische Unternehmer Epaminondas Empeirikos soll rund 770’000 Dollar pro Tag verlangen, was für eine typische 23-tägige Reise fast 18 Millionen Dollar einbringen kann. Auch die Reederin Maria Angelicoussis verlangt demnach deutlich höhere Preise als noch vor der Krise.

Riskante Taktik auf hoher See

Die Strategie der Schiffe ist simpel, aber riskant. So werden während der Passage teilweise Ortungssysteme ausgeschaltet, um mögliche Angreifer zu verwirren. Dadurch werden die Tanker jedoch auch für Verbündete oder Rettungskräfte schwerer auffindbar.

An Bord sollen zudem bewaffnete Sicherheitskräfte eingesetzt werden. Hintergrund sind Angriffe mit Drohnen, etwa durch iranische Modelle vom Typ Shahed, die im Konflikt mehrfach eingesetzt wurden.

Kritik von Seeleuten wächst

Die riskanten Fahrten sorgen jedoch für wachsenden Widerstand unter Seeleuten. Griechische Seefahrergewerkschaften sprechen laut Bericht von sogenannten «Todespapieren».

Demnach müssten Besatzungen vor der Einfahrt in gefährliche Seegebiete unterschreiben, dass sie über alle Risiken informiert wurden und freiwillig an Bord bleiben.

Im Gegenzug würden ihnen mehrfaches Gehalt und Bonuszahlungen versprochen. Dennoch hätten mehrere Crews zuletzt die Unterschrift verweigert. Viele Seeleute fühlten sich von Reedern und Politik allein gelassen.

Trump drängt Nato zu Hilfe bei Strasse von Hormus – und droht

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Washington, 16.03.2026: Donald Trump droht Nato: Sollte das Verteidigungsbündnis im Iran-Krieg nicht bei der Sicherung von Öltransporten in der Strasse von Hormus helfen, werde die Nato vor einer «sehr schlechten» Zukunft stehen. Das sagt der US-Präsident in einem kurzen Interview mit der «Financial Times». Der Schiffsverkehr in der Meerenge ist sehr wichtig für den Transport von Öl und Flüssiggas. Wegen drohender iranischer Angriffe ist er praktisch zum Erliegen gekommen. Bundeskanzler Friedrich Merz hat einem Militäreinsatz in der Strasse von Hormus bereits zuvor eine Absage erteilt. Für ihn gebe es im Augenblick «keine Veranlassung, über eine militärische Absicherung der Seewege nachzudenken». Deutschland sei nicht Teil dieses Kriegs «und wir wollen es auch nicht werden», betonte er.

16.03.2026