GleichstellungGrosse regionale Unterschiede bei der «Ehe für alle»
misc, sda
1.7.2022 - 13:46
Endlich war es soweit: Ein frischgetrautes Ehepaar am Freitag vor dem Zürcher Amtshaus.
Keystone
Am Tag des Inkrafttretens der «Ehe für alle» ist ein Ansturm auf die Zivilstandsämter ausgeblieben. Am grössten war das Interesse in den grossen Städten. In ländlichen Regionen fiel die Nachfrage nach Terminen für eine Trauung geringer aus.
Keystone-SDA, misc, sda
01.07.2022, 13:46
SDA
Darüber, dass es sich um einen historischen Tag handelte, bestand allenthalben Einigkeit. «Heute ist der Moment, um unsere Liebe zu feiern», sagte Roman Heggli, Geschäftsführer von Pink Cross, der Dachorganisation der schwulen und bisexuellen Männer in der Schweiz, gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.
«Heute macht die Schweiz einen wichtigen Schritt für die rechtliche Gleichstellung von Schwulen, Lesben und trans Menschen», liess sich der Zürcher Stadtrat André Odermatt (SP) in einer Mitteilung zitieren. Die Post würdigte derweil den Tag des Inkrafttretens der «Ehe für alle» mit einer speziellen Briefmarke. Diese zeigt 30 Ballone in Regenbogenfarben, die zusammengeknüpft als grosses Herz in Richtung Himmel abheben.
Meiste Eheschliessungen in Zürich
Am meisten schwule und lesbische Paare gaben sich am ersten Tag der «Ehe für alle» in der Stadt Zürich das Jawort: 24 Paare liessen ihre bestehende eingetragene Partnerschaft umwandeln, zwei schlossen eine neue Ehe.
Die am Freitag verfügbaren Termine seien innert kürzester Zeit ausgebucht gewesen, teilte die Stadt bereits Mitte Juni gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit. Insgesamt erhielt das Stadtzürcher Zivilstandsamt bis anhin rund 250 Terminreservationen von gleichgeschlechtlichen Paaren. Dabei handelt es sich grösstenteils um Paare in eingetragener Partnerschaft, die diese in eine Ehe umwandeln möchten. Etwa 10 Prozent sind neue Heiraten.
Ein ganz anderes Bild zeigt sich im Kanton Appenzell Innerrhoden: Dort habe sich bis bis anhin kein einziges gleichgeschlechtliches Paar gemeldet, das eine Ehe schliessen möchte, berichtete am Freitag die Sendung «Heute Morgen» von Radio SRF. Im Kanton Nidwalden hätten für den ganzen Monat Juli immerhin sechs Paare einen Termin auf dem Zivilstandsamt vereinbart.
Unterschiede zwischen Stadt und Land zeigen sich auch, betrachtet man das Bernbiet: Auf den sieben Standesämtern des Kantons Bern liessen am Freitag insgesamt 23 Paare ihre eingetragene Partnerschaft umwandeln oder heirateten neu. Auf dem Zivilstandsamt Bern-Mittelland liessen fünf Paare ihre eingetragene Partnerschaft umwandeln, drei heirateten neu, wie die Berner Kantonsbehörden mitteilten.
Auf dem Zivilstandsamt Biel-Seeland hatten sich sechs Paare angemeldet, um aus ihrer eingetragenen Partnerschaft eine Ehe zu machen, in Thun waren es fünf, in Langenthal drei. Bei den Zivilstandsämtern Berner Jura in Courtelary und Oberland Ost in Interlaken gab es demnach hingegen am Freitag gar keine solchen Termine.
Anerkennung von Regenbogenfamilien
Trotz der Freude über das Erreichte sieht Pink Cross bei der Gleichstellung weiterhin Handlungsbedarf – insbesondere im Familienrecht. Mit den aktuellen Gesetzen könne das Recht des Kindes auf Kenntnis seiner Abstammung bei privaten Samenspenden und fortpflanzungsmedizinischen Verfahren im Ausland nicht gewährleistet werden, kritisierte die Organisation in einem am Freitag veröffentlichten Positionspapier.
Mit dem Zugang zur Samenspende aus Schweizer Samenbanken für lesbische Paare habe man erst die halbe Miete, sagte auch Alessandra Widmer, Co-Geschäftsleiterin der Lesbenorganisation Schweiz (LOS), gegenüber Radio SRF. Beispielsweise sei die Stiefkind-Adoption heute noch sehr aufwendig.
Johann Wadephul: UN muss Verantwortung im Iran-Krieg übernehmen
Berlin, 27.04.2026: Krisendiplomatie in New York: Aussenminister Johann Wadephul fordert mehr Einsatz vom UN-Sicherheitsrat im Iran-Konflikt.
O-Ton Johann Wadephul, Aussenminister
«Die UN müssen jetzt ihrer Verantwortung gerecht werden, insbesondere der Sicherheitsrat. Kriege und Konflikte schwelen, und wir sehen zum Teil die Unfähigkeit von Staaten, effektive Konfliktlösungsmechanismen in Kraft zu setzen. Insbesondere der Konflikt um den Iran und die blockierte Strasse von Hummus wird ein Thema sein, zu dem ich auch das Wort ergreifen werde im Sicherheitsrat.»
Wadephul fordert, der UN-Sicherheitsrat müsse handlungsfähiger werden: Blockaden, auch durch China und Russland, dürften Lösungen nicht länger verhindern.
Deutschland hofft zudem auf ein UN-Mandat für eine mögliche Mission in der Strasse von Hormus, einer wichtigen Route für die weltweite Energieversorgung.
In New York plant Wadephul Gespräche mit UN-Generalsekretär António Guterres sowie weiteren ranghohen UN-Vertretern und Amtskollegen. Dabei soll es auch um die Zukunft der Vereinten Nationen gehen.
28.04.2026
Einsatz im Mittelmeer: Minenjagdboot wird bald wegen Iran-Krieg verlegt
Das deutsche Minenjagdboot «Fulda» soll schon bald aufbrechen – Verteidigungsminister Boris Pistorius will, dass es schnell geht, sollte demnächst ein Einsatz zur Sicherung der Strasse von Hormus anstehen. Pistorius betont, Voraussetzung für einen Einsatz sei zuallererst ein Ende der Kampfhandlungen im Krieg der USA und Israels mit dem Iran. Zudem erinnert er daran, dass ein solcher Einsatz nur mit einem Mandat des Bundestags möglich sei.
27.04.2026
Pete Hegseths «Pulp Fiction»-Gebet
Verteidigungsminister Pete Hegseth zitiert am 16. April auf einer Pressekonferenz in Washington ein abgewandeltes Gebet, das bei der Rettung der US-Piloten im Iran gesprochen worden sei.
«Sie nennen es CSAR [Combat Search and Rescue] 25:17, was meiner Meinung nach Hesekiel 25:17 reflektieren soll», sagt er und betet drauflos. Hegseth zitiert ein abgewandeltes Gebet, das bei der Rettung der US-Piloten im Iran gesprochen worden sei. «Sie nennen es CSAR [Combat Search and Rescue] 25:17, was meiner Meinung nach Hesekiel 25:17 reflektieren soll», sagt er und betet drauflos.
Im Video siehst du jedoch, dass es sich um ein abgewandeltes Zitat aus dem Kultfilm «Pulp Fiction» von 1994 handelt, das nur an den Bibelvers angelehnt ist.
17.04.2026
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