Strengeres Grenzregime

Grossen: «Tagestourismus mit negativem Test bleibt möglich»

SDA/tafi

24.1.2021 - 12:32

Nationalrat Juerg Grossen, GLP-BE, vom ueberparteilichen Komitee aeussert sich an einer Medienkonferenz zum Freihandelsabkommen mit Indonesien, am Dienstag, 12. Januar 2021, in Bern. Am 7. Maerz hat die Schweizer Stimmbevoelkerung ueber dieses Abkommen zu entscheiden.(KEYSTONE/Peter Schneider)
GLP-Präsident Jürg Grossen betont, dass die Parteichefs in ihrem Brief an den Bundesrat grundsätzlich für weiterhin offene Grenzen plädieren – allerdings mit klaren Verschärfungen und Regeln.
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Praktisch alle Einreisenden in die Schweiz sollen fünf Tage in Quarantäne – auch wenn ein negativer Corona-Test vorliegt. Das schlagen sechs Parteichefs dem Bundesrat vor. GLP-Präsident Jürg Grossen präzisiert nun.

Von den strengeren Einreisebestimmungen wären praktisch alle Einreisenden betroffen. Das sagte GLP-Präsident Jürg Grossen, Initiator einer konzertierten Forderung der Parteichefs an den Bundesrat, der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Tagesausflüge in die Schweiz wären mit einem negativen Coronatest weiter möglich.

«Wenn wir in den vergangenen Wochen etwas gelernt haben, ist es, dass wir uns noch so Mühe geben können mit eigenen Massnahmen – wenn ein paar Touristen wieder Viren in die Schweiz tragen, dann breiten sich diese im ganzen Land rasant aus», sagte Grossen am Sonntag.

Grossen räumt ein, dass mit der vorgeschlagenen Quarantäne für alle Einreisenden aus dem Ausland Ferien deutlich erschwert würden. Eine Ausnahme wäre im Moment vielleicht Taiwan, das offiziell als Corona-frei gilt. Andere ausländische Touristen könnten zwar theoretisch noch Ferien machen in der Schweiz, aber einfach nach einer fünftägigen Quarantäne.

Auch Tagestourismus – zum Beispiel zum Skifahren – wäre mit einem negativen Coronatest noch möglich. So könne man mindestens sicherstellen, dass kein Superspreader darunter sei. Und Fälle wie Wengen und St. Moritz wären praktisch nicht mehr möglich.

Die Parteichefs hätten dem Bundesrat absichtlich keine Schliessung, sondern grundsätzlich offene Grenzen mit klaren Verschärfungen und Regeln vorgeschlagen. «Wenn wir unseren eigenen Firmen Schliessungen zumuten, dann müssen Touristen und Rückkehrer auch ihren Beitrag zur Bewältigung der Pandemie leisten», sagte Grossen.

Gleichzeitig wies der GLP-Chef darauf hin, dass es auch möglich sein müsse, die Massnahmen in absehbarer Zeit zu lockern, zum Beispiel wenn ein Land tiefe Fallzahlen vorweisen könne. Aber im Moment seien diese – vor allem in den Nachbarländern – noch viel zu hoch.

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