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Jetzt meldenDer Iran-Krieg belastet die USA deutlich stärker als zunächst erwartet. Verteidigungsminister Pete Hegseth beziffert die bisherigen Kosten auf 37,5 Milliarden Dollar und beantragt zusätzliche Notfallausgaben von bis zu 70 Milliarden Dollar. Im Senat kam es darüber zu heftigen Wortgefechten
Der Iran-Krieg kostet die USA deutlich mehr als bisher erwartet – und sorgt in Washington für heftigen Streit. Verteidigungsminister Pete Hegseth bezifferte die bisherigen Kosten vor dem Haushaltsausschuss des Senats auf 37,5 Milliarden Dollar. Dies berichten diverse Medien.
Ende April hatte das Pentagon noch mit 25 Milliarden Dollar gerechnet. Die Regierung von Präsident Donald Trump beantragt nun zusätzlich bis zu 70 Milliarden Dollar an militärischen Notfallausgaben. Während der Anhörung verlor Hegseth zeitweise die Fassung.
Die USA und Israel hatten am 28. Februar Luftangriffe gegen den Iran gestartet. Nach Angaben der US-Regierung soll verhindert werden, dass die Islamische Republik in den Besitz von Atomwaffen gelangt. Eine im April vereinbarte Waffenruhe und ein Rahmenabkommen für vertiefte Verhandlungen wurden zuletzt durch neue gegenseitige Angriffe überschattet.
Am 8. Juli erklärte Trump die Waffenruhe für beendet. Ende vergangener Woche wurden bei einem iranischen Angriff auf einen US-Stützpunkt in Jordanien zwei US-Soldaten getötet, ein weiterer wird vermisst. Nach Angaben der iranischen Behörden kamen seit dem Ende der Waffenruhe mindestens 50 Menschen bei US-Angriffen im Iran ums Leben.
Hegseth, der sich selbst als «Kriegsminister» bezeichnet, warb im Senat für zusätzliche Mittel. Das Pentagon will 46 Milliarden Dollar in den Ausbau der Rüstungsproduktion sowie in Präzisionsbomben, Hyperschallraketen und Drohnenabwehrsysteme investieren. «Dies ist eine neue Forderung, die auf den neuen Realitäten einer Welt basiert, der wir uns gegenübersehen, und die darauf abzielt, dieser Situation gerecht zu werden», sagte Hegseth. Bereits zu Beginn der Anhörung wurde er mehrfach von Demonstrierenden mit Anti-Iran-Kriegs-Rufen unterbrochen. Sicherheitskräfte führten die Protestierenden aus dem Saal.

Ein Antikriegsdemonstrant demonstriert gegen den Irankrieg, während US-Verteidigungsminister Hegseth über das Kriegsbudget spricht.
EPA
Für den grössten Schlagabtausch sorgten die demokratischen Senatoren Jon Ossoff und Gary Peters. Ossoff hielt Hegseth frühere Aussagen vor, wonach das iranische Militär bereits im März und April «zerstört» und «ausgeschlöscht» worden sei.
Hegseth wich einer direkten Antwort aus und verwies wiederholt darauf, dass das Ziel gewesen sei, den Iran am Bau einer Atomwaffe zu hindern. Ossoff entgegnete: «Sie wollen nicht beantworten, ob Ihre am 14. Tag des Krieges abgegebene Erklärung, dass das iranische Militär ‹zerstört› und ‹kampfunfähig gemacht› worden sei, eine wahrheitsgemässe Aussage gegenüber dem amerikanischen Volk war, während Sie hier sitzen und um weitere Dutzende Milliarden bitten.»
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Wenig später verlor Hegseth im Wortwechsel mit Senator Gary Peters die Fassung. Nachdem Peters den Krieg als Fehlschlag bezeichnet und gefragt hatte: «Also, was ist anders?», reagierte Hegseth scharf. «Schämen Sie sich, das ein Versagen und ein Schlammassel zu nennen», sagte er und warf Peters vor, die Opfer des US-Militärs zu verunglimpfen.
Peters konterte ebenso deutlich: «Sie, Sir, sind der Versager! Nicht die Männer und Frauen an der Frontlinie.» Die Militärführung trage die Verantwortung, wenn es keine klare Strategie gebe. Hegseth hielt dagegen: «Natürlich haben wir Führungsstärke. Aber wann zeigen sie Führungsstärke und wehren sich gegen ihre demokratischen Kollegen, die die Truppen nicht finanzieren würden?»
Auch die Finanzierung des Kriegs sorgt für Kritik. Senatorin Patty Murray erklärte: «Diese Regierung hat versucht, dies als Notfallantrag zu verkaufen, aber es dürfte eher ein Versuch sein, den normalen Bewilligungsprozess zu umgehen.» Weiter sagte sie: «Das Problem ist nicht Geldmangel, sondern schlechte Planung. Deshalb will ich es ganz offen sagen: Ihre Anfrage ergibt ehrlich gesagt wenig Sinn.» Hegseth machte dagegen die Regierung von Joe Biden verantwortlich: «Diese Ausgaben sind aufgrund der groben Fahrlässigkeit und Vernachlässigung unseres Ministeriums durch die Biden-Regierung notwendig.»