PolitikGewalt überschattet Präsidentenwahl in Kolumbien
SDA
30.5.2026 - 18:18
ARCHIV – Anhänger des kolumbianischen Präsidenten Petro versammeln sich vor dem Präsidentenpalast Narino im Rahmen einer Demonstration zur Unterstützung der von Kolumbiens Präsident Petro vorgeschlagenen Reformen des Gesundheitssystems. Foto: Fernando Vergara/AP/dpa/Archivbild
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Kolumbien wählt am Sonntag vor dem Hintergrund wachsender Gewalt und politischer Spannungen einen neuen Präsidenten. Rund 41 Millionen Bürger sind dazu aufgerufen, einen Nachfolger des linken Präsidenten Gustavo Petro zu bestimmen, der nach der Verfassung nicht erneut kandidieren darf.
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30.05.2026, 18:18
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Der Wahlkampf wurde zuletzt zunehmend von der Sicherheitslage überschattet. Vor der Abstimmung kam es zu mehreren Anschlägen, bei denen Zivilisten, Soldaten und Polizisten getötet oder verletzt wurden. Kolumbien erlebe derzeit «eine der schwersten Gewaltwellen der letzten Jahre», sagte die Leiterin des Kolumbien-Büros der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS), Kristin Wesemann. Die Wahlen werden landesweit der Zeitung «El Tiempo» zufolge von mehr als 400.000 Soldaten und Polizisten überwacht und gesichert.
Kandidaten aus dem linken und rechten Lager
Insgesamt treten 14 Kandidaten an, nach aktuellen Umfragen gibt es jedoch drei klare Favoriten. Zu ihnen zählen der linke Senator Iván Cepeda aus dem Regierungslager, die konservative Senatorin Paloma Valencia aus dem Umfeld des früheren Präsidenten Álvaro Uribe sowie der rechtsgerichtete Anwalt Abelardo de la Espriella. Sollte keiner der Bewerber die absolute Mehrheit erreichen, kommt es am 21. Juni zu einer Stichwahl, wovon Umfragen derzeit ausgehen.
Bereits die Parlamentswahl Anfang März zeigte ein stark polarisiertes Land. Zwar wurde Petros linkes Bündnis «Pacto Histórico» stärkste Kraft im Senat, eine klare Mehrheit erreichte jedoch keine Partei. Der künftige Präsident dürfte deshalb auf schwierige Koalitionsverhandlungen angewiesen sein. Erste vorläufige Ergebnisse werden in der Nacht zu Montag deutscher Zeit erwartet.
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O-Ton Johann Wadephul, Aussenminister
«Die UN müssen jetzt ihrer Verantwortung gerecht werden, insbesondere der Sicherheitsrat. Kriege und Konflikte schwelen, und wir sehen zum Teil die Unfähigkeit von Staaten, effektive Konfliktlösungsmechanismen in Kraft zu setzen. Insbesondere der Konflikt um den Iran und die blockierte Strasse von Hummus wird ein Thema sein, zu dem ich auch das Wort ergreifen werde im Sicherheitsrat.»
Wadephul fordert, der UN-Sicherheitsrat müsse handlungsfähiger werden: Blockaden, auch durch China und Russland, dürften Lösungen nicht länger verhindern.
Deutschland hofft zudem auf ein UN-Mandat für eine mögliche Mission in der Strasse von Hormus, einer wichtigen Route für die weltweite Energieversorgung.
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