Guaidó: Wir haben erste Ladung Hilfgüter erhalten

12.2.2019 - 01:45, sda/dpa

Der selbsternannte venezolanische Übergangspräsident Juan Guaidó stellte ein Video auf Twitter, das ihn inmitten mehrerer weisser Dosen zeigt, in denen Vitaminpräparate und Nahrungsergänzungsmittel sein sollen.
Source: Juan Guaid/Twitter

Venezuelas Opposition hat trotz blockierter Grenzen eine erste Ladung Hilfsgüter erhalten. Der selbsternannte Übergangspräsident Juan Guaidó stellte ein Video auf Twitter, das ihn inmitten weisser Dosen zeigt.

Interimspräsident Juan Guaidó präsentiert sich auf Twitter vor einem Stapel weisser Dosen, die aus einer ersten Hilfslieferung stammen sollen. In den Dosen sollen Vitaminpräparate und Nahrungsergänzungsmittel sein. Wie er trotz der Blockade seines Widersachers Nicolás Maduro an die Lieferung kam, sagte Guaidó nicht.

Die venezolanische Opposition um den selbst ernannten Interimspräsidenten will nun humanitäre Hilfe von Brasilien aus in das südamerikanische Land schaffen. Ende der Woche solle eine Sammelstelle für Hilfsgüter im Bundesstaat Roraima an der Grenze zu Venezuela eingerichtet werden, sagte Guaidós Beauftragter für humanitäre Hilfe, Lester Toledo, nach Gesprächen im brasilianischen Aussenministerium in Brasilia.

Maduro blockiert Hilfsgüter

Hilfslieferungen von Kolumbien nach Venezuela waren zuletzt in der Grenzstadt Cúcuta gestoppt worden. Die venezolanische Regierung von Präsident Nicolás Maduro liess zehn Lastwagen mit etwa 100 Tonnen Hilfsgütern nicht passieren. Der sozialistische Staatschef befürchtet, die Lieferungen seien lediglich ein Vorwand für eine militärische Intervention in Venezuela.

Das erdölreichste Land der Welt leidet unter einer schweren Versorgungskrise. Viele Menschen hungern, in den Krankenhäusern fehlt es an Medikamenten und Material. Rund drei Millionen Venezolaner sind bereits ins Ausland geflohen.

Was macht die Armee?

Der Oppositionsführer hat für Dienstag zu neuen Protesten aufgerufen. Dabei sollen Staatschef Nicolás Maduro und das Militär aufgefordert werden, internationale Hilfslieferungen ins Land zu lassen.

«Wir haben sehr klar mit den Streitkräften gesprochen, dass sie sich auf die Seite der Verfassung stellen, dass sie Hilfe hereinlassen, dass sie das Volk nicht unterdrücken», sagte Guaidó. Nach seinen Angaben haben sich inzwischen 120'000 Freiwillige gemeldet, um bei einer Verteilung von Hilfslieferungen mitzuwirken.

In Venezuela herrscht ein erbitterter Machtkampf zwischen Maduro und dem oppositionellen Parlamentspräsidenten Guaidó. Dieser hatte sich am 23. Januar selbst zum Interimspräsidenten erklärt und wird inzwischen von rund 50 Staaten als Übergangspräsident anerkannt, unter anderem von den USA, einer Reihe lateinamerikanischer Länder, Deutschland und weiteren EU-Staaten. Maduro kann sich auf Russland, China und die Türkei sowie Kuba, Bolivien und Nicaragua stützen.

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