Neue Details zum tödlichen Angriff Hai biss Schweizerin (25) Arm ab – Freund (26) schwamm mit ihr bis ans Ufer

Sven Ziegler

28.11.2025

Der verletzte Schweizer wird abtransportiert.
Der verletzte Schweizer wird abtransportiert.
Screenshot 9NewsAustralia

Ein Schweizer Austauschstudent hat in Australien versucht, seine Freundin vor einem Hai zu retten – und dabei selbst schwere Verletzungen erlitten. Für die junge Frau kam jede Hilfe zu spät. Die Polizei wertet nun das GoPro-Material der beiden aus.

Sven Ziegler

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Ein 26-jähriger Schweizer Tauchinstruktor kämpfte am Donnerstag an einem einsamen Strand in New South Wales gegen einen Bullenhai, um seine Freundin zu retten.
  • Die 25-jährige Schweizerin verlor bei dem Angriff ihren linken Arm und starb trotz sofortiger Hilfe am Strand.
  • Der Mann wurde zweimal gebissen, brachte seine Freundin dennoch ans Ufer und alarmierte Rettungskräfte – ein Passant rettete ihm vermutlich das Leben.

Es war kurz nach Sonnenaufgang, als das Schweizer Paar am Donnerstagmorgen am abgelegenen Kylies Beach im Bundesstaat New South Wales ins Wasser ging. Nur wenige Minuten später kam es zur Katastrophe: Nach Angaben der Behörden griff ein ausgewachsener Bullenhai an – ein Tier, das bis zu drei Meter lang werden kann.

Die Frau (25) wurde mehrfach gebissen und verlor im Wasser einen Arm. Ihr Partner, ein frisch qualifizierter Tauchlehrer (26), befand sich bereits ausserhalb der unmittelbaren Gefahrenzone, als er bemerkte, dass sie nicht zurückschwamm. Trotz der Situation kehrte er ins Wasser zurück. Dabei wurde auch er zweimal am Bein gebissen.

Mit letzten Kräften an den Strand

Dem Mann gelang es dennoch, seine schwer verletzte Freundin ans Ufer zu bringen. Am Strand griff er zum Handy und rannte die Dünen hinauf, um die Rettungskräfte zu alarmieren. Laut Polizei war es ein vorbeikommender Camper, der ihm mit einem improvisierten Druckverband am Bein vermutlich das Leben rettete.

Für die Frau kam jede Hilfe zu spät. Sie starb noch am Strand an ihren schweren Verletzungen. Der Mann wurde per Helikopter ins Spital von Newcastle geflogen und befindet sich nach Angaben der Behörden in stabilem Zustand.

GoPro-Aufnahmen sollen Klarheit bringen

Besonders tragisch: Wenige Minuten vor dem Angriff filmte die Frau noch, wie Delfine an ihnen vorbeischwammen. Ob die Haiattacke selbst auf der Kamera festgehalten wurde, ist unklar. Die Polizei hat das Gerät sichergestellt und wertet das Material aus. Ein Bericht für die Gerichtsmedizin wurde angekündigt.

Der Strand ist nicht überwacht, es gibt dort weder Rettungspersonal noch Hai-Empfangssysteme, die Bewegungen getaggter Tiere melden können. Das nächste Warnsystem liegt rund 30 Kilometer entfernt.

Die Behörden setzten nach dem Angriff Drohnen und sogenannte Drumlines ein, um den Hai aufzuspüren – bisher ohne Erfolg. In den vergangenen Monaten war es in New South Wales mehrfach zu schweren Haiangriffen gekommen.

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