250 Jahre USATrumps grosse Party für Amerika sorgt für Häme, Kritik und jede Menge Absagen
Philipp Dahm
1.6.2026
Brot und Spiele: Donald Trump präsentiert am 6. Mai ein Bild der Arena, in der vor dem Weissen Haus am 14. Juni gekämpft werden soll.
Bild:Keystone
In diesem Sommer werden die USA 250 Jahre alt – und Donald Trump feiert auch noch seinen 80.: In Washington sind einige Festivitäten angekündigt, doch es gibt auch schon Ärger. Es geht um Künstler*innen, die Rückzieher machen, teure Hüte und legale Schlägereien.
Am 4. Juli 2026 werden die USA 250 Jahre alt. Vom 25. Juni bis zum 10. Juli wird in Washington gefeiert. Es gibt jedoch drei Probleme.
Das Weisse Haus hat das musikalische Line-up verkündet, doch drei Künstlerinnen und Künstler sagen ihre Teilnahme wieder ab.
Trump Store lanciert teures Cap zum Jubiläum: Der Shop des Präsidenten verkauft ein Rotkäppchen für schlappe 55 Dollar.
Der Vollkontakt-Kampf gibt zu reden: An Trumps Geburtstag am 14. Juni gibt es in einer UFC-Arena vor dem Weissen Haus eins auf die Nuss. Das finden nicht alle gut.
Am 4. Juli 1776 erklärten 13 amerikanische Kolonien ihre Abkehr vom britischen Weltreich – der Rest ist Geschichte: Jahr für Jahr begeht Uncle Sam an jenem Datum seinen Unabhängigkeitstag.
Das diesjährige runde Jubiläum soll natürlich gross gefeiert werden: Unter dem Motto «Freedom 250» ist zwischen dem 25. Juni und dem 10. Juli eine «Great American State Fair» mit jeder Menge Veranstaltungen in der National Mall in Washington und beim Weissen Haus geplant.
Doch noch bevor der grosse Reigen losgeht, fangen auch schon die Probleme an, wie die folgenden 3 Punkte aufzeigen.
Weisses Haus veröffentlicht Line-up – Künstler sagen reihenweise ab
Im besagten Zeitraum sollen immer donnerstags, freitags und samstags Konzerte in der National Mall stattfinden. Am 27. Mai wurde das Line-up verkündet – und das schleudert einen zurück in die 90er-Jahre. So soll etwa Vanilla Ice auftreten, ...
... C+C Musik Factory ihren Hit von 1990, «Gonna Make You Sweat (Everybody Dance Now)», schmettern und ...
... auch von Milli Vanilli ist ein Auftritt angekündigt. Nach dem Tod von Rob Pilatus 1998 ist aber nur noch der Franzose Fab Morvan übrig, der am 26. Juni spielen wird. «Ich bin hier, um Menschen zu unterhalten und zu vereinen, nicht um sie zu spalten», zitiert ihn «Rolling Stone».
Doch von wegen «Girl You Know It's True»: Nach der Bekanntgabe des Line-ups gibt es auch einige Künstler, die ihre Teilnahme dementieren. So wie Young MC, der 1989 mit «Bust a Move» die Charts stürmte.
Er habe seinem Agenten mitgeteilt, dass er nicht mitmachen werde: «Ich hoffe, dass ich in naher Zukunft in [Washington] D.C. bei einer Veranstaltung auftreten kann, die nicht so politisch aufgeladen ist», schreibt der 59-jährige gebürtige Londoner auf Facebook.
Auch die Commodores distanzieren sich von dem Event: «Unsere Musik war schon immer unsere Stimme und wir haben uns entschieden, uns keiner politischen Partei anzuschliessen», schreibt die Soul-Band auf X. «Wir setzen uns für die Verbesserung aller Amerikaner ein.»
Country-Sängerin Martina McBride würde mit ihrem Sound und Songs wie «Independence Day» ideal zur 250-Jahr-Feier passen, doch auch diese Musikerin macht einen Rückzieher.
«Ich habe viele Fragen gestellt und mir wurde versichert, dass es sich um eine überparteiliche Veranstaltung handelt, die alle 50 Staaten feiern soll», begründet sie die Absage auf X. «Gestern haben sich die Dinge geändert und das, was uns gesagt wurde, ist in Wirklichkeit nicht das, was passiert.»
Immerhin: Flo Rida, der am 25. Mai noch in Zürich performt hat, bestätigt seine Teilnahme an der USA-Party.
Trump Store lanciert teures Cap zum Jubiläum
Donald Trump hielt unter den Augen der versammelten Presse am 27. Mai eine Kabinettssitzung im Weissen Haus ab. Gut sichtbar waren dabei rote Caps vor jedem Platz ausgelegt: Die Mützen waren ein Geschenk an seine Minister.
So ein Glück: Alle Minister dürfen sich am 27. Mai über ein Rotkäppchen freuen.
Bild:Keystone
Es handelt sich dabei um den «USA 250 Anniversary Hat», der exklusiv im Trump Store verkauft wird. Auf der Seite links prangt die US-Flagge, rechts steht «45 – 47» – weil Trump der 45. und 47. Präsident des Landes ist. Vorne ist ein Potpourri aus Mount Rushmore, der Freiheitsstatue, der Liberty Bell und der Flagge mit dem Weisskopfseeadler zu sehen.
Das Cap sei «eine kühne Hommage an 250 Jahre amerikanischen Stolz», heisst es dazu. «Es ist für alle gedacht, die den Geist von Rot, Weiss und Blau überallhin tragen. Egal, ob du den Meilenstein feierst oder es das ganze Jahr über trägst: Es ist ein mutiger Ausdruck von Freiheit, Einheit und unverwechselbarem amerikanischen Stolz.»
Zum Vergleich: Das ikonische Cap der New York Yankees kostet hierzulande nur halb so viel wie Trumps Jubiläumsmütze.
Screenshot:TrumpStore.com
Der Stolz hat seinen Preis: 55 Dollar verlangt Trump auf seiner kommerziellen Plattform für die Mütze, für die er im Weissen Haus Werbung macht. Es ist nur eines von mindestens 621 Produkten, die der Präsident vertreibt.
Der Vollkontakt-Kampf gibt zu reden
Für die grosse Geburtstagssause sind weitere Veranstaltungen wie ein IndyCar-Rennen um die National Mall herum geplant. Den Überblick behält man auf einem 33 Meter hohen Riesenrad.
Richtig zur Sache geht es aber am 14. Juni, wenn die «historischste Sportveranstaltung aller Zeiten» über die Bühne geht: ein UFC-Kampf in einer eigens errichteten Arena hinter dem Weissen Haus, die 5000 Leute fasst. Das Vorhaben trifft auf Social Media jedoch auf heftige Kritik: Eine «Schande» nennt es der republikanische Ex-Abgeordnete Adam Kinzinger.
The UFC fight on the White House lawn is a disgrace.
History will remember this being an extreme low for our nation, among many other lows we keep bumping up against
Sogar der rechte Podcaster Joe Rogan meldet Zweifel an. Er hat praktische Bedenken: «Ich mag die Idee, draussen zu kämpfen, überhaupt nicht. Es gibt zu viele Probleme damit», sagt er in seiner Show. Im Juni könnte es in der Hauptstadt über 37 Grad heiss werden.
🚨Joe Rogan does not like the fact that the UFC White House event is outside and says there could be many problems surrounding the event 😬
"I don't like the idea of fighting outside at all. There are too many problems with it.
«Ich finde einfach nicht, dass man einen Weltmeisterschaftskampf in einer unkontrollierten Umgebung bestreiten sollte. Er sollte in einer klimatisierten Arena stattfinden», meint der 58-Jährige und mahnt: «Stell dir vor, jemand verliert einen Kampf, weil es draussen zu heiss ist.»
If they can do all this outside, then why does he need a taxpayer-funded ballroom? https://t.co/SWMw1CvDim
— The Lincoln Project (@ProjectLincoln) May 26, 2026
Was einige Social-Media-Kommentatoren aufregt: Die Kampf-Arena soll offen sein. «Wenn sie das alles draussen machen können, warum braucht er dann einen vom Steuerzahler finanzierten Ballsaal?», fragt sich das Lincoln Project, hinter dem Trump-kritische Republikaner stehen. Andere stossen ins selbe Horn:
"If only there was a fully-operational new ballroom in the East Wing - then Trump could host a truly secure reception after attending his...
If this 50,000 seater MMA fight arena can be outside and the spectacle be outside, and they sit outside - why do we need a ballroom. Can't they have their parties outside? The country could save a billion dollars.
Please do not repost this. We have enough problems without letting our enemies know that 105,000 Trumpsters will be at the UFC at the White House on Sunday, June 14, 2026.
"As democracy is perfected, the office of president represents, more and more closely, the inner soul of the people. On some great and glorious day the plain folks of the land will reach their heart's desire at last and the White House will be adorned by a downright moron."
H.L. Mencken