Dank Handelsvertrag mit Australien erhalten junge Briten mehr Freiheit

SDA

15.6.2021 - 11:30

Erstmals seit dem Brexit hat Grossbritannien einen vollständig neu ausgehandelten Handelsvertrag vereinbart. Premierminister Boris Johnson einigte sich mit seinem australischen Kollegen Scott Morrison auf ein Freihandelsabkommen, wie die Regierung in London am Dienstag mitteilte.

ARCHIV – London könnte ein Oscar-Standort werden. Foto: Matt Dunham/AP/dpa
Vorteile bei Zöllen: Britische Hersteller von Whisky und Autos freuen sich.
Matt Dunham/AP/dpa

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15.6.2021 - 11:30

Demnach würden etwa Hersteller von Autos und Whisky von Zollfreiheit profitieren. Branchen mit etwa 3,5 Millionen Beschäftigten im Vereinigten Königreich erhielten einen Schub.

2020 betrug der britisch-australische Handel 13,9 Milliarden Pfund (16,15 Mrd Euro). Das Vereinigte Königreich ist der fünftgrösste Handelspartner Australiens. Der Vertrag werde für weiteres Wachstum sorgen, betonte die britische Regierung.

«Aufbruch in den Beziehungen»

«Der heutige Tag stellt einen neuen Aufbruch in den Beziehungen des Vereinigten Königreichs zu Australien dar, der von unserer gemeinsamen Geschichte und unseren gemeinsamen Werten getragen wird», sagte Johnson. Der Vertrag sieht zudem vor, dass junge Briten unter 35 Jahren mehr Freiheiten erhalten, um in Australien zu leben und zu arbeiten.

Grossbritannien hat seit dem Brexit zwar bereits Handelsverträge mit Dutzenden Ländern beschlossen. Allerdings handelte es sich dabei stets um Kopien der bestehenden EU-Verträge mit diesen Staaten.

Der Australien-Deal ist allerdings in Grossbritannien umstritten. Bauernverbände fürchten, dass zollfreie Fleischimporte aus Australien die britischen Schaf- und Rinderzüchter treffen könnten. Die Regierung betonte, dass der Deal Obergrenzen für zollfreie Einfuhren in den kommenden 15 Jahren sowie Quotenregelungen und andere Schutzmassnahmen vorsehe. Bauernverbände forderten das Parlament zu einer genauen Kontrolle des Vertrags auf. Es müsse sichergestellt werden, dass niedrigere Umwelt- und Tierwohlstandards nicht die Ernährungssicherheit untergraben.

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