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Der Hochvogel in den Allgäuer Alpen wird von Geologen streng überwacht.
imago images/Kickner
Der Riss am Gipfel des bekannten Hochvogel in den Allgäuer Alpen wird immer breiter. Geologen zufolge droht ein gewaltiger Felssturz. Nun wurde auch an einem Nachbargipfel ein Riss entdeckt.
Seit Jahren wird der Gipfelbereich des Hochvogel streng überwacht. Forscher*innen sind sich sicher: An dem Berg in den Allgäuer Alpen an der Grenze zwischen Deutschland und Österreich wird es einen Felssturz geben – der genaue Zeitpunkt lässt sich jedoch nur schwer bestimmen.
Inzwischen ist der Riss am Gipfel mehr als zwei Meter breit und rund 100 Meter tief, wie der Bayerische Rundfunk berichtet. Demnach hat Starkregen im Juni den Prozess beschleunigt, möglicherweise habe auch die Hitze eine Rolle gespielt.
Nun hat der Allgäuer Bergsteiger und Autor Kristian Rath auch an der benachbarten Kesselspitze einen Riss entdeckt. Seine Beobachtungen leitete er an die zuständigen Geologen der Technischen Universität München weiter, die auch den Hochvogel engmaschig überwachen.
Michael Krautblatter, Professor für Hangbewegungen, zeigt sich dankbar für den Hinweis Raths. Menschen, die oft in den Bergen unterwegs seien, kennen die Umgebung und bemerken Veränderungen frühzeitig. Zugleich warne Krautblatter vor voreiligen Schlüssen. Von diesen Rissen gebe es im Alpenraum viele.
Am Hochvogel geht es jedoch nur um die Frage des «Wann» und nicht des «Ob». Dort seien die ersten Messpunkte bereits 2014 gesetzt worden. Der Riss im Gipfelbereich vergrössere sich zeitweise um bis zu fünf Millimeter pro Woche, beschleunigt durch Starkregenereignisse wie zuletzt im Juni. Bereits geringer Wasserdruck zeige laut Krautblatter Wirkung. Dies deute darauf hin, dass sich zumindest ein Teilbereich des Hochvogels nahe an einem Kipppunkt befinde. So sei im Juni bereits ein rund 2000 Kubikmeter grosser Felsturm abgestürzt.
Für Wanderer rund um den Hochvogel sei die Lage jedoch nicht gefährlich, sagt Christoph Erd, Hüttenwart des örtlichen Prinz-Luitpold-Hauses. Die normalen Anstiege auf den Hochvogel über den Kalten Winkel oder die Kreuzspitze seien begehbar. Gesperrt sei hingegen die südliche Route aus dem Hinterhornbachtal, wo die Gefahr eines Felssturzes bestehe.
Prognosen zufolge wird sich der absehbare Felssturz jedoch nicht in bewohntem Gebiet ereignen.